Fetzen

Sag nicht Literatur zu mir

Zeitfetzen aus karierten Decken
über den Zwecken der Einsamkeit
gastieren im Clownoseum
zwischen ungeschriebenen
Zeilen die keine Feder kannten
wie sollten sie auch

Schwäne halsen Gänse
ich tippe und tippe
Zeitfetzen aus karierten Decken
in die Software die mich
verarbeitet textet und

die Frage ok?
Gedanken zwischen
die Zeilen?
Ok?

Zeit fetzt Decken
Gänse braten
Schwanen seen

Zwecken Samen? o.k?

Silberlinge

Sein Lachen wieherte über die Märkte. Silberlinge. Was soll ich mit Silberlingen? Judas streichelte das Einhorn und die Elfenziege im Café der Zwerge, an der Brutbar für Zwitterflederratten. Wie jeden Abend musste sein Bonsaidrachen noch Gassifauchen. Langsam strichen sie den Fautobahren entlang, die unter Kohlstadt hingen. Die Zwerge kifften gemächlich ihre Riesen und tanzten. Silberlinge, was er wohl mit Silberlingen anstellen sollte? Er sollte Dschises verraten, oder wie der Typ hieß. Ach, die meinten Josch. Was gab es denn an Josch zu verraten und warum? Der Bonsaidrachen schrie, weil ihm das Gas ausging und Judas füllte ihn mit seinem Biogas auf, pesönlich aufbereitet und eine Feuerzunge verschlang die Zigarettenschachteln am Fautoway. Ob diese Silberlinge zu seinen Pschüns passen würden? Oder als Anhang an seinen Schtüpeln? Er wäre durchaus bereit dafür etwas über Josch zu verraten, wenn er nur wüsste, was, denn Josch lebte die Postprivacy vollkommen, war er nicht in allem vollkommen? Jede wusste alles über jeden hier. Die Elfenziege meckerte Gershwin und sank nach Mosard. Er würde Josch fragen, was ein Silberling sei und was „verraten“, schließlich war Josch vollkommen. Wer genau hatte jetzt das mit diesem „verraten“ und den Silberlingen aufgebracht? Drüben, dort wo die Altäre der Occupie Gold opferten, hingen sie alle ab. Wen interessiert Silberlinge? Ein Kuss von Josch … Das Einhorn boxte die Elfenziege unter der Futterbar und grinste, der Bonsaidrachen flog auf die Theke und bestach das Köschfass. Und alle dreizehn kungelten, bis dass ihr Tod sich scheiden ließ.

#twly session 2/2012

Ich würde / schmachte / amte / ein Stempel lacht #twly
Kleine Tiger verkaufen Feen / im Käfig aus Pantherglas / an Wünschelruten / gebunden / lachen Heckenrosen / durch Nebelwiesen #twly
Kamele auf Rädern / schweben Durst / zu Palmen aus Kalaschnikows / Oliven schütteln Öl / blechen Fässer / ein Döner tanzt KussKuss #twly
Tapeten leimen Wünsche / träumen auf Wände / unter Decken kuschen Tische / faxen Geschichten / ein Saxofon kreischt / aus Leer Cds #twly
Hohe Tassen / swingen / brüllen Flecken / uniformen / Lippen zu Stift / hoch die / #twly
Ich würde / schmachten / lieben / keine Stempel / ach das Amt / ein Lachen / perlt / #twly

#twly session 1/2012

[neues Format in 140 Zeichen, live in die Twitter-Timeline gepostet, beachtet, favorisiert, retweetet, dazwischen #twitterchat etc für das Protokoll hier]

Räume aus Notizen / durch Tinte geblasen / schreien Luft / in rote Ballone / treiben zum Meer / ungelesener Bücher #twly
Tannen gezapfte / Wolken schwängern / die Nacht / Schreie flüstern mp3 / Sterne schielen / flackernde Kerzen #twly
Korn aus frisch gemahlenen Sommern / erfroren in heißen Nächten / zu eisgecoolten Kohlen / backt Cookies / zu umzuckerten / Brausern #twly
#postprivacy #postlove #post #post #posttwly
Träume fruchten / Säfte / aus / Raureif / in Himmelbirnen / aus Wolkenkonzernen / gepresst / Eichen / dorffen / den Dax #twly
Eine Seele weiter / hüpfen Herzen / trampolieren / als ob / die Särge / ewig hielten / Trauerweiden kreischen / im Takt des / rock’nroll #twly
Nicht nocheinmal werden wir / volken / niemanden / niefrauden #twly
Flüsse landen / booten / ins Meer / wie die Quellmütter / tropften / keine Träne / quillt #twly

Unter dem Baum / gegähnt / die Blätter / als das Grün / noch tanzte / ungebräumt / ein Blick / der mich

Verweigerung

Hiermit verweigere ich die Nachrichtenverarbeitung zum Fall Wuff versus Büld. Ich mag noch nicht einmal mehr die richtigen Namen schreiben. Es ist unwichtig. Das Amt des Bundespräsidenten ist überflüssig, wie man gerade sieht. Man sollte die Verfassung im Rahmen von „Lean Politics“ dahingehend ändern. Pöstchen kann man sonstwo finden, direkt bei den Autobauern oder Bänkchen. Es ist genug. Es gibt genug anderes zu tun. Wir leben immer noch in einer tiefen Krise des Hyänenkapitalismus, den es zu bändigen gilt, zum Beispiel, die Umbrüche der Medienlandschaften müssen neu beregelt werden und vieles andere mehr. Mögen sie den Zickenkrieg zwischen Boulevard und dem Schlösschenbewohner alleine austragen. Oder wie Dr. Karl das im Deutschunterricht immer sagte: „Macht das im Hof in der Pause aus“.

AusdieMaus!!!!

Entamtet die Würden

Ein Bild gebaut
aus Würden
aufgebürdet
Menschlein
die schleimen
keifen
Ängste beißen
hochgejubelt
in Bilder
gestellt
mit goldenen
Rahmen aus
diesem gefallen
in unsere
Heuchelei
als ob sie
Engel würden
mit den Würden
entamtet
die Würden
vermenschelt
Euch

weitere Leseempfehlung: Heinrich Böll: Die verlorenen Ehre der Katharina Blum

Jahresrückblickwatch

Viernheim und die Sache mit dem Internetz, ein Jahresrückblickchen.

Die 3 Viernheimer Blogs ( ich berichtete ), die den Zeitungen das Fürchten lehren wollten, sind immer noch ohne Belang. Es war zu erwarten. Das Viernheimblog, dem ich es am ehesten zugetraut hätte, grantelt nur, weil es nichts auf die Reihe bekommt, pflegt das einzig wirkliche Thema des Herausgebers, nämlich sich selbst und seine Überlegenheit über alle andere Pressefirmen, Viernheimer.info ist still und leise in die ewigen Jagdgründe eingegangen und Viernheim24.de ist ein Bilderbuch mit 2, 3 angehängten Sätzen in immer neuen Software Inkarnationen ohne Archiv nur dem Tag gewidmet und treuer Party-Berichterstatter der Viernheimer Gastronomie. Erheiternd der Artikel nicht über „Kunst gegen Bares“ auf der Sommerbühne berichten zu wollen, der Berichterstatter hatte die Veranstaltung nicht verstanden, sorry, aber ich kann keinen Link dazu finden, wahrscheinlich ist der Artikel bei einem Relaunch verschüttet gegangen. Ich konnte an dem Tag nicht, sonst hätte ich auch den amtierenden deutschen Poetry-Slam Meister Nektarios Vlachopoulos hören können. (Link zu 3sat :)) ).

Es ist sehr schade, aber so ist das halt, vielleicht folgt bald jemand, der das wirklich kann und will.

Aber:

Heute begab sich auch der Südhessen Morgen in die digitale Welt des Social Web und kürte den Tweet des Jahres!
Natürlich nur im Print! Ohne Link-URL oder wenigsten Screen-Shot, na ja, die Leser werden es dem Südhessen Morgen auch so glauben, wie so vieles. Print-Twitter eben. Hätte übrigens Jörn Ritterbusch es nicht getweetet, ich hätte es nicht gesehen, hatte es total überlesen ;-)). Doch ich lese die Zeitung, als pdf zwar, aber ich lese sie als zahlender Web-Kunde.

Das war im Juni und der Originaltweet ist hier nur noch im Google Cache zu finden.

Ja, genau das war eine Twitter-Conversation (das ist halt eine amerikanische Firma und es heißt halt so) zwischen Jörn Ritterbusch @joern_ribu und mir @kurzdielyrik, wir hatten uns dann sehr gepflegt über die Macht und die Ohnmacht der Presse unterhalten, der Qualität der Berichterstattung, Alternativen, zunächst auf Twitter, dann weiter auf Facebook, da war ich dort noch vertreten. Natürlich schreibt das der Südhessen Morgen nicht. Interessant ist lediglich, dass der Stadtverordnetenvorsteher und SPD-Mann Ritterbusch den Südhessen Morgen auf Twitter basht, anstatt anzurufen.

Man könnte jetzt schmunzeln oder lachen, auf Twitter Witze reißen über die armen alten Holzmedien, aber das geht tiefer.
Es ist nicht das erste Mal, dass dieser Redakteur des Südhessen Morgen verärgert über Berichterstattung außerhalb der Zeitung reagiert, tief getroffen. Ich kann mich an einen Nebensatz erinnern, als er erstaunt feststellte, dass die Stadt Viernheim einen Bericht als pdf-Datei auf ihre Homepage setzte, er hätte doch bereits berichtet. Das zeigt die Verunsicherung des journalistischen Profis, die man überall antreffen kann. Ein ganz weites politisches Feld tut sich auf, von nicht Netz-Affinen gar nicht so richtig wahrgenommen.

Netzpolitik!

Zurzeit finden gigantische Kämpfe um die Deutungshoheit im Netz statt und wer wo Geschäfte damit macht. Die Giganten Facebook, Google und Amazon, am Rande auch Twitter, übernehmen mehr und mehr die Kontrolle über den Informationsfluss, an den „Gatekeepern“ vorbei. Das nächste Jahr wird noch mehr Umbrüche bringen, wenn die Abermillionen von eBook-Readern (damit kann man auch Zeitung lesen, doch), Smartphones und Tablets wie das iPad, die unter den Weihnachtsbäumen lagen, in Betrieb gehen. Nach Futter suchen. Die deutschen Zeitungsverleger fordern weiterhin unter Führung der Springerpresse, die Haasgruppe -Eigener des Südhessen Morgen- übrigens auch, ihr (völlig überzogenes) Leistungsschutzrecht, um Google&Co ein paar Dollar abpressen zu können und wettern gegen die Tagesschau-App und alles, was vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Netz steht, was ich als abstrus empfinde, aber offensichtlich auch von der schwarz-gelben Bundesregierung mitgetragen wird, es wird sie neben anderem die nächste Wahl kosten.
Amazon wird wohl nicht länger nur Versender, sondern auch Verleger sein, hat bereits seine Server für das kindle-Selfpublishing geöffnet, aufmerksame Leser kennen meine Amazon-Autoren-Seite 😉 und die (Buch-)Verlagsgemeinde hat nichts weiter im Sinn, als nach Vorratsdatenspeicherung zu schreien und die Buchpreisbindung mit Klauen und Zähnen zu verteidigen, derweil die futterhungrigen Lesegeräte mangels Masse zu den freien Quellen gehen (meine kostenlose eBooks laufen großartig 😉 ) oder Raubkopien suchen. Das wird noch grausamer als bei der Film und/oder der Musikindustrie.
Das ist alles nicht wichtig? Oh, doch, auch für nicht Netz-Affine.
Beispiel Kulturpolitik, Schule? Welch Geschrei erhoben die Lehrer, weil man einen Schulbuchtrojaner auf die Schulcomputer jagen wollte und nächstes Jahr wohl auch jagen wird! Da steckt auch die große Angst dahinter, dass der geldleidende Kultusminister sich dem Beispiel Kaliforniens anschließen könnte und allen Kinder Computer/Pads übergeben und die „Schulbücher“ in den Ministerien selbst schreiben und in der Cloud vorhalten könnte. Lernmittelfreiheit galore, tatsächlich für alle.

Es wird spannend sein zu beobachten, was geschieht. Ein Neuzugang ist über die deutsche Polit-Landschaft gekommen, die Piraten, mit oft extremen Forderungen, gerade in der Netzpolitik, aber mit dem Gefühl für die Generation der 30-Jährigen, die wie selbstverständlich das Netz nutzen und sich verraten fühlen von den etablierten Parteien, in jeder Hinsicht. Die Grünen wanken noch ein wenig, haben aber doch bereits eine Leitlinie auf ihrer BDK beschlossen, gegen den heftigen Widerstand ihrer „Kreativ“-Mitglieder, die zu Recht um das tägliche Brot all der Künstler und Medienschaffenden fürchten. Und doch sind auch weite Teile der Grünen unsicher, was die Internet-Kommunikation und Transparenz betrifft. Unschöner Beweis ist die Grünen Fraktion im Main-Kinzig-Kreis, die ihren „Twitter-Rebell“ vertrieb, warum auch immer, mir erschließt sich das nicht vollständig. Der Rest der Parteien ist indifferent, nicht griffig zu fassen, gerade die zwei noch großen Parteien CDU und SPD eiern umher, wirken wie bei Vielem sehr inkompetent. Ob die Linkspartei dazu eine Meinung hat weiß ich nicht, aber nach deren innerparteilicher Demokratie zu schließen, und der Vergangenheit als SED, eher nichts Gutes. Die FDP? Welche FDP?

Die Frage wird sein, wie in Zeiten des Breitband-Netzes (wenn vorhanden, was ein weiters Politikfeld ist, wirtschaftspolitisch), das alles transportieren kann ein wirklich fairer pekuniärer Ausgleich gesetzlich verankert und auch in der Realität durchgesetzt werden kann, oder ob weiterhin blutige Abmahnkämpfe stattfinden, die Lobby überforderte Politiker vor sich her bläst. Nein, ich habe kein Patentrezept, aber diskutieren sollte man das, innerhalb und außerhalb der Parteien, am besten MIT ALLEN Beteiligten, auch wenn das den Verlagen & Co nicht gefällt, lieber wie eh und je lobbyieren wollen.

Es weder sich doch Formen finden lassen, so etwas zu tun, ohne beleidigte Printkommentare.

Und jetzt träume ich davon, dass jemand lokal hier macht. Mal über so etwas spricht, die Gelegenheit ist da. Siehe oben. Nein, ich komme gerne, aber machen müssen das andere ;-)….. Dichter sind ungeeignet für so etwas, doch…