Schlossgarten Schwetzingen Artemistempel

(Chet Baker, playing standards, auf den Ohren)

Alle Texte zum Schlosspark Schwetzingen vom 4.8.09

I

Säulen klappern
angsten um Brüder
im Olymp
brechen Stümpfe
in Fontänen
zum glucksenden
Lachen der Söldner
aus dreitausend
Jahren
Wir fangen uns Eulen
weisen uns aus

II

Falls es doch das Herz wäre
das mich so und so fühlen lässt
und es eine Seele gäbe
um darin zu baumeln
Falls, also nur falls
ist alles blau
wie der Himmel
der auf das Orange
der Sonne wartet
bevor wir
vöglen und nachten
wenn das nur nicht
alles so kitschig wäre
dieses Gefühl und
die himmlischen Farben
des Sommers aber
es ist ja doch
alles nur falls

III

und wieder
drohen
Dimensionen
mich zu zwergen
als wäre ich Lift
und könnte auch
Wolken jagen
so wie jetzt

IV
Unter den Nehmern
ist er doch groß
Säule des Landes
bis Abend
und gibt
ach ja?
Gibt?

Schlossgarten Schwetzingen Artemistempel

(Chet Baker, playing standards, auf den Ohren)

Alle Texte zum Schlosspark Schwetzingen vom 4.8.09

I

Säulen klappern
angsten um Brüder
im Olymp
brechen Stümpfe
in Fontänen
zum glucksenden
Lachen der Söldner
aus dreitausend
Jahren
Wir fangen uns Eulen
weisen uns aus

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Schlossgarten Schwetzingen Moschee

(Vivaldi, Jahreszeiten, Sommer auf den Ohren)

Alle Texte zum Schlosspark Schwetzingen vom 4.8.09


I

Zivilisatiönchen
faltern Zitronen
über den Gräsern
Gelder fischen
trübe Wasser
Halbe Monde
zweifeln
kreuzen über Gang
federn Brüstchen
aus Pfauen zu Tümpel
Entschuldigung
aber auch Poseidon
gab es nie

II
Treibe Fürstchen
treibe bunt
Völker zu Orangen
beuget die Knie
beuget die Knie
wälz dich Seelchen
im Gras
das darüber
wuchs

III

Kronen will ich
über den Thronen
lasset uns drohnen
und dröhnen
Heissa, Heissa
Kanonen will ich
und Arien
Tuilerie und Tullera

IV

und schweige
brüllte er
Schweigen ist
Gold
verfluchtes Volk
was redest du silber
ungefragt
SCHWEIGT
es ist mein Gold
Blech vom Bleche
meines Ordens
blecht und schweigt

Schlossgarten Schwetzingen Moschee

(Vivaldi, Jahreszeiten, Sommer auf den Ohren)

Alle Texte zum Schlosspark Schwetzingen vom 4.8.09


I

Zivilisatiönchen
faltern Zitronen
über den Gräsern
Gelder fischen
trübe Wasser
Halbe Monde
zweifeln
kreuzen über Gang
federn Brüstchen
aus Pfauen zu Tümpel
Entschuldigung
aber auch Poseidon
gab es nie

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Schlossgarten Schwetzingen Hirsche im Blick

(Miles Davis 1958, auf den Ohren))

Alle Texte zum Schlosspark Schwetzingen vom 4.8.09


I

Pflege und Pflüge
doch, doch
es gibt sie noch
Ordnung und sag jetzt nicht
Liebe
das Chaos frisst doch
die Nebenkosten
Pflege und pflüge
blitze das Gold
zeuge auf Marmor
auch die Alten ja
zeuge und pflüge
und hör doch auf
mit Liebe
Ein Kuss speit Hirsche
über Wasser

II

Wir können
nicht schweben
nein und was
mache ich dann
gerade erzähl
mir das mal
ja ich weiß wir
können das nicht
und hör auf mir
die Schwerkraft
auf den Schoss
zu sitzen
wir können
nicht schweben
nur, was tun wir
denn?

III

Rasier mir
die Schatten
von der Erde
style Geruch
aus den Dornen
30 Rosen
schenk ich Dir
Sing mir ein Lied
zwischen
Millionen
aus Watt
in
haarlose Schenkel

IV

Geraden und
solche Winkel
kotzen in
Ecken
Sonnen strahlen
Insekten blühen
Pflanzen schützen
ach Gott
nicht sich

Schlossgarten Schwetzingen Hirsche im Blick

(Miles Davis 1958, auf den Ohren))

Alle Texte zum Schlosspark Schwetzingen vom 4.8.09


I

Pflege und Pflüge
doch, doch
es gibt sie noch
Ordnung und sag jetzt nicht
Liebe
das Chaos frisst doch
die Nebenkosten
Pflege und pflüge
blitze das Gold
zeuge auf Marmor
auch die Alten ja
zeuge und pflüge
und hör doch auf
mit Liebe
Ein Kuss speit Hirsche
über Wasser

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Schwetzingen, wieder einmal

Alle Texte zum Schlosspark Schwetzingen vom 4.8.09

Gestern zog es mich in den Schlosspark nach Schwetzingen, meditatives Rad fahren, Kopf freimachen. Schreiben an schönen Orten. Ich hatte eine Serie von Dialekt-Texten im Sinn, eventuell als Erweiterungen der Uhne Ferz – Texte. Und dann schon auf dem Weg dieses Plakat. Bilder zu Domin. Aber erst Mittwochs offen. Heute. Ein Blick in die Orangerie ließ mich wenig Neugier verspüren diese Ausstellung zu besuchen. (Siehe mein Wolkenfoto in das Plakat gewurschtelt). Aber die Domin gab den Ausschlag für etwas ganz anderes. Ich bin ja ein armer Poet, wenn ich Gedichte brauche, dann schreibe ich sie selbst, samt den Bildern. Ein „running gag“, ich weiß. Also streunte ich durch den Park und definierte 4 Orte. Stopfte mich mit Ohrhörern zu und schrieb. Es wurde eine Serie von 4 x 4 (mehr oder minder lyrischen) Texten. Assoziationen zur Umgebung, zur Musik, zuu meinem inneren Befinden. Schwetzingen, dieser morbide Traum einer heilen Welt in Parkgestalt in Mitten einer betonierten Welt. Eine Moschee, die keine ist, die romantische Verklärung des Altertums, die absolute Beherrschung der Natur. Es fasziniert mich immer wieder, reizt mich und zieht mich magisch an. Nicht nur das Bier des Brauhaus Ritter. 😉 Ich werde die vier „Sessions“ einzeln hier posten, mit dem Tag #sw0809 versehen, damit man sie auch zusammen aufrufen kann.

Weiterführende Links:

Bilder vom Schlosspark Schwetzingen aus dem Düsiblog
Website des Parks
Das Schwetzinger Schloss in der wikipedia
Private Website zum Thema
Mein Besuch in 2008

als ob gesungen wäre

Ungezuckerte
Süße
treibt
in meinem
Mehr

Lachfältchen wimmern
in die Seele einer Flöte
aus Kirschkernen
Herzchen glühen
in Rhythmen
Blätter regieren
den Wind

Einarmige Saxofone
klecksen Geschichten
in das Blau
Sommerträume
feuchten ins All

Pflastertürme verheilter Wunden
Eine Decke für augetatuten Atem
Ich tanze auf den Stecken der Pferde

Ungesponnen ein Netz
Spinnen können wieder
Salven lachen in Monate
Einsame Hormone schütteln sich
rührend

Floskeln wechseln über
grüne Berge
rot gesottener
Gedanken
ungesühnt die
Sünden frisch gebackener
Götter

Gerüste dröhen in die Himmel
locken meine Schritte
Nie wieder segeln Wolken
Ein fest spreut Weizen

Verbote fressen dreißig Para Grafen
tanzen mit Gesätzchen
küssen geile Riechter

Entstanden während eines grandiosen Konzerts von Stefanie Wagners Quinsch. Komplexe Heiterkeit mit leichter Hand in die Seele versenkt. Flöte und Sax, welch eine Kombination und dann sitzt da noch nebenan eine verwandte Seele und schreibt auch…….