4. Hanauer Bloglesung, meine Texte

Es war ein mal ein Blogger.

Einst, zu Olims Zeiten, als er noch ungebloggt durch das Leben tanzte, war der Blogger ein fröhlicher Mensch, der sich wie weiland der Taugenichts im kühlen Grund von Rohrbach, durch das Leben pfiff und gewährte, wenn nicht Gott, so doch diversen Damen, lächelnd seine Gunst. Über seinem Haupte schwebte das Lorbeer der Kultur, las er doch einschlägige Gazetten, war Mitglied im Kunstverein.
Und dann passierte es.In Heidelberg revoltierten die Germanisten wider den amerikanischen Umsonstgeist, in Gestalt eines Guggels. In der Frankfurter Verallgemeinerung erschienen ganzen Artikelkaskaden davon, wie deutsche Schriftsteller gescannt und betrogen werden, Bettelstäbe unter Professoren und Dichter wüten.

In einer anderen Gazette las er aber auch, dass übles Volk, sogenannte Blogger, böse Dinge schreiben, für ohne Geld das alles, das Abendland, die Kultur und die Gazettenzunft vernichtend. Auch in diesem Augiasstall des Internet, dort wo die Terroristen mit den Pädophilen schwarze Messen feiern und illegale Piraten Musik und Filme pornografieren. Blogger? DAS musste er sich ansehen, denn der Präsident im fernen Amerika wahr ihm ein sympathischer und wohl auch ein Blogger.

Seine Bibliothek bot einen Internetplatz und was las er da?
Ein widerwärtiger Blogger zog über seine Lieblingswochenzeitung her? Beleidigte den Chefredakteur, pöpelte die Literaturredakteurin an, schrieb vom toten Holz und dass es bald keine Zeitungen mehr gäbe.

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