Kulturbetriebslehre 4zuNull

„Ich will das auch. Mir scheiß-egal, wie ihr das macht. Schonderau hat es, die Füßbürger Harmoniker, überall gibt es zwo.null. Nur nicht bei uns, obwohl wir eine Schillbeetzart-Bühne finanzieren, samt der Pompakademie im Techno-Park. Ich will Ministerpräsident werden und brauche fette Teaser.“ „Technologie-Park“, korrigierte seine persönliche Assistentin, gerade privatintim von ihm durch eine gerade 18-Jährige ersetzt, sie genoss das grapschfreie Leben.
Böse funkelten des Oberbürgermeisters Pupillen. „Und Sie“, er deutet auf Jana, „werden dafür freigestellt, werden das managen. Und wehe, wenn nicht, Kulturmanagment 2.0, nein 4zuNull will ich haben, mindestens“. Wie immer hatte er bereits den nächsten Termin im Auge. Aufsichtsrats-Vorsitzender des baldigen Bundesligaclubs wollte er auch noch werden.
Die Türe schlug zu und alle schauten auf Jana. Sie lächelte. Jan und Jana. Ihre Hormone tanzten. Sie schickte ein Küsschen zur Intendantin, tätschelte die Glatze des Generalmusikdirektors, stupste den Schauspieldirektor auf die Nase und angelte dem Chefchoreografen das Handy aus der Hosentasche. „Jan, kannst Du kurz in die Intendanz kommen, nein ich bin nicht allein und auch nicht, doch schon, aber das muss warten, du wirst befördert, Kulturmanagement. Statt 450 abjetzt 800 Euro, Praktikum Vollstelle 67 Stunden-Woche, ok.? Mit Vergnügen? Mit Vergnügen sind es nur 700.“ Sie gackerte.
„Jan Naidu“, hauchte sie in die Versammlung, „Jan Naidu hat Kulturbetriebslehre in Weimar studiert, Musik in Wien und Informatik am MIT, bekommt aber in der Fächerkombination keinen Job, als praktiert er in der Werkstatt, beim Bühnenbild hämmern, außerdem soll er der Sohn von Basdarjahn sein. Er macht das schon.“ Jan kam herein und ließ sich berichten. „Mal gucken“, sagte er nur und seine Finger tanzten auf dem Eifon. Nach 10 Minuten Todesstille, nur durch die Beats aus seinen Ohrhörer durchbrochen. „Null prob“, schmatze er durch seinen Donat, den ihm Jana zärtlich aus ihren Vorräten zugeschoben hatte.
„Alles abgecheckt via Facebook und Twitter, Event bei wkw ist angelegt, myspace, Liveblog, Twitterwall macht die Pomp.“ Er schloss sein Linux-Notebook an den Beamer an und projezierte seinen internen Blog. Er tippte, schrieb gleichzeitig und hasste Powerpoint.
„Damit es schnell geht, der OB will das ja bis zur Gemeinderatswahl haben und die ist in zwei Wochen, werden wir das Kick-Off in einer Woche machen als Gesamtkunstwerk inszeniert und dafür eine uralte Kunstform in die heutige Performance-Technik migrieren. Das Happening.

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wo ist mein paradies eva?

ungestillt
das Licht
hinter Glas
wärmt nach
kalter Nacht
sieh mich nicht an
meine Sehnsucht
kriecht durch
kahle Wände

wo bleibst du
bist du warst Du

komm

entstanden via mail zu dem Foto von TillaPe
Erklärung stehen im Blog von TillaPe.
Und so hat auch Kurzarbeit seinen Sinn 😉

Kekse für die Pieta

Wilhelm Ruprecht Frieling: „Angriff der Killerkekse, Reportagen und Geschichten vom täglichen Wahnsinn“ Internet-Buchverlag Berlin, 2. Auflage 9/2008 ISBN 978-3-941286-10-8 172 Seiten, Paperback, 14,80 €

Ganz neumodisch und auf der Höhe der Zeiten betreibt auch Wilhelm Ruprecht Frieling twitter-marketing. @Prinz_Rupi ist er dort und ein follower von mir, als @kurzdielyrik. Aufgefallen war mir Prinz_Rupi als Verfasser von tweets mit dem #hashtag #hochlyrik, eine Serie von höchst amüsanten tweets mit Knüttelversen. Warum um Himmels Wilhelm das alles dann aber kostenlos bei Amazon lulu liegt, anstatt exklusiv bei Twitter zu verbleiben verstehe ich nicht. Aber ich muss ja nicht alles verstehen. ein umtriebiger Mann, suchte er doch, oder sucht noch, Autoren für seinen Druckkostenzuschussverlag der etwas anderen Art. Ich will jetzt nicht moralisieren. Wer meint viel Geld für den Druck seiner Bücher ausgeben zu müssen, dem sei das unbelassen, es wird ja nicht verheimlicht da. [update] Prinz_Rupi hat seit Jahren nix mehr mit dem Frielingverlag zu tun und meine Einschätzung soll so nicht stimmen ;-)[/update] Nun also suchte @Prinz_Rupi Testleser via Twitter. Ja nun, dann testen wir halt. Das Buch kam prompt, dem Test-Twitterer handschriftlich gewidmet und gerade rechtzeitig um mit auf die Bahn-Fahrrad-Reise zur Bloglesung mitgenommen zu werden.
Aha, Internet-Buchverlag. Nun der gehört auch dem Wilhelm. Auch dorten sucht er neue Autoren, die bei Libri gelistet werden wollen oder so, gefunden hat er allerdings bisher nur sich selbst. Sei’s d’rum. Auch dort fühlt sich Frieling dem „New-Journalism“ verpflichtet. Gonzo also. Nun, mit dem Etikett wurde ich auch schon belegt. Von Kennern der Szene. (*winkt einmal wieder über den Rhein, wo auch bald kurz gearbeitet wird). Wir gehören beide dem gleichen starken Jahrgang an, scheint alles zu passen, also dann wollen wir ‚mal.

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Wie pervers ist das denn?

Eine dieser „andere arbeiten lassen“-Online-Sache aggregiert Meldungen und dazu twitter. Also steht zu einem Artikel, der über den tödlichen Arbeitsunfall eines Schaustellers in Hanau berichtet, als angeblicher Twitter-Kommentar der Tweet zur Ankündigung diese Blogpost von mir: Hanau ich komme. Einfach Nach Hanau gesucht, irgendwie wird es schon passen. Man könnte heulen. Diese dämlichen Typen!

Damit ihr mir das glaubt, der Link hier.

Nachlesen

Phil vom murmeltiertag, der Kurator der Lesung, hat ja bereits fast alles gesagt. Mit tollen Bildern! Dieses Bild hier, hat der Pälzer mit meinem Handy gemacht, merci.
Das war eine gute Lesung, auch inhaltlich, gerade weil die Genres so unterschiedlich waren, aber alles auf Topniveau, auch sprachlich. Ich war überrascht, wie gut die „gelesenen“ Blogpost waren, die ich ja zum Teil bereits auf den respektiven Blogs gelesen hatte. Auch wenn der Geschichtenerzähler stark mit seiner Nervosität kämpfen musste, war ich erstaunt, wie gut das alles mit dem leicht sächselnden Akzent ‚rüber kam, das Interview mit Bin Laden z.B. birgt großes Potential. Da wächst ein spitzzüngiges Talent heran, wenn er denn weiter schreibt. Pulle (Pulsiv) vom Neubaublog kannte ich noch nicht, aber das Titten, Titten war zu köstlich, vor allem, weil rein altersbedingt ich dieser Vater hätte sein können und in Jena wachsen erstaunliche Leute heran, immer wieder, oder Uwe, denn auch BastiH kommt von dort, erinnerte mich stark an Silkes Stil, auch wenn ein junger Mann natürlich anderes erlebt, als eine Poesie-Therapeutin, aber da war ‚was.
Aber auch Berlin punktete. Die doch eher autobiografischen Dinge von Anke kamen gut, kamen auch gut an, sie literarisiert fast nicht, erzählt nur ungemein gekonnt, man hört einfach gerne zu. Fast haben mir ihre Texte „mündlich“ besser gefallen, als im Blog, vor allem der Paket-Post. Dass sie zum ersten Mal vor Publikum las mochte ich gar nicht glauben.
Der Taubenvergrämer ist schon eine Klasse für sich. Cool gelesen, aus diesem Buch, das ich mir auch besorgen würde, wenn da der McWinkel nicht mit drin wäre, aber er war das Sahnehäubchen der Lesung. Mit großen Augen verfolge ich, was da unterschiedliches in Fortsetzung da zu diesem Thema kommt, vor allem, weil der Mensch dahinter im Gegensatz zu dem „Blog-Ich“ sehr sympathisch daherkommt. Auch seine Tweets haben was!
Allgemein finde es erstaunlich, dass 70 Leute zu einer Lesung kommen. Sehr erstaunlich. Innerlich war ich leicht kribbelig, ob meiner Auswahl. Dialekt, lyrische Prosa und das in Konkurrenz zu jungen Leuten, die doch eher die satirischen Saiten des Bloggens spannen. Aber es wurde aufmerksam zugehört. Man sah das Verstehen wollen in den Augen.

Ich fühlte mich wohl in dieser Gruppe, gerade WEIL niemand mit literarischen Ambitionen herum wedelte und diese trotzdem vorhanden waren. Unaufgeregt war das alles und zwar nicht nur aprés Lesung, sonder auch während, auch wenn Aufregung im Spiel war. Und doch wächst da ein neues Genre heran. Sehr wohl. Da entsteht eigenständiges, plurales, kein Ersatz für irgendetwas. Blogs sind kein Ersatz für Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, sie sind etwas vollkommen eigenständiges, korrespondieren mit dem Gedruckten aller Art, online-Sachen, aber sie sind bereits jetzt in ihrer ganzen Vielfalt ein Genre, auch wenn es vielen nicht passt. Auch Strickblogger, Katzenblogger sind Teil dieses Neuen, banal bis hochliterarisch, informativ und nur Linkschleuder, alles gehört dazu, wie im Leben, wie im Leben.

Und demnächst will ich genau wissen, was eigentlich Phils Motivationen sind solche Lesungen zu veranstalten. Angesichts der unglaublichen Anzahl von Biergärten in Steinheim ist mir sowieso unklar, wann sich die ansässigen Menschen anderen Tätigkeiten hingeben können, als alt-zu-stadten. Das Interview ist geistig am wachsen. Die Fahrradwege am Main sind übrigens auch traumhaft und ob ihr es mir glaubt oder nicht, auch dort reiht sich Biergarten an Biergarten.

Nachtrag: @Phil Tipp: Ein Flyer (zettelchen) mit den URLS der Lesenden wäre nicht schlecht.

update: Der erste Pressebericht ist online: Offenbacher Post. Blogger-Senior ist eine hübsche Bezeichnung für mich! Klick hier: Finanzkrise im Sandkasten.

4. Hanauer Bloglesung, meine Texte

Es war ein mal ein Blogger.

Einst, zu Olims Zeiten, als er noch ungebloggt durch das Leben tanzte, war der Blogger ein fröhlicher Mensch, der sich wie weiland der Taugenichts im kühlen Grund von Rohrbach, durch das Leben pfiff und gewährte, wenn nicht Gott, so doch diversen Damen, lächelnd seine Gunst. Über seinem Haupte schwebte das Lorbeer der Kultur, las er doch einschlägige Gazetten, war Mitglied im Kunstverein.
Und dann passierte es.In Heidelberg revoltierten die Germanisten wider den amerikanischen Umsonstgeist, in Gestalt eines Guggels. In der Frankfurter Verallgemeinerung erschienen ganzen Artikelkaskaden davon, wie deutsche Schriftsteller gescannt und betrogen werden, Bettelstäbe unter Professoren und Dichter wüten.

In einer anderen Gazette las er aber auch, dass übles Volk, sogenannte Blogger, böse Dinge schreiben, für ohne Geld das alles, das Abendland, die Kultur und die Gazettenzunft vernichtend. Auch in diesem Augiasstall des Internet, dort wo die Terroristen mit den Pädophilen schwarze Messen feiern und illegale Piraten Musik und Filme pornografieren. Blogger? DAS musste er sich ansehen, denn der Präsident im fernen Amerika wahr ihm ein sympathischer und wohl auch ein Blogger.

Seine Bibliothek bot einen Internetplatz und was las er da?
Ein widerwärtiger Blogger zog über seine Lieblingswochenzeitung her? Beleidigte den Chefredakteur, pöpelte die Literaturredakteurin an, schrieb vom toten Holz und dass es bald keine Zeitungen mehr gäbe.

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Markiert

und die Claims abgesteckt. Ich kann Plakaten nix abgewinnen, aber es muss halt sein. Flagge zeigen, Anwesenheit demonstrieren, an die Wahl erinnern. Heute hat das Spaß gemacht, kleistern, beppen, aufstellen unter blauem Himmel bei 24°. Heute waren wir politisch und morgen ist Bloglesung. Ach so ja, das ist das mit dem gelben Plakat da auf der rechten Seite. Hei, wer erzählt da was von links und rechts? Unser Stammbaum war von der Linkspartei belegt. Was es nicht alles gibt. 😉 Die Bundestagswahl ist ja im September, da gibt es auch wieder mehr Plakate und wir werden wieder claimen und markieren. September? Ja, da könnte das Wetter ähnlich sein. Hat jemand einen größeren Bollerwagen? Würde gute Presse geben. Grüne mit Bollerwagen im Klebe-Wahlkampf. Und nur 4 Plakate wumms hatten wir. die stehen verschämt in Ecken 😉

Geht‘ doch!

2 x 10 Minuten lesen ist ungewöhnlich für mich. Zumeist lese ich in Gruppenlesungen kürzer. Lyrisches bei mir IST kurz. Außerdem kann ich nicht abschätzen, was Publikum hören will. E-gal. Das Märchen ist gekürzt, obwohl da Sätze dabei waren, die das Blogreich verändert hätten, so meint man wenigstens beim kürzen immer :D. Noch schlimmer ist es, wenn der Lektor streicht. Hei, Bloglektoren gibt es noch nicht? Oder?
Aber nun steht die Sache. 1 x das Märchen: Es war ein mal ein Blogger auf 9:32 gestutzt. Eine Lovestory, die Obama und den Heidelberger Appell mit beschreibt :>>. Außerdem geht es um die Groß-und-Mauler-Blogger. Na neugierig? Samstag, 23.05.09 19:30 Hanau-Steinheim, Marstall Bloglesung. Zum nachlesen, hier um die gleiche Zeit, allerdings nur meine Texte 😉

Himmelfahrt

Ich weiß nicht wo der Himmel ist. Wahrscheinlich gibt es auch sehr verschieden Himmel. Keiner hat je den Himmel gesehen. Ich meine heaven, nicht sky. Die Anglo-Sprecher haben es leichter. Wenn also noch nie irgendeiner eine und Keiner keine je den Himmel sah, dann ist jeder Gang, jede Bewegung, jeder Flug, jede Fahrt die Suche nach dem Himmel. Himmelfahrt. Jedermannes Jederfraues Himmelfahrt. Lasset uns fahren und feiern. Himmelfahrt.

Hessischer Kulturpreis alternativ an Bloglesung in Steinheim?

Der hessische Kulturpreis ist dieser Tage vollends zur Provinzposse verkommen. Leute, merkt ihr jetzt, wen ihr da gewählt habt? Abgekochtes, steriles Wasser! Erst die Mathe-Abi Pleite aus dem Kultusministerium und jetzt knicken sie in Wiesbaden vor dem Mainzer Kardinal ein? Dessen Vor-Vorgänger als Kardinal war übrigens der Tetzel-Entsender Brandenburg. (So sieht die google-Buchsuche übrigens aus, gell) . Nur so fürs Protokoll, damit sich niemand wirklich wundert. Nun sein Vorgänger war Kardinal Volk und DER war aus Steinheim! Also! Das ist doch ganz einfach! Wenn das schwarz-gelbe Wachsfigurenkabinett nicht weiß, wer denn nun hessisch kulturell zu lobpreisen soll:
Die Hanauer Bloglesung möge diesen Preis erhalten! Dem Veranstalter zu guten Händen, würden wir die 45000 € gut anlegen, notfalls würde uns bestimmt die Bundesäpplwoikönigin dabei helfen. Das würde auch die Altstadt schwer fördern, gastronomisch gesehen. Bei UNS dürfte der Kermani auch lesen. Echt. Jede Wette. Sogar das Lehmanns Karlsche, obwohl eigentlich Schwabe! Wir sind gar nicht so!

Ich schreibe viel

und denke nach. Nur um mich mal wieder zu melden. Über Wahlkämpfe, zum Beispiel. Über das Plakate-Unwesen, obwohl ich demnächst selbst helfen werde, welche aufzustellen. Über Info-Tische, über Kandidaten-Diskussionen. All diese unnützen, unwirksamen Dinge, die nur gemacht werden, weil sie schon immer gemacht wurden. Ich freue mich auf die Bloglesung nächsten Samstag. wahrscheinlich werde ich hauptsächlich neu geschriebene Sachen vorlesen. Mir dämmerte nämlich, dass ich ein netz-affines Publikum haben werde, vielleicht. Dann könnte ich endlich einmal Netz-Satire schreiben und lesen. Zur Zeit sitze ich an einem Märchen. Hanau ist ja die Geburtsstadt der Brüder Grimm. Anlesen gefällig? Bitt‘ schön:

Es war ein mal ein Blogger.
Einst, zu Olims Zeiten, als er noch ungebloggt durch das Leben tanzte, war der Blogger ein fröhlicher Mensch, der sich wie weiland der Taugenichts im kühlen Grund von Rohrbach, durch das Leben pfiff und gewährte, wenn nicht Gott, so doch diversen Damen lächelnd seine Gunst. Über seinem Haupte schwebte das Lorbeer der Kultur, las er doch einschlägige Gazetten wie die Zeit und die Frankfurter Allgemeine, oder andere Literaturen, war Mitglied im Orchesterverein, wie auch dem Kunstverein. In regelmäßigen Abständen von ca. einem halben Jahr äußerte er sich in einem Leserbrief in seinem Heimatblatt zu aktuellen Vorgängen, wie in einem der großen Blätter zu kültürell-wüchtigen Thämen. Und dann passierte es. In einer der Gazetten las er, dass übles Volk, sogenannte Blogger, böse Dinge schrieben, für ohne Geld das alles, das Abendland, die Kultur und die Gazettenzunft vernichtend, in diesem Augiasstall des Internet, dort wo die Terroristen mit den Pädophilen schwarze Messen feiern und illegale Piraten Musik und Filme pornografieren. Blogger? Sogar Schriftsteller sollten dort, sich nicht schämend, fröhlich für ohne Geld der Schreibsucht frönen und Präsidenten gar.

DAS musste er sich ansehen, denn der Präsident im fernen Amerika wahr ihm ein sympathischer.

Seine Bibliothek bot einen Internetplatz, den er auch für die 3 privaten emails im Monat benutzte, von seinem aufmüpfigen Neffen in Übersee. Mühsam tippte er, alle zwei Tippfinger einsetzend, die Internetadressen in den Browser ein, nein er wusste noch nicht, dass so etwas Browser hieß, aber er würde es bald wissen. Und was las er da? Da zog solch ein widerwärtiger Blogger über seine Lieblingswochenzeitung her? Beleidigte den Chefredakteur, pöpelte die Literaturredakteurin an, die früher so gekonnt den Bachmann Preis jurierte, schrieb vom toten Holz und dass es bald keine Zeitungen mehr gäbe, weil die Journallie faul sei und unfähig. Er war empört und konsterniert. Er machte sich Notizen, das wollte er doch in einem Leserbrief der Menschheit kund tun. Seine Lieblingsaushilfsbibliothekarin (die Stadt konnte schon lange nicht mehr alle Angestellten entlohnen, also war bürgerschaftliches Engagement gefordert), der er auch gerne seine Gunst gewährt hätte, würde sie ihn dazu ermuntern, kam vorbei, lächelte ob seiner ungewöhnlichen Erregung (nein, nicht das, wo denken Sie nur hin, doch nicht in einer Bibliothek, nein, nein,

Mehr wird noch nicht verraten. Kommt aber am Samstag natürlich auch hier im Blog.
Zur Zeit hänge ich an der Stelle mit dem Heidelberger Appell. Kommt noch nicht gut. Schreib ich morgen weiter. Doch, ich habe schon mehr Märchen geschrieben. Ist eine nette Übung. Kann ich empfehlen.

Blogger und Redakteur, ein Thema, ein Fazit ;-)

Wie urteilt ein Blogger, wie ein Redakteur. Bertram Bär untersucht heute für den Südhessen Morgen die Websites der Viernheimer Bürgermeisterkandidaten, ich hatte ja schon.

Also ich zitiere mich jetzt nicht selbst, nee, nee…

Bär:

Den Kontakt mit Wählern suchen beide Kandidaten. Aber während das entsprechende Formular bei Matthias Baaß erst in Untermenüs auftaucht, hat seine Herausforderin einen ins Auge stechenden Button „Fragen an Sigrid Haas“ auf fast allen Seiten platziert. Entsprechend groß, berichtet sie dem „SM“, sei die Resonanz. Etwa drei bis vier Anfragen gingen pro Woche ein, zu verschiedenen Themen. Ein Schwerpunkt: Ordnung und Sicherheit in der Stadt.

drei-bis-vier (*ach was ist das schön)

Bär:

In puncto Technik liegt der Bürgermeister in einem Punkt vor der Herausforderin: Er bietet den Surfern einen sogenannten News-Reader an. Der bringt Neuigkeiten automatisch auf den Bildschirm, wenn der Computer mit dem Internet verbunden ist. Baaß nutzt diese Möglichkeit allerdings kaum – zurzeit sind dort keine Inhalte hinterlegt.

Äh, ja, das mit dem News-Reader, da sind RSS-Feeds, die tatsächlich nicht gefüttert sind. (***kringelt sich)

Ob der Südhessen-Morgen schon mitbekommen hat, dass die Schwesterzeitung Bergsträßer Anzeiger aus der Haas-Gruppe die RSS- (äh News-Reader)-Feeds sogar twittert? (Ihre Lokalen und die des Rhein-Neckar-Tickers?) und sein Artikel in den Rss-Feeds der xmedia auch erscheint? Wohlgefüllt, natürlich!

Bär:

Dafür hat der Amtsinhaber – jenseits der Homepage – eine sehr individuelle Werbeform gewählt. Zeitweise sprach er direkt Nutzer des Maildienstes gmx an. Die sahen sein Bild und einen Hinweis auf baass.de, als sie ihr Postfach öffneten.

Kann sich ein gmx-user einen Reim darauf machen, was der Südhessen Morgen damit sagen will?

Ich konnte es mir nicht verkneifen. (Grinst immer noch und pfeift fröhliche Weisen).

Qualitätspienser II

Ah, ehemaligen Open-Mikisten melden sich auch. Frau Frank leidet unter dem Internet. Diese Qual aber auch. Ihre Existenz ist in Gefahr. So gelesen in der Welt.

Ein Text, der digitalisiert im Internet vorliegt hat keinerlei autokratische Aura, keinen unveränderlichen Urhebernachweis mehr, er kann von jedermann jederzeit bearbeitet werden.

Jemand schon einmal ein autokratisches Buch gelesen? Frau Frank schreibt autokratische Bücher? Ah deshalb. Nun. Autokratischer Text. Ich speichere meine Sachen mal nachher ab, drucke sie aus und gucke nach, ob sie autokratischer werden. Da bin ich doch einmal gespannt.

btw. Keine Bücher mehr von Frau Frank, gestrichen… Welcher Verlag? Nein, ich bin ja nicht so, ich nicht. Die begreifen nicht, das sich im Netz Leser tummeln, KUNDEN. Diese Ahnungslosigkeit, diese durch nichts gerechtfertigte Überheblichkeit. Ich wollte tatsächlich mal ein Buch von ihr lesen. Aber mit solchen Ideen? Geschenkt! Und dann will sie auch noch Alimente vom Staat.

Bei uns konnte der Staat froh sein, dass sich die Verlage und mit ihnen die freie Marktwirtschaft der künstlerischen Existenz annimmt. Den Deutschen liegt ihr Auto einfach näher am Herzen, die Rettung der Autokonzerne hat politische Priorität, womöglich ist der Marktwert einer einzelnen sterbenden Autofirma noch immer größer als der gesamte deutsche Literaturmarkt?

Und sowas lest ihr? Schmeißt mit Buchpreisen umher? Ah na.

Qualitätspienser

Es ist immer wieder erstaunlich zu welchen Leistungen professorale Kommunikationsmanager im Stande sind. Miriam Meckel in der FAZ.

Die Internetunternehmerin Ariana Huffington hat ihre Antwort auf diese Frage…

Es ist schon eine grandiose Recherche-Leistung, Arianna Huffington als Internetunternehmer zu bezeichnen.
Und die Stelle ist besonders klar und deutlich herausgearbeitet.

Denken wir das einmal zu Ende: In der Medienzukunft gibt es keinen traditionellen Journalismus mehr. Stattdessen berichten Bürger für Bürger, indem sie ihre Lebenserfahrung und die Beobachtungen ihrer Lebenswelt im Netz veröffentlichen. Und wenn nicht eine Stiftung sich bereit erklärt, für Recherche zu bezahlen, dann beruht diese Bürgerberichterstattung auf nichts anderem als der permanenten Reproduktion und Neukombination von vorhandenen Informationen, wie sie im Netz längst üblich ist.

Wann war die Frau das letzte Mal in einer Lokalredaktion? Wer bitte arbeitet dort vor Ort? Und Bürger. Nun sind Journalisten keine Bürger?

Ich hätte Kommunikationsdingsbums werden sollen. Ehrlich.
Denn dieser Satz:

Dafür muss eine Gesellschaft bezahlen

der kann nur einer ausgebildeten Vollblut-Qualitätlerin einfallen.

Nein, es steht nicht da WIE die Gesellschaft das bezahlen muss. Sollen sich andere ausdenken, hat Professorin keine Zeit für.

Mein Gott, merkt denn keiner, dass es nicht um LESER oder SCHREIBER geht, sondern darum, dass es immer weniger Werbung und Anzeigen für Zeitungen gibt und deshalb sich das ganze nicht mehr so gut, wie bisher tradiert finanzieren lässt? Lachen könnte man, was ich hiermit tue.

Dualer Literaturpreis Arbeitswelt und Sprache

Eigentlich wollte ich mich ja im verbleibenden Jahr von Wettbewerben komplett fernhalten, aber diesem hier werde ich wohl kaum widerstehen können, beim Twitterwettbewerb bin ich bereits eingestiegen. Siehe da. Ja, das Thema Arbeitswelt wird in der Literatur sehr vernachlässigt. Ja. Sehr. Man hat es da nicht so mit den Vorstandsetagen oder dem Proletariat, dreckige Fingernägel und Aktenstaub sind nicht sexy :> .

Ich zitiere hier die Ausschreibung des Ausrichters Duftender Doppelpunkt und empfehle wärmstens. Vor allem die Idee Preisträger des ersten Wttbwerbs als Tutoren mit den aktuellen Teilnehmern zu vernetzen ist SEHR gut, genau so passend der Preis für das Twitterding: Ein T-Shirt mit dem aufgedruckten Tweet. (Hei, eine Wienreise als Preis für den Hauptwettbewerb, wär doch auch was 😉 )

Zweiter Literaturpreis „Der Duft des Doppelpunktes“ 2009 – 2011

Auch der zweite Literaturpreis „Der Duft des Doppelpunktes“ bleibt dem Thema Literatur der Arbeitswelt treu. Gefragt ist diesmal die literarische Auseinandersetzung mit den verschleiernden und manipulativen Aspekten der deutschen Sprache in Zusammenhang mit der Arbeitswelt. Einsendeschluß ist der 30. November 2009.

„Der Duft des Doppelpunktes“ wird von Mai bis Juli 2009 durch den „Literatur-Twitter“ ergänzt. Dieser bietet Ihnen die Möglichkeit, sich mit dem Thema Arbeitswelt auf der Basis von bis zu 140 Zeichen auseinanderzusetzen. Im Gegensatz zur Ausschreibung des Hauptpreises, die zur Beschäftigung mit dem Thema „Arbeitswelt und Sprache“ aufruft, können Sie sich dem Thema „Arbeitswelt“ im Rahmen des „Literatur-Twitter“ völlig frei widmen.

Der Literaturpreis umfaßt somit folgende Aspekte:

• Zweistufiger Literaturpreis zum Thema: Arbeitswelt und Sprache
• Literatur-Twitter – 140 Zeichen Literatur der Arbeitswelt
• Anthologie mit den Beiträgen der PreisträgerInnen und TutorInnen

via http://die.hor.de

Sorry Leute,

aber ich verstehe das alles nicht. Dieser Hype um „Zensur“. Ist nicht ok, gut.
Aber wo sind all die Aktivisten, wenn es wirklich um Kinderporografie geht? Sehe ich irgenwelche Petitionen?
Wo zum Teufel bleibt der wirkliche Aufschrei gegen diese Verbrecher, die uns in dieses Wirtschafts-Schlamassel führten? Gegen diese total unsinnigen Billionen-Stützen, die unsere Kinder einmal bezahlen sollen,
das Geld das im Sauseschritt von Kommunen verbraten werden muss, nur damit es weg ist? Wo sind die Petitionen?
Es gäbe so viel zu tun und was machen wir? Petitionen schreiben, online, weil es so einfach ist und man sich hinterher so gut fühlt dabei, wohlwissend, dass diese Petitionen niemandem nützen, niemand beachtet. Sorry Leute, aber das ist kein Thema für mich.

Mein Rad fusst

Es läuft unter den schwarzen Tasten entlang. Zwei mal Pi. Der Durchmesser antwortet nicht. Ein Stamm fällt vom Apfel, weitet sich. Mein Schwein innert den Hund. Die frühen Menschen vögeln die Gallen zur Nacht. Ein Schiff pflügt durch die Gene, Mais van der Santa-Mons dringt Soda in der Fabrik der Baden, bis Anni. Lin entert Reis. Die Brandung applaust. Auf. Ich hacke Worte zu Mulch. Eine Tasse landet, ach der Flug. Birnen glühen Fäden. Nudeln taschen Maul. Esel tippen Lot. To. Mein Rat zu Fuße. Weiße spielen Moll. Ich taste.

#Assoziationen zu „Nigerian Marketplace“ von Oscar Peterson.

Lesegeräte für eBooks, es geht los

Es soll Ebook-Reader mit Großdisplay von Amazon geben und scheinbar steigt Apple mit in das Geschäft ein und wie ich vermutete: Der Druck solche Dinge zu bauen kommt wohl von den Zeitungen. Scheint zu sein: London Times, NYT, Hearst-Gruppe. Und damit kann man dann eben auch Bücher lesen. Die Fronten und Formate werden verwischen und neue Formate entstehen. Der Kampf um das „richtige“ Ausgabe-Format wird dann auch eröffnet werden. Epub? PDF? Docbook? Was noch?

Arme Drucker, arme DruckMaschinen-Leute, arme Buchhändler, arme Zeitungsausträger. Für die wird es schlimm, die sitzen zu meist ganz unten in der Verwertungskette, das wird Harz kosten. Mir tun sie alle leid, ich kenne das, wenn die Arbeit auf einmal nicht mehr existiert. Es wird dauern, aber es kommt.

Und doch freue ich mich, wenn solche Geräte erschwinglich werden. Dann kann ich meine Zeitung, die Bücher und sonst was mit dem Fahrrad mitnehmen, in die Bahn, in die Kneipe, alles ganz bequem. Ja, ja die Haptik und das Rauschen der Blätter in der Hand. Und was haben wir nicht alle auf diese Angeberhandys geschimpft. Und heute? Wer hat keines? Ich weiß Du, aber sonst?

via Golem und Heise.

Phil haut auf den Putz II

Direkt aus dem Web in den Gehörgang – das ist das Motto der 4. Hanauer Bloglesung.
Aus dem Frizz, das ist sowas wie unser Maier.

Der Erfolg und die Beliebtheit von diesen öffentlichen Lesungen macht gerade die Hanauer zu einer der größten und meistbesuchten Veranstaltung in Deutschland. Ob ich doch im Frack antreten muss?

DOCH, ich würde auch in Offenbach lesen, aber das ist ja in Steinheim;D
Die tun halt was und piensen nicht herum, dass Deutschland degeneriert sei. (Dummgebabbel, gell)