Sie kann nicht reiten (Der Tag nach Walpurgis)

(Wiedervorlage vom 1.5.2011)
Sie kann nicht reiten. Doch. Eigentlich nicht zu glauben. Seit Tagen erzählt sie mir im Bett nach den abendlichen Turnübungen, in allen esoterisch einwandfreien Positionen, sie sei überlebende Hexe in 6. Generation, soweit ich das in dem Geschmatze richtig mithörte, als ich mir dann aber in ihrer Abstellkammer den Besen holte und mit ihr noch zum Italiener fliegen wollte, kreischte sie etwas von folkloristischem männlichen Dummfug, Hexen wären nie geflogen, das wäre eine sexistische Lüge der Inquisition. Es wäre schade um die Körperlichkeit zwischen uns, aber es reichte. Als ob etwas dabei wäre auf Besenstielen zu fliegen. Ich meine Staubsauger ist schwierig oder dieses moderne Plastikzeug zum Wischen, aber Besen? Hallo, das kann schon mein kleiner Bruder, ohne Zusatzbeharzung. Ich schwang mich also auf den Besen und flog ein wenig durch die Wohnung, landete im Klo und erleichtert mich aus der Luft, ein Kunststück, das mich einst die große Lucretia lehrte, sie wissen schon, die Borgia. Nicht DIE, ihre nachgeborene Cousine Jahrgang 67. Um mich aufzuwärmen sprach ich noch drei Libellen selig, luftig leicht, schwerelos. Ihr wisst schon, die light-Variante, die keine Zaubereien extra verlangt, einfach nur um schöne Flugbahnen zu benedeien. Und dann kam meine Landung auf’s Bett, sie hatte die ganze Zeit nur gestarrt. Punktlandung, genau dorthin, ich meine ich muss das jetzt nicht erläutern, wo vielleicht alte Leute mitlesen und sich schämen, die Kinder wissen eh Bescheid, zu was haben wir Internet. Total baff. Das hatte sie noch nicht, diese Art Reitunterricht. Sie kann halt nicht reiten, sowas nennt sich Hexe. Und dann kam er der Schrei: „Verbrennen sollte man Dich“. Hexerich. Ich schlug sie hart, ins Gesicht. Das einzige Mittel, das wirklich hilft wenn man überleben will, seit Jahrhunderten bewährt. Nein ich mache das nicht gerne, aber es hilft wirklich nichts anderes wenn die Auto da Fes einberufen werden. „Hexenkannibalin“ schrie ich und verschwand in der Nacht nach Walpurgis, wenn wir fliegen dürfen. Reiten, in die Wolken der Ignoranz und darüber, dort wo auch für uns Männer Sonnen scheinen auf Besenstiele. Sie kann nicht reiten, ich fasse es nicht.

Entstanden gerade auf dem Marktplatz in Ladenburg, wo wahrscheinlich, trotzt des Alters der Stadt nie Hexen brannten, das war in der Kurpfalz verpönt. Auf den Ohren dabei: Miles Davis, Bitches brew….

.

Karfreitag

Auch für Nichtchristen.

Überall die Kreuze
heute in aller Welt.
Ich wünsche mir
dass gar niemand
mehr gekreuzigt
wird. Niemand.
Das wünsch ich mir.
Aus politischen Gründen oder wegen einer Religion
Wegen gar nichts auch nicht gegeißelt, gepeitscht.
Oder was ihr euch sonst ausdenkt, ihr Folterer überall.
Dann hat Karfreitag
Sinn. Hört ihr? Hört!
Das ist der Sinn!
Dann tanzen wir sogar
mit den Kreuzen.
Niemand, hört ihr?
Überhaupt niemand!
Denkt noch nicht einmal
mehr daran. Das ist
einfach keine Option
mehr, auch wenn die
Oberen, die Datenfresser
es versteckt fordern
oder befehlen. Nein.
Dann hat der Karfreitag
seinen Sinn. Nie mehr
Folter, nie mehr
Kreuzigung. Ja, sag ja.
Nie mehr, nie mehr!

Twitter-Theater


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(Überlegungen, auf Sehnsüchten beruhend, ausgelöst durch den Tweetup im Theater Heilbronn, siehe hier.)

Theater!

Ein uraltes Format. Einst das Leitmedium. Es gab ja kein anderes. Hat den Buchdruck, das Radio, den Film, das Fernsehen überlebt. In zich Variationen. Und doch ist es elitär. Muss seit eh und je vom Souverän gestützt werden, wenigstens bei uns. Auch wenn der Souverän, zumindest steuertechnisch, das Volk ist. Aber im Prinzip könnte heute jeder ins Theater gehen. Theater war meine erste Liebe. Ich spielte und schrieb.
Und dann kam das Regietheater, das oft sehr grausam mit den Autoren umspringt, die Lust professionell zu schreiben ging, auch angesichts der Verdienstmöglichkeiten. Und ich ließ es, wandte mich der Lyrik zu, dem Dialekt, fern ab des Betriebs. Langsam aber sicher gibt es eine Wiederannäherung. Und die Lust zu schreiben. Nicht mehr zu inszenieren, zu spielen. Kein Amateurtheater mehr.
Und dann kam Twitter.

Ich wollte Twittertheater, siehe hier und das nicht nur wegen der Twittertheater-Woche. Interaktiv. Mit drei Ebenen: Bühne samt Twitterwall (eine Einblendung der Tweets auf Leinwand oder ähnlichem), Twittern aus dem Publikum, Twittern weltweit, per #Hashtag (ein Schlagwort, zum Auffinden von Tweets zum gleichen Thema.)

Was ist letztendlich die Faszination von Theater? Reale Menschen agieren in Echtzeit, es bringt Menschen in einem Raum zueinander.
Was ist die Faszination von Twitter? Menschen schreiben in Echtzeit, agieren (manchmal) weltweit miteinander. Und manche machen eine Kunst daraus, bemühen sich zu mindest darum.
Das uralte Medium Theater öffnet sich den neuen interaktiven Medien in elitärer Form, weil alles live, transparent geschieht und doch weltweit ist. Keine statische Verfilmung, keine Fernsehübertragung, was natürlich genauso möglich wäre. Twittern als literarische Spontan-Kunstform.

Wenn denn Theater Menschen real zusammenbringt, als Kunstform und die Welt draußen soll teilhaben, dann müssen Twitterer AUF die Bühne, als Person und in Echtzeit via Smartphone, Rechner, Tablet, das entscheidet das Bühnenbild. Facebook etc. scheidet für meine Begriffe aus rechtlichen Gründen aus, da sich das Netzwerk Urheberrechte an den Veröffentlichungen in den AGBs vorbehält und auch als Kunstform weniger taugt, die Begrenzung auf 140 Zeichen von Twitter ist alleine eine Herausforderung. . Aber Teilhabe via Social Media kann nicht „geschrieben“ werden. Verabschieden wir uns von einem „genialen“ Autor. Es lebe die Regie, die Dramaturgie und das Social Network.

Twittertheater wäre daher eine Art Spektakel. Feste Größe dabei: Twitterer auf der Bühne, die live dazu schreiben. Als Kunstform, immer in der Gefahr auch zu scheitern, dem Sport ähnlich. Die dramatische Spannung im vorher, in der Vorstellung und danach.

Die Idee von Christian Marten-Molnár in Heilbronn zu Satie Texte von Sibylle Berg zu spielen brachte mich auch weiter! (Siehe hier)

Die erste Ebene, die Ideengebung bringt das Theater. Egal ob Musik, Text, Ballett, Performance, was auch immer.

Die zweite Ebene bringen die engagierten Twitterer ein, mit fest vom Theater eröffneten Accounts auf einer Twitterwall auf der Bühne. (Ich könnte mir vorstellen, dass die Firma Twitter, Inc. durchaus gerne kooperiert, dies offiziell macht.) Und die erste Ebene interagiert mit der Zweiten, in dem im Wechsel mit den Vorstellungen (wahllos?) ausgesuchte Tweets vorgelesen werden, stellt sie damit auf eine Stufe.

(Die Tweets werden archiviert und zweitverwertet. (Steht so im Vertrag mit den Twitterern. Ich schlage vor den Autoren-Twitterern die eigentlichen Rechte zu belassen, dem Theater aber eine zeitlich begrenzte Verwertungsrechte einzuräumen, aber bin ich Jurist? Wie auch immer. Gedruckt als Buch, als eBook, gedruckt auf einer Paperwall im Foyer???? Als Analogbotschaft.de etc.)

Die dritte Ebene ist eine Twitterwall für den #Hashtag weltweit. (Überwacht, damit notfalls bei Missbrauch (politisch, homophob oder Ähnliches) abgeschaltet / gefiltert werden kann.

Da dies hier ja keine theaterwissenschaftliche (oder sonstwissenschaftliche) Abhandlung sein soll und will, sondern nur eine Anregung, skizziere ich einfach einmal ein Spektakel, von dem ich nicht annehme, dass es zustande kommt, einfach als Verdeutlichung!

Was ist eine Bühne anderes als ein dreidimensionaler Monitor?
Also ist die Bühne umrahmt, wie heute auf Websites üblich. Links und rechts als „Sidebars“ die Twitterwalls. Oberhalb der „Header“ auch eine „Leinwand“ auf der Werbung für das Theater läuft. Trailer für kommende Veranstaltungen, alte Inszenierungen etc. Ein Liveticker mit Meldungen, wie bei CNN, in meinem Fall wären es Meldungen zur politischen Lage im Elbenland. Immer durchbrochen mit einem Bild eines Brust abhörenden Menschen.

Auf der Bühne ein Großraumbüro, in dem 5 Twitterer an Rechner mit dem Gesicht zum Publikum sitzen. Auf einem Sockel steht als „Denkmal“ DER Dichter und deklamiert in hohlem Pathos Gedichte, allen voran die Glocke und populäre Zitate wie: „Das ist des Pudels Kern“, „Pappenheimer“, „Da steh ich nun, ich arme Tor.“. Zu seinen Füßen zwei „moderne PoetInnen“, klein gekuschelt, auf Kindergartenstühlchen die korrespondierende surreale/gaga Gedichte aus dem Netz deklamieren, im Stil der 20iger. Sollte ich das wirklich machen, wären welche von mir dabei :)) (Rechte klären nicht vergessen).

Als Einlagen Musik-Performance wie z.B. von Dorothé Hahne (siehe hier). Seitlich im Büro der „Vorgesetzte“ der Twitterer, der ab und zu „kontrolliert“ und Tweets vorliest.

Aus dem Publikum, via Eintrittskarte ausgelost ein Zuschauer, der Tweets von der #Hashtag Twitterwall vorliest.

Falls Pressevertreter anwesend sind, werden sie auf die Pressebank auf der Bühne ganz hinten gebeten.

Im Hintergrund druckt jemand die Tweets aus und legt die Blätter den Tweetern auf den Schreibtisch in einen Ablagekorb.

Dauernd unterwegs ein/e Maler/in, die Schnellporträts erstellt und in einem Rucksack aufbewahrt. Maf Räderscheidt würde das bestimmt können :))

Dazwischen ein Fußballer, der unerklärt im Vordergrund ab und an einen Ball über die Bühne treibt.

Geleitet wird das Ganze vom Inspizient, der offen sichtbar das „Stück“ via Mikrofon laut lenkt und die einzelnen Gigs für alle hörbar aufruft.

Und ewig zieht die Tweet-Karawane der Twitterwall entlang.

Ab und zu wird in die Twitterwalls Werbung eingeblendet, aber als reales Schild, von der Bühnentechnik davor gehalten. Ich würde „echte“ Werbung von (lokalen) Sponsoren bevorzugen, müsste doch machbar sein.

Das Ganze als Allegorie der Reizüberflutung im Netz. Alles auf einem Bildschirm. Es ist unmöglich alles zu sehen, zu hören zu verarbeiten, man ist gezwungen zu selektieren.
Ein Stück, wie einige von meinen, die keinerlei roten Faden haben, ähnlich meinen Gedichten, die nur Aufhänger für das eigene Kopfkino sein sollen.

Ich würde dafür eine Zeit von 60 Minuten veranschlagen. Danach gibt es eine 2.Halbzeit. Die Muisk-Performance lockt als Rattenfänger das Publikum ins Foyer. Das Bühnenpersonal geht mit, es wird dort leise weiterdeklamiert, durch das Publikum wandernd. Die Tweeter verkaufen ihre Tweet, wie die signierten Porträts der/die Maler auch.

Die Werbeschilder werden durch das Publikum durch das Publikum getragen.

Nach ca 45 Minuten erklärt der Inspizient das Schauspiel für beendet. Das Personal verlässt das Foyer. Stille kehrt ein.

Und jetzt weiß ich nicht, ob so etwas funktionieren könnte. 🙂

#relup Ein Tweetup in Heilbronn.

Besuch einer Hauptprobe zu:
Relache – Heute keine Vorstellung
Musiktheaterabend von Erik Satie
Kooperationsprojekt mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn

Tweetup im Theater. Musste ich hin. Ich konnte mir nicht vorstellen, was die Gagamusik von Satie mit SpOn-Texten zu tun hätte und was das alles für ein Theater sei. Aber hei! Twitter! Wie lange schon wollte ich schon Twittertheater machen. Aus dem Theater hab‘ ich schon getwittert. Da frag ich nicht groß.
Ich erkläre das Tweetup gar nicht erst. Es steht auf der Homepage des Theaters, das Gott sei Dank nicht KätchenKnorr-Arena heißt, trotz bestimmt schmalem Budget :)) Kommt einem so, wenn man über Hoffenheim dorthin fährt, nach Heilbronn. Aber das klingt so spröde auf der offiziellen Theater-Seite, dabei hat @SchroederKatrin (Online/Presse&Co, Theater Heilbronn) seit Wochen auf Twitter getrommelt. Der Regisseur Christian Marten-Molnár folgt mir als @Kultureller auf Twitter, das ausführende Orchester twittert als @WKO_Heilbronn.
Das läuft schon recht smart, waren ja auch über 20 Leute da.

(Das Theater hat alle Tweets in einer Storify zusammengefasst, kann man also alle nachlesen. Meine Tweets gibt es hier. Zur Datenredundaz beitragend wird das hier nicht wiederholt!)

Ich verwahrte also meine Vorurteile in den Tiefen meines Rucksacks und ließ mich einfach überraschen.
Ganz schnell merkte ich, dass mir das gefiel. Kein umgekrempelter Klassiker, zur Unkenntlichkeit theaterregiert, sondern schräge Musik zu den Artikeln von Sibylle Berg, die auf einmal wirkten, herausgerissen aus dem SpOn-Umfeld zwischen (ihhh) Fleischhauer, Augstein und Sascha Lobo.
Sie twitterte später sogar mit mir. Das Ganze dezent-komisch umgesetzt, die Texte formidabel gespielt, nicht gelesen.

Vom Dramtaurgen Johannes Frohnsdorf klug eingewießen und knackig schnell hintergrundgebrieft teilte uns der Regisseur ein: Zuschauerraum, Orchestergraben, Seitenbühne=Backstage. Natürlich ging ich seitwärts. Lies mich baumeln. Und twitterte und dann kam es: Die Bergschen Verächtlichungen von „normalen Arbeitnehmern“, ein Lieblingsthema von ihr auf SpOn. Ich hatte ja schon hier auf dem Blog gemeckert. (Die Kommentare sind wegen Spam gerade zu, ich ziehe das demnächst nach WordPress um).

Aber gespielt wirkte das! Nur! Ich twitterte sofort:

Doch, natürlich gab es Rechner Backstage. Mit Theatersoftware, hhm, mein innerer Nerd wüsste da auch mal genauer… Sei’s drum. Arbeit ohne Computer gibt es seit Ende der 60iger Jahre nicht mehr. Auch wenn das noch via Lochstreifen, Lochkarten, ging und dann am Terminal. Und mein Vorurteil plärrte; „Keine Ahnung von der Arbeitswelt“.

Aber genau vor mir saß die Requisite. Mit Sicherheitsschuhen. Aufmerksam, fit. Und ertrugen uns Twitterer. Ich weiß doch noch, wie das ist, wenn man von hinten bei der Arbeit beobachtet wird. Sicherheitsschuhe, keine Helme :))

Ich rief mich zur Ordnung. Nach 3 Wochen im Ruhestand kroch der alte Sicherheitstrill hoch. Ich suchte nach Arbeitsanweisungen und es klickte! Das ist alles Arbeit, für die Theaterleute, sie ließen uns an ihrer Arbeit teilhaben, die ihnen offensichtlich Spaß machte. Mich hätte wirklich interessiert, was die Backstage-Truppe von dem Getweete hielt, die Schauspieler.
Ich fragte mich sowieso, ob die Truppe in den Unterbrechungen, während sie warteten, einfach gut d’rauf waren, oder ob das eine Sondervorstellung für uns war. Ich schätze die waren alle älter als ich. :)) Deutlich hörte ich jemanden das Esse-Musse-Wassa zur Stimmblildung murmeln. Nein, ich will jetzt gar nichts wissen, von Theater-Tarif-Verträgen, Arbeitszeiten. Das Theater Heilbronn gewährte uns eine Stunde Einblick in seine Arbeit. Was ich hoch einschätze. War gut. Hat Laune gemacht. Auch wenn ich mich als Teil einer Inszenierung fühlte. Außen die Twitterer, innen das probende Volk. Teil einer PR-Kampagne. Warum auch nicht? Win-Win.

Ich wäre ja jetzt versucht nach Berlin zur @nachtkritik https://twitter.com/nachtkritik zu fahren (ich wurde heftigst aufgefordert), wo Frau Schröder (siehe oben) etwas über Tweetups erzählt, aber nein. Ich habe so viel vor, die nächste Zeit, im Mai sind 2 Lesungen, es kocht was in der Nachbarschaft und ich hätte da endlich eine durchschlagende Idee für mein Twittertheater! Ich melde mich hier, wenn das wirklich tragfähig ist!

Danke für einen schönen Tag, Theater Heilbronn, samt Crew.

Eifelbuch

Und um gar keine provinzverdächtigen Grimassen aufkommen zu lassen:
Making a book: „Ich denke an mein Frühstücksei“.

Von der Messe gibt es einen Artikel online in der „Kölnische Rundschau“: „Lyrik-Pappe für den Bürgermeister“ den Printartikel mit Bild hat MAF bei sich im Blog eingestellt.
Die Aachener Zeitung berichtet auch, allerdings mit Zahlschranke! „Vielversprechender Start der Eifeler Buchmesse“.
Im Monschauer Wochenspiegel steht „Gelungene Premiere der Eifeler Buchmesse“ mit einem schönen Bild von MAF mit ihrem „Großen Kunstbuch“ (auf das 1. kleine Bildchen klicken.) Und ganz klein im Hintergrund ist mein #99 twly zu sehen. :))
Im Kölner Stadtanzeiger war gestern schon zu lesen: „Literaturmesse fand regen Zuspruch“
Blickpunkt am Sonntag, Euskirchen: „Bücher, Pappen, Unikate“

Eifelmärchen, Eifelkrimis, (sic!), Eifelfeen, so viele Eifeler Bücher und immer ein wenig Grusel dabei, Mythen & mehr. Und als ich dann die 1. Eifeler Buchmesse verließ, wusste ich warum. Die fußgängerliche Umleitung zum Gleis 1/Süd des Nettersheim Bahnhos durch spärlich beleuchtete Hügel in wabernden Nebeln ließen mich auch an Elfen denken und verstehen, was Maf Raederscheidt in ihren Bildern einfängt. Und guckt, hatte sie nicht einfach ihren Stand umbenannt, mir zu Ehren?
Und so saßen wir da und machten auf der Messe ein Buch. Ein Unikat-Buch. Ein Laprello. Und langsam verstand ich die Buchphilsophie der Künstlerin. Man schreibt Texte, malt für ein Exemplar. Einzig auf der Welt. Wer es kauft hat es ganz alleine, niemand sonst. Natürlich können alle gerne auch eines haben. Aber immer nur dieses. One-Seller. Keine Bestseller. Unikate, nur vor Ort zu sehen, wie die Bilder von Mafs Opa im Städel, so auch hier. Wer will mit dieses Laprello als Neuerwerbung auf seine Website stellen? …
Und wir hatten Spass daran! Malen, schreiben machen.
Zuerst kam das Bild. Maf malt mit Herz und Verstand und allem was sie hat. Auf den Knien das Objekt, die Pinsel, dreie in Händen und zwischen den Zähnen. Daily Paintings einer manischen Künstlerin, immer in Bewegung, immer am machen, Tiere retten, netzwerken. Oh, das geht wie immer auch ohne mobiles Internet.

Ich schrieb mit dem Füller Gedichte in die Kladde,

und dann malte wieder die Künstlerin meine Worte auf die Rückseite ihrer Bilder.

Ein kleiner, lächelnder Wahnsinn. Bücher machen, auf der Buchmesse.

Irgendetwas in mir hört auf den Kopf zu schütteln und das Smartphone wurde nur zum dokumentieren gebraucht.

Natürlich kennen wir uns aus dem Netz, entsand der Steppenwalzer im Netz, aber das geht dann von den Originalen ins Original und wieder zurück ins Netz. Dieses Internet ist nur eine Vergrößerung unseres Aktionsradius, eine Facette des Lebens mehr, Werkzeug wie Füller und Pinsel. Ein Buch haben wir gemacht, nein, es sind ja schon zwei, der Steppenwalzer lag ja auch dort, deswegen war ich ja eigentlich hingefahren.

…kein Bild ist gestellt, gell, alles work in process, gell!
Und ich träume von mehr, nebeneinander als Zauberperformance. Malen, schreiben, vielleicht sogar musizieren. Live. Vor Ort und nur dort. Gut, ein Video für das Blog….Eifelmärchen, versteht ihr jetzt die Eifelgeister, die den Wind zerpusten? Der Bürgermeister hat schon mal laut an das nächste Jahr und die nächste lit.eifel gedacht. 🙂