in mitten der küssnacht

Michael Bauer
inmitten der küssnacht
75 DRM freie lyrische Texte zu Liebesdingen

„inmitten der küssnacht“ sind Gedichte entstanden über lange Zeit. Der Versuch, reflektiert schwärmerisch den Zustand des „Verliebtseins“ auch erotisch zu fassen, jenseits der gymnastischen Umschreibungen der Bukowski-Clones. Einfach lyrische Texte zu Liebesdingen, den inneren Zustand des verliebten lyrischen Ichs beschreibend. Wie hier…

Zwischenbeet

Kleine Worte fliegen
husten Dir Licht
Lachfältchen wirbeln
brausen um alle Lippen
Ein Hauch küsst
die Hügel im Neonlicht

Einfach lesen…..
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Ach in Ur hebt ihr?

Helden gammeln
an den Stränden
der Südsee aus
digitaler Bohème
Im Netz kleine Fische
aus ungeschuppten Flattrn
Downloadgemüse an 128 bit
Gerechte Sonnen
grinsen Flatrates
in die Wellen hinter
den Firewalls
Das Volk klickt
Fähnchen in den
Wikis die nach
britischem Petroleum
riechen und ja
Google läuft auch
nicht auf Batterien

(entstanden auf einem Netbook via wLan im Timescafe Viernheim mit einem Smartphone daneben, das mit einem Bluetooth Headset Jazz an die Ohren lieferte. Gekauft, die CD ruht zu Hause, wie heißt diese Krankheit?)

im Netz noch zwei
Revolutionen
Suren surren

(Netzpolitik in Ur ist schwierig, man verhebt sich leicht)

Samstag Abend Altstadt Bonn

Am Samstag schritten wir zur Streetview (ich berichtete), 10 Autoren, schrieben unterwegs, in den Straßen, Beizen & Cafes und lasen abends im heimelig-inspirierenden Neumond-Atelier der umtriebigen Bonner Allround-Künstlerin Eva Wal. Das Atelier wurde zum Studio, von Eva mit tollem Sound-Equipment gemanagt, mit Spuckschutz, gell!! Und das Studio wurde zur Netz-Zentrale, denn nach der Aufnahme wurden die SD-Karten getauscht und die Audio-Dateien auf Soundcloud geladen. Oliver Kerth war unermüdlich im Einsatz. Fotos von den Autoren, meine hier freundlich zur Verfügung gestellt. Sound hochladen, in Blog einbetten, nach Facebook verschieben und twittern! Aber! Das waren auch tolle Texte der Autoren. Es war Riesenspaß und es war gut mitzumachen und teil zu haben. Muss ich erwähnen, dass Eva auch noch drei famose Texte schrieb? :D Gute Texte, unterwegs in einem Stadtteil geschrieben, ins Netz gelesen und in fast alle Social Media Kanäle geladen. Also, wenn das kein „location based transmedia storytelling“ ist, dann weiß ich nicht. aber eigentlich machten wir nur, was Autoren schon zu Ovids Zeiten taten, nur halt jetzt mit der Verbreitung im Netz. So what. Und damit das nicht zu nerdig wird werden hier keine Texte eingestellt, sonder sie werden Teil des Print-Universums in einer Wortschau sein, ich werde berichten, schließlich waren die zwei Jeffes mit Texten beteiligt. Was vergessen? Ach so ja, „location based TV“. Just zu diesem Zeitpunkt, da ich berichte, happens following:
Das west.art Magazin im WDR Fernsehen überprüft Städte in NRW auf ihr kulturelles Angebot. In einem Städtecheck: „Wieviel Kultur steckt in NRW?“ nimmt diese Reihe als erstes Bonn unter die Lupe.
Neben Bill Mockridge (Haus der Springmaus) und Rainer Pause (Pantheon) komme auch Eva Wal zu Wort und dreht die Planetenmaschine im Atelier Neumond.
Der Beitrag ist hier im Netz zu sehen.
Na? Transmeial genug? 😉 Hhm, wir hätten noch auf Pergament tuschen können und in Stein meißeln. (Der Schalk ist groß an diesem Tag)
Mein Text hier auf Soundcloud: mit Bild von Oliver.

l ich jetzt alles über die Mitautoren schreiben, steht doch alles im Blog des Atelier Neumond

Gegenkanzler

Bonn, Rheinkilometer 642-644. Eine wunderherrliche Strecke zu Fuß am Rhein an einem Samstag morgen. Die Sonne straft den November Lügen, ich lustwandle zwischen den Joggern den Ufern entlang, keine Industrie, kein Hafen, keine Liegestühle, keine Cafés am Rhein. Wäre wohl für die Kanzler des deutschen Herbstes zu gefährlich gewesen. Bonn, Hauptstadt in den Fronten des kalten Krieges geboren, beherrscht von einem Kölner, wie seit Jahrhunderten, Hauptstadt einer halbierten Republik. Verspottet, verlacht und doch der Aufgabe gerecht geworden. Nein, Strauss und Wehner und Barzel machten keine bessere Politik, auch wenn ihr Alpha-Männchen Gehabe unterhaltsamer anzusehen war und scheinbar authentischer sich gebärdete. Nein, gewiss nicht. Mir wäre auch Frankfurt als Hauptstadt lieber gewesen, wäre es immer noch. Ich will hier nichts verklären, am wenigsten Bonn. Die Bönnschen. Eine wenig aufregende, wenn auch liebenswerte Großstadt.
Aber als ich so meine Lust wandelte, da am Rheine, am verlassenen Kanzleramt vorbei, beginnt sich etwas zu regen. Ob es lokale Einflüsse auf globale Politik gib?
Dann wäre mir eine Stadt, die einst Bonnae hieß und von zwei mätyrisierten Legionären patroniert wird, samt Kerze vom Stadtrad vor dem Schrein, lieber, als die Millionenstadt im Osten, aus Preußens Glanz und Gloria geboren. Das putzige alte Rathaus, das romanische Münster, an einem Fluss, der schweizer, österreichisches, französisches und deutsches Wasser in die Niederlande in den Atlantik trägt, lieber als der Protzdom in Berlin, die Siegessäule, das brandenburgische Tor Nr #1.
Ein Parlament, das in einem alten Wasserwerk tagte, von einer provisorischen Hauptstadt zur Verfügung gestellt, ist mir sympathischer als der Reichstag mit all seinem Bombast.
Die luftig-rheinische Leichtigkeit des Seins, der barocke Umgang anstatt die protestantische Schwermut, die immer noch nach der Einheit von Thron und Altar sucht, unterschwellig.
Aber wie gesagt, vorbei ist vorbei, die Herrscherin aus der Uckermark rüstet für eine 3. Amtszeit von spezialdemokratischen Gnaden und baut an Achsen von Paris nach Berlin. Nein, von einer Achse Bonn-Paris hätte keiner geschrieben, nein.
Und während ich so sinne am Rheine, frage ich mich, warum wir nicht einen Gegenkanzler wählen, für Bonn, mit zughörigem Parlament. Der Narr, die Närrin, die Narren, die Spiegel vorhalten, nein, kein Karneval. Einfach Narren, die träumen, Wünsche formulieren, Alternativen leben, die der „ohne- Alternativen- Republik“ lachende Andersdinge entlocken. Die Gegenkanzler im Westen, machtlos, achtlos und doch bohrend, lästig und einfach da. Ein Parlament, das nur nachts im Schlafanzug tagt, flüstert, twittert, in dem sich Liebende auch küssen dürfen und beleidigte Leberwürste nicht gegessen werden.
So was hätte ich gerne, dort am Rhein. Würde sonst nirgend so gut passen. Aber ich fürchte, die Schneckenpost, dort zum Konzern erhoben wird den Rhein für sich alleine haben wollen, ich fürchte, dass wir weiter Spreeblick und Preußens Gloria ertragen müssen.
Aber träumen darf man ja. Gegenkanzler, ach. Wir würden auch gern sure le Pont d’Avignon …..

Streetview

Eva Wal hat nach Bonn eingeladen zum literarischen Streetview. Ganz ohne Kamera, nur mit den Sinnen, durch besinnen,vorstellen, träumen werden wir durch die Bonner Altstadt ziehen und schreiben. Acht Autoren, aus Bonn, Köln, Viernheim, Herxheim/Pfalz. Um 20:00 werden wir wieder in Evas Atelier Neumond sein und unsere Texte ins Netz lesen. Ihr könnt mit dabei sein. Irgendwie. In Shanghai, Corpus Christi, Rio, im Odenwald oder auch in Lüdenscheid. Samstag, 19.11.2011 20:20 MEZ. Ich werde dann auch live twittern als @kurzdielyrik, ggfs die Podcasts hier im Blog linken. . Eine kleine Stadt in Deutschland? Ach Herr Carré, wir werden sehen. In der Bundesstadt schreiben und lesen
Wolfgang Allinger, Mikel Bauer, Adrienne Brehmer, Köln, Christian Breuer, René Deutschmann, Georg Raab, Peter Reuter und natürlich Eva Wal.
Ich freu mich ‚drauf und ich bin sehr gespannt.

Die Lesungen werden angekündigt auf der TwitterSeite http://twitter.com/#!/NeumondStreetvi
Für Nicht-Twitterer gibt es die RSS Url auf Klick
Twitterer folgen am Samstag, 19.11.2011 einfach @NeumondStreetvi

Streetview
Kamin-Internet-Lesung im Atelier NEUMOND,
Georgstraße 16 (Hinterhof), 53111 Bonn
Samstag, 19. November um 20:20 h

Mainz Koblenz IC 2216

Hildegard winkt Tee über den Fluss, die Germania gähnt in die Leere der intergalaktischen Rebhaine in die Ebenen von Andromeda, bläst Brände zu Wein, Mäuse türmen Kitsch. Burgen ölen Rost zu Ritterschanden. Camper landen nieder. Chinesen knipsen Phone zu Ei. Heine röhren Silcher in Geweihe. Talwärts die Kohle sich schifft. Funklöcher twittern das Nichts in ie Tiefen der römischen Wälle. Tunnel leuchten leichte Bücher. Am Eck wispern Kaiser der Mosel entlang, besoffen vom neuen pazifistischen Glück aus Elblingen geboren.

Mannheim Mainz IC 2216

Gnädige Nebel bedecken die Türme der chemischen Fabrik, die Ebene schiebt sich dem Fluss entlang, Zeitungen rascheln, die Pads wischen die Smartphones, Tastaturen klappern, die abgernteten Weinberge hüsteln Restalkohl aus den Rieslingblättern der rheinhessischen Hügeln, die sich rheinen. Durch die Kopfhörer stöpseln Notenwolken in die Stammzellen der mozartschen Popgehirne. Kreditkarten knipsen Handytickets, Telefone säuseln Geliebte, Kollegen sezieren, alte Männer seufzen junge Damen. Dome türmen Prälatensehnsüchte, Schiffe hornen Nebel.

Durch die Bank

Making of a song. UNO, des tres…..

Durch die Bank. Durch die Bank. Die drei Worte flüsterte er schon seit geraumer Zeit und lachte. Er betrachtete die Würfel und lies sie rollen. Wie im richtigen Leben. Call and Put. Dann sollen sie halt Kuchen essen, was ging ihn Hunger an oder Shareholder. Wen interessieren schon die Deppen, die Autos bauen oder Unterhosen nähen. Durch die Bank, durch die Bank. The Pusher. Opium für Völker, Kredite und die Würfel fallen so und so. Putt putt put, call me baby. Völker hört die Kredite. Durch die Bank, durch die Bank. Nadeln streifen, klickeklick, call me put. Er sagte Zinsen. Ha, ha Zinsen. And a ha and a hu. Wir würfeln und ranken. Durch die Bank. Durch die Bank. Ko, Ko Konten wir, wir, wir, wir, durch die Bank, die Bank, die Bank. Clap your hand. Come on. Clap and clap. And a Ha and a Hu. Durch die Bank, durch die Bank and you and me, babe, it’s you, it’s me. Durch die Baaank, durch die Baaank weg alle, durch die Bank weg alle. Dance the ranking, hell is occupied. Teufel aber auch. Durch die Bank. Let’s dance the street, devil, devil. Durch die Bank, durch die Bank with you and meheheheeee. Durch die Bank, auf der Bank, heut‘ Nacht. Every night you see. Durch die Bank, die Bank, die Bank, diese Bank heut‘ Nacht, every night. For you and meheheheeee. It’s cold outside, babe. So cold, so cold. Durch die Bank, durch die Bank. Sleeping in the street. Come on, clap your hands. Durch die Bank, durch die Bank, auf der Bank da schlafen wir. Whisper, whisper, flüstern die Tränen, durch die Bank, durch die Bank. Seid umschlungen Millionen.

Dezemberliebe

Endlich ein Geschenk AUCH für Weihnachtshasser!

Erklärungen zu meinen eBooks hier
Michael Bauer
Dezemberliebe, Elektrobuch, 173 Texte, 2003-2011
unangeforderte Texte zur Weihnachtszeit

Weblog des Weihnachtsmannes von Fegidia Süd, Worte des xmas, Bibliothek des weihnerlichen Grauens
Lyrische Assoziationen zu verbrauchten Themen
Entstanden 2003 – 2011 in diversen Weblogs, Tag für Tag, neu arrangiert.

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Klappentext
Ernst Jetpaniac, stellvertretender Markleiter von Fegidia Süd, Mannheim-Waldhof, ist auch der Weihnachtsmann seines „Marktes“. Bereits im Oktober packt in die Panik vor dem gehassten Job und er beginnt ein (fast) tägliches Weblog zu befüllen, Berichte aus einer absurden Welt der Weihnachtsmänner. Ferdl, Mehmet, Yasemin und zuletzt Judith, wandern durch den Kosmos aus Käsetheken-Romantik, Kommerz, Ablehnung, Ho-Ho-Geschrei, Derwisch-Weihnachtstänze der „Santas“.
Immer im Kampf mit der Konzernzentrale und dem „Godboss“ des lokalen Marktes und den eigenen Skrupeln und Befindlichkeiten, der inneren Ablehnung bis zum Selbstekel. Ernst stellt sich andauernd und verbal der weihnachtlichen Gretchenfrage: „Wie hältst Du es denn mit der weihnachtlichen Tradition der Kirchen als säkularer Weihnachtsmann?“ Ernst verzweifelt an seiner Rolle, hat er doch immer noch die christliche Grundidee samt Adventskonzept im Hinterkopf. Er ist innerlich dem Nikolaus seiner Kindergartenzeit näher, als dem amerikanischen Kunstprodukt. Immer auf der Suche nach seiner „Weihnachtsfrau“ findet er Judith, tanzt mit ihr in seinem Kostüm durch den Dezember, erfindet dabei eine Pseudo-Multi-Kulti-Religion für den Markt, bis hin zu einem grotesk-blasphemischen Finale, um entlassen zu werden und den Job des Weihnachtsmannes aufgeben zu können. Dazwischen gestreut „Die Worte des xmas, eine Bibliothek des weihnerlichen Grauens und lyrische Assoziationen zu verbrauchten Themen“ Lyrik und lyrische Prosa rund um die Weihnachtsleiden der Ernst Jetpaniac in anderer Sprache, von pseudo-religiös-kultisch über pflaumenzart zu harten Texten eines rheinisch-fast-orientalen Propheten wider den Weihnachtskapitalismus, den inneren wie den äußeren. Dezemberliebe, eine merkwürdig-liebevolle Reise durch Genres, für Weihnachtsleider, die halbreligiösen und allen anderen (Anders-) Gläubigen. Eine vergnügliche Lektüre nicht nur zur Weihnachtszeit.