Die Zedern des Libanon

schnee
gepudert
wie jedes
Jahr Lichter
los schöner
Straßenbaum
dort wo meine
Bahn den Morgen
gähnt so banal
und nicht
Zedern des
Libanon und
es war schon
immer so global
ihr erinnert
Euch? Nichts
leitet außer
der Oberleitung
der Straßenbahn
an der Händel
Straße dem Knoten

Weiß

mitten im
Schnee die
   Sehnsucht
     nach Regen
      Bogen
       Kitsch und
        die Flügel
        zerschmetteter
        Raupen
        Linge im
        Bauch
        nur kleine
        Gedanken
        flattern
        in Salz gestreut

Märkte der Saison

Ich war an diesem Wochenende mehr en passant auf den Weihnachtsmärkten in Neustadt/Weinstraße und Ladenburg, eigentlich der Literatur wegen unterwegs. (Ich berichtete.) Ich werde mich noch 2 mal mit Twitterern in Konstanz und Speyer auf solchen Festen treffen.(offtopic: Blogger sind natürlich auch willkommen, falls wer/werin kommen will, einfach Link klicken) Das ist natürlich etwas anderes. Und doch: Eigentlich liegt genau darin der Sinn solcher Märkte, einfach begegnen. Etwas Helles in die ewige Dunkelheit zu bringen. Der Kälte zu trotzen. Und doch hätte ich dort oft etwas weniger Licht, weniger Baumschmuck-Lichterketten, den Mut den eigenen Dunkelheiten besser zu trauen. Ladenburg, die älteste rechtsrheinische deutsche STADT, rechts, bietet natürlich für solche Märkte genau die pittoreske Kulisse, die so typisch erscheint. Ich fühle mich auch wohl da, werde ich doch nächsten Sonntag dort lesen, aber ich frage mich oft, wie könnte ein Weihnachtsmarkt (u.ä.) in unseren modernen Betonwüsten aussehen, dass es passt und wir uns wohlfühlten im kalten Freien? Ich stelle mir gerade den Platz in der Mitte von Mannheim-Vogelstang vor. Eine durch und durch hässliche Banlieu. DAS wäre eine Herausforderung für Künstler aller Art. Wie könnte ein solcher Markt aussehen, ohne das Viertel abzureisen?
Etwa so? Wie ich es da beschrieb?

Diese Bunker aus dem 2. Weltkrieg besprühen wir mit Weihnachtsbäumen. Malen brennende Kerzen und Strohsterne darauf. Sonst nichts. Nur Bäume, Kerzen und Stroh. Die Stadt werden wir bemalen, jeden Fetzen hässlichen Beton zum Weihnachtsmuseum gestalten. Auf offener Straße ganzjährig und durchgehend wird die Illusion der Weihnacht die Stadt beherrschen, die Fantasielosigkeit übertünchen mit der Ausgeburt der Volksseele. Kerzen im Aprilwetter, Kerzen im Wüstensommer, Kerzen im Novembernebel auf Bäumen mit Sternen, die nicht leuchten, nur strohen. Die Farbe wird abblättern durch die Attacken des sauren Regens und der gnadenlosen Sonne samt ihren ultravioletten Kindern. Blass werden die Strohsterne den Weihnachtsfrieden einfordern, jeden Tag, jede Sekunde, die im Dämmerlicht der frühen Morgen im Bus tickt. Die alltägliche Weihnacht spiegelt sich im Rinnstein und den Öllachen im Hafen. Auf den helltürkis geblässten Bäumen der verlassenen Landebahnen der ReinerAir hüpfen fröhliche Kinder, lassen ihre Rotznase wehen im Wind. Und die ersten Betonruinen werden von harzigem Holz überduftet, das die Enkel der Weihnachtsmänner über all den Beton ziehen, als Fachwerk deuten, auf das die Sterne leuchten. Weihnachtsbäume sieht man nur noch selten, selbst im Dezember, draußen, wenn es endlich wieder stürmt und auf die Gerechten schneit.

Es sollte doch möglich sein, auch Betonwüsten zu gestalten? Oder doch nicht? Die Idee lässt mich nicht los.. auch wenn ich gerne den Weg von MAF Räderscheid mit ihren Klangfarben des Glühweins mit ginge… doch.

Kerze brennt, erst 1

Die Christen unter uns stecken morgen eine Kerze an und feiern den ersten Advent. Das sei ihnen gegönnt, wir Agnostiker feiern hier auf diesem Blog längst Urstände, seit es früher dunkel wird. All die christlich-jüdischen Bevölkerungen, die nur noch am Rande diese ihre Leidkultur streifen, seit zich Jahren keine Kirche von innen sahen, verwandeln dafür unsere Innenstädte in Lichterbaum-Arenen, denn sie haben ihren Ursprung längst verloren. Wir Agnostiker trauern für sie, um sie, nein, wir missionieren nicht. Unseren Weg muss man lachend entlang schlittern, von ganz alleine finden, wir zählen nicht, wir erheben keine Steuern. Trotzdem, wenn all die Lichterketten aus Steuertöpfen finanziert, der Krise wegen, weil unsere Banken jeden Cent zum Entzocken brauchen, wenn die Ketten also endlich um 23 ½ Uhr ihren Leuchten Schweigen heucheln, dann könnte man doch vielleicht gemeinsam Kerzen entzünden, auf Bananenblättern und Salsa tanzen, ach nein? So scha-de, so.. scha-de. Eigentlich mag ich sie sehr, die Christinnen, also gut, die Christen auch.

Lasset uns warten auf die Glöckchen..

Die Spitzen der Bäume, drüben an der Bergstraße waren heute schneebestäubt. Wenn dann noch die Wolkendecke aufreißt und drei Sonnenstrahlen die Hügel da drüben beleuchten, um die 300m üN, sieht das aus, von der Autobahnbrücke gesehen, als ob die Alpen Betriebsausflug kaprizierten. Das sind meist nur Sekunden, die solche Bilder “real” zu sehen sind und mit der Handyfotoparat nicht einzufangen, aber mit dem Hirn, tiefgeprägt. Der Schnee als optischer Blätterersatz. Doch, ich mag das, wenn unten in meiner Ebene alles trocken bleibt oder nur verregnet. All dieser Advent und sein Schneematsch ist eigentlich nichts weiter als die Erwartung des Frühlings, wenn wieder Blätter wachsen und der Schnee als optischer Aufheller nicht mehr gebraucht wird. Ich warte nicht auf meinen Messias, wozu auch, nicht auf die Inkarnation des Buddah, wollte eigentlich Mohammed jemals wiederkehren? Ich denke nein.

gedankenbleiben: Adventus, die Ankunft der ersten Gänseblümchen, der Schneeglöckchen im März.

Ob ich das hier solange weiter schreibe? Warum nicht?

Lasset uns warten auf die Glöckchen, die den Schnee schmolzen, das Eis?

Und der GANZE Winter ist des Agnostikers Advent? So ganz, heitlich…

#hach

Das Hausmädchen mit dem Diamantohrring

Ida Casaburi
Das Hausmädchen mit dem Diamantohrring
Roman, 19,90 € geb., 171 S. ISBN: 978-3-9810798-9-0
erschienen im November 2010
Bettina Weiss Verlag
kalliope paperbacks, Heidelberg
(Leseprobe und Klappentext hier)

Frau Weiss mailte, nein, sie wäre nicht auf der Buchmesse Frankfurt dieses Jahr, aber sie hätte da ein Buch, das meine Kragenweite wäre, ob ich denn nicht einmal wieder…. und sie würde gerne ein Rezensionsexemplar schicken. Hhm. Noch so ein historisches Ding um ein Bild herum? Das war ja kein Crossover, was die Tracy Chevalier da abgeliefert hatte. Ich fand es noch nicht einmal gut. Aber hei, da muss doch, was andere sein, passte sonst nicht in das Frauenprogramm von kalliope.
Das Buch hat eine eigene Homepage (es muss ja nicht immer Blog sein) mit Hörproben samt Leseprobe, und die Autorin wohnt in Fürth / Weschnitz? Keiner meiner Kollegen von dort kannte sie. Gut. Ein Roman der Autorin hat an einem Wettbewerb eines Verlages teilgenommen und nicht gewonnen und kommt nun in Heidelberg heraus? Das musste ich lesen. Fürth!
Vorgestern kam das Buch an. Edles Schwarz mit Schutzumschlag und Bändchen. Aber hallo, die Bücher der Frau Weiss machen sich. Doch. Ich war gerade am Ende eines Buches und so reihte ich es in die Lese-Linie ganz nach vorn und wollte nach 12 Seiten aufhören und melden, dass ich keine Verrisse schreibe. Der Text wimmelte von Ausrufezeichen, die springen mich immer an, aber ich las weiter und bereute es nicht.
Das ist leichte Kost, ja, aber heimtückisch geschrieben, wenn man sich darauf einlässt. Augen zwinkernd, sich selbst sogar verbal hopps-nehmend, das musste ich erst herauslesen. Mit vielen Zitaten (alle schön mit Quellenverweis gelistet), sogar aus Reclam-Büchlein und Anspielungen in die Literatur, den Märchen zumeist, aber vor allem dem Kino. Fast könnte es eine Art “Hot-Shot” von Woody Allen geprintet sein. Nein, kein Hegemannscher Remix, bestimmt nicht. Der Anfang ein irres Auf-den-Kopf-Stellen der Weihnachtszeit von Böll bis hin zum Ende mit Cyrano und Tootsie. Skurille Typen in den Stadtschluchten von Mainhatten mit gedrechselten Dialogen, als ob wirklich ein italienschischer Woody Pate gestanden hätte. Für mich war auf einmal der Inhalt Nebensache. Trivial: Reiche Zicke wird von zu Hause rausgeworfen und verschandelt sich per Maske um eines Jobs willen bei reichem Erben und der Plot tanzt um die alte Leier “Kriegen sie sich?” Aber wie der tanzt. Sogar die albernen Lexika der Jugendsprachen von Pons bekommen ihr Fett weg, die Autorin kannte wohl das Twitterbuch des Verlages noch nicht. ;-). Das Büchlein ist zwar leichte Kost, aber raffiniert geschnitten. Ein Boléro, der sich in ein furioses Finale steigert. Eine tote Katze bei einer Hochzeit, vom Pfarrer bepredigt, zusammen mit den abgeschnittenen Haaren des Ehemannes in einem Beutel und die Haare statt Reis über die Braut im 9. Monat gestreut. (Nein, nicht die Hochzeit der Protagonisten) Genial. Wie gesagt, das ist keine Kafka-Literatur, aber feinstes Boulevard. Und das ist selten.
In Fürth wohnt die Autorin. Gibt es irgendwann eine Lesung, Frau Weiss? Damit ich das Büchlein signieren lassen kann. Fürth, man fasst es nicht. ;-)) Ich wäre so neugierig auf die Autorin, die auch noch das Bild auf dem Cover geschaffen hat…
Ach, und post Scriptum, wann gibt es eBooks von kalliope? Das hätte ich gerne im Reader gelesen….

Zwischenakt I

Nur noch 4 Wochen und die Wintersonnenwende ist erreicht, die Tage werden dann wieder länger. Wir rotieren achsenmäßig dem Frühling entgegen. ACH! Wen interessiert denn Schnee wirklich unterhalb 350 m unter dem Spiegel? Ein mehr. Dieses mehr. Immer mehr. Bis es dann in der Hochzeit des Jahres kippt in das Nichts des langsam beginnenden Weniger. Sie nennen es Jahr-es-Zeiten und Kalenderwoche, diese scheiß-Abhängingkeit von kosmischen Umdrehungen und Neigungungsachsen zum Zenrtral-Gestirn. #fuckme Sonne, wenn Du nicht bist. DA. Gnade, ich stille, wüste mich nicht. Engerie-me. Autmn-Atem, es ist bereits genügend geherbstet. Win-Win-Winter steht an der Hecke und öffnet sich schneiend. Gelbe Spuren in die Politik.

[nachtrag in eeMBee :::: zwischendurch Blog-immanente Werbung für meinen Adventskalender für Agnostiker…

Manchmal nur manchmal

beschleicht mich die Sehnsucht nach einer ordentlichen Religion, in der ich aufgehen könnte, aufhören zu denken, einfach nur glauben und all die Riten einhalten. Das ist so viel einfacher, doch ich weiß was das ist. Aber trotz eifrigem Bemühen, ich kann es nicht. Nicht mehr. Es klingt alles so hohl, so aufgesetzt. Selbst bei diesen großen alten Messen der Meister muss ich die Texte ausschalten, die ich immer noch auswendig kann. Et in terra pax hominibus. Es ist mir nicht mehr vergönnt. Ich muss alleine da durch, tapse und sehne mich nach Riten. Aber keine Sorge, das geht vorbei. Heimlich schleiche ich mich in einen Gottesdienst Eurer Kirchen und schwupp, ist es vorbei, das ewige Ritual, nein, es geht nicht. Ich kann alleine Stunden in diesen großen alten Kirchen verbringen, in aufgelassenen Klöstern, Kapellen, Kreuzgänge rühren mich zu Tränen. Ich finde dort Ahnungen zu Transzendenz und Dimensionen, die mir sonst verschlossen sind und wenn ich dabei ungestört meine Kopfhörer tragen darf und Musik hören kann, dann könnte ich an was auch immer glauben, ich könnte Gebete schreiben an Götter, die es nicht gibt. Da ist etwas in mir, in den Gebäuden, der Musik, das Künstler, Handwerker, Architekten entstehen ließen, das jenseits Eurer Religionen gut ist, schön ist, mächtig ist, irgendetwas anrührt, was in mir ist, da draußen ist, aber das hat nichts mit dem Vollzug Eurer Religion zu tun, mit der Theologie, der Lehre. Es ist etwas anderes. Und so ziehe ich umher und freue mich einfach, dass es diese Dinge gibt, die Musik, die Kirchen, die Moscheen, die Synagogen und die Transzendenz.

Möge Euer Ich mit Euch sein, SSK

SSK. Schnee, Sterne und Kerzen. Unsere Vorfahren hätten sich verständnislos angesehen und gefragt, was daran bitte romantisch sein soll. Es war Normalität. Kälte unter wolkenlosem Himmel auf gefrorenem Schnee, unzureichend geheizte Räume und zu wenig Licht um zu lesen oder gar zu arbeiten. Und warum dünkt uns dies als das Advents-Erlebnis, auch als Agnostiker. Mit irgendwelchen göttlichen Dingen hat dies ja nichts zu tun, eher mit dem Breitengrad und der Jahreszeit. Natürlich mag ich es, wenn eine Kerze auf dem Tisch zum Essen flackert, oder in der Kneipe, wenn ich schreibe, es schafft eine andere Atmosphäre, aber in einer lauen Sommernacht unter funkelnden Sternen, von mir aus in Fackelbeleuchtung fühle ich mich wohler. Ich leide nicht unter dem Winter oder dem Vorwinter, wie ihn der November oft gibt, das hat schon seine guten Zeiten, wenn das frühe Dunkel zum ruhigen Lesen einlädt, oder zum sinnieren, wie gerade jetzt, aber deswegen in Verzückung gerate ich nicht. Romantik wird gnadenlos überschätzt. Ich meine diese diffuse Stimmung, nicht die kulturgeschichtliche Zeit. Wie mir mehr am Text als an Schriftarten liegt oder Buchcovern, mag ich schöne Dinge in Wohnungen, Geschirr, Gegenstände, Bilder aber die Deko-Wut ist mir fremd. Ich habe nix dagegen, inzwischen, aber ich kann auch ohne leben. Die Änderungen in der Natur selbst reichen mir vollkommen aus, ich muss das nicht dekoriert haben. SSK. Bald werden wieder diese Schneelieder die Äther füllen. Gut so. Ich werde es nicht hören. Ich LIEBE das Web mit seinen Radios, die ogg/mp3-Player mit ihren gigantischen Speichern. Ich höre, was ich will. gerade Fabio Morgera “Grey”. Das ist Winter für mich. Aber lasst Euch nicht aufhalten, schmückt Euer Heim, wie es Euch gefällt, hört was Euch gefällt, wie sagt Joda immer in Stawars: “Vertraue deinen Gefühlen”. Möge Euer Ich mit Euch sein und sonst garnix….

Barcamp, gottsche, Götter

Mein Gott. Hmm. Gott sei Dank. Du sollst den Namen des Herrn. In Gottes Namen. Es wäre für Agnostiker einfacher in einer nicht-monotheistischen Umgebungen aufzuwachsen. Die Viel-Leichtigkeit wäre in einem Hare-Hare-Krishna Kontinuum einfacher. Multi-Gotti, oder wie nennt man das? Also Götter, nicht Gott. Ach, macht doch was ihr wollt. Das Leben ohne Götter. Entschuldigung, da wären wir dann gender. OK. Es gibt auch vielleicht keine Göttinnen. Meine Göttin. Ach komm, erzähl mir nix. Wir transponieren das in die Unendlichkeit des Seienden. Philosophen waren schon immer nur Transgender der Theologie. Und was jetzt? Mein Gott, du bist Nonne und ich Kardinal. Rot. Luther mich. theAge. th…….. Ach Gottsche. Ich werde einfach deinen Namen weiter gebrauchen, siehe oben, wie in Nomine Domini, Nationen von Franken und Langobarden, schon, die Amis drüben teilen sich ihre Godfathers eher in Bejing samt den Atomen, den Agöttrischen… mein Gott es wird spät, Freunde, Gottlose, die nächste Session des Götter-Barcamps, ich gotte..

Fühlen: Die Sache mit der Gans

(das mit der Ganz… kommt auch noch, vielleicht)
der Haut derselben. Zu Martini. Das ist auch so ein Held. Martin. Der Gänseschlächter, der er nie war. Und meine Gänse? Die Haut, meine, an den Härchen erhoben, als ob Oma die Gans gerupft hätte, der Federn beraubt. Meine Gans, meine Haut, meine Härchen? Es könnte natürlich auch eine Hühner oder Täubchen Haute sein. Oder die Haut der Millionen Turkeys bei Son-In-Law und thanks given. Und all die Vögel, nein ich schreibe heute nicht vögeln, ach. Gerupfte Vögelhaut. Menschenhaut an Menschenhaut, ungerupft. Vögel, zug, ja doch, Milliarden an Gänsen und Hühnern und diesen Truten, doch ist o.K. und warum verweigern wir den Italienern ihre Züge, die vögeln? Finger erinnern Häute, Gänsehäuten, diese und Deine und der November nieselt kleine Härchen auf die Häute, ungerupft. Raue Haut, als ob, sie reibt an meiner. Ich leibe, liebe, ach doch keine Gänse, ich keule nicht. Gänsehaut an Gänsehaut vögeln wir Menschen das Sein. Zu Martini? Ach komm Martin, die ist ein Adventskalender, den niemand kennt.


Dank! Gerd Brunzema

AgnoVent

Nur ein kurzer Hinweis für die Stammleser hier. Ähnlich meinen Weihnachstaktionen früher, schreibe ich seit gestern an einem Extra-Blog, das den bezeichnenden Namen „AgnoVent // Ein Adventskalender für Agnostiker“ trägt. Wie bei vielen Dingen weiß ich nicht, ob ich dieses Projekt durchziehen werde oder im Experimentenhals stecken lasse. Ich lasse mich dort einfach treiben. Es wird auch hier nicht automatisch in eeMBee erscheinen. Das Blog ist rechst prominent verlinkt und hat auch einen eigenen Feedreader. Also wer mag……..

Heiterkeit 1

Ich bin ja jetzt auch offiziell ein Heidenkind und dies lässt mich völlig neugierig werden, auf diese Weihnacht. Ich muss mich jetzt nicht mehr erregen, dass sich kein Mensch um die Botschaft kümmert, die diesem Fest zugrunde liegt und mir treiben Tränen unterdrückter Lachen aus den Augen, winkeln sich. Lametta. Doch im Ernst. Lametta. Was könnte man damit anstellen? Ich stelle mir einen Besenstil vor. Einen Parka (oliv, der Soldatenbraut entwendet) darüber gehängt, vernadelt vom Christbaum (Hei der Name taucht zum ersten mal wieder auf, hei Josuah, ich bin heiter und Du?). Über und über vernadelt der Parka, überall Fichten-Nadeln, samt Geruch über. ÜBER ALL, über im All. Durch Raucherringe, nein ich weiß nicht, wer da raucht, durch die Ringe fliegen baraocke Engel-Drohnen und schießen aus Luftdruck-Pistolen Lametta. (Es sind keine Engel von dir, Joshua, no prob.) Alles ganz profan, so pseudo-künstlerisch vom Baumarkt, Putten-Clone in Stereo-PUR, stuck-resistent und sie singen. Chopin, als ob sie Fügel wären. und schießen Lameatta, die Bude füllt. Sich. Mit La-la-Metta. Die Flut steigt, keine Radare verfluchen die Flak. Auf dem Lametta liegen wir und treiben der Decke des Himmels entgegen. Lametta wie Heu. Die Pseudo-Putten bemahlen sich blau, die Pistolen reiben sich Räuber aus den Luft-Magazinen und essen das restliche Lametta mit violetten Bändern verziert. Ein letztes Keuchen auf Lamma-Letta, den Nadeln entronnen, laubblasen wir. Zu Tonnen. Noch ein Bier, zu Joshua? Solange es kein Martini ist. So heiter, so heiter. Stile, Besen, sei gewesen. Genadelt. Und dekoriert. Lametta. Vergiss die Gebete, Joshua, kommst Du? Tresen, Tresen, sei’s gewesen. Parkas wärmen.

Die Sache mit der Seele

Ich bin ganz. Von oben bis unten. Selbst wenn eine Glied-Maße fehlte, wäre ich in den Resten ganz. Auch wenn meine Fingernägel geschnitten sind, meine Resthaare, ich bin ganz. Niemand teilt mich mehr auf. Nein, ich habe keine Seele. Und doch, natürlich. Ich bin eine Seele von Mensch. Ich habe auch keinen Körper, nein wirklich. Ich bin einfach Ich, mit allem drum und dran. Mit Penis und Bierbauch. Ist alles in allem und funktioniert, na ja, dem Alter entsprechend und natürlich. Ich habe mich den Göttern in violett, kardinalsrot, shabbes und arab-grün samt Adepten entzogen. Sie wollten zwar nur meine Seele, aber ich bin so ein ganzheitlicher Typ. Ich lass mich nicht einfach so auseinander dividieren. Lebt die Seele auch im Penis, entschuldigung, ich gendere falsch, möglicherweise auch in der Vagina, hätte ich denn eine? Ich bin, wie die Gattung insgesamt, ein geniales Konstrukt, ja hier spricht der Agnostiker, es erscheint mir konstruiert, die Bausteine congenial gestaltet. Und ich bin ganz. Innerhalb und äußerlich. Ist alles Ich. Auch die lästigen Nasenhaare und die Falten in der Kniekehle. Sollte ich einst tumoren, auch diese. Und alles ist rein, wenn ich es denn gewaschen habe. Nein, ich habe keine Seele, keinen Körper, ich bin nur ich. Und den Platz für die Götter, die es vielleicht gar nicht gibt, den weise ich zu, in mir dorten. Ich. Man teilt mich nicht auf. Und weil ich ganz bin, im Großen-&-‘Ganzen, sterbe ich auch ganz. Summa cum. Dereinst. Und wenn es dann trotzdem weiter gehen sollte und dieses mein Ich dann noch erkennbar wäre für mich, nun denn, dann wäre ich wieder ganz, wie auch immer und hätte weder Seele noch Körper. Ich weiß ja nicht, wie das bei Dir ist, aber ich fühle mich pudelwohl bei diesen Gedanken. So als Ganzheit des in mir Seienden. Ja, die Philosophie. Ach nee, die entsorgen wir mit der Theologie… wie gesagt in diesem Advent bin ich wie immer ganz ICH. Wer spricht hier von Ego-Isten? Natürlich, davon geht doch die Rede in der ganzen Zeit. ICH bin ich. Nix weiter, aber doch. Und meine Seele, die es gar nicht einzeln gibt bekommen auch keine Götter, die es vielleicht doch gibt? Nein ich fürchte nicht. Lasset uns zusammen lächeln. Lachet laut! Anti-Doch-Theologien eines Agnos- Tigers.

Netzgeschältes 1

Ich schreibe direkt ins Netz. In die Löcher. Nein, ich fische nicht, schon gar keine Menschen. Das machen Agenturen. Werbeagenturen, Lügenagenturen, Public Relations Agenturen. Die fischen, Menschlein, Seelchen und mein Geld. Sie fischen im Klaren, im trüben Flüssigkeiten, ach was H2O, nein, sie wandeln nicht auf Wassern, niemand wundert es, sie lügen sich zu uns. Ich schreibe nur in die Netze, wie jetzt, in die Löcher, dazwischen. Ich bin zeilenlos, das Nichts ist nicht. Ich schreibe in Netze und meine Worte treiben durch sie hindurch, nur die langen Sätze bleiben hängen für die dicken Bücher, die ich nicht schreibe, zugefischt von den Klugen und Gerechten, die mir gestohlen sind. Ich habe Angst vor den Fehlerlosen, den allzeit Tüchtigen, den Fehltritt-Losern. Ich schreibe in die Netze, die nichts Lücken losen. Und keine Wasser trüben, keine Wandler nässen Fuß. Im Netz die starken Sätze, große und für Euch Zwitscherer die Worte, klein geschrieben, geflüstert, zum wieder sehen…