Blau, so blau am Rhein

Eine herrliche Radtour liegt hinter mir. Das Mittelrheintal von Bingen bis Koblenz, wo ich gerade im Schiffchen vor mir hin blogge. Ich habe ein durchaus gespaltenes Verhältnis zu dieser Stadt und ihrer preußischen Geschichte, die ihr aufgezwungen wurde, ich weiß, wie Köln auch. Aber wenn man sich auf sie einlässt hat sie was, doch. Confluentes. Doch. Die Rhein-Mosel Promenade, durch die aktuelle BuGa aufgepeppt. Einfach in der Sonne an der Mosel sitzen. Doch, aber. Das deutsche Eck, dieses martialische Kaiser-Willem-Gerät, ist schon sehr monumental und in 850 Jahren mag man dem etwas abgewinnen und doch ist man ob der Größe fasziniert.
Kann mir aber irgendwer erzählen, was VW reitet exakt gegenüber diesem Denk-mal deutschtümelter Schlachten-Hypris eine PR-Geschichte für einen der vielen Golf-Typen aufzubauen und das „Think blue“ zu nennen? Nein, ich will jetzt nix über Werbetexter und ihre Agenturen umherheulen, noch in das „ach das Denglish“ einstimmen. Aber eine geschichtlich nicht unführerhaft belastete Firma wie die Volkswagler aus Wolfsburg sind an dieser Stelle derartig schmerzbefreit, dass es weh tut. „Think blue“ als Schlagzeile am deutschen Eck. Das ist so seltsam, dass ich nach dem ersten Unverständnis hellauf lachte. Auf dem Bild dort oben hat die HDR pro App für den Androiden das schön zusammen gefasst. Nein, wir wollen nicht unseren alten Kaiser Willem wieder ham, noch die Wacht am Rhein, aber könnte es ab und an auch intelligente Werbung geben, für die man sich nicht fremd schämen muss? PR-Agenturen, die wenigstens für 2 Cent geschichtsbewusst agieren, aber eigntlich ist der Witz doch gut, oder? „Think blue“ am deutschen Eck.
Die Mosel hat schon viel Wasser hinter dem Lahnzufluss in den Rhein dazu gegeben. Vielleicht hilft die französische Quelle des Flusses irgendwann doch. So blau, so blau, nein die Donau ist so weit, Leute, das mit dem „Think blue“ in Ingolstadt, das hat was, in Passau, und dann in Wien. Aber doch nicht in Koblenz. Ansonsten ist es am Rhein schön. Sehr schön, wusste Heine schon. Ich mag das, die gebrochene Romantik in mir. Ich weiß schon, es ist bedeutend! ;-))

Reserve AKW Biblis B, die Nibelungen, Drachen, Einhörner und das Ende der Welt

Seit Jahren lasse ich mein Nibelungen-Projekt reifen (siehe hier), aber nach dem nun hoffentlich entgültigen Atomaustieg suche ich nach einer neuen Grundstory… und ich entwarf dieses…
und fürchte mich sehr 😉
Kurzhandlung Entwurf 2, (verworfen, weil zu Fantasie-lastig populistisch…oder?)

Biblis B wurde 2012 als Reserve-AKW installiert und vergessen. Nach einem dramatischen Bevölkerungsrückgang in Europa zwischen 5016 und 5065 blieben von der einst religiös-indoktriniert-initierten Bewachungsarmee nur noch 2 Personen übrig, die die alten Rituale pflegten. Hagen von Tronje, das Einhorn und Siegfried von Xanten, der Drache. Hagen bewacht den Rhein und die Weschnitz, damit dem Reaktor nie das Kühlwasser ausginge und Siegfried das AKW, das Drachenei. Drüben in Worms, auf der anderen Seite des Rheins, außerhalb der Au-Wälder wacht König Gunther über die Ruinen des Doms. Seine Frau Brunhilde und Schwester Krimhilde gehören einer Schwesterschaft an, die alte Schriften studieren, im Salon der LithKemenat. Sie finden in einem ehemaligen Atomschutzbunker, der die Jahrtausende überlebte, alte Zeitungen aus dem Jahr 2011 und erkannten was das Drachenei jenseits des Rheins wirklich einmal war. Sie glauben, den Schatz der Nibelungen wiedergefunden zu haben, den Alberich einst in den Wald zementierte und träumen von Flugzeugen, sozialen Netzen zum Menschen fischen und großem Reichtum, wie er 2011 überall herrschte. Gunther aber will von all dem nichts wissen. Er will nur glücklich regieren und seinem schwulen Zweitmann Volker von Alzey zuhören, der von Krimhild vergeblich umzirzt, alte Bob Dylan Lieder fand und sie ins burgundische übertragen zum Schmelzen sang. Frustriert schließen sich die beiden Frauen eng zusammen und umgarnen Hagen und Siegfried, um sie zum Wiederanlauf des Meilers zu bewegen. Bewusst verstricken sie die beiden in eine komplizierte 4-er Beziehung, erweitert mit homo-erotsichen Ritterbeziehungen zu Gunther und Volker. Siegfried erliegt den Lockungen und beginnt den Wiederanlauf des Atommeilers heimlich vorzubereiten, aber Hagen ahnt etwas und sperrt den Rhein in den Ruinen der BASF, dass fast kein Wasser mehr an Biblis-Wattenheim vorbei fließt. Siegfried trifft sich mit Hagen, den Frauen und dem Paar Gunther-Volker. Er will sie bestechen und verkündet, dass in Hammelbach, an der Quelle der Weschnitz nach tausend Jahren wieder einmal wilde Truthähne in den Mammutbäumen nisten. Gunther und Volker können nicht widerstehen und so bricht der ganze Hof aus Biblis und Worms zu einem Jagdausflug entlang der Weschnitz auf. Hagen auf seinem Einhorn und Siegfried auf dem Drachen klären als Vorhut auf und Siegfried versucht Hagen zu der Wiederanlauf-Fraktion zu bekehren und ihm das Passwort der Rheinsperren zu entlocken. In Hammelbach, der Weschnitzquelle angekommen, bricht ein Streit über die Wahrheit der Überlieferung aus, Siegfried verhöhnt Hagen als rückwärtsgewandtes Arschloch und brüllt laut das Passwort für den Wiederanlauf in den Wald, damit alle Truthähne es wüssten und die Atom-Demokratie wieder erstünde, egal, was aus ihm würde und dann begreift er instinktiv das Passwort der Wasser-Rheinsperre. Er verhöhnt damit Hagen, aber das doppelte Passwort löste eine Sperre in den beiden Robotern aus, das Einhorn und der Drache werden aktiv, eine Stealth-Rakete schießt aus dem Einhorn, jahrtasend alte Flammenwerfer made in Germany werden im Drachen aktiv. Siegfried gelingt es zwar mit seinem Schlüsselschwert den Drachen auszuschalten, aber der Zweitcomputer der Stealth setzt auch seinen Computer-Kevlar-Schutz ausser Kraft, öffnete seine Ferse und er implodiert. Als der Rest der Gesellschaft eintrifft, schwört Krimhild, dem eigentlich unschuldigen Hagen Rache, sie hatte sich tatsächlich in den schmierigen Fießling Sigfried verliebt, war schwanger von ihm. Krimhilde schloss sich einer Karawane ehemaliger Türken an, die Achmed-Etzel, in Ungarn residierend, zu einem neuen Volk zusammenruft, um die Heimat am Bosporus bis Anatolien von den chinesischen Horden zu befreien, und den geheimen Propheten wiederzufinden. Sie verzückt Achmed und will ihn heiraten, wenn sie in ihrer Heimat heiraten dürfe. Also zieht die Schar der Turkhunger der Donau entlang und den alten Autobahnen bis nach Worms, um Hochzeit zu feiern und das verschollen Ambrosium Burgunder zu trinken, das die Zwerge des Alberich am Rhein kultivieren, ein berauschendes Getränk, Wein genannt, das nach Vanille, Erdbeeren, Pfirsischen und allen Früchten der Welt duften sollte, wie es die Burgunder-Könige in ihren geheimen Gazetten verkünden. Dort entlockt Krimhild Brünhilde im Bett den Code, den ihr Hagen anvertraut hatte. Siegfries Code kannte sie ja. Der Drache und das Einhorn wurden per Passwort entriegelt und der Rhein floss wieder, das AKW lief an und in einer gewaltigen Expolision nahm der GAU alle mit in den Tod, nur der Drache und das Einhorn ritten in den Himmel um zu warten, bis die Reste der Menschheit wiedererstarkten, um den Ring der Nibelungen wieder aktivieren zu können, die Menschheit zu führen und lehren, bis sie wieder Atome spalten könnten….

und das dann aufgelöst in Adventures auf kurpfälzisch… ich weiß nicht, ich weiß nicht…

Kirschen garten (Mainz)

Träume gesoffen
zu Johannis
Nächte gefegt
und die
Augustiner soutanten
Kirschen blühen
was brauchen wir Gärten
rhein waren wir
hallten zu Gold
Halleluja und
im Bett das Helau
dreh am Rad
nichts bleibt
Meenz

Für James und die Oma, die uns einst im Kirschgarten Mainz zujubelte

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DER Schiller Code

oder „Kein Dalberg da?“

Und weil justamente gerade wieder Schillers Tage im Nationaltheater begangen werden, mit dem Motto „MACHT GESCHICHTE, meine Geschichte vom 1.1.09 dazu nach vorn geholt

Oder: Kein Dahlberg da?

Ein Plot für einen histerischen Kurpfalz – Thriller in Web 2.0 – Art, mit 68 Links, 15 Jeipegs, als eBuch pdf-dateiet, verkündet in 2 Blogs.
(Ein nicht ganz ernstzunehmender Beitrag zum Schillerjahr 2009)

Rauschkauf oder Kaufrausch. Mannheim im Dezember des Herrn 2008. Die Planken und keine Krise in Sicht. Noch, denn dort stand Rosi. So heißt Roswitha seit 1972. Ihr Blick auf mein Notebook und ein Leuchten samt Glitzern kam in die Augen. „Gedichte? Schreiben? Darf ich zusehen?“. Nein, nein, nein, kein Rauschkauf, kein noch ein Secco? „Recherche“, bellte ich scharf „historischer Thriller.“ Wenigstens das Glitzern war weg. „ Du? Historischer Thriller? In Mannheim?“ „Glaubst du, ich kann das nicht, hä?“ Das Leuchten war weg, dafür funkelte es.
„ Du vielleicht, na ja, aber Mannheim? Jesu Nachkommen im Jungbusch?“ Sie gackerte und funkelte im rechten Auge. Eigentlich wollte ich ja nur nach gebrauchten Akkus für das Notebook suchen in den Quadraten. Jetzt aber war ich gefordert.
„Komm mit!“ Ich zog sie an den Händen, sehr zu ihrem Erstaunen, die Gassen entlang und zerrte sie ins Quadrat B3. „Siehst Du?“ Patina wucherte auf einem Sockel. „Schiller, ja und? Muss ich jetzt glocken?“ Ein Gelächter jagte über den Platz. „Ach so Schillerjahr 2009, mit Schiller-Blog für die schillernde Blogger“. „Fast“, murmelte ich, „fast“.

Eigentlich war das hier nur als Scherz gedacht, sollte halt in ein paar Zeilen gebloggt sein, aber weil es doch 5 DIN A4 Seiten geworden sind gibt es das hier zum downloadherunterladen. Das hat Spass gemacht, die vielen Links, die Entdeckung der books.google.de, fast hätte ich weiter gemacht und ich überlege mir das tatsächlich. Das macht mir sehr viel mehr Freude, als bedeutendes zu schreiben. Also erstmal den Krimi, der geht in die gleiche Richtung und dann vielleicht sowas. Nein, nicht so hahnebüchend. Aber so etwas wie die Story um den Dalberg….vom Kurerzbischof zu Mainz zum Großherzog von Frankfurt, das hätte was.

Der SchillerCode vollständig als pdf.