Ach diese Party

Zwischen diesen Leben
aus Tonfragmenten
in Moll und Saxofon
treibt ein Mond
aus Puffreisbohnen
zischt drei Pfund Tod
billig vom Discounter
Wir kreischen grüne
Faltentränen
zimpeln nach
Quicksbrunn
Dieses Lachen
tränt in meinem
Mund

Die Abhörkrise ist ganz einfach zu lösen.

(so zynisch und ironisch, gell…)

Wir müssen einfach alle Staaten, Firmen, Polizisten, Innenminister, die CDU, die SPD, Springer, die FAZ, Sony, die Gema, auch mafiöse Organisationen (oder glaubt ihr die zapfen da nicht mit?) und sonstige dazu bringen uns nicht alle dauerhaft, lückenlos und immer ausspionieren zu wollen, nur weil man es kann.
Ganz einfach.
Verbieten, einschränken, Kriege führen: Geht nicht. Es würde trotzdem passieren. Natürlich können wir Enzensberger (erweitert) folgen und einfach alle Kupfer, Glasfaser und Funknetze abstellen, kappen, die Satelliten in andere Galaxien schießen. Keine Briefe mehr per Post verschicken und per Kurier kommunizieren, aber das würde auch Hunger bedeuten, keine Industrie, Rückfall in vorindustrielle Zeiten und keine Bildzeitung zum Wohle der Springerfamilie mehr.
Es geht darum uns selbst zu überwinden. Ich bezweifle den Erfolg. Snowden hat es uns verraten. Er möchte eine solche Welt nicht. Ich auch nicht, aber ich habe keinen blassen Dunst wie das zu bewerkstelligen wäre.
Und weil der Versuch solches zu realisieren umfassende politische & kulturelle Maßnamen erforderte ist eine reine „Netzpolitik“ Unsinn, so wie es eine reine „Friedenspolitik“ auch ist.
Weil wir Menschen sind. Allesfressende Räuber aus der Savanne.
Wie gesagt, ich habe keine Ahnung, wie das gehen könnte. Aber alle Literatur, Künste, Musik, alles was kreativ ist, könnte diese Utopie in die Köpfe jagen. Und wenn es nur ein Versuch wäre Menschen und Tierfreundlichkeit zu etablieren.

Was wir dabei gar nicht gebrauchen können sind Clowns, die http://netzgemeinde.de und http://internetministerium.de auf den eigenen „Blog“ umleiten.

Wie gesagt, eigentlich ist es ganz einfach.

So ein Theater

(Ein Freitag Abend in Mannheim)

Kreischend herrliches Licht gestern Abend, für mich unknipsbar, die widerspiegelnden Wellen auf dem Neckar, ein Schwan, der in die Wellensonne tanzt, vor den Schornsteinen der in Mannheim allgegenwärtigen Industrie, kraftstrotzend im Hintergrund. Es riecht nicht mehr nach Schokolade zur großen Moschee hin, schade.

Die Straßenbahnen umgeleitet, ein Spaziergang den Fluss entlang, der bald münden wird. Ein Lieblingsort in Mannheim: Strümpfe im Jungbusch, der Supperart Club. Eric lässt mich mit einem Bier alleine die Videos von Ruth Hutter ansehen, die Fotos. Eine drei viertel Stunde alleine in einer Galerie mit zwei absolut faszinierenden Videos. Diese kurzen Momente, zu bedauern kein reicher Mann zu sein, diese Videos im Wohnzimmer, aber was soll das. Durch die Basare in den G&H Quadraten, vorbei an überfüllten türkischen Friseursalons zum Stadtfest und den diesjährig-freitaglich schaurigen Coverbands. Keine großen Namen diesmal. Das Geld wird wohl klamm, wie lange wird es das Fest noch geben? Geboren, weil die Fastnacht ausfiel, als Busch den Irak bombte.

Rotweiße Fähnlein überall. Erst auf den sechsten Blick kann man das Wort „teater“ lesen. Die Welt feiert Theater in Mannheim. Man schämt sich wohl Werbung dafür machen zu müssen. Für dieses Festival. Die Stars des ersten Abends, in Außenwirkung? Der Kurator, ein Journalist. Der Journalist will seinen Nannenpreis einschmelzen, weil Herr Nannen ein Nazi war? In den Online-Gazetten ganz kleine Meldungen, die Nannenschüler und die gerne-es-gewesenen, schämen sich wohl, ein wenig. Abgeschlagen ein Regisseur. Entschuldigung ein Starregisseur. Darum herum tanzt die Politik alle Couleur, man will sich sonnen, für das Wahlvolk am Sonntag.

Um das Theater die nächsten Stars des Theater-Festivals: Architekten aus Berlin, die um das Theater eine Wagenburg bauten, die sie Hotel nennen. Wo die Tweeties sitzen. Den Hashtag #TdW14 verwendet kaum jemand, warum auch, das ist ein abgeschottetes Universum. Ich habe den Twitteraccount entfolgt, da wird nicht kommuniziert, wie der Twitteraccount des Nationaltheaters sonst auch nur ein Facebook-Bot ist, der PR betreibt.

Das Theateruniversum. Dort, wo man unter sich bleiben will, wo der Pöpel vom Stadtfest nicht in die Kultursuppe spucken darf. Theater-Hotels zum Besichtigen nur via Eintritt. Es gibt auf der Website des „teater“ ein Kartentelefon, ein Kartenfax, eine Karten-Email, Online-Karten nur über die Java-Katastrophen-Ticket-Bestellerei des Nationaltheaters.

Eine Uraufführung einer Nobelpreisträgerin, eigentlich Nebensache. SchauspielerInnen-Namen im öffentlichen Raum? Ah, na, es reicht der Starregiesseur und der Kuratorname. Der OB und die grüne Ministerin mit ebensolchfarbenem Hofstaat, man will ja kulturell, nicht wahr.

Das Theater ist verkommen in der öffentlichen Wahrnehmung. Es ist kein Leitmedium mehr, schon lange und hat seine Nische nicht gefunden. Im öffentlichen Raum. Reduziert auf die Etats der öffentlichen Hände. Hochsubventioniert für eine Minderheit, der ich ihr Theater ja gönne und doch unfähig seine Angestellten würdig zu bezahlen.
Aber was geht mich das an?
Ich werde heute nicht nach Mannheim fahren, aber bald wieder, dann ist gewählt und das Theater bleibt eben links liegen.
Ob ich doch einmal gucke, ob da auch Theater gespielt wird? Von AutorInnen geschrieben, inszeniert, wie die sich das dachten?
Eigentlich habe ich keine Lust nach diesem Theater.
Aber mal gucken, wo Ruth Hutter demnächst ausstellt? Aber ja!

(Dieses Theaterbashing nur geschrieben wegen einer Nachtkritik, die fast zum selben Schluss kommt aus anderen Gründen)

Terasse

Die Tage dehnen sich
drängen die Nacht
gallen und schlagen
Noch tanzt Frühling
über Beeren
Weine glühen
am Himmel weiß
Schwalben schäumen
über mein Glas
Wieviele Sommer noch
werden Wolken dröhnen
und zucken wie ich
Ein Blitz funkelt donnert
sein Lachen mich aus

Krautland

es ist schrecklich
trotz der fürcherlichen
wirtschaftlichen lage,
die uns in den abgrund führt
geht es uns immer noch viel zu gut
ist es nicht schrecklich
all das elend
und das elenend mit dem ozon – loch
und erst der lomabard – satz
uns geht’s beschissen
und trotzdem zu gut
allen außer mir
ist das nicht schrecklich

Aus: „ich träume im krautland“ 2001. Weil das mit den Krautreportern gerade so in ist 🙂

Weil wir Menschen sind

und können dies
und
das
Pinsel schwingen
Feuer kochen
Worte meißeln
keulen schießen
schwerten
küssen
zeugen
töten
Weil wir Menschen sind
auch lachen weinen
heulen singen
tanzen treten
schreien auf
Kommando
Weil wir Menschen sind
und
könnten

Nach einem Gespräch und dann einem Bild von Maf Räderscheidt

Helena

Was ich am 14.5.2014 bei „Best of Streetview“ in Bonn (siehe hier) lesen werde! Veröffentlicht im Print in der Wortschau 19

Heute ist der 25.8.2012. Seit letztem Freitag feiert das Münster in Bonn Helena. Doch, DIE Helena. Keine schöne Helene. Die Helena. Mutter von Konstantin, den man den Großen nennt. 2012. Nicht 1012. 2012. Diese Helena lebte im 4. Jahrhundert und soll über den Stadtmärtyrern eine Kirche habe errichten lassen, die dann zu diesem Münster wurde. Im Laufe der Zeit.
Man hatte natürlich Teile ihrer Knochen in der Basilika minor aufbewahrt, die aber von der Kavallerie irgendeiner Soldateska geklaut wurde, oder gebrandschatzt, was man damals halt so machte. Im ausgehenden Mittelalter, so als Freizeitbeschäftigung. Da geht es heute gesitteter zu. Deutlich.
Das Domkapitel der einst kurerzbischöflichen Stadt Trier hat keine Fehde mehr mit den einst kurerzbischöflichen Vasallen des Kardinals von Köln und schenkt dem Bonner Münster ein paar Knochenteile der Santa Helena in einem schönen Schrein. Wurde gestern übergeben. Können sich die Trierer leisten, sie feiern ja gerade das Jahr des heiligen Rocks, den haben sie ganz, den Leibrock des Jesus Christus. Hat auch die Helena gefunden.
In Köln haben sie ja die Gebeine der heiligen drei Könige in einem schönen Schrein im hohen Dom. Wir schreiben das Jahr des Herrn 2012, ein Auto fährt auf dem Mars umher und funkt Bilder auf unsere Fernsehschirme und in Bonn feiert man die Rückkehr der Helena.
Ernsthafte Diplom-Physiker beten vor dem Schrein der Helena, nach dem sie in einer Schlange standen um eine Kerze davor zu entzünden.
Natürlich steht in den begleiteten Texten im Münster „der Legende nach“. Überall. Man ist ja nicht bescheuert, feiert im neu renovierten, wunderschönen, Kreuzgang, Jazz mit Kuchen und Priesterkleidung auf Puppen, damit auch die Heidenkinder so etwas einmal sehen. Die Trierer wissen natürlich auch, dass das kein heiliger Rock ist, den sie da haben und keiner in Köln wird ernsthaft glauben, dass die Knochen, die der fiese Erzbischof in Mailand mopsen ließ, irgendwelchen Königen als Fleischstütze dienten und doch.
Reliquienverehrung im Jahre des Herrn 2012, in der selbst die Postmoderne bereits zu Ende ging.

Heute war es ruhiger als letzten Samstag im Kreuzgang im Bonner Münster. Man konnte ihn als meditativen Denkort benutzen. Ich liebe es. Kennen Sie den Kreuzgang des Klosters Maulbronn? Muss man gesehen haben. Oder den Kreuzgang von St. Stephan in Mainz, direkt neben den Chagall-Fenstern, der im Dom zu Mainz oder im Augustinerstift?. Ich konnte und kann sehr gut beim wandeln dort denken, mich vertiefen, Transzendenz suchen, manchmal erfahren.
Ich dachte über Reliquien nach. Das hat mit Christentum eigentlich gar nichts zu tun, ist zu tief archaisch, geht noch viel weiter zurück, bis zu den Pyramiden der Ägypter, allen Grabkulturen. Die Verbindung zu unser aller Vergangenheit. Vielleicht wird man eines Tages die heilige Festplatte eines besonders heiligen Mannes anbeten, wer weiß oder die Maus der heiligen Gossip.
Es ist ärgerlich über solches nachdenken zum müssen. In dieser unseren höchst säkularisierten Welt, in dem Gerichte die Jahrtausende alte Tradition der Beschneidung verbieten wollen. Selbst die nichtbeschneidenten Christen können dann am 1.1 nicht mehr die Beschneidung Christi feiern.
Hhm und ich wandle in einem Kreuzgang umher und kläre. Waren sie schon einmal in einem Gottesdienst, der mit gregorianischen Gesängen gestaltet wurde? Es zieht und zerrt einen da hinein. In das meditative okzidentale Omm. Da ist etwas, man hätte es gerne, wollte mitfeiern, wenn da nicht all das andere Brimborium mitzutragen wäre. Das ganze Bodenpersonal, all die Ungereimtheiten des römischen und rheinischen Katholizismus. Die Evangelischen mögen sich zurückhalten und über die Einheit von Thron und Altar nachdenken.
Dieses Archaische hat etwas, es lockt in eine ganzmenschliche Transzendenz, die eigentlich keinen Himmel braucht. All die Kunst, die entstand, die Musik, die Kirchen. Aber man hat uns ausgeschlossen. Das gibt es alles nicht ohne das Andere, die Tiara, die Inquisition, den Konfirmandenanzug, den Talar. Wut könnte einen beschleichen.
Als ich noch jung war und sehr katholisch, sagte ein Kaplan. „Ihr stört Euch doch nicht an meiner Freundin, es wäre Euch doch egal, ober Papst seinen Mann heiratet und wenn das wahre Grab Jesu gefunden würde, das stört Euch doch nicht, ihr wärt trotzdem weiterhin katholisch, oder? Aber sie lassen uns nicht, ihr werdet es sehen.“ Da hatte Dan Brown noch keine Illuminati in den Rachen Amazoniens geworfen. Natürlich ließen sie ihn nicht. Er ist heute pensionierter Oberstudienrat mit 5 Enkeln. Uns wurde das auch ausgetrieben. Der Katholizismus kann noch so rheinisch-heimlich tolerant sein, so lustig im Karneval bis Fasenacht. Der Kern bleibt.
Frauen können nicht ordiniert werden, die Pille bleibt verboten, Priester heiraten nicht und Kondome sind trotz Aids äbä. Über die Einheit von Thron und Altar denken die Evangelikalen auch wieder nach und die Muslime feiern ihr tiefstes Mittelalter auch immer deutlicher.
Deshalb die Reliquien. Die Demonstration der Tradition, die Verbindung zu den Anfängen, einer Legende zufolge. Man könnte die Wut bekommen. Sie lassen uns nicht. All das Schöne und Gute verstecken sie in ihren Sakristeien oder in Schreinen.
Man lässt uns nicht? Man kann nix daran rütteln. Der Weg zur Transzendenz im Archaischen bleibt versperrt. Ach. So? Und warum? Habt ihr schon einmal die Klänge von alten Patronen in verrosteten Bombenhüllen zu einem Loop von Baurohr-Dideridoo gehört in einen Singsang gehüllt aus lyrischen Sprachfetzen?

Ein lautes Lachen klingt durch den Kreuzgang und ich zünde eine Kerze an, vor dem Schrein der Helena. War übrigens eine tolle Frau, denk ich mir mal. Vom Sklavenkind zur Augusta.

Und weil wir am römischen Rhein schreibe ich zu einem Kölsch vor dem Münster. Ist doch toll so ein Kreuzgang.

Sine Primborium in saecula Saeculorum. Sag nicht Amen zu mir.

Falls die Zeit noch reicht auch:

Reg Def 1- 4

(Blick auf den langen Eugen aus der Ferne vom Rheine aus)

Reg Def 1

Zweifel aus ungelesenen
Protokollen des Gesetzes
von Wehner vergessen
trauern um Franz Josef
und die Nutten in Köln
Berlin Berlin
wir fahren nach Berlin
Ein kleines Schiff
tanzt Wellen für
Willy und Ludwig
Nein, wir verkohlen
nie, nie, nie

Reg Def 2

Wir sind das Volk
Wir sind das Volk
Wir sind das Volk

und ihr nur unsere
Vertreter
Vertreter
Vertreter

Reg Def 3

über alles
über alles
über allen
Wassern schwebt
es noch
es dröhnt
zum weinen

Reg Def 4

Und doch wird
Prinz Karneval
auch nächstes Jahr
herrschen
Nicht ihr
Ihr seid nur

Vertreter
Vertreter
Vertreter

#erwinwurm


Es ist mir immer eine Freude im Städel zu sein. Nicht nur bei einem Tweetup. Es herrscht dort eine angenehme Atmosphäre. Große Werke in der Sammlung, gut in Szene gesetzt. Gestern nun das Tweetup „Zum zwitschernden Kunstwerk werden beim Tweetup im Städel“. (Die Beschreibung im Städelblog.)
Zwanzig Leute von der Kuratorin Franziska Leuthäußer klug, kenntnisreich und nie langweilig durch die „Ausstellung“ „One Minute Sculpture“ von Erwin Wurm geführt. Wohl organisiert, mit einem Abschluss an der Bar. Ich bedanke mich sehr beim Team und dem Städelmuseum. Es ist ein Privileg sich in einem leeren Museum bewegen zu dürfen, auch der geplagten Security, die da eine extra Aufgabe zu meistern hat.
Es war schön Twitterer vom #duerer Tweetup wiederzusehen, andere Tweeties endlich persönlich kennenzulernen. Hinterher noch mit allen und auch den nicht-twitternden Machern zu plaudern. (Gruppenbild hier)
Unsere Tweets sind alle in einer Storify des Städelmuseums nachzulesen. Ich hoffe, wir konnten dem Museum dadurch etwas zurückgeben.
So weit war alles gut. Nur: Mir fehlte etwas bei den Arbeiten von Erwin Wurm. Inmitten der Sammlung stehen verstreut Plattformen mit Gegenständen darauf und einer exakten Anweisung etwas zu tun um selbst zu einer „One Minute Sculpture“ zu werden. Bei der ersten „Übung“ „Organisation der Liebe“ dachte ich noch „Wow“ das stehen Alltagsgegenstände im Kontext zu der nackten Dame im Hintergrund, fand das lustig und wurde belehrt, dass diese „Skulpturen“ durchaus auch „ernst“ zu nehmen seien. Hhhm. Natürlich gibt es auch kunsthistorischwissenschaftliche Deutungen etcetera. Aber die muss man vorgetragen bekommen, oder im Blog lesen. Sie sind nicht selbst erklärend. @therealstief hat das sehr schön getwittert: „Ein Problem, das ich mit Kunst wie der von #erwinwurm habe: dass sie vorgeblich direkt funktioniert, aber immer einen Vortrag braucht.“
Mir hat sich dann nie mehr wirklich erschlossen, warum eine „Skulpturvorgabe“ wo befand.
Die Idee „selbst“ zur Skulptur werden zu können, dass Kunst nur vorhanden ist, wenn man sich selbst einbringt, hatte mir gut gefallen. Nur @herrlarbig hat es vortrefflich getwittert: „Die Versuchung, Wurms Anweisungen zu ignorieren und was ganz anderes zu machen, ist groß. #erwinwurm #tweetup“.. „#erwinwurm hat so was naja eigentlich schulkompatibles. oder (Theorie der Malerei) #tweetup #meinfrankfurt„.
Ich selbst twitterte: „Dieser #erwinwurm ist schlimmer als meine Mutter. Dauernd: „Mach dies, mach das. Aufs Podest mit dir!“ (man verzeihe mir meine Wurstfingerhaftigkeit, ich schickte den Tweet ungeprüft aus Schusseligkeit, wie so oft).
Eine Skulptur versuchte ich selbst „Astronomisches Vorhaben“ Das Bild freundlich von @cadann zur Verfügung gestellt. Auch von @herrlarbig getweetet . Das war schwierig. Ich fühlte mich benutzt. Normalerweise ist Kunst interaktiv, wenn sie mich berührt. Ich gucke, sehe, höre und es entsteht etwas Neues in meinem Kopf im Kontext, der Umgebung. Gedanken, spontan, die ich manchmal sogar zu #twly verarbeite oder später zu Gedichten, aufmerksame Leser dieses Blogs kennen das ja. Nicht so bei Erwin Wurm. Im Augenblick des „Kunstseins“ bin ich ausschließlich damit beschäftigt das „Ding“ zu schaukeln. Skulptur bin ich nur für andere. Erst im Bildchen kann ich mich sehen, assoziieren. Aber nicht während des „Kunstseins“. O. k., dies war ein Tweetup. Sekunden später hatte ich mein Ich als Skulptur bereits meiner Timeline retweetet und andere Tweeties ihrer. Aber das ist twitterspezifisch, hat nicht originär mit Erwin Wurm zu tun. Auf einmal stellte ich mir die Quasi-Nicht-Skulpturen in einer Turnhalle und auf einem militärischen Ausbildungsplatz vor, gar beim Biathlon. Und ich wusste, was mich stört. Ich sollte wieder einmal „erzogen“ werden, funktionieren, meinen Körper „spüren“, „ertüchtigen“, wie im Circle-Training oder beim Staionsspiel funktionieren, im Zeltlager. Ich durfte eigentlich nur das machen, was vorgegeben war, sonst war es nicht die Kunst des Herrn Wurm. Sorry, war so. Ich habe mich eingelassen, aber es hat nur bedingt funktioniert. Zu dem „Gefühl Kunst“ kam es nicht. Auch nicht, als ich die anderen Tweeties beobachtete, knipste, twitterte. Als Gag wäre es großartig. Wenn ich selbst Interpretationen der „Skulpturen“ darstellen dürfte, vor Ort andere entwickeln. Wenn es ein Happening wäre. Eine Art demokratischer Fluxus. Wie gehabt fehlte mir eine Dimension, welche auch immer. Man sollte es vielleicht entmystifizieren.

Schade, dass es so kalt war und regnete, sonst hätte ich meine Hose ausgezogen , ich hatte ja frische, hübsche Unterhosen an und sie über den Kopf gezogen, bei dieser Skulptur. Dunkelalleine mit mir in meiner Hose wäre es final vielleicht doch zur Kunst für mich geworden, abgeschnitten von der Welt…

Aber es war trotzdem ein sehr interessantes Tweetup. Das Tweetup selbst, als Form der künstlerischen Teilnahme, im Interaktiven sozusagen, dominierte die Kunst. Oh je, was schreib ich denn da…. -:)

Freitags auf einem Ring des Saturn

Ich tanze in meinen Erinnerungen, die ich noch nicht machte. Wellen kreischen auf den Fügeln der Möven. Dreiundzwanzig Segel am Horizont schwingen ihre Flatrates um die Ruderbänke der 3D-Drucker. Aus meinem Smartphone quellen Raupen, die ich einst im Stick als Schmetter lingte. Blätter streicheln Käfer aus Mai, zeugen Hypriden für des Königs Kaiserin. Ich tapete Kapellchen mit Sixtinchen, ach Hagia, Sofista. Kleine Flieger kriechen in den Rock und rollen. Dome singen, tertzen Quinten zu sieben Achteln mit Salat. Über allem küsst ein Mond die Schatten der Planeten. Die Sonnen haben Wochenend.

Vorfreude


Am Mittwoch, 14.05.2014 um 19:00 lese ich mit den Mitstreitern zum zweiten Mal aus der Wortschau 19, eine Streetview-Lesung in Bonn. Mich erstaunt das sehr. In unseren Landen käme da kein Mensch, in Bonn war die erste Lesung gestopft voll! Ich berichtete. Ich freue mich auch hier auf die Menschen, die ich (wieder) treffen werde.

Auf Facebook schrieb die Veranstalterin:

Galeria Galeano , Café de Arte
Tel.: 0172 / 29 69 724 oder 63 58 89
Wolfstraße 47 / 53111 Bonn, am Mittwoch, 14. Mai ,19:00 Uhr,
★ „Bonn Streetview“ – Die Bonner Altstadt in literarischen Bildern . Eine bunte Gruppe von acht Autor/innen aus Köln, Bonn und der Pfalz traf sich über ein Jahr lang zu literarischen Streifzügen durch Bonn. Ausgangspunkt war Eva Wals „Atelier Neumond“ in der Bonner Altstadt.
Eintritt : 6.- € .Um Voranmeldung wird gebeten , da die Plätze sehr begrenzt sind . ★

Tierisches: Maus, Hühner, Fliegen

Meine Maus

streicht
Deinen Pixeln
entlang
spricht mit
Deinen
Bytes
ja, meine Maus

Die Hühner kratzen

wieder Runen
in den Hof
alle Gockel
sind entzückt
von ihren Künsten

Meine Fliegen

summen froschlose Hits
auf Krötenzungen
für die Störche
die Mädchen beissen
wollen