Tusch, Tscherno, Tusch

Tusch..ezeichnung vom MAF Räderscheidt

und
der Bürger

die Bürger
Meistersängerin

von Biblis
und der Kollege

aus Brunsbüttel
knutsche ein Atom

aus der Endzeit
von Isar II

dabei
verkündete große

Freude
NEUE Freunde

Freundschaft
mit der Ukranine

think gobal
schrie sie

Lokalisten
Think Tank

wir sind jetzt
verschwistert

mit unserem
Partnerdorf

Bürger, Partner
mit Tschernobyl

lyrisches Textlein zu einem daily-painting von MAF Räderscheidt

…Anyway MAF, it’s no good poem either !!!

Früh den Herbst

Die Kerzen, in den Regalen, schon in aller Seelen gekreuzt, für die Wachsopfer auf den Kirchhöfen zu Fried, schießen auf den Sommer, der doch eben noch Hitzewellen zu Schweiß dengelte, Gerste zu Reife röstete, den Durst erschuf, Sekunde für Sekunde. Kleine Kürbisse schnitzen ihn zu Tode, legen ihn zu den Deckchen auf die Sofas, neben die Fernbedienungen der Lebenslinien, suppen ihn ein. Weine reifen noch nicht, rinnen kaum gegoren durch die Kehlen, die Zwiebeln des Sommers turnen im eigenen Dunst auf die Kuchen, die eigentlich Brote geben sollten.
Die Brunft gärt langsam, schmiegt sich in die Decken aus selbst gebastelten Kältefallen, sanfte Morgennebel streichen, beinen, wangen, lippen, fi-fa-fummeln. Die Blätter grünophyllen noch, blaue Blumen blühen, Nüsse knacken Rosmarin, Chips ernten frische Kartoffeln, Rüben unken Rabenschreck. Die Störche ziehen, sehnen Süchte, süden, staren, Gänse wilden Rausch im Schrei. Der Schnee vom frühen Jahr rumort in den Kältetruhen, schlägt die alten Sommer, die noch in den Küchen toben, Tomatenröte spurend, Wintermäntel tanzen ohne Körper Samba-Jazz mit den Schals der Ohrenwärmer. Handschuhe küssen in den Laden. Kerzen fluchen kleine Räuche, schmelzen feuerlos, die Sonne gnadet los. Noch ist er stark, der Sommer, ach was war er groß, Rilke brütet auf Fensterbrettern Kräuter zu Provence.
Ich tippe leise Lieder von Sommer-Schweiß. Ein Saxofone treibt Noten in die Nacht, schläft mit dem Piano auf den Flügeln der Bass-Saiten, Finger kruscheln Percussion auf meinen Bauch. Es ist noch früh, Herr, mein Sommer, ach der Herbst.

Ich fische nicht

Unter meinen Füßen blühten Forellen, die leichtfüßig die Straße entlang tänzelten, ihre Dessous lässig über die Schultern geworfen. Der Geruch nach Fisch ließ meine Heimat erzittern und tausend spritzende Parfumkanonen agierten über den Lüftern. Susu, meine Fliege, wirbelte meinen Beinen entlang, auf der Suche nach Schweiß. Heute aber waren sie trocken, harrten der Dinge, die unter Wasser kommen würden, wenn all die Unterwasserwesen über die Felder geflogen waren. Im Wasser, das man atmen kann, klar wie an dem Tag, als die Schöpfung ihre Kerze ausblies und es zu dämmern begann.
Nur diese Forelle, die sonst zwei Leben lang die Liebe lacht, weint bunten Sand, damit meine Fuß die Steine fände, daran zu stoßen. Der Tropfen Blut aus der Senke, die nach Wörrishofen zielt sang noch einmal das Ave Eva und versank hinter dem Mond, der seit Wochen voll am Mittagshimmel hing. Es waren die Schurken der Mitternachtsbleich, die ihren endlosen Monolog in die Wüste des Seins schrammten, es ward Morgen und Abend und zu Mittag verneigte sich meine Kantine, weil…

Ich liebe meinen Schwanz

Mein Schwanz wedelt.

Das sollte doch eigentlich reichen. Jede Facette des Lebens lässt sich mit dem Schwanz ausdrücken. Die Feinheiten des eleganten Geläufe genauso wie die Niederungen der Straßenpfützen. Alles lässt sich mit dem Schwanz ausdrücken. Liebe, Geilheit, gereiztes hängen lassen, Freude, alle Zertretungen des Gemüts. Ich liebe meinen Schwanz. Er ist die Schnittstelle zu allen Wesenheiten, die Verbindung zum Kosmos der Verständigung. Und was soll ich?
Sprechen.
Mit dem Kehlkopf schwingen, statt dem Schwanz. In allen Filmen lassen sie mich sprechen, sogar ernsthafte Autoren statten ihre Autos und sogar langweilige Bücher mit diesen seltsamen Schwingungsmachern aus. Alles spricht und ich im Film auch, dabei sagt mein Schwanz alles. Warum lasst ihr mich nicht Hund sein, warum soll ich sprechen? Mein Schwanz gymnastiert mich ins Elysium, mein Schwanz, nur mein Schwanz, was geht mich Eure Kehlkopfgeilheit an, ich bin Hund, will nichts weiter sein. Lasst die Autos und die Bücher sprechen, ich wedle-
mit dem Schwanz.

Aus 2002, denke ich, weil der Herr Schreiberpeter so was Nettes hier geschrieben hat.

doch, wir können poltitisch

Ach die Kunst
könnte sonnen
neue aus
Pinseln
orangen
aber ihr
ihr Raketen
bauer nicht
zerfallt
wenn ihr wollt
aber nicht
mich ja mich
auch Du mein Du

Gedanken zum Bild: „Ich will am Ende nicht rechthaben müssen, aber unbedingt zu den Warnern gezählt haben, Aquarell, 25 x 25 cm“, MAF Räderscheidt in ihrem #daily-Blog