All die Seelen-Weens

Und die Kinder
verkleideten
sich als
Tetzel und
hausierten
Tür und Tor
Ablässe zu
betröteln
für die
Aller
Schein
die Heiligen
Hei Luther
schrien die
Seelen
und die
Schokinak
im Mann-Heim
lächelte
gütigst

ach die Heiligen
so lange die Weil

(in eine Zuckerrübe geritzt, was ist ein Kürbis?)

Ein Geist äussert sich zu Halloween (reloaded)

(aus 2007, 2009 nach oben geholt… scheint Tradition zu werden)

Seit einer Stunde schreibe ich jetzt schon mit weißem Stift auf weißes Papier und eigentlich dachte ich, es würde so bleiben, aber es will ans Schwarze. Stellen Sie sich vor : Ich hatte Besuch. Einen Geist. Einen sehr nachdenklichen Geist. Er fragte als geist@geistreichen.gs höflich per @mail an, ob er mich besuchen dürfe. Ich gestattete es, obwohl ich weder an Geister glaube, noch bisher logischerweise Kontakt zu solchigen hatte, ich fragte auch nicht nach der physikalischen Art des Besuches. Es war, wie es sein sollte, ein Herr im blauen Nadelstreifen schellte………

weiterlesen im Post vom 30.10.2007

Wie hätten wir es denn gern?

Der Politiker Koch war mir ein Graus, um es mal unter zu treiben. Ich halte ihn auch nicht für die Bestbesetzung als Vorstand für eine große Bau-Unternehmung, aber die Diskussion, dass er das nicht dürfe oder solle ist für meine Begriffe total daneben. Er wird voll verantwortlich Vorstands-Vorsitzender. Kein Berater für Energieriesen wie Schröder/Fischer oder sonstiger Pseudo-Lobbyist. Noch dazu in einem Unternehmen, dass seit dem Desaster des Köln-Archivs im Fokus steht. Was erwarten wir von Politikern, die im besten Mannesalter, ja, ja, die Frauen auch, ausscheiden? Der Rückzug ins Private? Rosenzüchten wie Adenauer? Welche persönlichen Werdegang hätten wir denn gerne? Nur mal so salopp daher gebloggt? Sagen wir mal: Wer will als 35-jähriger in den Landtag und nach 4 Jahren abgewählt werden ins Nichts? Nein, ich meine nicht nur das finanzielle….
Was hätten wir denn gerne für eine Art Politiker? Lehrer und Juristen, die sich das leisten können?
Wie stellen wir uns generell Berufspolitiker vor, so als Menschen, die auch verstanden werden wollen, die Art, die wir eigentlich gerne hätten?

Ok, Koch war ein Politiker zum Fürchten, aber sollte er nicht mehr arbeiten dürfen? Hinterher?

Feder lesens mit Okta

Auf Einladung von Ludwig Mahner lese ich am 3.11.2010 19:30 als Gast der Autorengruppe Oktafeder und der Stadbücherei Viernheim, als Teil der bundesweiten Aktionswoche „Treffpunkt Bibliothek“ in der angrenzenten Kulturscheune.
Motto der Lesung, wie der Titel meines Haupttextes:“Da war der Tag gelaufen„. Ich bin gespannt darauf und freue mich auf die „Kollegen“.

Ich freue mich besonders, dass in der Kulturscheune zur Zeit und am 3.11.2010 noch eine Ausstellung der beiden Heddesheimer Künstler Bernd Gerstner und Roland Schmitt gezeigt wird und es werden sich Interaktionen zu den Werken ergeben, Crossover einmal vor Publikum live. Geflasht hatte ich das ja schon, Holz an Erde, Erde an Holz.

nächtlich wandelnd Im Busch, twitternd 2010

Im siebten Jahr packte es mich endlich und ich wandelte nacht im Jungbusch. Der Jungbusch liegt am Mannheimer Industriehafen, einst Gründerzeit-Stadtteil für die Menschen mit Geld am Hafen, dann (fast) Rotlichtbezirk und heute eine spannende Mischung aus Migartions-Viertel, Szene und studentischem (Nacht-)Leben. Wenn es denn Bohème (in Mannheim) überhaupt gibt, dann hier. Alljährlich findet der „Nachtwandel“ statt. Ein Fest der Szene, des Stadtteils und ich durchmaß es twitternd. Ok, treue Besucher dieses Blogs wissen, dass ich öfter mal hier weile, aber bei dem Fest war ich noch nie. Doch, ich fühlte mich wohl, ich dichtete sogar spontan. Meine Tweets wollte ich auch meinen Bloglesern nicht vorenthalten. Links im Bild der Original-Tweet im Hause von ZeitraumExit!. Gedanken zu einem Werk der Austellung Adieu Adjemcl! Aber seht die Tweets in der zeitlichen Reihenfolge, mit Handy-Bildern…

Carola Brack, Installation #jungbusch #nachtwandel http://yfrog.com/j17avjj

Ich berichtete. Vor dem Rhodos.

http://yfrog.com/mmtiqaj Strümpfe #jungbusch #installationen #nachtwandel #fb

funkelnde Linien reißen / zucken schmelzen zicken / rauschen / bar der Onkel
#twly #strümpfe #nachtwandel #fb

(Gegenüber des „Strümpfe Jungbusch the supper artclub“ liegt die Onkel Otto Bar 😉 Eine ganz spannende Lichtorgie von Benjamin Jantzen und Swen Seyerlen da)

Schiller-Lesung #nachtwandel http://yfrog.com/n74supj

(Aus dem Fenster des Cafe Blau ein Gedicht von Friedrich aus Marbach & eigenem mehr, dargeboten vom Vertreter des Buero für angewandten Realismus Ludwigshafen Bernhard Wadle-Rohe Er las bewundernswert wie immer, egal ob ihn jemand verstand oder nicht. ;D

Weltjazz #nachtwandel http://yfrog.com/5jlffnj

Saxofone zimbeln / hinter Höfen / Rhytmen singen / Backsteinbrüche / hüpf Busch hüpf #weltjazz #nachtwandel #twly
(Mannheimer Oriental Ensemble der OMM, der Pop-Akademie und Studenten der Musikhochschule, ein Projekt, wie ich es liebe, Integration, Verschmelzung vom Feinsten, bleibt mir fort mit Eurer Leitkultur… Neues entsteht!! )

Engel Sekt Bio Riesling http://yfrog.com/n4qnmeij #nachtwandel

(vor dem Cafga, hinein gab es keinen Weg mehr ;-))

Moschee im Busch #nachtwandel http://yfrog.com/c8z2uj

(im Busch gibt es ja noch eine Moschee, die Fathi)
Akademie Rock #nachtwandel http://twitpic.com/307ou7

Hei, und bei Blueshotel ist Jörg „Shorty“ Höppner an der Gitarre. War’n Zeiten, gell.. und nebenan:
Die lichtschwache Twitterwall #nachtwandel http://yfrog.com/75qd6qj

Mannemer Bier 🙂 #nachtwandel http://yfrog.com/mta61icj

Symbadische Muslime setzten die Bierpreise auf dem grauen Markt unter Druck und verkauften ohne Pfand Ureich direkt aus dem Kasten ;-))))

Gasse-Jazz #nachtwandel http://yfrog.com/72c0utj

Lömsch Lehmann (sax), Hering Cerin (dr) und Steffen Rosskopf (git)“The Free“. Marching-Band. Jazz vom Feinsten, im Laufen.

geritzt / staben /ungebucht / die Knete ‚ye knowe #twly #zeitraumexit #nachtwandel http://yfrog.com/jwv90xj

Noch einmal lyrische Kommentare im ZeitraumExit! Im Hof: eine

analoge Twitterwall #nachtwandel http://yfrog.com/ev60668286j

und noch zwei #twlys, einmal von unterwegs und noch einmal bei den Strümfen und dann war es nach Mitternacht und Zeit für einen alten Sack, den Jungen Raum zu geben… ;-))
Grenzen nächten / zwischen Kabel / ich spiele / Freiheit / auf kleinen Tasten #twly #nachtwandel http://yfrog.com/4voe0qj

dj & kunst Strümpfe Jungbusch #nachtwandel http://yfrog.com/0f3puj

Farben kullern / tränen / Soul / hämmern / Seelchen / beats #twly #strümpfe #nachtwandel

nächtlich wandelnd Im Busch, twitternd 2010

Im siebten Jahr packte es mich endlich und ich wandelte nacht im Jungbusch. Der Jungbusch liegt am Mannheimer Industriehafen, einst Gründerzeit-Stadtteil für die Menschen mit Geld am Hafen, dann (fast) Rotlichtbezirk und heute eine spannende Mischung aus Migartions-Viertel, Szene und studentischem (Nacht-)Leben. Wenn es denn Bohème (in Mannheim) überhaupt gibt, dann hier. Alljährlich findet der „Nachtwandel“ statt. Ein Fest der Szene, des Stadtteils und ich durchmaß es twitternd. Ok, treue Besucher dieses Blogs wissen, dass ich öfter mal hier weile, aber bei dem Fest war ich noch nie. Doch, ich fühlte mich wohl, ich dichtete sogar spontan. Meine Tweets wollte ich auch meinen Bloglesern nicht vorenthalten. Links im Bild der Original-Tweet im Hause von ZeitraumExit!. Gedanken zu einem Werk der Austellung Adieu Adjemcl! Aber seht die Tweets in der zeitlichen Reihenfolge, mit Handy-Bildern…

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Gebete eines Agnostikers #4 – Bin ich?

…diesen Gott gäbe es nicht. Es sei ein Falschgott, ein Dämon, ein Schatten des wahren Gottes. Man dürfe auf keinen Fall zu ihm beten. Mein Lächeln versteckte sich im Ernst und winkelte den Mund nach unten, wollte überleben. Ich wusste nicht was beten ist. Natürlich kannte ich das Wort, hörte die Menschen von Türmen brüllen, aus Kirchen dröhnen, Orgeln jaulen, Rosenkränze schwingen, aber ich wusste nicht, was beten bedeutet. Dessen ungeachtet war diese Unerkenntnis nicht so schlimm, wie das Wissen, dass ich weder jenen falschen, noch den wahren Gott kannte. Noch schlimmer die Tragik des Nachdenkens. Was schadet ein Gebet, was das denn dies auch sei, zu einem nicht existenten falschen Gott? Es geht ins Nichts. Da ich auch dem wahren Gott in hintersten Zentren meiner Gehirnwindung keine Existenz zubillige, wären alle Gebete harmlos. Gingen ins Nichts. Prallten in die Nichtexistenz. Sind sinnlos. Oder ist daher dieses Nichts, das Nicht-Seiende der Gott, der weder falsch noch wahr ist, sondern NICHT ist, der wirkliche Gott, der Nichtgott sozusagen? Treffen ihn doch letztlich alle Gebete, was immer auch solchiges sein mag. Erschaffen die Gebete der Menschen erst die respektiven Götter im Nichts? Ich MUSS beten lernen. Ich bräuchte doch so dringend einen Gott, der mich erschafft……

Ach, die Verdrossenen

In ihren Redaktionsstuben sitzen Menschen, die keine Zeit haben, wenigstens nicht so viel, dass sie Zeit hätten, einmal von selbst die Nase vor die Tür zu spazieren. So scheint es wenigstens. Investigativ nannten sie das früher. Hat keiner mehr Geld dafür und die wahren Förderer der Gazetten und Fernsehstaionen samt anhängenden Radiodudler, die Agenturen und PR-Fuzzis samt sie dirigierenden Lobbie-Drangsalierer und zynisch-brutalen Spindoktoren haben anderes im Sinn, irgend etwas zu verkaufen, Ideen, Kühlschränke, Atombomben, Solaranlagen, Unterhosen, Politstars aus Uradelsgründen. Also werden Meldungen lanciert, Themen forciert, ein bisschen gelogen, ein wenig hin gebogen, so in der großen Politik und wir alle folgen wie die Lemminge diesem Zug von Thema zu Thema. Beispiele? Schweinegrippe, Loveparade, Tsunamis, Regenwald. Alles vergessen. Gerade wird ja wieder mit dem Rassismus gespielt, das zog schon immer, wenn man von anderen Dingen ablenken wollte, Hinweise für den Mob wen man mal ein wenig lynchen könnte. Dabei gibt es tausende von Kommunalpolitikern, Landtagsabgeordneten und andere, die sich aufreiben, doch, die gibt es. Kein Mensch kümmert sich um sie, will etwas von ihnen, ihre Veranstaltungen werden so gut wie nie besucht, es sei denn von der eigenen Klientel. Kein Mensch dankt es ihnen, ihre Meinung ist im öffentlichen Kontext weder erwünscht noch gefragt, da seien die Meinungsführer vor. Sie werden verschwiegen, wenn sie nicht mit den Lemmingen ziehen und sich schrill auch zu diesen Themen äußern. Sie sind dessen so verdrossen, wie ihre Wähler angeblich von ihnen. Ich schätze, irgendwann können kommunale Parlamente nicht mehr besetzt werden, aus Mangel an Kandidaten, durch Parteien, die zu wenig Mitglieder haben.(Ich drücke mich gerade auch an einer solchen Kandidatur vorbei, mit für mich guten Gründen, aber die haben wir wohl alle.) Und so werden wir irgendwann ganz von der PR, der Lobby, den Industrieverbänden und der Werbung regiert werden, es macht ja sonst keiner, nicht wahr. Alles andere gefährdet sowieso die Demokratie. Ja, ja, wir Verdrossenen werden dann immer verdrossener und auf die Straße gehen. Doch, das werden wir, um von Politik- und Berufs- verdrossenen Polizisten ein bisschen Wasser gewerft werden.
Dafür brauchen wir dann ein Leistungsschutzrecht für die Springers, Bertelsmanns, die Fazler samt Wazler und die Haas-Gruppen, wem auch sonst noch, damit wir schön weiter wie die Lemminge unsere Verdrossenheit, nicht wahr, pflegen können. Wir wollen es ja nicht anders. Keine Sorgen, solche blödsinnigen Glossen wie die hier wird es auch bald nicht mehr geben. Doch, das Internet wird wieder verschwinden oder in den Spindoktoren-Apps aufgehen. Dieses Geblogge, Getweete und die Kopftücher, den bösen Google nicht vergessen sind ja die wahren Feinde der Demokratie. Venceremos!

Schwebe

entlang deines
Films ungerissen

Schneckenfische
träumen
Gespinste
umfangen

Bildbunt wärmt
Schatten
sag nicht
Nacht zu mir

tanze hinter
den Lichtern

(Unbedingt hingehen! Das kann ICH nicht fotografieren, eine Installation von Carolina Brack aus filigranen Cut-Outs überuntermalt mit einem Film, komponiert in meine Lieblingsecke im Kunstverein Heddesheim. Ausstellung „Farben und Formen – Arbeiten vor Ort Carolina Brack & Nicole Klimaschka“

[update]
für Menschen mit Facebook-Account gibt es von der Künstlerin Bilder des Objekts

Jetzt gibt es auch den Film dazu online, der dort in Heddesheim Teil dieser Rauminstallation ist, der zu den Zeilen oben führte. Aber auch dieser Film beschreibt nur zum Teil den Charme und die künstlerische Leistung der Rauminstallation, bis zum 17.10.kann sie noch bewundert werden. Kunstverein Heddesheim.

Ich fasse es immer noch nicht

Google, der Böse, dieses Scheiß-Internet, sucht wieder einmal alles zusammen. Diesen ganzen elenden Bockmist um die CSU-Wiederaufnahme der „christlich-jüdischen Leitkultur„. Wann war zuletzt einer dieser Vollpfosten in Dachau? Im ehemaligen KZ? Dem Tiefstpunkt dieser „christlich-jüdischen Leitkultur“? Ich fass‘ es einfach nicht. Es geht wirklich über mein Fassungsvermögen. Da sprechen politische Mandanten, deren Rechstvorgänger den größten Raub an jüdischem Vermögen mit anschließendem Massenmord, staatlicherseits, begingen, von all den Progromen und Autodafés nicht zu reden in den zwei christlichen Jahrtausenden. Und meint damit eine Art Ersatzreligions-Krieg gegen „den Islam“. DEN. Es gibt was weiß ich wie viele Spielarten dieses Islam, genau wie es für mich unzählige Ausrichtungen des Judentums gibt und seelenruhig leben zwei große christlichen Konfessionen, nicht untereinander integriert, neben einander her, die kleineren mal nicht gerechnet, die sich immer noch Gram sind wegen solcher bedeutenden Dinge wie der Transsubstiation oder dem Primat eines Bischofs in Rom. Erfolgloser Multi-Konfessionskram seit 500 Jahren. Und keine Einheit in Sicht. Trotz dreißigjähriger Kriege. Was kaspern die einen Pseudo-Religions-Krieg herbei? Ja, ja, der bayrische Papst hilft kräftig mit und richtet heute ein „Ministerium für Neuevangelisierung“ ein. Das „soll Wege und Mittel erarbeiten und einleiten, wie die christliche Botschaft in den säkularisierten Ländern wieder stärker verwurzelt werden könne.“ Da scharren sie mit den Hufen, die Anti-Säkularen der Leitkultur. Merket auf!
Es geht mit Nichten darum, Zuwanderern und Hierverwurzelten klar und deutlich zu sagen, dass ihre Religion keineswegs über den Gesetzen dieses Staates steht. Nie. Never. Es geht um Überlegenheit, neues Herrenrassentum, wenn auch jüdisch verbrämt, damit keiner Nazi-Faschist deuteln kann. Ich fasse es einfach nicht. Diese Dummheit, die aber zielführend sein wird, fürchte ich. In der fundamentalistischen Blogwelt jedweder Confessio werden gerade die Sturmtruppen der Ignoranz gezüchtet. Als ob Nathan der Weise nie geschrieben worden wäre, als ob es nicht ein islamisch-jüdisch-christlicher Kulturkreis wäre, seit mehr als tausend Jahren. Könnte man nicht EINMAL aufhören Volkgsgehetze mit den Schönheiten dieser Kulturen zu betreiben, die genauso übelste Widrigkeiten verbrochen haben, gerade verbrechen? Wäre es nicht an der Zeit sich dessen bewusst zu sein und eine Kritik ALLER drei monotheistischen Religionen einzuleiten, statt diesem Gefasel?

Feuchte Träume.. oh gods of publishing

Die fest angestellten Autoren der 3 deutschen Groß-Verlage, die doch letztlich alle zum Springer-Bertelsmann-Kombinat gehören, das wiederum der Allianz und Microsoft gehört, streiken seit Wochen, weil auch das letzte selbst verantwortete Publishing-Projekt, Print, ye know, im siebten Jahr, aus den Tarifverträgen gestrichen werden soll. Da ver.di mit der IG Metall zwangsfusioniert ist, sind auch genügend Streikkassen vorhanden. Um die Aktionäre nicht verhungern zu lassen, mit „NachSteuern-Gewinnen“ unter 34%, ist Self-Publishing der Renner. Schließlich ist das freie Publizieren schon lange verboten. Auf den Bahamas steht auf Bloggen sogar die Todesstrafe. Wobei dies natürlich Unfug ist. Es gibt keine Blogs mehr, wie auch kein Internet, in das man schreiben könnte. Nur noch kaufen kann man. Also stehen in den ansonsten längst leer geräumten Buchhandlungen kleine Rechner mit DOS 2.0 und Wordstar 1, bereit zum eintippen, gegen Gebühr, selbstverständlich. Scharen von Kunden warten gedulig, um auch autoren zu dürfen, 2 Cent pro Zeichen, bei freien Bewusstseins-Drogen samt 1 Becher Mohntee /Stunde. WeinSecco-Bier gegen Aufpreis vorhanden. Und dann, und dann zischen die Drucker und Self-Publisher verlässt mit einem Buch, SEINEM Buch, instant, die Bücherei. „Books are back“ wird SpOn titeln und kleine Shortlists über die Messen tauen. Oh ihr Götter des publishing, Träume, so feucht…

Förderation

..deputationshauptschluss. Jaja, da fing das an. Da verteilte Napoleon die Welt jenseits des Rhine neu. Und zwei Länder fielen seiner Gier zum Opfer. Kurmainz und Kurpfalz. Zwei KURFÜRSTENTÜMER. Sie fehlen in der Liste der Bundesländer, sie liegen in den komischen Artefakten „Rheinland-Pfalz“ oder „Baden-Württemberg“, das sollen Länder sein, das sind seltsame Konstrukte, die dieser Scheiß- Obernazi Adolf auch noch zu allen anderen Schandtaten mit zu verantworten hat, weil er diesen Krieg begann. Keiner kennt sie mehr. Die „alten“ Bundesländer haben sich erst letzthin an den „neuen“ Bundesländern verschluckt und werden noch eine Weile rülpsen müssen, bis das alles bezahlt ist und reingemacht. Rein füssiologisch müsste aber etwas passieren, denn es ist ungerecht, diese alten deutschen Länder immer und ewig als „neu“ zu bezeichnen. Wir die Unterzeichnern fordern daher 2 „ganz neue“ Bundesländer zu etablieren. Kurmainz und Kurpfalz. Keine Sorge der Fürsterzbischof von Mainz begehrt nicht mehr das Amt des Kanzlers, die Meenzer werden schon einen finden, der das demokratisch macht und die zwei „ganz neuen“ Länder ( wir wollen doch auch nicht mehr das Elsass deswegen annektieren oder nach Osten expandieren, gelle, nur um mal wieder an neue Länder zu kommen) wollen auch nicht wieder im Frankfurter Römer Königs wählen. Wir wollen einfach zwei ganz normale Bundesländer werden. Der Rest Rheinland-Pfalz fusioniert mit dem Saarland, damit der La Fontäne was tun bekommt, die Schwaben haben eh mit den Badenser genug zu tun. Und den Bayern sollte endlich mal jemand klar machen, dass die Wittelsbacher Rauten viel mehr zur Kurpfalz passen, aber die CSU wird das dann schon noch merken, bevor sie das Königreich ausruft. Und damit das klar ist : Die Hauptstadt der Kurpfalz ist seit 16 Hundert ungrad Mannheim. Auch wenn es viele Heidelberger nicht begreifen wollen. Xavier Naidoo schreibt bereits an einer Hymne. Carl Benz kommt drin vor ( wir werden den Schwaben was scheißen mit dem Daimler, der Benz hat das Auto erfunden, gell ) der Freiherr von Drais mit seinen Fahrrad und der Lanz mit seinem Traktor, alles hier erfunden worden, gell. Wir werden zur Durchsetzung der förderativen Ansprüche uns notfalls ( NOTFALLS nur ) mit den Genossen der Initiative „Preußen in den Bundesrat“ verbünden und den Neckar ab Ladenburg für Schwäne und Schwaben sperren. Wir denken in Nordrhein-Westfalen rumort es ebenso, Köln hat Ansprüche angemeldet und…..

Balanzieren, bilanzieren

Da sitz‘ ich im Tempel der Buchdruckkunst und lese aus einer gedruckten Literaturzeitschrift, in einer Stadt, die fast einmal meine war, dort, wo man schon ‚mal den Dom zwei mal hundert jährig feiert.
Und es juckte unter den Fingern Gedichte zu schreiben wie dieses in diesem Buch , dass ich balanziere oder bilanziere, wie hier aber ich war eingeladen. Ich, der Elektrobüchler aus dem Netz, der es nicht erwarten kann, wann die Geräte zum lesen meiner eBooks zur Massenware werden. In einem Gebäude, über dessen Eingang ein germanisch – römischen Kaiser thront, den abgeschlagenen Kopf seines Feindes, samt dessen Gemächt, zu seinen Füßen. (Das hab ich jetzt sehr dezent erzählt, oder?) Um die Ecke der Dom, mit diesem Kopf-Präsentator im Kreuzgang. Aber niemand wollte mir etwas, es sei denn Gutes. Das hat was auf einer Nicht-Guckkastenbühne zu lesen, von Powerpoints umgeben, das abgedunkelte Publikum im Visier. Alles professionell gemanagt, mit dem berühmten Augenzwinkern, keine künstliche Besteifung der Künste. Ein Projekt, wie ich es mag.

Weiterlesen

Signora Windows, Signoria

95, 98,
vista, sette

Läden in suburba
Kreuze über

Lukenaugen
Stürze spielen Brauen

Licht dringt
ein Lachen

Im Dunklen
spielen duUNDich

Läden donnern
schließen

Ach was rutschen wir,
doch nicht nach rechts.

Lichter lichten
leicht

Gratia plena,
benedicta….

windows, ye know, fenestra,
1,2,3.. quattro, Signora!

aus: Wortschau Sonderausgabe Nr.1, lyrischer Text von mir zu einem Druck von Jelena Smoljko. Ein Heft in Zusammenarbeit mit dem Druckladen des Gutenberg-Museums Mainz und dem Gymnasium St. Katharinen, Oppenheim. Bild aufgenommen im Druckladen während der Vernissage am 1.10.2010, als der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz im anderen Raum gerade auch druckte… ;-))(Erläuterungen hier)

Im Heft sieht das dann so aus:

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