Blasen und saugen das Laub

laub_torKurz vorher
noch ein Mal
bunt zu braun und gelb
lauben im Wind
zu den Beats der
donnernden Bälle
Keine Angst vor
Toren dort unten
Der Sauger wird
jagen und holen
Wir hexen auf
Bläsern und Besen
Aber
was waren
wir grün
rauschten
raunten
dürsteten Sommer
aber heute steppen
wir Mozart im
wildbunten Rock
noch ein Mal
aber doch

Flucht

Ich flüchte
täglich
dreißig mal
Gefilde oh Elysium
Keiner
nie
Keine
Das Seiende
ja ja
Alles ist wüst
und Lehr‘
Es herrscht
Das Es
zur
Ruh‘
Keine Toten
nur der
Frieden
zündet Kerzen
Bald ist
Halloween
alle Heiligen
toben geistern
Götter funken
im
Elysium

Was ist ein #selfie?

Ein Beitrag zur Blogparade „#Selfierade“ für die Ausstellung #Ichbinhier der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe.
(Sehr selfische, selbstzentrierte Gedanken, sogar nicht selbstverständlich, #hust)
Was ein Selfie ist weiß doch jeder; das bildliche Selbst, festgehalten via Smartphone & Co, getwittert, gefazebucht, instagrammiert, getumblert, gesonstnochwot! Zum Dokumentieren, zum Angeben, zum Winken, zum Teilen… Wirklich?self_5Eigentlich wollte ich hier eine Satire schreiben. Über gefakte Selfies, über Selfies aus Museen zur Angabe, was wir doch so als Hechte tollen, wir Kunstbekenner. Selfies als Ersatz zum Dia-Abend mit Käseigeln, für die Twitterer heutzutage gerne mit Nutella und Mett. Lästern. Mich erheben. Ich nahm neue Selfies auf, wollte schabernakieren. Selfies faken ohne Fotoshop…wolfgang_staedel (Quelle: Screenshot vom Google Art Project, Städelmuseum Frankfurt)

Das klappte noch nicht wirklich, aber es klickte! Ich mache so gut wie nie Selfies auch nicht für meinen Twitteraccount @mikelbower. 5 oder zehn gegen die anderen 54000 Tweets. Mein Gesicht ist mir nicht wichtig dabei. Für mich ist viel wichtiger, was ich denke, fühle, beobachte, was Umgebung, was Kunst, was Mensch mit mir macht. Innerlich. Im Hirn, ob ich das wieder von mir geben kann. Verwursteln. Zu Text. Text zum Bild, zum Weg, zum Park, zu Stadt, zu Land, Fluss. Ein Ozean aus Gedankenfluten, verkürzt zu einem #twly vielleicht.

Ich mache das schon Jahre lang. Aber auf die Idee, dass sowas Selfies sind kam ich noch nie. Sogar gedruckt ist das schon. In der Wortschau. Bilanziergang hieß die Ausgabe. Seit letztem Jahr nutze ich meine Domain mikelbower.com um meine Ausflüge zu dokumentiere, mein #lustparken, mein co- #lustwandeln meine Lyrik zum Park in Schwetzingen.
schwetz_mosch

Meine Selfies sind aus Text! Hier beim Tweetup #duerer im Städelmuseum

fugger_duerer

Dazu passen auch meine Gedanken zu „Amateurlaie“.(Man kann als „Laie“ über Kunst, Theater, Musik & co schreiben ohne studiert zu haben, man muss nicht, aber man kann) Das ist keine Konkurrenz zum Profi, sondern eine Ergänzung. Schreiben, malen, singen, schauspielern und, und, und die Großen der Zunft nur für die Kritik, oder auch für uns, die wir zusehen, hören, Eintritt zahlen, kaufen?

Deshalb liebe ich wohl Tweetups. Und: Was würde ich gerne andere Text-Selfies lesen. Keine Wiedergabe der Führung, nein aus dem eigenen Hirn gequollen, kein Bericht, was zu sehen ist. Das, was die Kunst mit euch macht, mit uns macht. Live und in Echtzeit. Vielleicht irgendwann einmal oder, oder? 🙂

Ja und dann! In Museen kann ich das meist nicht. Zu viel Volk um mich herum, misstrauische Security und: Meist bin ich da zur schreibenden Unzeit, also vor 18:00 Uhr oder so. Aber es gibt ja immer mehr ganz hervorragende Online-Archive der Museen, die ich zum Schabernack benutzen wollte. Hier also der Versuch einer lyrischen Annäherung an ein Onlinebild der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe im Google-Art-Projekt! rembrandt (Auf den Ohren Diana Krall „Glad Rag Doll“ via Spotify)
Ja, das hat mehr mit mir zu tun, als mit dem, was der Künstler vielleicht sagen wollte. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Kunsthistoriker. 🙂
#tl;dr
Ein Selfie kann Text sein!

Die Werte des alten Europa

versanken Gott sei Dank
in Schutt und Asche
18 und 45 zuletzt
Wir feinden nicht mehr
und schießen kein Gift zu Gas
nicht an Rhein und Marne
Nur in Bahnhöfen und
bei Landesgartenschauen
entschärfen wir noch Bomben
aus den Welten und Kriegen
des alten Europa
und ja die Kolonien
lächeln manchmal
nicht oft
was wir alles verdrängten

Aber die Werte, die Werte

Die Elfensofas der Eva Wal

Reykjavik Stiflisdalur
Texte und Fotos aus Island, Juni 2015
168 Seiten
von Eva Wal

Erhältlich via Blurb
eva_island
Elfensofas als Islandponys getarnt segeln mit Eva über Lavaseen, direkt über Fotos von Trollen ins Grase gehalmt; direkt in das automatische Schreiben. „..// Herren, die das Pfarr- oder Priester- oder Bischofsamt ausüben// auf dem Prost-ta-taa-Hüge//..“ Tief in dem Foto-Essay: Sehe nur ich die Trolle und das kleine Volk?

Danke, Eva für die Teilhabe an deinem Islandtrip! Kann man solche in Buch verschlingen? Ich legte es nicht mehr zu Seite und werde noch oft darin stöbern. Und danke! Automatisches Schreiben. Hab ich schon lange nicht mehr gemacht…(verschwindet in der Tastur.