Nach Westen zur Sonne : mein Rad

Unter Wolken
losen Grenzen
freien Sonnen
westen Grade

Räder treten
Ich von vorn
Kilo Meilen salzen
Mehr im Ozean

Dazwischen
Fließen & Rhein
Berge weinen Kerner
franco frei Chansons

Blaue Rauten weißen
Sehnsucht pfalzt
auf Nebenflüssen
weit weit West

Dort hin hinten
tritt tritt noch
zwei Kurbel weiter
weiter weiter weiter

Bild enstanden mit der HDR-App für Android Auf einem Agrarweg von Heddesheim nach Mannheim auf dem Fahrrad geknipst, der Text scheint ein Heimat-Lied im Aufbruch zu sein

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Käfig

Gerahmt gezäumt
leicht umgrünt
schatten spielen
Licht

Von vorn
singt gleißt
schreit ein
Nichts

Lockt verheißt
Schritte zu
Spasmen der
Ewigkeit

Im Rücken
küsst mich
Glück graut
Dunkelheit

Ich drehe
gluckse schmatze
hier und
Jetzt

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Bild enstanden mit der HDR-App für Android im Schlossgarten Schwetzingen, siehe hier

Däumling

Pfade
gehauen gelegt
getrampelt geschnitten
es wuchert wieder
Gestrüpp
über Dich

Schritte
daumen durch Pforten
geblättert
getrippelt
geraden
unendliche Schnitte

Aus meinen Zickzack
kurven Worte
aus Nichts gerundet
in Reihen und Glieder
Grün quillt Sehnen
welk in die Nebel

Bild enstanden mit der HDR-App für Android im Schlossgarten Schwetzingen, siehe hier

Sträßchen

Eigentlich nur eine Notiz an mich selbst, damit ich mich erinnern kann. Dieses Sträßchen von Schwetzingen nach Heidelberg-Grenzhof ist etwas ganz besonderes. Genau da kann man die gesamte Bergstrasse sehen, von dem Anstieg aus dem Kraichgau bei Leimen über Heidelberg, das Schloss in der Abendsonne angeklitzert, Dossenheim, die Strahlenburg zu Schriesheim dann die Wachenburg in Weinheim schemenhaft nur noch, die Starkenburg in Heppenheim im Dunst zu weit weg und ganz hinten thront der höchste Berg, der Melibokus mit der versteckten Burg Auerbach, fast schon in den Vororten von Darmstadt. Und fast sieht man nur den Wald, oben an den Hängen, die hässlichen Wunden der Porphyrwerke und nicht die Massen in der Ebene. Luftig leicht sieht das aus, so in 5 km Entfernung. Dabei ist das eine Großstadt von bestimmt 300000 Einwohnern, in 2 Bundesländern und x Gemeinden, mit 2 Weinanbaugebieten. Doch, dieses Sträßchen ist einzigartig. Den Geist geleert, frisch aufgefühlt, die Seele im Schlossgarten von Schwetzingen gebaumelt, der Garten ist für mich meditativ erlaufbar wie ein überproportionierter Kreuzgang, doch ich habe schon in Häusern mit solchem gelebt. Und nach diesem Sträßchen, diesem besonderen, in Edingen gleich an den Neckar und am Treidelpfad entlang in mein pittoreskes Ladenburg, der übernächsten Nachbarstadt,in dem ich jetzt diesen Text schreibe, in der Abendsonne, ein Bier. 3 Stunden früher Feierabend gemacht und gefühlt 2 Tage Urlaub verlebt. Vor der Pseudo-Moschee in Schwetzingen ins Netbook gedichtet. Doch. Aber dieses Sträßchen hat was. Versteckt in der Ebene, von hinten befeuert von den Türmen des Großkraftwerkes in Mannheim, auf der S-Bahn-Brücke nach Edingen der direkte Blick in die andere Richtung auf den Vikoriaturm am Mannheimer Hauptbahnhof, die Schlöte der BASF erahnend. Aber das sieht man da nahe dem Grenzhof nicht, weil der Blick nach rechts zu Ruine am Neckar geht, dem Glanz der Kurpfalz, nach dem Garten des Kurfürsten. Doch, das hat was. Auf der Heimfahrt gleich, werde ich 500 m vor meiner Wohnung die Grenzsteine passieren, zwischen Baden und Hessen, sie tragen die Wappen der ehemahligen Großmächte Kurpfalz und Kurmainz. In der Abendsonne werden auch sie glänzen, was bedeutet eitler Ruhm des gestern. Gerade steiegn im Osten alte Mächte wieder zur Weltgeltung auf, aber wen interessiert das im Augenblick?

ungefiltert Gedicht-Fragmente vor der Moschee entstanden..

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Hörner quallen

hören beim lesen, weil dazu geschrieben : Mozart – Horn Konzert No.3 K 447

Septimen geigen über den Nonen, Hörner quallen in die Köchel. Flußgepanschte Butzescheiben schneiden zwischen die Zeiten Schnipsel aus Erinnerungen, die ich in den stillgelegten Ställen befreiten Hühnern stahl. Blasiert glacierte Klassenfeinde kandieren Kapitale unter die Zinstrompeten. Ob Daxe boen? Frau Dow küsst Herrn Jones, wie jede Nacht, saugt Renditen aus seinen Gliedern, speit Eurotaler über ihre Brüste aus Iban-Pins, grell-geschminkte Barcodes reitend. Segen palavern Schamanen Altäre in die Milchdrüsen der Müttertagsetagen. Mein inneres Kind tobt mollig über die Leitern in der Dur der Opernalpen. Worte schwimmen auf Hörnerläufen, singen Gedanken, verduften Vergangenheiten zu prall gefülltem Künftig. Walzer wanzen Vierteles, takten sich gar. Die Kondensstreifen der Mallorca-Bomber näh ich zu Schäfchen, wolke sie über dem Stress der fünften Geiger. Zahlen grab ich aus den Allegros, dauen sie Seide zwischen die Ballone der Videotheken, treibe Gefühlsstafetten durch die Olymps ungerauchter Serpentinen. Die Rosen pfingsten erdbeergleiche Salven aus Laune unter die taggeschwängerte Nächte aus Keit, der heiteren. Aus der Kiste, die mein inneres Kind einst in die Sande setzte steigt Glück aus Blasen. Meine Lächeln frieren sich zu Truhe, eisen die Gier zu Nacht. Mein Schwelg schminkt grüne Augen, die blicken. Leben fließt zu Ader. Ein Hauch treibt die Gassen. Hätte ich noch Seufzer, könnte ich Rädchen zungen. Lach mich zwischen die Sternchen, die Manschetten komponieren. Das All streikt in Dosen. Ich steige, kurz unter der Wolkendecke, die der Sommer stahl, harre ich. Wo bleibst Du? Du?

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Online-Pappmaché

Auf der Milchstrasse der grau-blauen Unken schnuppen Wildschwein-Clones Rosen-Sternchen aus Online-Pappmaché in die Sonneneruptionen der Windrädchen, die ein Suppen-Kasper-Interface aus gebrauchtem Twitter-Code von den Servern der Kongressbibliothek schnitt, dort wo unsere Worte ruhen und von unseren Fingerkuppen träumen, die sie in die Touchscreens und Tastaturen streichelten, sie feuchten, hauchen, sehnen sich zurück in unsere Zellen. #hashtags braten Fliegen über offenen Retweets, blöken Mutterschäfchen in den Schlaf der Gorgonzola-Tiger. Kastanienbäume kerzen Flashmobs in die Zeitflüsse des Charon, dort wo der Styx im Nebenfluss des Neckars moselt, rhein so rhein, das Wasser der ungesüßten Lebenspender, die uns Verlängerungen zwischen die Tage nächten. Graffiti singt Lieder aus gecracktem Beton in die Rinden der Nasenbunker. Dada tapeziert kreuzfidel C++ in die Semikolons der php-Dateien, kreischt Stille in die divs der teuflischen Css dadadadad, Geschosse aus sandgestrahltem html küssen die Knoten im Utrus der Paltinen-Busse. Festplatten stülpen Urlaub in die Ruinen der kalbsfüßigen Ruinen alter Floppy-Reader. Engelshaar kreuzt die Realität mit den Zyniken des politischen Betriebs auf Alpha Cenaturi, dort, wo die graublauen Unken schlafen, wenn die Milchstrasse von den Facebook-Ameisen gemolken wird. Ein Tag flattert über dem Mond, sichelt Gänsefüße „““““““““““ aus den Iden des Vormärz. Dadadadada, ich liebe, ach was.

Um nicht sagen zu müssen

Um nicht sagen
zu müssen diesen
oder jenen
Feind tötet
ihn

Um die Gnade
nicht entscheiden
zu müssen bitte
ich

alle möglichen
Götter die es
offensichtlich
nicht wirklich gibt

Nicht posen zu
müssen wie Jäger
vor dem erlegten
Hirsch wie einst
die Herrscher
alle

in Zukunft
in Zukunft vielleicht
die gerade wieder
einmal Vergangenheit
wurde

weil Herrscher
Herrscher waren
um nicht sagen zu müssen
ich Lämmchen Du Wolf

bitte nicht

(zur Walpurgisnacht 0011, als die Seals über Mauern flogen, in einem Land, fern der Heimat, Grenzen überschreitend)

Ein römisch-germanischer Kaiser aus Österreich über dem Eingang des Gutenbergmuseums Mainz siehe auch hier, wo einst auch Goethe, Mozart, Voltaire aufklärten… )

Anhören:

Sie kann nicht reiten (Der Tag nach Walpurgis)

Sie kann nicht reiten. Doch. Eigentlich nicht zu glauben. Seit Tagen erzählt sie mir im Bett nach den abendlichen Turnübungen, in allen esoterisch einwandfreien Positionen, sie sei überlebende Hexe in 6. Generation, soweit ich das in dem Geschmatze richtig mithörte, als ich mir dann aber in ihrer Abstellkammer den Besen holte und mit ihr noch zum Italiener fliegen wollte, kreischte sie etwas von folkloristischem männlichen Dummfug, Hexen wären nie geflogen, das wäre eine sexistische Lüge der Inquisition. Es wäre schade um die Körperlichkeit zwischen uns, aber es reichte. Als ob etwas dabei wäre auf Besenstielen zu fliegen. Ich meine Staubsauger ist schwierig oder dieses moderne Plastikzeug zum Wischen, aber Besen? Hallo, das kann schon mein kleiner Bruder, ohne Zusatzbeharzung. Ich schwang mich also auf den Besen und flog ein wenig durch die Wohnung, landete im Klo und erleichtert mich aus der Luft, ein Kunststück, das mich einst die große Lucretia lehrte, sie wissen schon, die Borgia. Nicht DIE, ihre nachgeborene Cousine Jahrgang 67. Um mich aufzuwärmen sprach ich noch drei Libellen selig, luftig leicht, schwerelos. Ihr wisst schon, die light-Variante, die keine Zaubereien extra verlangt, einfach nur um schöne Flugbahnen zu benedeien. Und dann kam meine Landung auf’s Bett, sie hatte die ganze Zeit nur gestarrt. Punktlandung, genau dorthin, ich meine ich muss das jetzt nicht erläutern, wo vielleicht alte Leute mitlesen und sich schämen, die Kinder wissen eh Bescheid, zu was haben wir Internet. Total baff. Das hatte sie noch nicht, diese Art Reitunterricht. Sie kann halt nicht reiten, sowas nennt sich Hexe. Und dann kam er der Schrei: „Verbrennen sollte man Dich“. Hexerich. Ich schlug sie hart, ins Gesicht. Das einzige Mittel, das wirklich hilft wenn man überleben will, seit Jahrhunderten bewährt. Nein ich mache das nicht gerne, aber es hilft wirklich nichts anderes wenn die Auto da Fes einberufen werden. „Hexenkannibalin“ schrie ich und verschwand in der Nacht nach Walpurgis, wenn wir fliegen dürfen. Reiten, in die Wolken der Ignoranz und darüber, dort wo auch für uns Männer Sonnen scheinen auf Besenstiele. Sie kann nicht reiten, ich fasse es nicht.

Entstanden gerade auf dem Marktplatz in Ladenburg, wo wahrscheinlich, trotzt des Alters der Stadt nie Hexen brannten, das war in der Kurpfalz verpönt. Auf den Ohren dabei: Miles Davis, Bitches brew….