Schwebe

entlang deines
Films ungerissen

Schneckenfische
träumen
Gespinste
umfangen

Bildbunt wärmt
Schatten
sag nicht
Nacht zu mir

tanze hinter
den Lichtern

(Unbedingt hingehen! Das kann ICH nicht fotografieren, eine Installation von Carolina Brack aus filigranen Cut-Outs überuntermalt mit einem Film, komponiert in meine Lieblingsecke im Kunstverein Heddesheim. Ausstellung „Farben und Formen – Arbeiten vor Ort Carolina Brack & Nicole Klimaschka“

[update]
für Menschen mit Facebook-Account gibt es von der Künstlerin Bilder des Objekts

Jetzt gibt es auch den Film dazu online, der dort in Heddesheim Teil dieser Rauminstallation ist, der zu den Zeilen oben führte. Aber auch dieser Film beschreibt nur zum Teil den Charme und die künstlerische Leistung der Rauminstallation, bis zum 17.10.kann sie noch bewundert werden. Kunstverein Heddesheim.

Ich fasse es immer noch nicht

Google, der Böse, dieses Scheiß-Internet, sucht wieder einmal alles zusammen. Diesen ganzen elenden Bockmist um die CSU-Wiederaufnahme der „christlich-jüdischen Leitkultur„. Wann war zuletzt einer dieser Vollpfosten in Dachau? Im ehemaligen KZ? Dem Tiefstpunkt dieser „christlich-jüdischen Leitkultur“? Ich fass‘ es einfach nicht. Es geht wirklich über mein Fassungsvermögen. Da sprechen politische Mandanten, deren Rechstvorgänger den größten Raub an jüdischem Vermögen mit anschließendem Massenmord, staatlicherseits, begingen, von all den Progromen und Autodafés nicht zu reden in den zwei christlichen Jahrtausenden. Und meint damit eine Art Ersatzreligions-Krieg gegen „den Islam“. DEN. Es gibt was weiß ich wie viele Spielarten dieses Islam, genau wie es für mich unzählige Ausrichtungen des Judentums gibt und seelenruhig leben zwei große christlichen Konfessionen, nicht untereinander integriert, neben einander her, die kleineren mal nicht gerechnet, die sich immer noch Gram sind wegen solcher bedeutenden Dinge wie der Transsubstiation oder dem Primat eines Bischofs in Rom. Erfolgloser Multi-Konfessionskram seit 500 Jahren. Und keine Einheit in Sicht. Trotz dreißigjähriger Kriege. Was kaspern die einen Pseudo-Religions-Krieg herbei? Ja, ja, der bayrische Papst hilft kräftig mit und richtet heute ein „Ministerium für Neuevangelisierung“ ein. Das „soll Wege und Mittel erarbeiten und einleiten, wie die christliche Botschaft in den säkularisierten Ländern wieder stärker verwurzelt werden könne.“ Da scharren sie mit den Hufen, die Anti-Säkularen der Leitkultur. Merket auf!
Es geht mit Nichten darum, Zuwanderern und Hierverwurzelten klar und deutlich zu sagen, dass ihre Religion keineswegs über den Gesetzen dieses Staates steht. Nie. Never. Es geht um Überlegenheit, neues Herrenrassentum, wenn auch jüdisch verbrämt, damit keiner Nazi-Faschist deuteln kann. Ich fasse es einfach nicht. Diese Dummheit, die aber zielführend sein wird, fürchte ich. In der fundamentalistischen Blogwelt jedweder Confessio werden gerade die Sturmtruppen der Ignoranz gezüchtet. Als ob Nathan der Weise nie geschrieben worden wäre, als ob es nicht ein islamisch-jüdisch-christlicher Kulturkreis wäre, seit mehr als tausend Jahren. Könnte man nicht EINMAL aufhören Volkgsgehetze mit den Schönheiten dieser Kulturen zu betreiben, die genauso übelste Widrigkeiten verbrochen haben, gerade verbrechen? Wäre es nicht an der Zeit sich dessen bewusst zu sein und eine Kritik ALLER drei monotheistischen Religionen einzuleiten, statt diesem Gefasel?

Feuchte Träume.. oh gods of publishing

Die fest angestellten Autoren der 3 deutschen Groß-Verlage, die doch letztlich alle zum Springer-Bertelsmann-Kombinat gehören, das wiederum der Allianz und Microsoft gehört, streiken seit Wochen, weil auch das letzte selbst verantwortete Publishing-Projekt, Print, ye know, im siebten Jahr, aus den Tarifverträgen gestrichen werden soll. Da ver.di mit der IG Metall zwangsfusioniert ist, sind auch genügend Streikkassen vorhanden. Um die Aktionäre nicht verhungern zu lassen, mit „NachSteuern-Gewinnen“ unter 34%, ist Self-Publishing der Renner. Schließlich ist das freie Publizieren schon lange verboten. Auf den Bahamas steht auf Bloggen sogar die Todesstrafe. Wobei dies natürlich Unfug ist. Es gibt keine Blogs mehr, wie auch kein Internet, in das man schreiben könnte. Nur noch kaufen kann man. Also stehen in den ansonsten längst leer geräumten Buchhandlungen kleine Rechner mit DOS 2.0 und Wordstar 1, bereit zum eintippen, gegen Gebühr, selbstverständlich. Scharen von Kunden warten gedulig, um auch autoren zu dürfen, 2 Cent pro Zeichen, bei freien Bewusstseins-Drogen samt 1 Becher Mohntee /Stunde. WeinSecco-Bier gegen Aufpreis vorhanden. Und dann, und dann zischen die Drucker und Self-Publisher verlässt mit einem Buch, SEINEM Buch, instant, die Bücherei. „Books are back“ wird SpOn titeln und kleine Shortlists über die Messen tauen. Oh ihr Götter des publishing, Träume, so feucht…

Förderation

..deputationshauptschluss. Jaja, da fing das an. Da verteilte Napoleon die Welt jenseits des Rhine neu. Und zwei Länder fielen seiner Gier zum Opfer. Kurmainz und Kurpfalz. Zwei KURFÜRSTENTÜMER. Sie fehlen in der Liste der Bundesländer, sie liegen in den komischen Artefakten „Rheinland-Pfalz“ oder „Baden-Württemberg“, das sollen Länder sein, das sind seltsame Konstrukte, die dieser Scheiß- Obernazi Adolf auch noch zu allen anderen Schandtaten mit zu verantworten hat, weil er diesen Krieg begann. Keiner kennt sie mehr. Die „alten“ Bundesländer haben sich erst letzthin an den „neuen“ Bundesländern verschluckt und werden noch eine Weile rülpsen müssen, bis das alles bezahlt ist und reingemacht. Rein füssiologisch müsste aber etwas passieren, denn es ist ungerecht, diese alten deutschen Länder immer und ewig als „neu“ zu bezeichnen. Wir die Unterzeichnern fordern daher 2 „ganz neue“ Bundesländer zu etablieren. Kurmainz und Kurpfalz. Keine Sorge der Fürsterzbischof von Mainz begehrt nicht mehr das Amt des Kanzlers, die Meenzer werden schon einen finden, der das demokratisch macht und die zwei „ganz neuen“ Länder ( wir wollen doch auch nicht mehr das Elsass deswegen annektieren oder nach Osten expandieren, gelle, nur um mal wieder an neue Länder zu kommen) wollen auch nicht wieder im Frankfurter Römer Königs wählen. Wir wollen einfach zwei ganz normale Bundesländer werden. Der Rest Rheinland-Pfalz fusioniert mit dem Saarland, damit der La Fontäne was tun bekommt, die Schwaben haben eh mit den Badenser genug zu tun. Und den Bayern sollte endlich mal jemand klar machen, dass die Wittelsbacher Rauten viel mehr zur Kurpfalz passen, aber die CSU wird das dann schon noch merken, bevor sie das Königreich ausruft. Und damit das klar ist : Die Hauptstadt der Kurpfalz ist seit 16 Hundert ungrad Mannheim. Auch wenn es viele Heidelberger nicht begreifen wollen. Xavier Naidoo schreibt bereits an einer Hymne. Carl Benz kommt drin vor ( wir werden den Schwaben was scheißen mit dem Daimler, der Benz hat das Auto erfunden, gell ) der Freiherr von Drais mit seinen Fahrrad und der Lanz mit seinem Traktor, alles hier erfunden worden, gell. Wir werden zur Durchsetzung der förderativen Ansprüche uns notfalls ( NOTFALLS nur ) mit den Genossen der Initiative „Preußen in den Bundesrat“ verbünden und den Neckar ab Ladenburg für Schwäne und Schwaben sperren. Wir denken in Nordrhein-Westfalen rumort es ebenso, Köln hat Ansprüche angemeldet und…..

Balanzieren, bilanzieren

Da sitz‘ ich im Tempel der Buchdruckkunst und lese aus einer gedruckten Literaturzeitschrift, in einer Stadt, die fast einmal meine war, dort, wo man schon ‚mal den Dom zwei mal hundert jährig feiert.
Und es juckte unter den Fingern Gedichte zu schreiben wie dieses in diesem Buch , dass ich balanziere oder bilanziere, wie hier aber ich war eingeladen. Ich, der Elektrobüchler aus dem Netz, der es nicht erwarten kann, wann die Geräte zum lesen meiner eBooks zur Massenware werden. In einem Gebäude, über dessen Eingang ein germanisch – römischen Kaiser thront, den abgeschlagenen Kopf seines Feindes, samt dessen Gemächt, zu seinen Füßen. (Das hab ich jetzt sehr dezent erzählt, oder?) Um die Ecke der Dom, mit diesem Kopf-Präsentator im Kreuzgang. Aber niemand wollte mir etwas, es sei denn Gutes. Das hat was auf einer Nicht-Guckkastenbühne zu lesen, von Powerpoints umgeben, das abgedunkelte Publikum im Visier. Alles professionell gemanagt, mit dem berühmten Augenzwinkern, keine künstliche Besteifung der Künste. Ein Projekt, wie ich es mag.

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Signora Windows, Signoria

95, 98,
vista, sette

Läden in suburba
Kreuze über

Lukenaugen
Stürze spielen Brauen

Licht dringt
ein Lachen

Im Dunklen
spielen duUNDich

Läden donnern
schließen

Ach was rutschen wir,
doch nicht nach rechts.

Lichter lichten
leicht

Gratia plena,
benedicta….

windows, ye know, fenestra,
1,2,3.. quattro, Signora!

aus: Wortschau Sonderausgabe Nr.1, lyrischer Text von mir zu einem Druck von Jelena Smoljko. Ein Heft in Zusammenarbeit mit dem Druckladen des Gutenberg-Museums Mainz und dem Gymnasium St. Katharinen, Oppenheim. Bild aufgenommen im Druckladen während der Vernissage am 1.10.2010, als der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz im anderen Raum gerade auch druckte… ;-))(Erläuterungen hier)

Im Heft sieht das dann so aus:

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