Was wir von Weihnachten wissen, ein Faktencheck.

Grippe der Bahnhofsmission im HBF Mannheim
(Die Redaktion, bestehend aus mir, mir und dem Chefredaktor mikelbower, hat beschlossen, diesen emotionalen Umgang mit „Fakenews“ hier, in diesem meinem Blog zu versachlichen und hat mich verdonnert etwas faktisches dazu in das Blog zu posten, schließlich sei das jetzt Standard in Online-Gazetten & Co)

Vorbemerkungen: Weihnachten ist ein Fest, das ursprünglich nur christliche Kirchen als Geburtstagsfest ihres Gründers, später als Jesus Christus bekannt, weltweit feiern. In der dramaturgischen Regie, auch Kirchenjahr genannt, wurde dieses Fest in den Westkirchen auf den 25.12. gelegt, nahe der Wintersonnwende. Interpretationen wollen wir hier nicht betreiben. Wie gesagt, das ist alles eine literarisch-dramatische Angelegenheit, die als Gesamtwerk zu betrachten ist, prädramatisch würden die Postdramatiker wohl sagen. In diesem Sinne untersuchen wir die literarischen, über Jahrhunderte unbezweifelten Quellen, wie sie kanonisiert sind.
Also: Das Neue Testament ist keine geschichtswissenschaftliche Studie, sondern Literatur. Vier Autoren(gruppen) erzählen eine Geschichte über das Leben ihres Religionsgründers. Sie wollen erzählend Glauben vermitteln (Ihren). Ich weiß, dass es Apokryphe Evangelien gibt, aber die zählen halt nun mal nicht zum Kanon, sind daher für diesen Faktencheck uninteressant. Die vier Hauptautoren(gruppen) dieser Anthologie, die man gemeinhin „Neues Testament“ nennt, nähern sich der Geburt und Kindheit in unterschiedlichster Weise, warum auch immer. Ich überlasse Spekulationen und theologisch-wissenschaftliche Untersuchungen den dafür ausgebildeten Person*en. Hier geht es um Fakten, nichts als Fakten. Diese Evangelien sind griechisch geschrieben. Das war Standard, damals, im entstehenden Imperium Romanum. Man war da schon sehr weit verbreitet. Der hier dilettierende Schreiberling ist dieser Sprache nicht mächtig, wie wohl der überwiegende Rest der Mensch*heit auch.

Industrieweihnacht im 3. Jahrtausend. Symbolbild

Nun, es gibt äh, was weiß ich wie viele Übersetzungen ins Deutsche, Herr Luther gilt da als Pionier. Er wird nächstes Jahr auch bombastisch gefeiert werden, wegen seiner Thesen!

ABER! Auch hier gilt das Urheberrecht! Gell!
Urheberrecht der Bibel – was Sie beim Zitieren aus der Heiligen Schrift beachten müssen.

Nun ja, das ist schon mal der erste Fakt: Die großen Kirchen in Deutschland stellen (scheinbar?) keine moderne Online-Bibel-Übersetzung zur Verfügung, mit einer freien Lizenz, aus der ich jetzt Texte kopieren könnte. Ok, diese Übersetzungen sind teuer, ich hoffe die Menschen hinter den Tastaturen verdienen dabei gut, aber so als PR-Maßnahme, als Marketing? Egal!

Wir nehmen dann halt Bibel-Online, die nach Lizenzentzug nur noch freie Übersetzungen anbieten. In der Übersetzung nach Luther 1912. Danke, Bibel Online!

Beginnen wir mit Markus. Der lässt Jesus erst als Erwachsenen auftreten. Weihnachten kommt nicht vor!

Die wohl literarisch schönste Version kommt aus dem Johannesevangelium.
Zitiert aus Johannes 1, 1-14.

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht begriffen. Es ward ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Johannes. Dieser kam zum Zeugnis, daß er von dem Licht zeugte, auf daß sie alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern daß er zeugte von dem Licht.
Das war das wahrhaftige Licht, welches alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht; und die Welt kannte es nicht. Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, die an seinen Namen glauben; welche nicht von dem Geblüt noch von dem Willen des Fleisches noch von dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren sind.
Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

Das ist sehr schön geschrieben, tiefsinnig, hat aber mit all unserem weihnachtlichen Tun nichts zu tun. In der Ausübung.

Kommen wir zu Matthäus, der lässt es gewaltig krachen.
Zitiert aus Matthäus 1, 18-25 2,1-23

Jesu Geburt

Die Geburt Christi war aber also getan. Als Maria, seine Mutter, dem Joseph vertraut war, fand sich’s ehe er sie heimholte, daß sie schwanger war von dem heiligen Geist. Joseph aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht in Schande bringen, gedachte aber, sie heimlich zu verlassen.
Indem er aber also gedachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des HERRN im Traum und sprach: Joseph, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, dein Gemahl, zu dir zu nehmen; denn das in ihr geboren ist, das ist von dem heiligen Geist. Und sie wird einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen; denn er wird sein Volk selig machen von ihren Sünden. Das ist aber alles geschehen, auf daß erfüllt würde, was der HERR durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: „Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden seinen Namen Immanuel heißen“, das ist verdolmetscht: Gott mit uns.
Da nun Joseph vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm des HERRN Engel befohlen hatte, und nahm sein Gemahl zu sich. Und er erkannte sie nicht, bis sie ihren ersten Sohn gebar; und hieß seinen Namen Jesus.
Die Weisen aus dem Morgenland
Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.
Da das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm das ganze Jerusalem. Und ließ versammeln alle Hohenpriester und Schriftgelehrten unter dem Volk und erforschte von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also steht geschrieben durch den Propheten: „Und du Bethlehem im jüdischen Lande bist mitnichten die kleinste unter den Fürsten Juda’s; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein HERR sei.“
Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und wies sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein; wenn ihr’s findet, so sagt mir’s wieder, daß ich auch komme und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stand oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken; und sie zogen durch einen anderen Weg wieder in ihr Land.

Die Flucht nach Ägypten

Da sie aber hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des HERRN dem Joseph im Traum und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und flieh nach Ägyptenland und bleib allda, bis ich dir sage; denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen.
Und er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht und entwich nach Ägyptenland. Und blieb allda bis nach dem Tod des Herodes, auf daß erfüllet würde, was der HERR durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.“
Der Kindermord des Herodes

Da Herodes nun sah, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig und schickte aus und ließ alle Kinder zu Bethlehem töten und an seinen ganzen Grenzen, die da zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernt hatte. Da ist erfüllt, was gesagt ist von dem Propheten Jeremia, der da spricht: 18 „Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehört, viel Klagens, Weinens und Heulens; Rahel beweinte ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen.“

Die Rückkehr aus Ägypten

Da aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Engel des HERRN dem Joseph im Traum in Ägyptenland und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und zieh hin in das Land Israel; sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben standen.
Und er stand auf und nahm das Kindlein und sein Mutter zu sich und kam in das Land Israel. Da er aber hörte, daß Archelaus im jüdischen Lande König war anstatt seines Vaters Herodes, fürchtete er sich, dahin zu kommen. Und im Traum empfing er Befehl von Gott und zog in die Örter des galiläischen Landes. 23 und kam und wohnte in der Stadt die da heißt Nazareth; auf das erfüllet würde, was da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen.

Heftig, oder? Halten wir fest: Engel, Jungfrauengeburt, Drei Waise, -von Königen die Geld sammeln keine Rede- Sterne, Gold, Weihrauch und Myrrhe, Flucht, Träume, ein Generationsprogrom. Kein Ton von einer Krippe, Tieren, Hirten.

Jetzt aber kommt’s:
Zitiert nach Lukas! 1, 26-38 2, 1-21.

Die Ankündigung der Geburt Jesu
Und im sechsten Monat ward der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Manne mit Namen Joseph, vom Hause David: und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Gegrüßet seist du, Holdselige! Der HERR ist mit dir, du Gebenedeite unter den Weibern! Da sie aber ihn sah, erschrak sie über seine Rede und gedachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, des Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß sein und ein Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der HERR wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben; und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines Königreiches wird kein Ende sein.
Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, da ich von keinem Manne weiß? Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das von dir geboren wird, Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Gefreunde, ist auch schwanger mit einem Sohn in ihrem Alter und geht jetzt im sechsten Monat, von der man sagt, daß sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe ich bin des HERRN Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr.

Jesu Geburt

Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger von Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt.
Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die ward schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, da sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des HERRN Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des HERRN leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. 10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen. (Andere Übersetzung nach besser bezeugter Lesart: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“) Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der HERR kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.
Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er in Mutterleibe empfangen ward.

Da ist ja alles beisammen: Jungfrauengeburt, Engel, Hirten, eine Tierherde, eine Krippe, Windeln, Friede auf Erden, Census, Augutus, himmlische Heerscharen, die lobten und sagten, eine Beschneidung.

Was da nicht steht: Stall, Ochs, Esel, Stroh, Schafe, Herbergssuche.

Denn das und so vieles mehr ist dann in der Weihnachtsfeier-Geschichte Regiearbeit. Und die kann und soll sich wandeln. Fürchtet Euch nicht.

Adventskalenderhaus in Saarburg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich wollte dazu nur einbar die Fakten wieder beschrieben haben. Ohne Anspruch auf alleinige Weisheit!

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