team türme

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aus „ich träume im krautland“ 9/2001
Geschrieben in den 90’igern des letzten Jahrhunderts während einer Team-Sitzung im Rahmen von „Total Quality Management“, unter der Leitung eines späteren und heute arbeitslosen Dax-Vorstandes ;-))))
Spontane Erinnerung durch diesen Tweet von twitter.com/E_Huber

Spitzen stechen

Die Spitzen stechen. Ich weiß, sie stechen und hauen. Die Spitzen. Die vor uns her zogen, die, oh nein, der Adel ist aussätzig, ich weiß, aber sie stechen immer noch, die Spitzen, sie duellieren sich bis es elefantet. Alle Spitzen duellen, triellen, sogar zu acht pirschen sie die Jagd. Und ihr, die ihr den Spitzen dient, den „vor euch her-zogen“ hinterherzockelt, trottelt, ihr Nichtspitzen, dummes Volk höret:

Glaubt an unsere Sprüche, geht in die Knie, wenn unsere Agenturen Euch bläuen, dumme Sprüche in Euer leeres Hirn streuen, denn wir die Spitzen, die vor euch herzogen, wir fürsten Euch, denn ihr habt sie die Stimme

und wehe Euch ihr Trottler und Zockler, wehe Euch, wenn ihr bezahlen müsst, denn wer sonst sollte bezahlen, wehe Euch…. wenn ihr nicht uns erwählet, sonst wird es NOCH teurer, denn sehet, die vor Euch Her zogen waren oder sie werden sein gierig und fähig bis zum Un. Seht, wie wir uns stechen, wir spitzen, bis ihr stimmt… zu und Kreuz. Kreuz…Kreuzigt Euch, wir die Spitzen duellen uns. Eleison!

Tölfen

Mit angewinkelten Ohren stehe ich auf der Lichtung und hebe meine Flügel dem Wind entgegen, wie es Ölfenmaman lehrte. Ich warte schon lange und werde noch länger warten. Seit meiner Einverleibung waren erst 3 Umdrehungen dieser blass strahlenden Frühlingswonne vergangen. Ich glühe noch ein wenig vom Eindringen des Kumulators. Fast wie ein gewöhnlicher Mensch drang er mit seinem Penikumulu in mich ein, flutete mich mit seinen freundlichen Gedanken und Säften aus Lebenslust und Ölfenweiss und auf dem Höhepunkt seiner Lust trieb er mit seinem Samen aus Muschellapislazuli meine Bernsteinflügel aus, bis ich in einem gewaltigen Ökograsmus ölfte. Mit den frisch kumulurten Flügeln flog ich hoch hinaus in meine Sehnsucht und suchte. Maman hatte mir gesagt, es würde so sein. Ich streichelte den Wind aus dieser Wüste meiner Kindheit und ließ Ölfensanft regnen über Gute und Böse, bis die Pfirsischblüten orange glühten, zwei Millisekunden lang, in allen Grotten der Menschenfrauen und die Stängelchen der Männermenschen spurteten.
Ich flog über Horizonte aus Dummheit und die Schwärze der Böslichkeit. Ich zerteilte die Wolken der Missgunst bis sie Glück regneten auf unfruchtbare Nester, die Sonnen aus wehmütiger Toleranz streichelte ich, bis sie glühten in hell entzücktem Grellorange nach Rotfrühtomatengrün. In blauer Luft aus Gloriafüll zerschwamm ich Verbrecheralben zu Kunstdrucksalben, ich verbreitete mich vor.
Die Ohren sanft angelegt höre ich das Rauschen aus Millionen Kronen von Bonsaipalmen unter Urwaldeicheln und Du kamst. Der sanfte Tölf aus Braunkohlenasche, gebärt für mich von Ölfenpapan, steht vor mir mit erigierter Nase, dem Lächeln aus 3 Milliarden Nächtigen und diesem neuen Tag. Mit Selbstver ständlicht er seine Nase aus Nebelschwingen in mein Reich der absurdeligen Seen und ich verströme aus meiner Gebärerin Glücksbrezelschamire. Kleine Lieben wachsen wonniglich auf unserer Haut, saugen, qualmen, schmatzen, zungen, vereinigen sich, ölen uns mit ihren Säften und Schäften aus Honigmond und Weltuntermelanchie. Dem Penikumulo eingedenk, vereinige ich uns und die Lieben, die lieben, zu unserer Vereinheitlichung im Dualismus der Freiheitzügich und vögel dir Flügel, Dir meinem Tölf.

Die Sache mit den Plakaten

Ok, ich habe geholfen Wahlplakate aufzuhängen. Was macht man nicht alles. Wenigstens stand nicht WUMMS darauf. Und das Plakat „Frauen nach oben“ mit den zwei lila Pfeilen vor eine katholische Kirche zu platzieren, machte mir diebische Freude. Jetzt hängen sie derweilen 3 Wochen umher, zwischen all den anderen Plakaten und ich frage mich doch immer wieder: Zu was eigentlich?
Um die Menschen daran zu erinnern, dass Wahl ist? Denn sie sind in ihrer allparteilichen Gesamtheit hässlich, zerschaudern die Gegend, manchmal sind sie sogar Gehirn zerschandelnd. Trotzdem gibt es zu jeder Wahl wieder Plakate, von denen die Agenturen behaupten, sie würden irgendetwas bewirken. Unterschwellig, tiefengedingsbumst, mit eigenen Geldern wüssenschaftlich gestudiet, dadurch gewirksamt.
Ich persönlich glaube eher, dass mit der wachsenden Zahl an Parteien und somit auch der Plakate die Wahlverdrießung steigt, einfach wegen der geistigen Verwahrlosung, die ästhetisch damit einhergeht. Aber all die Nutznießer, die un- samt mittelbar damit Beschäftigten der Agenturen und der Spindoktoren-Industrie flüstern den Mächtigen in den Parteien zu: DAS ist Wahlkampf, viele Sprüche, Tapeziertische in Fußgängerzonen, Wahlkampfreden, die nur der eigen Anhang mitanhört und Plakate, Plakate, Plakate.
Es ist eigentlich fürchterlich wurscht, was denn da auf den Plakaten steht, man nimmt es doch eher unterbewissend wahr, wie das die Profi-Wahlkampf-Behüter in ihrer Weisheit bestimmen. Und dann kommt mir die Erleuchtung: Das ist eine perfide Art die Druckmaschinenindustrie staatlich zu subventionieren und die Druckereien, damit es den Zeitungen (samt ihren Printmüttergebärern) nicht NOCH schlechter geht. Eine heimliche Allianz der Radio-Fernseh-Hasser, die jetzt gerade das Netz entdeckt und mit Appellchen, Mannifästchen und ähnlichem Geschröcklichem das Fürchten lehrt. Ein Geheimbündnis, das wohl in den Kellern der gutenbergischen Museen fröhliche druckschwarze Messen feiert.
Aber tief in mir weiß ich es: Das kann noch nicht alles sein. Irgendwelche finsteren Machenschaften bedarf es noch, um alle Wahlen wieder dieses absonderliche Flut von Farben, dummen Sprüchen, überdimensionalen Passfotos und grafischen Absurditäten zu entfesseln und dann fallen mir die Schuppen vor die Augen. (Wie, falsches Bild? Ihre Schuppen wachsen nicht auf dem Kopf?) Es ist die Kleberindustrie. Wie viele Tonnen Kleber wird in den Wahlkämpfen gebraucht, benötigt? Na, merken sie was? Nein, ich werde hier keine Firmennamen nennen. Guguggelt Euch selbst und zieht eure Schlüsse. Die Parteiobrigkeit jedweder Couleur wird es dennoch nicht tun, wetten?
Haltet durch, bis zum nächsten Wahl.

Missing Link – Blog 3 D

Wir haben die Blogger von VVORK eingeladen, eine Bildersammlung als begehbaren, dreidimensionalen Blog im öffentlichen Raum auf dem Alten Meßplatz in Mannheim zu bauen.

Sagt die Homepage des 3. Foto-Festivals

Das Labyrinth funktioniert als Analogie zur Bildwelt im Zeitalter von Flickr, YouTube und Handy-Kameras

erklären ebendort die Macher (was wesentlicher deutlicher und einleuchtender ist, oh man lebt jetzt in Vienna, gell).

Ich war da. Ich genoss es in der Sonne umher zuwandern und Bilder zu betrachten, nein ich fühlte mich aber nicht verwirrt. Nur an andere Projekte nebenan erinnert. Das hat tatsächlich etwas von einem Fotoblog, von Flickr, einfach Foto an Foto unterschiedlichster Qualität. Hat Spaß gemacht den Mitmenschen beim Foto-Gucken zuzusehen. Gedanken zu schweifen. Die große chinesische Firewall vor dem Feuerwachenturm zu bewundern. Es ist außerdem wirklich ein Labyrinth, man muss den Ausgang suchen, vor allem, wenn man wie ich leichte Darmschwingungen verspürt und einen Spurt hinüber in die Feuerwachen-Bar tätigen muss/will. Wie gesagt, Foto an Foto. Eine Zierde für den, räusper, nicht unbedingt übersinnlich schön gestalteten Messplatz, nur ob viele der Menschen die Analogie begreifen, begreifen können? Die Auseinandersetzung mit Foto-Kunst, Netz, Doppelfunktion, Beliebigkeit und Ausstellungsästhetik?
Ich wage das zu bezweifeln. Ich bezweifle sogar, dass es viele Menschen interessiert. Aus leidvoller Erfahrung weiß ich, dass kaum jemand weiß, was denn das ist, solch ein Blog. Ob allerdings diese Erklärung hilfreich ist?

Der Internetblog ist vielleicht die heute populärste Form der Bildersammlung, die auf der Vernetzbarkeit von Daten basiert – „dasselbe“ Bild, „dasselbe“ Video kann immer wieder in unterschiedlichster Weise im Kontext eines weiteren Blogs verwendet werden. Der Blog ist zugleich das globale Bildarchiv einer privaten Interessengemeinschaft. Ganz unterschiedliche Bilder nehmen im Blog ein einheitliches Format an, und es ist das Nacheinander, die visuelle Assoziationskette der Bilder, die seinen Reiz ausmachen.

(Nein, man darf „der“ Blog sagen, aber Internetblog?)

Wie gesagt, es macht Freude durch die Ausstellung zu gehen, wer das surfen durch Bilderblogs kennt, der wird auch Ähnlichkeiten erspüren, alle anderen freuen sich über die Fotos und die Kuratorengesänge, nun, die sind wie immer für andere Kuratoren geschrieben, oder so.

Ach so ja, man ist auf der Website froh wenigstens einen Link zu den 3D-Bloggern zu finden, zu den ausgestellten Künstlern nicht einen. Wie war das mit der Vernetzung? Ach so, da steht Vernetzbarkeit, nicht Vernetzung. Ah, so… und die Nichtbeliebigkeit des Bildernetzes besteht im Hyperlink und in Blogs KANN man auch Texte schreiben, doch, doch, geht. Aber das würde dann die Verwirrung entwirren, oder? Na denn… Einfach mal hingehen. Kunst im öffentliche Raum ist zu selten, sonst.

Einwürfe (1)

Freie Füße für alle Bürger schrieb er auf die Straßen und die Hände applaudierten in die Stille der Heimsuchung. Lasst uns alle Tippelschwestern werden, Brüder, schrie er in die Sonnenaufgänge der frühen September, unter geschlossenen Cabrio-Dächern hechelnd. Durch die Ritzen seiner verrosteten Laube floss das Leid der frühen Lieben auf die Pflaster, die sich in der Altstadt holpern. Die Meta hackte auf seiner Physik lyrische Matrizen in die Fraktale der Mandelbrote. Freie Füße skandierte er zu Urbi, freie Füße und sonst nichts. Wer braucht schon freie Gedanken, pfiff er sich die Taugenichtse, freie Füße braucht das Land.