So, ja so

wünsche ich mir Journalisten-Blogs. Ok, da gibt es noch andere, die ich gerne lese. Aber das hier ist ein guter Eintrag. Weil ich es nachvollziehen kann. 3.45 die Explosion, wie bei mir, dann die Straßenbahn. Ok. den Neckar abwärts die hundertzwanzig Kilometer. Und dann der Arbeitsplatz und ich höre. Ja. SWR1. Den Typ da, der Jazz hörte, wie ich. Und warum ist der Typ dann so gut drauf. Morgens um 5:30? Aber so sehen Blogs aus, die ich gerne lesen würde…und das schreibe ich, während er die Hitparade moderiert und mit den anderen Bloggern da im Funk herum kaspert!

Queen läuft. Der schöne Freddy schreit nach Miss Miller. Nummer Zwei. Nun….ja!

Betriebsbedingt

Sie kehren überall, sie streichen Mauern, sie bepinseln ihre Maschinen, sie machen alles, nur nichts produzieren. Sagen sie, berichten sie, wissen sie.

Den Scheiß, den wir produzieren will keiner mehr, so scheint es, keiner will ihn kaufen. Keiner braucht ihn auf einmal mehr. Den von der Konkurrenz auch nicht und selbst die Protzkarren, aus dem Edelkonzern flussaufwärts, in den Rost entlassen, bohren mit den Kotflügeln auf den Halden nach Pöbel. Die Pseudo-Staatskarossen, deren Gedröhn sonst den Männer die Gehirne vernebelt.
Und hier wie dort und hinieden, kehren sie und schmieren ihre Angst mit den Pinseln durch die Farbe auf die Maschinen und die Produktionshallen, schöner arbeiten tönt es aus allen Rattenlöchern, sauber sollst Du sein und sicher.
Aber keiner kauft uns mehr den Scheiß ab, den wir in unzähligen Qualitätszirkeln zu tote prüfen, liebevoll verpacken und mit Logos zieren, hei das Logo ist das wichtigste, das Logo, logistken, verfrachten, bewerben, public relaten.
Niemand kauft mehr etwas,

nur die Zocker an den Börsen grölen und nein, keiner will ihnen die Eier abschneiden, obwohl, nein WIR sind nicht so, wir sinken nicht auf deren gierg-geiles Niveau. Wir werden uns ein wenig besaufen, wie immer und uns höchstens gegenseitig, im Suff, die Fressen polieren und um die Arbeitsplätze mit Herrschaftswissen konkurieren, die Seilschaften erneuern, wer kennt schon wen, vielleicht auch zu Hause die Kinder zerquengeln und die Frauen benölen.
Und dann werden wir Fußball gucken und die Schiedsrichter vermöbeln, die Fans vom Club der Nobelprotzen, die vom Konzern gesponsert werden, dort am Oberlauf des Flusses, dessen Autos auch keiner mehr will, diese Scheißautos, die der Pöbel in den Werkhallen baut, die könnten doch wissen, dass dieses Scheißkarossen keiner mehr will, dieser Pöbel dort unten, der viel zu viel verdient, wie wir auch, wir Lohnkostenverursacher, die wir Scheiß produzieren, den keiner mehr will, wir müssten das doch wissen und vielleicht anderes machen, tun, sortieren, qualitäten, zerforschen, bezählen, verwalten, in Kostenstellen sperren.

Und dann kommt die Betriebsbedingt, die selige, alles wissende Mutter, die Betriebsbedingt. Die Furie, das Arschloch. Die Betriebsbedingt, die uns kündigt, raus schmeißt, entlässt, weil wir diesen Scheiß produzieren, den niemand mehr will, wie die Protzautos auch, obwohl sonst doch das Dröhnen der Motoren den Herren in die Eier röhrt, auch die am südlichen Fluss zusammengestöpselten wird es noch treffen und auch wir werden bald keine Hemdchen für die Blößen mehr kaufen und keine Computer oder Bücher, noch Schüchen fein für der Damen Füßlein, weil die Betriebsbedingt uns alle zerkündigt, zerlegt, bestraft, weil die Zocker an den Börsen und den Bankenkasinos unseren Scheiß verhöhnen, den wir produzieren und den keiner mehr will. Zurecht hetzen sie bleckend die Betriebsbedingt auf uns, die Zocker, die Macher, denen wir NICHT die Eier abschneiden, zu was auch, WIR sind ja nicht so.
Wir werden unsere Ohren mit dem Rap der Volxmusik verstopfen, damit wir das gurgelnde, silberhelle Gelächter der Zockerklasse nicht hören, denen wir keine Eier abschneiden, obwohl, nein wir Volker doch nicht, wir sind doch staatstragend ruhig.
Wie immer werden wir den Geldbeutel öffnen und der Betriebsbedingt klaglos folgen. Wir haben ja Unterhaltung und das Fernsehen überall und dort läuft auch Fußball und Deutschland, Deutschland, Deutschland, Broussia, Broussia.

Genau das würde er so gerne sagen, schreien, singen, tanzen im Stakkato auf das Lesepult trommeln. Statt dessen begann er die Andacht, die Messe, den industriellen Gottesdienst mit den rituellen Worten: „Kolleginnen und Kollegen“ und nur Kollegenkollegen“ überlebte sein Murmeln, „ich begrüße Euch zu dieser außerordentlichen Betriebsversammlung“. Der Abgesandte der Gewerkschaft stöhnte innerlich, war er doch auch nur Angestellter, der Belegschaften eben. Tarife, Tarife sah er wachsen und die Betriebsbedingt damit umgarnen. Tarife, tarife hingen von den Decken und verscheuchten die Angst unter die Röcke der Frauen, deren Schenkel bibbernden, weil sie die Betriebsbedingt noch besser kannten und Bruno begann zu sprechen: „Kolleginnen und Kollegen!“

Betriebsbedingt

Sie kehren überall, sie streichen Mauern, sie bepinseln ihre Maschinen, sie machen alles, nur nichts produzieren. Sagen sie, berichten sie, wissen sie.

Den Scheiß, den wir produzieren will keiner mehr, so scheint es, keiner will ihn kaufen. Keiner braucht ihn auf einmal mehr. Den von der Konkurrenz auch nicht und selbst die Protzkarren, aus dem Edelkonzern flussaufwärts, in den Rost entlassen, bohren mit den Kotflügeln auf den Halden nach Pöbel. Die Pseudo-Staatskarossen, deren Gedröhn sonst den Männer die Gehirne vernebelt.
Und hier wie dort und hinieden, kehren sie und schmieren ihre Angst mit den Pinseln durch die Farbe auf die Maschinen und die Produktionshallen, schöner arbeiten tönt es aus allen Rattenlöchern, sauber sollst Du sein und sicher.
Aber keiner kauft uns mehr den Scheiß ab, den wir in unzähligen Qualitätszirkeln zu tote prüfen, liebevoll verpacken und mit Logos zieren, hei das Logo ist das wichtigste, das Logo, logistken, verfrachten, bewerben, public relaten.
Niemand kauft mehr etwas,

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Produktions Stillstand

Wenn wir morgen wirklich bis Weihnachten nach Hause geschickt werden und was wahrscheinlich ist, keine Einbußen haben, sondern das alles über Zeitkonten abgewickelt wird, nun, dann wären das Sabbath-Monate. Und das bei dem Wetter, wo mich so gut wie nichts vom Schreiben abhält. Sagte ich schon dass ich außer dem Industrie-Projekt (was jetzt eine ganz neue Dimension der AutistiZähAuthentizität erhalten würde) an einem Krimi herumfeile? „Tod eines Winzerhundes!“. Was leichtes, für zwischendurch. Ein Krimi ohne Verbrechen. Das wollte ich schon immer mal schreiben.

Kapitel 5 / 1

Die Schmetterlinge dösen auf den Rücken der Nacktschnecken in der Frühlingskulisse, in der sich die Blätter verstecken, sich selbst rauchen, räuchern, garen, opfern, in den Matsch der Novembersümpfe. Zu diesen satten Farben mutieren, die das ewige Grün des Sommers zertüncht, zerteilt, eingraut in die Nebel und das ewige Grau, die Farblosigkeit, die ich brauche. Wie soll ich all meine Farben, die Schwachsüchtigen, aus den Hinterhöfen meiner Hirnlappen nur knapp entronnen, wie soll ich sie in die Konkurrenz der Äste schicken, die arrogant die Zacken ihrer gebuchten Rändern aus der 4567 Tönung des Grünophylls in die Nichten der Hurrikans halten, lachend, wenn sie davongetragen, aus der Fülle lallend. Ich tanze dem Grau entgegen, den leeren Ästen, die ich behängen kann, seht ihr dort der Erl? All die Winter, die mir Kulisse schenken, Bluebox, Greybox, für die zarte Fantastik, die ich studiere, sondiere, schmiere, verliere und unter den pelzen verstecke, bevor sie auf dem Eis der gefrorenen Kerzen dochten?

Ich meine, es ist doch nicht normal so einen Scheiß zu verzapfen, oder? Montags abends schon, noch nicht einmal 2 Viertel weit? Beierlein zuckelte am 3 Viertel und sah Irene in die Augen, erwartete wie immer keine Antwort und schrieb weiter.
„Doch“. Irene grinste, nahm den Kuli aus seiner Hand, trank ihr Glas auf ex und schrieb auf gleicher Seite weiter. Simply Red dröhnte im Hintergrund. The Red Box.

Deine Kerze leuchtet Zacken ins Gehirn, nimm Deine Lappen auseinander. Eine Tönung in meinem Haar, das Grau grauend. Nimm es, schreibe darauf, zieh es und hör mir zu, wie ich Wiegenlieder singe.

Beierlein hatte die Nase von sich selbst voll. Er konnte sich nicht mehr riechen. Er wollte jetzt den Spiegel lesen. Eintauchen in die Zynik der augsteinschen Synapsen, dachte er bei sich selbst und tauchte endlich aus den Scheinen auf den Seinen.

ZAHLEN, schrie er und küsste Irene auf die Nase. Wir brauchen jetzt einen Rechner! Wordprozessor eingeschlossen. Wordstar sang Irene, Wordstar und flocht sich eine Halbbrezel ins Haar.

Daimler steht jetzt auch

und ich hab Bauchweh vor Montag, wie schon seit Wochen.
Ich denke wir werden bald andere Sorgen haben. Alle. Es war seit Monaten absehbar. Aber auch das hat Chancen. Vielleicht wäre es an der Zeit, sich von der Idee zu verabschieden, dass wirtschaftlicher Erfolg das Einzige sei, was zählt. Und mindestens 20% Verzinsung des eingebrachten Kapitals in der Industrie. Die Heuschrecken sterben zuerst und wohl dem, der nicht in einer aktiennotierten Firma arbeitet. Zunächst einmal. Die Spirale wird für lange Zeit nach unten gehen. Der Gott des Wirtschaftswachstums wird gestürzt werden. Die Standbilder werden verschwinden. Ich habe Angst vor den neuen Standbildern. Die Götter scharren mit den Hufen, die Kirchen werden sich füllen und das wäre noch nicht einmal das schlechteste.

Erinnert sich noch jemand? Was nichts kostet ist nix.
Oh Lord, please buy me a Mercedes-Benz. Nur der noch? Nur noch der?

PS. und im Daimler Blog macht man sich Sorgen, ob Corporate Blogs akzeptiert sind. Ich meine ja nur, solange da sowas nicht drin steht, dann kannst Du so ein Blog in die Tonne treten, spätestens dann.

[update]Es wurde Abend bis zu der Meldung[/update]

Heidengleich, Schreinicki, und das Product-Placement

Es ficht mich eigentlich nicht an, was die Fernseh-Tanten und gleichgesinnigten Onkels für seltsame Tiraden auszufechten belieben. Ich habe zu dem Genre Fernsehen nie eine innere Bindung entwickelt, es eher als Zeitverschwendung erachtet. Nein, ich lehne das nicht ab, ich habe nur keinen inneren Zugang dazu entwickelt, natürlich haben wir Sat-Zugang, aber ich nutze es nie. So gut wie nie, seit es dort fast immerzu Werbung gibt sowieso. Filme sehe ich mir schon lange nur noch per Video/DVD an.
So. Und jetzt veranstalten die Fernseh-Literaturp?pste/innen auch auf den Titelseiten meiner bevorzugten Online-Seiten einen Karneval um einen Preis und dessen dazupassende gecancelte Sendung am Lerschebersch. So weit ganz lustig/l?stig. Aber nun fordern Verleger die Weiterführung einer Sendung? HALLO?!
Dann war diese Sendung nichts weiter als unbezahltes Produkt-Placement? Natürlich war es das. Bücher sind Waren, die beworben werden müssen um verkauft zu werden. Wie Waschmittel, Unterhosen und Atombomben auch. Egal was wer/ (m?nnlich/weiblich) denn auch macht. Die Empfehlung eines Buches ist Product-Placement, wie bei Wette-Dasse-Wo schon immer. Das ganze F?uleton ist nichts weiter, f?llt mir gerade ein, bis hinunter zu den Berichten über meine S?chelchen im Lokalen. Product-Placement. Ich wollte nur einmal darauf hinweisen. Sport ist auch nix anderes. Und wird als Produkt gesendet.

Unbezahltes Produkt-Placement ist also ok. Geh?rt dazu, aber wenn Verleger ?ffentlich protestieren, einige Verleger, dann falten sich Stirne. Hhm. Unbezahltes Produkt-Placement? Nun, man fragt sich da einiges. Da soll der Kreischnicki doch jetzt mit der Preisablehnung werben, nun, bestimmt nicht für umsonst. Und wie kamen da die Bücher vor die Kamera, genau diese und keine anderen bei der hehren Frouwe Heidengleich?

Ich mein ja nur, ich da ja gar nichts sagen, ich ja nur denke nach, nein WISSEN tu ich gar nix, aber es kommt mir alles so vor.

Es waren Verleger, die protestierten, keine Autoren. Und zum Schluss macht der Dampf-Laberer Willemsen weiter, wetten?

Ypsilanti / Al-Wazir

KLINGT auf JEDEN Fall besser als Seehofer/Leutheusser-Schnarrenberger.
Ypsilanti / Al-Wazir, das klingt nach…

Duft. Einfach nach dem Duft der weiten Welt.

Die Leutheusser hatten wir doch schonmal. Beim Bimbes-Kanzler. Nee, DER Duft bleibt
passé.

Ypsilanti / Al-Wazir, das duftet nach Südhessen, Offenbach und Gereschdischkeid.
Yeap. Und nach Äpplwoi! Und Handkäs mit Scharf und Knoblauch.

Es klingt gut! Gebt Koch den Ferreros zurück!