Wortschau

Eine Einladung, die ich gerne weitergebe…(ich berichtete bereits)

und das nicht uneigennützig, die Weitergabe, ich bin mit dabei! Mit, wie gesagt.. B) und ich werde live mittwittern, falls die Mauern des Gutenberg-Museums eine UMTS-Verbindung zulassen. #hashtag wird sein: #balanz

Programm

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Tusch, Tscherno, Tusch

Tusch..ezeichnung vom MAF Räderscheidt

und
der Bürger

die Bürger
Meistersängerin

von Biblis
und der Kollege

aus Brunsbüttel
knutsche ein Atom

aus der Endzeit
von Isar II

dabei
verkündete große

Freude
NEUE Freunde

Freundschaft
mit der Ukranine

think gobal
schrie sie

Lokalisten
Think Tank

wir sind jetzt
verschwistert

mit unserem
Partnerdorf

Bürger, Partner
mit Tschernobyl

lyrisches Textlein zu einem daily-painting von MAF Räderscheidt

…Anyway MAF, it’s no good poem either !!!

Früh den Herbst

Die Kerzen, in den Regalen, schon in aller Seelen gekreuzt, für die Wachsopfer auf den Kirchhöfen zu Fried, schießen auf den Sommer, der doch eben noch Hitzewellen zu Schweiß dengelte, Gerste zu Reife röstete, den Durst erschuf, Sekunde für Sekunde. Kleine Kürbisse schnitzen ihn zu Tode, legen ihn zu den Deckchen auf die Sofas, neben die Fernbedienungen der Lebenslinien, suppen ihn ein. Weine reifen noch nicht, rinnen kaum gegoren durch die Kehlen, die Zwiebeln des Sommers turnen im eigenen Dunst auf die Kuchen, die eigentlich Brote geben sollten.
Die Brunft gärt langsam, schmiegt sich in die Decken aus selbst gebastelten Kältefallen, sanfte Morgennebel streichen, beinen, wangen, lippen, fi-fa-fummeln. Die Blätter grünophyllen noch, blaue Blumen blühen, Nüsse knacken Rosmarin, Chips ernten frische Kartoffeln, Rüben unken Rabenschreck. Die Störche ziehen, sehnen Süchte, süden, staren, Gänse wilden Rausch im Schrei. Der Schnee vom frühen Jahr rumort in den Kältetruhen, schlägt die alten Sommer, die noch in den Küchen toben, Tomatenröte spurend, Wintermäntel tanzen ohne Körper Samba-Jazz mit den Schals der Ohrenwärmer. Handschuhe küssen in den Laden. Kerzen fluchen kleine Räuche, schmelzen feuerlos, die Sonne gnadet los. Noch ist er stark, der Sommer, ach was war er groß, Rilke brütet auf Fensterbrettern Kräuter zu Provence.
Ich tippe leise Lieder von Sommer-Schweiß. Ein Saxofone treibt Noten in die Nacht, schläft mit dem Piano auf den Flügeln der Bass-Saiten, Finger kruscheln Percussion auf meinen Bauch. Es ist noch früh, Herr, mein Sommer, ach der Herbst.

Ich fische nicht

Unter meinen Füßen blühten Forellen, die leichtfüßig die Straße entlang tänzelten, ihre Dessous lässig über die Schultern geworfen. Der Geruch nach Fisch ließ meine Heimat erzittern und tausend spritzende Parfumkanonen agierten über den Lüftern. Susu, meine Fliege, wirbelte meinen Beinen entlang, auf der Suche nach Schweiß. Heute aber waren sie trocken, harrten der Dinge, die unter Wasser kommen würden, wenn all die Unterwasserwesen über die Felder geflogen waren. Im Wasser, das man atmen kann, klar wie an dem Tag, als die Schöpfung ihre Kerze ausblies und es zu dämmern begann.
Nur diese Forelle, die sonst zwei Leben lang die Liebe lacht, weint bunten Sand, damit meine Fuß die Steine fände, daran zu stoßen. Der Tropfen Blut aus der Senke, die nach Wörrishofen zielt sang noch einmal das Ave Eva und versank hinter dem Mond, der seit Wochen voll am Mittagshimmel hing. Es waren die Schurken der Mitternachtsbleich, die ihren endlosen Monolog in die Wüste des Seins schrammten, es ward Morgen und Abend und zu Mittag verneigte sich meine Kantine, weil…

Ich liebe meinen Schwanz

Mein Schwanz wedelt.

Das sollte doch eigentlich reichen. Jede Facette des Lebens lässt sich mit dem Schwanz ausdrücken. Die Feinheiten des eleganten Geläufe genauso wie die Niederungen der Straßenpfützen. Alles lässt sich mit dem Schwanz ausdrücken. Liebe, Geilheit, gereiztes hängen lassen, Freude, alle Zertretungen des Gemüts. Ich liebe meinen Schwanz. Er ist die Schnittstelle zu allen Wesenheiten, die Verbindung zum Kosmos der Verständigung. Und was soll ich?
Sprechen.
Mit dem Kehlkopf schwingen, statt dem Schwanz. In allen Filmen lassen sie mich sprechen, sogar ernsthafte Autoren statten ihre Autos und sogar langweilige Bücher mit diesen seltsamen Schwingungsmachern aus. Alles spricht und ich im Film auch, dabei sagt mein Schwanz alles. Warum lasst ihr mich nicht Hund sein, warum soll ich sprechen? Mein Schwanz gymnastiert mich ins Elysium, mein Schwanz, nur mein Schwanz, was geht mich Eure Kehlkopfgeilheit an, ich bin Hund, will nichts weiter sein. Lasst die Autos und die Bücher sprechen, ich wedle-
mit dem Schwanz.

Aus 2002, denke ich, weil der Herr Schreiberpeter so was Nettes hier geschrieben hat.

doch, wir können poltitisch

Ach die Kunst
könnte sonnen
neue aus
Pinseln
orangen
aber ihr
ihr Raketen
bauer nicht
zerfallt
wenn ihr wollt
aber nicht
mich ja mich
auch Du mein Du

Gedanken zum Bild: „Ich will am Ende nicht rechthaben müssen, aber unbedingt zu den Warnern gezählt haben, Aquarell, 25 x 25 cm“, MAF Räderscheidt in ihrem #daily-Blog

live zerdichtung

30 müde Tage

Kissen aus
aufgeblasenen
Kondomen
schlafen
Vormittage
zu violetten
Träumen
aus bleich
zersägten
Regenbogen

Kosten-Lose

Muttermilch
ist kostenlos
Mentalität
aus Titten
schreit der
Springer
verbietet verbietet
Bild
enthüllt

Mein Gott, verbrennen

Korane
Kamatustra
Bibeln heil, heil
selbst mikelbower
sind längstens
eBooks Web
was willst
Du verbrennen
Faschisten – Depp

Kinder, Kinder, deutsch

Sag nicht
Mutterkreuz
nein WIR sind
Bank und VWL
hei Deutscher
höre Botschaft
gene, gene, gene
Ficken für Deutschland
get it babe
ficke Mä-hä-dchen
einig Vaterland

live gebloggt mit dem Smartphone im Timescafé Viernheim

Personalfresser

Wie jedes Jahr machen die Mitarbeiter der Abteilung „Personalfesser“ aus der Hölle 4 Divison, zusammen mit den Controllern aus der Höllenholding gemeinsam Urlaub in Maria Einsiedeln. Sie beten dort zusammen mit Engeln der „Seelenbeschaffung in Pinten und Kneipen“ von „Himmelsvernetzung II“ und den Schutzengeln aus dem Hierachiepool der Betschwesternbegattung, um die sofortige Wiedervereinigung des Paradieses. Wie immer bemerkt die hohe Führung weder den Beschiss noch das revoltiernde Anliegen. Wahrscheinlich verschwindet so was, wie alle Gebete und Vorschläge in den tiefen Ordnern der Enterprise, wo selbst Spok sie nicht findet. Die After-Church-Partys im Kanton sind allerdings legendär bis subtotal, vor allem wenn die Schutzengel bei den Teufeln die Sau rauslassen, man kennt sich ja seit Äonen. Der Höllenfürst ( dem so was ja nie entgeht ) erwägt seit 274 Jahren eine formale Beschwerde beim intergalaktischen Rat, aber ER schläft eh nur, wie die Tabellen protzen…..

(aus der Reihe: „Zu Schade eigentlich“, veröffentlich zuerst auf einer längst untergegangenen Literaturseite)

Karzuso der Bewahrer

….wütete Prinz Haksim, den manche hier sich nicht verblödeten den Lindgrünen zu nennen, was konnte er dafür, dass sein Vater „Karzuso der Bewahrer“ so gerne Lindbandwurmgras mähte, um es den Hummeln zum Fraße vorzuklopfen, Stock für Stock.
„Es liegt auf der Hand dass die Alpendrachen dem Tourismus geopfert werden, nur weil einer mal einem Lektor eines unbedeutenden Klagenfurter Verlages die Zehennägel abgeleckt hatte, mit heißer Zunge, ich geb’s ja zu, aber es war ja deutschsprachiger Tag in Kärnten, oder wo floss der Bachmann doch gleich?“, weiter kam der Prinz nicht, weil das Saalfräulein die Webcam via http://alpen.hub.schraub.at einschaltete und er die Stimme seiner Schwester hörte: „Dieses Arschloch von Prinzenbruder säuselt im Weissbierkeller wieder von Drachenschonung, während ich mir hier den Arsch aufreiße, oh, das gelbe Internetlicht ist ja an, während ich mich hier in der Nachfolge der Drachenjägerin von ‚darc betätige und diesen widerwärtig-brummenden Hubschrauber sowjetischer Bauart in den patriotischen Nahkampf fliege um die letzten Vertreter der Gattung „fesche-Wadln-schwingende Bergwachter“ aus den Fängen dieser literaturfressenden Ungeheuer zu retten.“ Sie konnte kaum sehen vor Tränenscheue, weil sie an einen bestimmten Bergdoktor aus Santa Monica dachte, der gerade aus St. Peter von Oberschwester Traudel hierher versetzt wurde, so nah sah sich schon seinen Dankesküssen, als sie ihn sah, diese Hilfsdiätassistentin küssend, vor dem garndosenfüllenden Panronama überhalb der Villachen. Im Sturz flog sie, die Raketen fest umnadelt, als ein heilvoller Unschlag sie in habsburgischer Tradition et tu felix Austria nube………

20000 Tweets

wollte ich gestern feiern, als die Datenbank urplötzlich frisch zählte und 40 fehlten, was mir lautes Lachen entlockte (was ist diese Zahl doch so egal, egal), aber die letzten 4 wollte ich mit #twly (Twitterlyrik) füllen. Spontan in die Timeline hineingeschrieben. Ich wollte sie hier dokumentieren, waren gar nicht so schlecht. Merci @abbey für das RT….

Schwarz-gelbe Frau Männchen / brüderln Atome / brühen sie zu Stäben / spalten / spalten / spielen / auf Gräbern / ihrer Enkel / #twly

20000 Silberdisteln / getrocknet in 2 Sommern / steck ich an jeden Tweet / für meine follow me Twitter #twly

Sehnsucht schwillt / zu Zitronen / in Gesichtsbuch Neu-Rosen / blüh auf Kränzen / unter Linden / blühe vöglig Zwitscherland/ Twitter – #twly

Sixtinische Kapellchen / twittern Sex’n Drugs and Rock’n Roll / in der Peter&Paul Arena / goldener Stuck / knutscht Putten Twitter- #twly

Rostige Gleise / an verlassenen Orten / twittern mit / gestressten Weichen / in Shanghai / und Mörlenbach Twitter – #twly

Pseudoreligiöses

Nur ein kleiner Hinweis, ein Gedanken winden, ein glossen zur tabulosen Debatte der Kandesbunzlerin…

Ich denke, all das Geschwafel über Migration, Integration, Leitkultur und all die anderen Hilflosigkeiten, hängen eng mit unserer säkularen Gesellschaft zusammen, dem kultischen schlechthin, der Religion.
Ein überwiegender Teil der Menschen hier hat mit den „alten“ Vorgaben der einst mächtigen Kirchen nichts mehr am Hut, hat sie sich abgeschminkt, bleibt fern oder ist ausgetreten wie ich, war nie Teil davon, wie der Osten mehrheitlich.
Ich spreche vom Muff dieser Institutionen, der Spießigkeit ihrer Erscheinungsformen, ihren eifersüchtigen Göttern, die bis ins Detail, gerade im sexuellen Bereich alles deuten und beherrschen wollten, sich gegenseitig abgrenzten, gegen andere Sekten aufhetzen, und dazu rechne ich inzwischen sowohl die evangelische wie auch die katholische Kirche in der BRD. Das alles hat man in weiten Teilen abgelegt, oder glaubt jemand ernsthaft, die Mehrheit selbst katholischer Kirchgänger hält sich tatsächlich an die perversen Verbote von Pille und Kondomen? Da können sich die Hassprediger in den „kath. Netzen“ oder die selbst ernannten bigotten katholischen Blogs noch so abgeifern (nein, keine Links für diese Szene), wir leben in einer säkularen Welt, die sich langsam aber sicher beginnt, eigene Werte zu schaffen, alte zu integrieren, neue auszuprobieren und das hat alles zunächst nichts mit Atheismus zu tun, sondern mit dem frei schaufeln, emanzipieren, Kopf lüften.

Ich will auch niemanden seinen Glauben vermiesen,

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Balanziergang … durch die Stadt

Von den Machern der Wortschau via Twitter eingeladen hängt jetzt dort ein Crossover-Gedicht von mir..

Balanziergang … durch die Stadt
Bilder haben Worte bekommen
und Worte sind zu Bildern geworden.
Hochdrucke von Künstlerinnen und Künstlern des
Gymnasiums zu St. Katharinen, Oppenheim und Kurzgeschichten
von Autorinnen und Autoren der Wortschau.
Vernissage am 1. Oktober 2010, 19.00 Uhr
In den Räumen des Druckladen des Gutenbergmuseums,
Liebfrauenplatz 5, Eingang Seilergasse, 55116 Mainz.
Ausstellungsdauer bis Februar 2011.

Da freue ich mich darauf und ich werde noch berichten. Immer wieder schließen sich Kreise nach neuen Begegnungen. Und doch, Twitter ist nicht nur eine Quasselbude, es ist Begegnung in das ganz reale Leben hinein.