Annäherungen an ein Theater

Fast ein Beitrag zum Thema #theaterimnetz

#tl;dr:
Ich war am 3.3. in „Wovon wir träumten“ im Theater Felina-Areal und es gefiel mir gut. Dazu eine Gedankenkette, wie es dazu kam und die Welt doch klein ist. Zum Schluss noch ein Ceterum Censeo, das hier wohl noch öfter erschallen wird!

Die Musik zur Lese- und Schreibebegleitung: „Felina by Night“ von Alexandra Lehmler. Auf Spotify nachhörbar. (Ich hörte von CD)

Eingangstür des Theaters im Felina-Areal, Mannheim. (Klick zur Website)

Die Saxofonistin Alexandra Lehmler wohnt und arbeitet hier auf dem Gelände des Felina-Komplexes und hat diesen Titel dort auch komponiert, sagte sie beim Realese-Konzert, was passte also besser. :))

Das wird wohl ein längerer Post. Dabei verwies ich schon so vielen Zwischengedanken hinaus auf den Gedanknfriedhof. Ich muss meine Gedankenwindungen auch für mich selbst ganz ausbreiten um diese scheinbar unzusammenhängenden Gedankenketten zu entwirren und neu zu straffen.
Letzten Sonntag sendete die ARD ihren Tatort Ludwigshafen „Babbeldasch“ (Mediathek ab 20:00 #tss) aus der Hemshofschachtel und auch mit deren Personal. Das war kein Krimi, aber sehr eindrucksvoll als Film, mit lupenreinem Dialekt. Einer der wenigen Tatorte, die ich je zu Ende sah.

Hier alternative zum nachhören die Playlist des Babbeldasch-Tatorts.

Und so ganz leicht kam mir der Gedanke mich mehr mit der freien, lokalen Szene in der Kurpfalz auseinanderzusetzen und nicht immer nur zum Nationaltheater in Mannheim zu rennen. Ich war noch nie in der Hemshofschatel, das ist mir zu sehr als „Weck, Worscht und Woi“ beschrieben, obwohl Mundartschreiber-Kollege Kupferschmitt da auch als (Laien-)Autor mitmischt. Wir standen ja auch schon zusammen auf dem Treppchen. Mal sehen. Zeitraumexit habe ich auch lange vernachlässigt. Das neue Tig7 spielt derzeit nix, was mich locken könnte. Ins Theater Oliv möchte ich nach diesem „Werk“ noch nicht wieder. Dann purzelte ein Tweet von Nachtkritik.de in die Timeline


Mit den Kulturfritzen verbindet mich ja unter anderem die Blogparade #theaterimnetz
Und hatte u.a. das zur Folge 🙂


(Erklärungen hier)
Und es klapperte im Gehirn! Manchmal braucht es nur eine leicht gestrickte Website, um mich zu fangen. Und nicht eine Kampagne, keine Konferenz, keine Meta-Debatten in Berlin, wobei das natürlich auch seinen Platz hat.

Also, alles auf Anfang.
Ich ging in Rente, suchte und fand Bindungen ohne mich binden zu müssen. Ich näherte mich meiner alten Liebe Theater wieder an.
Kann man hier nachlesen.
Trotz meines Rants zu „Theater der Welt“.
Zugleich suchte ich eine Lesebühne für meine Texte. Kein Verein, keine Gruppe, die mich bindet. Das hatte ich schon, dafür tauge ich nicht. Und ich fand die Spätlese. Unermüdlich und liebevoll gepflegt und veranstaltet von Angela Wendt.
Zunächst in der Stadtbibliothek..
Dann irgendwann im Theater-Areal Felina..


Einige Zeit später saß ich zufällig in den Sofas vor der alten Feuerwache und ein junger Mann gegenüber fragte was ich denn so gerne machte und er erzählte, er würde morgen den Orlando im Felina geben…
Siehe hier „Wie es euch gefällt“.

Bilder gab es hier.
So kannte ich das Felina. Schauspielschule. Für den Marketingclub hatte ich ja schon nach Theater-Blogs recherchiert. Und fand den des Tham.

Screenshot des Blogs der Schauspielschule Mannheim

Für mich war das also eine Schauspielschule. Ist es ja auch. Aber auf dem Gelände der Felina gibt es noch mehr. Die Reste der Firma, die ihre deutsche Geschichte durchlief: Gründerzeit, Weltmarktführer, arisiert, wieder aufgebaut, verkauft und die Produktion verlagert. Büstenhalter kann man in diesem unseren Land nicht mehr kostenneutral produzieren.
Auf diesem Areal sind jetzt auch allerhand Ämter der Stadt untergebracht und eben das Theater in der ehemaligen Schreinerei. Ich las schon einige Male bei der Spätlese mit..


Guckte auch schonmal da:


Irgendwann verlinkte Angela nicht nur auf die Facebookseite der Spätlese, sondern auf die Seite des Felina-Areals, dem Spielplan. Die Spätlese war Teil des Spielplans geworden. Und bämm!

Was es da alles gibt! Das Theater ist nicht nur Auftrittsort für die Schauspielschule, sondern auch eine Bühne, wo freie Kompanien produzieren. Zum Beispiel das Neue EnsembLe, keine Amateure, gestande Profis. Tanz. Zur Enstehung hier entlang!

…..bis wir schließlich vor der ehemaligen Schreinerei der Felina-Werke in der Mannheimer Neckarstadt-Ost stehen. Vor der Tür erwartet uns schon Sascha Koal, der frisch gebackene Theatervater.

Alles ganz nach meinem Geschmack. Und ich pilgerte jetzt also auch dorthin. Hatte einen neuen Ort der Kunst gefunden.
Ich besuchte „Feste im Freien“ Also Tänzer aus den großen Häusern der Region. Genial. Zum Teil hatte ich sie ja schon mit ihren Kompagnien tanzen gesehen. Jetzt auf diesser kleinen Bühne, die direkt am Zuschauerraum grenzt, man den immer schwerer werdenden Atem hört, den Schweiß auf der Haut sieht. Tanz ist Höchstleistungssport und wirkt doch, selbst in der Nähe, so luftig leicht.
Ich sah „Himmel in der Haut“, ein Stück des Mexikaners Edgar Chías. Mit einer choreografierten Inszenierung. Wird wohl gerade Mode.Kosminski macht das mit seinen Schimmelpfenning-Stücken am NTM auch.
Meine Twittkritk: (Ich mache das machmal)


Dann zuletzt „Jáchymov – Die Macht aus der Tiefe (UA). Tanzmonument für einen vergessenen Ort“

Progarmmheft „Wovon wir träumten“.

Ich twitterte nichts. Ich wollte bloggen. Wie immer nicht rezensieren. Nur erzählen, wie ich es empfand, was ich empfand, was es mit mir machte. Es geht um Japanische Picture-Brides und ihrem nicht einfachen Leben bis hin zur Deportation in Lager nach Kriegsbeginn nach 1941. Es gibt keine Charaktere, wie wohl im Buch auch. Sprachchor herrschte vor, man hätte den Damen 2 Proben mehr zur Abstimmung gegönnt. Sehr schön immer wieder „Es waren die Frauen… von Shumona Sinha. Im düsteren Raum, durch ein Andreaskreuz aus Folie getrennt. Davor abwechselnd Einschübe in schnell übergezogene Anzugjacken. Von Hannah Arendt und…. Übergänge zu unserem Heute, mit Akten in der Hand, das verwaltete Elend. Konsequent aus weiblicher Sicht. „Die schwachen Männer“. Die Männer die gezwungen wurden politische Gründe zu erfinden, vor den Augen der Einwanderungs-Beamtin. Die Beamtin, die weiß, dass sie von den asylsuchenden Macho-Männern nicht akzeptiert wird, als Frau, aber es nicht zeigen dürfen. Das Gebashe der Mutter-Theresa-Frauen war mutig. Ein starkes Stück von Rainer Escher (Textfassung, Regie und Bühne) und der Dramaturgin Angelika Wendt (sic) über die Unmöglichkeit von Kommunikation. Das Ensemble trat beherzt auf, varierte das Spiel, was nicht einfach sein dürfte, wenn es keine Namen oder Personen gibt. Ich war beeindruckt und bedrückt.
Ich konnte nicht gleich bloggen, irgedwie zogen die Kissen und so wurde das eben auch ein Posting über den Wert eines Links und der Vernetzung im Analogen.

Kommen wir zum Fazit: Ich hätte das Felina-Theater als Profi-Kunstort früher entdeckt wenn….
Ceterum Censeo es noch soetwas wie den Meier gebe. Online. Für die Vernetzung! In meinem Post zu Bloparade „Digitale Kulturvermittlung“. Tennisbloggen , alla hopp! Im Zweiten Teil, nach unten scrollen)..

Jetzt langt’s aber, gell?

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