Flieg, Sommer, flieg

currently listening: Dire Straits: Ride across the River currently reading, in answer to michallein: Höhenflug

Zeilen schlagen
wurzeln nicht
über Wolken
kuckuckts heim
In den Wind
gepinselt das
kleine Schwarze
Seelen Los
Gedanken falken
Streifen aus
Himmels Jets
Bogen regnen
für das Flattern
gleiten kreischen
wir reiten
mit Schwalben
in die Nacht

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Schlafe bomben Nattern

listening to Diana Krall – Body and Soul

Treiben treiben Wolken. Schafszahlengezücht. Wr nattern. Elchhühnchen kochen Löwenzähne, zungen Kirschbaumbowle. Treiben, täuben, träubchen, treiben, wölken. Ratten spazieren auf Sonntagen, kathedralen kleine Lichter auf Mäuschen. Fliegen killen Datenramscher. Ein Blick hascht Ecken. Dreißigtausend BH’s ballonen sich ins All. Überreife Monde kickeln Milch auf Straßen. Universen schließen kurz vor Mitternacht. Schlafe bomben Nattern zu Gezücht.

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Schlaf Lose

Nacht zerinnt
quillt dunkel
Samt zu Sonnentigern
Neue Tage brüllen
Mitternacht zu Traum
aus Nebeln und
strahlendem Schaum

Der Schlaf grinst
in der Höhle der
Nacht versteckt
unter greinenden
Witzen verlacht
Gedanken blasen
Schäfchen seifen

Der Morgen graust
in den Hirnen
ewiger Schmetterlinge
unter Decken gefangen
in Bäuche gemeuchelt
Leben reckt sich
zu dunkel samter Macht

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Versuch eines Nacht – Agnostikergebet #11 um 3:40 nach einem vorbereitendem #twyl

Kaffee und Gurken

(ein Mini aus dem Jahr 2003/4? aber er passt heute so gut)

Kaffee und Gurken. Seit Jahren schon Kaffee und Gurken. Sie wartete darauf, daß etwas geschah, mindestens etwas mit ihr geschah, noch besser sie etwas geschehen ließe. Etwas mehr als Kinder sich verzeugen und gebären, Männer lieben, Diamanten durch die lauen Lüfte funkeln. Sie hasste Kaviar, diese dröge Fischlaichmarmelade. Seit Jahren schon ging sie jeden Donnerstag zu Aldi und kaufte Gurken und Kaffee, sonst nichts, man musste schließlich bei seinen Standards bleiben. Keiner ihrer Kinder, Männer, Cliquenweiber hatte es bisher bemerkt, wo denn der Kaffee herkäme, wo sie die göttlichen Gurken erstand. Es wäre ihr auch egal gewesen. Man hätte gelacht und es wäre 3,45 Tage hipp gewesen bei Aldi einzukaufen, aber nur in der Bromchtalwälder Strasse. Also kaufte sie weiter jeden Donnerstag Kaffee und Gurken bei Aldi und wartete, bis etwas geschah. Und es geschah. Ein Mann schraubte vor ihrem Auge ein Glas Gurken auf, setzte sich zu Boden und aß Gurken. Sie setzte sich neben ihn und zusammen aßen sie Gurken, bis die Essigbrühe die Kinnlade entlang lief. Ich bin schwanger sagte er, ging in die Kammer des Filialleiters und raubte die Kaffeemaschine in dem er ihn mit dem neuesten PC paralisierte, der Linuxversion. Sie öffnete jedes der 324 Kaffeepfünder und entnahm ihm eine Winzigkeit Kaffee, den sie in die Filtertüte aus dem Regal rieselte. Er rinnsalte Mineralwasser aus 234 Petflaschen Schlückchen weise in die Kanne. Und ein schwangerer Mann und eine saure Frau tranken Kaffee aus den Angebotstassen und aßen Gurken bei Aldi. Endlich war etwas passiert, hatte sie passieren lassen, hatte sie passiert. Kaffee und Gurken sagte er, nickte und verschwand, es war nicht weiter wichtig, denn sie wusste sie würde ihn immer lieben, samt ihrem Kind.

Märkte platzen 1-6

Marktplatz 1

Unter Pflastern
schlängeln Musen
treiben Worte
klatschen Sinn
Zukunft isst
Drei Gestern
Wer wird
sie war
Steine kopfen
Thusalem

Marktplatz 2

Taten sachen
fakten Wolken
rosa Hemden
lippen Hirn
Hauch regnet
brüstet Blick
wir tanzen
Lieder aus
Hanf und Kirsch
Weine frieren
heim

Marktplatz 3

Ketten schwer
geschweißt
geankert
perlen Tränen
treiben Augen
Blicke dackeln
Mini rockt

Marktplatz 4

wLan rattert
mittelt Alter
Lächeln streichelt
Werke fachen
Leben tropft
Geschichten
Städte türmen
werken Fach
Seelchen leben

Marktplatz 5

Bälle füßen
Palmen nullen
ligen Bünde
Meister qualmen
punkten Überzahl

Marktplatz 6

Atem schöpft
Geister wandern
Burgen bürgen
Schweben grinst
Zwei mü
über Grund
Sandalen singen
Liebeslieder
aus der Em Pe Drei

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live aus dem Montmartre Weinheim.

Über den Kitsch (was weiß die Natur über uns?)

hearing: Stigers – Your Mind is on Vacation (Live)

Ich kitsche Wolken
langsam zu Sommer
singe Moll zu Dur
ich weiß gestehe
Welten schlechten
Böse kriegen
Untergang
DENN NOCH
ich kitsche hauche
schäme nicht
die Spiegel
leicht kräuselt
der See die Enten

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Bild enstanden mit der HDR-App für Android Heute Abend am Viernheimer Waldsee geknipst, der Text scheint ein Heimat-Lied zu sein

Schleifen Betten zur Nacht

Schatten schleichen über die Finsternis, die aus den Fenstern der Lichter quillt. Die Angst aus Miriaden von Löwenzähnen geblasen, tanzt auf dem Rücken der Raupen, die einst schmetterten, im Bauch der Linge. Ich stülpe Schirme zu Tropfen, Regen soll ich mich. Tropfen saugen Dürre, scherzen, pfützen, wässern über den Mut. Willig pudel ich Wohl zu Nass. Edel sei das Alko und hol. Zwanzigtausend Schwalben fangen Sommer zu Fliegen. Mein Wohl seint sich zu Haus. Ich spriche Wort. Einst menschten Vögel. Schatten schleichen, schleifen Betten zur Nacht.

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