Des November Straßen Ende

Morgen wieder
ein Konzert aus
bequietschten Blättern
der letzten Herbstnacht
den Laubbläsern entkommen
im Eis der Straßenpfützen
Zwei Hauch von Nebelscherzen
kurz vor Wolkenkamm
Ein SUV brüllt Groteske
Kinderwagen
Ungepflügter Asphalt
haucht sich in das
Grün seiner Fantasie
Wir hüpfen im Sand
Bloße Zehen schreinern
Konzerte aus bequietschen
Blättern in das Grün
zum Tod

Buße tun

In alten Zeiten, die selten besser waren als die jetzigen, gab es einen Feiertag, der Buß- und Bettag hieß. Er wurde von der Pflegeversicherung in den Rachen geworfen. Ich mochte diesen Feiertag im November, zumeist vernebelt, immer ein Länderspiel im Fernsehen und Mutter hatte ihren „Altentag“ zu organisieren, es war sturmfrei.
Ich wollte diesen verschollenen Feiertag ehren und ein wenig beten und nein. Ich büße nicht. Natürlich, wenn ich Mist gebaut habe, dann gilt es, das wieder in Ordnung zu bringen, soweit möglich. Aber dieses sinnfreie: „Tut Buße“ ist mir zuwider, wie das Besinnlichkeiten im Advent, das Gemeinschaftsfasten zu Ramadan oder Fastenzeit.
Nein, nein, ich mag Kontemplation und Fasten ist durchaus sinnvoll. Aber die Zwänge, auch noch göttlich verbrämt? Was ist das denn Buße? In Sack und Asche wandeln hat schon mein Freund Joshua angeblich geächtet, ohne dass seine Follower dies je beherzigt hätten. Was also ist die Buße? Und warum soll ich so etwas tun? Mich geiseln, zerfleischen, klein machen vor wem? Buße ist die Anordnung einer Religion. Hat daher wahrscheinlich nichts mit einem Gott zu tun, den es vielleicht gar nicht gibt. Also gebetet habe ich, dem Tag und und seiner Geschichte Respekt erwiesen. Aber büßen? Büßen müsst ihr dann je nach Prophet/Messias selbst. Ich verstehe das nicht!

Steppenwalzer

ein Buchprojekt von MAF Räderscheidt und Michael -mikel- Bauer
produziert zur 1. Eifeler Buchmesse 23.-24.11.2013 11:00 – 18:00 in Nettersheim

Aufmerksame und langjährige Lesende dieses Blogs kennen meine lyrischen Kommentare zu den „tings“ von MAF Räderscheidt, in diesem meinem Blog oder bei ihr zu Haus im Blog.
MAF, quirliges Kölner Kind in der Eifel gewurzelt. Künstlerin, die selbstverständlich das Web benutzt um ihre Arbeiten zu zeigen, die selbst Ausstellungen von ihrer Twitter-Timeline kuratieren lässt, ohne gleich in den Social Media Fimmel auffahren zu wollen.
Aber lest selbst, durchstöbert ihr Blog beguckt sie im WDR-Fernsehen, die Wikipedia grüßt auch, teilt sie im Facebook oder folgt ihr auf Twitter.
Ich weiß nicht warum, aber ihre Bilder sprechen mich fast immer an, reizen mich die Kopffilme, die sie entstehen lassen in Worte fallen zu lassen.

Und so kommentiere ich, MAF malt. Ein kurzes Treffen auf der Buchmesse und die Blogs zwinkern sich ab und zu. Aber nie eine Absicht, spontan im Netz, unter der Herrschaft des Twitter kommunizieren eigentlich nur die Bilder, meine im Kopf, gewortet, ihre gepinselt. Und immer stellte ich mir vor, genau dies einmal live zu machen. Ein Stichwort und die Bilder rinnen farbig auf Papier und in mein Smartphone, mischen sich und es entsteht etwas, ja was genau?

Und dann in den Tiefen der Eifel lassen Menschen die Lit.Eifel entstehen. Und noch eine Buchmesse. Die 1. Eifeler. MAF macht auch Bücher. Sie illustriert nicht nur Texte. Sie macht Bücher. Kunst. Bücher. Auch Buch-Unikate. Und dann kommentiere ich nach langer Zeit wieder einmal lyrisches in ihrem Blog und
BÄNG

Wir mailen, wir telefonieren und MAF macht ein Buch. Sie schreibt mit der Hand meine Gedichte zu ihren Bildern, in ihre Bilder, komponiert, kombiniert Wort & Bild zu einer Einheit. Unikate. Zwei. Und viele Blätter einzeln, ungebunden. Text und Bild verschmelzen, handschriftlich. Kann man in Nettersheim kaufen, mit all den anderen Künstlerbüchern von MAF Räderscheidt.

Ach die Standnummer ist doch egal. MAF ist die Frau, die Buchunikate verkauft. Nicht zu verfehlen.

Und ich bin eine Eifelreiender demnächst, Samstags MUSS ich mir das alles dort betrachten. Und dann werden wir quatschen und planen und und und. Das Künstlerbuch sollte vielleicht Steppenwalzer heißen und auf Buchmessen rennen doch immer Verleger umher, die nicht wissen, was der nächste große Hype ist… Steppenwalzer. Das wird etwas, ist etwas.

Die Bilder, die MAF in die ePost stellte berühren mich. Texte wandeln isch immer, wenn sie vertont werden, Lieder werden, gedruckt die Menschlein besuchen, aber handgeschrieben in die Kunst integriert ist neu für mich. Und ich will mehr davon.

Tweetup #duerer im @staedelmuseum


Dürer als Selfpublisher, Büchermacher, Erfinder des Branding, mit Urheberrechts-Prozessen beschäftigtes Migrantenkind. Das hätte ich nicht vermutet, als Kind, Oma hatte geschnitzte betenden Hände im Schlafzimmer, Opa den Hasen als Poster im Kaninchenstall Und dann:
Die apokalyptischen Reiter in einem Buch, das Layout und die Illustration vom Meister, der Text aus der Offenbarung des Johannes. Ein Original im Städelmuseum. Prof. Sander, der kompetent, locker und verständlich durch die Austellung führte, sagte es gleich: „Es gibt selbstverständlich kulturelle Unterschiede zur Zeit des Humanismus. Aber letztendlich gibt es nur mariganale Unterschiede zu uns Heutigen“. Und meine Nacht der Assoziationen begann. Hatte ich nicht genau darüber für Streetview geschrieben? „Raunacht“ Und siehe den letzten Blogeintrag. Macht nicht Maf Räderscheidt ein handgemaltes Buch mit ihren Bildern und meinen lyrischen Kommentaren? Nein, ich maße mir nichts an und Maf hat nur am gleichen Tag Geburtstag, wie Dürer. 🙂 Es war ein traumhaftes Tweetup in der Eurostadt.
Und dies übersetzt für die frotzelnde Twitterwelt, deren augenzwinkernde Selbstironie bedienend.

Ich kam erst am Morgen aus der Nachtschicht, das Hirn hing noch im Jetlag und die Eurostadt sang ihr Lichterlied.

Ich hänge hier nur die Originaltweets als Screenshot ein. Es war schließlich ein Tweetup, obwohl ich Veranstaltern empfehlen würde auch Blogger einzuladen, wegen der Nachhaltigkeit.

Und da hing schon der #duerer in den Stahlträgern der Hohlbeinbrücke. Das Städel ist ja fußläufig zum Hauptbahnhof.

Ein großartiges Team aus der Presse- und Socialmedia Abteilung des Städel hatte alles prächtig vorbereitet. Die brauchen keine externen Berater für so etwas. Und wieder fast ein Déjà-vu. Wie schon beim Tweetup der Mannheimer Philharmoniker: Eine Hildesheim-Studierte Kulturmanagerin, dieses mal im Voluntariat.

Welch Privilege wir hatten: Bei freiem Eintritt eine Führung vom Kurator, ein Museum nur für uns und die Putzkolonnen, die alles für die Party blitzblank saugten. Fotoerlaubnis. Nur die nervöse Wachmannschaft umtanzte uns sehr diskret. Massenveranstaltungen zwischen Millionenwerten, ich beneidete sie nicht und ein Film begann abzulufen im Kopfkino. Juli Roberts als Bilddiebin, getarnt als Mitglied der Kunsttwitteria New Yorks im Städel und Harrison Ford als Gangsterboss, die es auf den Heller-Altar abgesehen hatte. Ich hatte Mühe zur Führung zurückzukehren. Die wissbegieringen Tweeties wollten nahezu alles über Dürers Druckwerke wissen, die Veranstaltung drohte zum kunsthistorischen Oberseminar zu werden, aber das SocialMedia Managemnet brachte das dezent in Ordnung! 🙂 Mich zogen magisch auch die anderen Exponate an, ich musste um die Ecke gehen, da hing eine Leihgabe der Queen. Oh. Und dann natürlich in der Eurstadt Bankfurt darf das Portrait des Fugger nicht fehlen und ich setzte mein erstes #twly in die Timeline:

Natürlich waren auch Eva und Adam da. Ein zweites #twly assozierte die Applewelt ins Paradies.

Und zurück, bei der Führung: „Barbara Dürer packte die losen Seiten der Dürer-Druckwerke in ein Fass, zugedohlt und #peng dicht, wie bei Loriot über den Main nach Frankfurt zur #fbm1492. Das Kopfkino spürte: Das wird mit der Ferres gecastet, und wurde gecancelt, wie der Angelsachse sagt. Weiter im Storify:
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Die Froschkönige, ein Mutationsmärchen, gepresst aus gelben Quellen.

Am Teich, der von den nicht immer gut geklärten Rinnsalen gespeist wird, die der schön bepflanzte Abfallberg des örtlichen Brötchengebers entläßt, sitzen des Nachts die Frösche und quaken. Jeder von ihnen war schon einmal König und mutierte wieder ins Off, ins Froschsein als solches. Sie wurden einfach an die Wand geklatscht und wurden so wieder zu sich selbst. Traurig sitzen sie im stinkenden Wasser, rauchen Seerosenstengel und trinken direkt aus dem Rinnsal, wenn es anfängt nach Isopropanol zu riechen. So gegen Mitternacht, wenn die aktiven Könige schlafen wollen, weil sie zur Frühschicht müssen und vorher noch des lebenserhaltenden Kuss ihrer Königin bedürfen, beginnen sie ihr Leid zu klagen, wie sehr das Klatschen weh tat, wie sehr sie sich nach einer Prinzessin sehnen und ihrem Kuss. Nur Joe, der Platzfrosch quakt im tiefen Bass: Ich bin ein Frosch und bin es gerne, will gar kein König mehr sein. Jede Nacht kommt eine Prinzessin und küsst Joe, der genießt es, zieht die Prinzessin ins Wasser, niemand kann genau sehen, was er da macht und bleibt doch ganz Frosch. Weinend geht die Prinzessin, begleitet vom melancholischen Quak der anderen Frösche zu ihren Schwestern, die auch weinen, weil ihr Frosch sie zwar küsst, aber kein König mehr wird. Langsam schwimmen sie auf ihren Tränen in den Schlaf und träumen von mächtigen Königen im Ober- wie im Unterleib. Am Teich stummen die Frösche im Laub und träumen von willigen Prinzessinnen und weichen Mündern und Sonstigem. Nachts dann wieder beginnen die Frösche zu quaken und eine Prinzessin macht sich auf ihren Weg zu ihrem Joe.

Ursprünglich für das Blog99 konzipiert, stelle ich es nun hier ein, weil es so gut zu MAF Räderscheidt’s daily painting passt, einfach so. Also hier klicken um ihr Bild zu sehen und dann weiterlesen und nichts hatte miteinader zu tun…. lol

Bischof, Schlapphut, ach was, Konsequenzen?

Mich nervt das Gewese dieser Gesellschaft in ihrem öffentlichen Teil.
Wir wollen eine Armee in Afghanistan? Der Bundestag hat dies beschlossen? Dann stattet die Armee auch so aus, dass sie diesen Auftrag auch erfüllen kann. Wohl gemerkt, ich war dagegen, aber wenn, dann! Wenn Soldaten dort Fehler machen, dann hört auf euch moralisch zu entrüsten, holt sie zurück, wenn es nicht gut ist, aber lasst sie ihre Arbeit tun, wenn nicht, dazu gehören Fehler. Dort herrscht Krieg, es wird geschossen. Nehmt es hin oder. Siehe oben.
Wir wollen eine absolutistische Organisation mit Steuermitteln ausstatten, damit sie ihre Religion verwalten kann? Dann bekrittelt nicht, dass es Bischöfe gibt, die absolutistisch regieren. Sie werden außerhalb der Kirchensteuer vom Staat bezahlt? Das war unbekannt? Ja, wenn das nervt, dann stellt das ab, kündigt die Konkordate und hört auf euch moralisch in die innerkirchlichen Kriege einzuklinken. Hetzt keine Bischöfe vor Euch her unter Führung des Leitmediums unserer Zeit, der Bildzeitung. Die wollten nach einem Bundespräsidenten auch mal einen Bischof durch die Gassen treiben, die Auflage sinkt doch und die Springers haben bald nichts mehr zu essen.
Wir werden bespitzelt? Das Internet wird komplett mitgelesen? Alle hören alle ab? Habt ihr Herrn Snowden nicht gehört? Er will nicht in einer Gesellschaft lenben, die so etwas macht. Recht hat er, ich auch nicht, aber: Brauchen wir, braucht eine Weltmacht einen Geheimdienst? Ja? Braucht man, zum Eigenschutz? Brauchen wir? Wir haben es noch nie ohne probiert. Also fordert das Verbot von Geheimdiensten, oder aber lasst sie ihre Arbeit tun. Geheimdienste arbeiten geheim, illegal, außerhalb geltenden Rechts? Wie gesagt schafft sie ab, ächtet sie Wweltweit, also auch daheim oder lasst sie ihre Arbeit machen und ertragt es.
Dieses moralisierende Gewese, ohne wirkliche Konsequenzen nervt mich immer mehr, gerade bei mir selbst. Dieses schafsgleiche Folgen hinter dem Spinns der Leitmedien, immer dem neuesten Sautreiben hinterher.
Wollte ich nur einmal gesagt haben. Es wäre Zeit, aber sie wird nicht kommen. Es liegt uns Menschlein (männlich/weiblich/sontiges) nicht. Üben wir uns in innerer Subversion und üben das zynische ertragen. Oder ähnliches. Was weiß ich, es nervt halt.
Morgen gehe ich mir einen roten Schal kaufen.