So, ja so

wünsche ich mir Journalisten-Blogs. Ok, da gibt es noch andere, die ich gerne lese. Aber das hier ist ein guter Eintrag. Weil ich es nachvollziehen kann. 3.45 die Explosion, wie bei mir, dann die Straßenbahn. Ok. den Neckar abwärts die hundertzwanzig Kilometer. Und dann der Arbeitsplatz und ich höre. Ja. SWR1. Den Typ da, der Jazz hörte, wie ich. Und warum ist der Typ dann so gut drauf. Morgens um 5:30? Aber so sehen Blogs aus, die ich gerne lesen würde…und das schreibe ich, während er die Hitparade moderiert und mit den anderen Bloggern da im Funk herum kaspert!

Queen läuft. Der schöne Freddy schreit nach Miss Miller. Nummer Zwei. Nun….ja!

Betriebsbedingt

Sie kehren überall, sie streichen Mauern, sie bepinseln ihre Maschinen, sie machen alles, nur nichts produzieren. Sagen sie, berichten sie, wissen sie.

Den Scheiß, den wir produzieren will keiner mehr, so scheint es, keiner will ihn kaufen. Keiner braucht ihn auf einmal mehr. Den von der Konkurrenz auch nicht und selbst die Protzkarren, aus dem Edelkonzern flussaufwärts, in den Rost entlassen, bohren mit den Kotflügeln auf den Halden nach Pöbel. Die Pseudo-Staatskarossen, deren Gedröhn sonst den Männer die Gehirne vernebelt.
Und hier wie dort und hinieden, kehren sie und schmieren ihre Angst mit den Pinseln durch die Farbe auf die Maschinen und die Produktionshallen, schöner arbeiten tönt es aus allen Rattenlöchern, sauber sollst Du sein und sicher.
Aber keiner kauft uns mehr den Scheiß ab, den wir in unzähligen Qualitätszirkeln zu tote prüfen, liebevoll verpacken und mit Logos zieren, hei das Logo ist das wichtigste, das Logo, logistken, verfrachten, bewerben, public relaten.
Niemand kauft mehr etwas,

nur die Zocker an den Börsen grölen und nein, keiner will ihnen die Eier abschneiden, obwohl, nein WIR sind nicht so, wir sinken nicht auf deren gierg-geiles Niveau. Wir werden uns ein wenig besaufen, wie immer und uns höchstens gegenseitig, im Suff, die Fressen polieren und um die Arbeitsplätze mit Herrschaftswissen konkurieren, die Seilschaften erneuern, wer kennt schon wen, vielleicht auch zu Hause die Kinder zerquengeln und die Frauen benölen.
Und dann werden wir Fußball gucken und die Schiedsrichter vermöbeln, die Fans vom Club der Nobelprotzen, die vom Konzern gesponsert werden, dort am Oberlauf des Flusses, dessen Autos auch keiner mehr will, diese Scheißautos, die der Pöbel in den Werkhallen baut, die könnten doch wissen, dass dieses Scheißkarossen keiner mehr will, dieser Pöbel dort unten, der viel zu viel verdient, wie wir auch, wir Lohnkostenverursacher, die wir Scheiß produzieren, den keiner mehr will, wir müssten das doch wissen und vielleicht anderes machen, tun, sortieren, qualitäten, zerforschen, bezählen, verwalten, in Kostenstellen sperren.

Und dann kommt die Betriebsbedingt, die selige, alles wissende Mutter, die Betriebsbedingt. Die Furie, das Arschloch. Die Betriebsbedingt, die uns kündigt, raus schmeißt, entlässt, weil wir diesen Scheiß produzieren, den niemand mehr will, wie die Protzautos auch, obwohl sonst doch das Dröhnen der Motoren den Herren in die Eier röhrt, auch die am südlichen Fluss zusammengestöpselten wird es noch treffen und auch wir werden bald keine Hemdchen für die Blößen mehr kaufen und keine Computer oder Bücher, noch Schüchen fein für der Damen Füßlein, weil die Betriebsbedingt uns alle zerkündigt, zerlegt, bestraft, weil die Zocker an den Börsen und den Bankenkasinos unseren Scheiß verhöhnen, den wir produzieren und den keiner mehr will. Zurecht hetzen sie bleckend die Betriebsbedingt auf uns, die Zocker, die Macher, denen wir NICHT die Eier abschneiden, zu was auch, WIR sind ja nicht so.
Wir werden unsere Ohren mit dem Rap der Volxmusik verstopfen, damit wir das gurgelnde, silberhelle Gelächter der Zockerklasse nicht hören, denen wir keine Eier abschneiden, obwohl, nein wir Volker doch nicht, wir sind doch staatstragend ruhig.
Wie immer werden wir den Geldbeutel öffnen und der Betriebsbedingt klaglos folgen. Wir haben ja Unterhaltung und das Fernsehen überall und dort läuft auch Fußball und Deutschland, Deutschland, Deutschland, Broussia, Broussia.

Genau das würde er so gerne sagen, schreien, singen, tanzen im Stakkato auf das Lesepult trommeln. Statt dessen begann er die Andacht, die Messe, den industriellen Gottesdienst mit den rituellen Worten: „Kolleginnen und Kollegen“ und nur Kollegenkollegen“ überlebte sein Murmeln, „ich begrüße Euch zu dieser außerordentlichen Betriebsversammlung“. Der Abgesandte der Gewerkschaft stöhnte innerlich, war er doch auch nur Angestellter, der Belegschaften eben. Tarife, Tarife sah er wachsen und die Betriebsbedingt damit umgarnen. Tarife, tarife hingen von den Decken und verscheuchten die Angst unter die Röcke der Frauen, deren Schenkel bibbernden, weil sie die Betriebsbedingt noch besser kannten und Bruno begann zu sprechen: „Kolleginnen und Kollegen!“

Betriebsbedingt

Sie kehren überall, sie streichen Mauern, sie bepinseln ihre Maschinen, sie machen alles, nur nichts produzieren. Sagen sie, berichten sie, wissen sie.

Den Scheiß, den wir produzieren will keiner mehr, so scheint es, keiner will ihn kaufen. Keiner braucht ihn auf einmal mehr. Den von der Konkurrenz auch nicht und selbst die Protzkarren, aus dem Edelkonzern flussaufwärts, in den Rost entlassen, bohren mit den Kotflügeln auf den Halden nach Pöbel. Die Pseudo-Staatskarossen, deren Gedröhn sonst den Männer die Gehirne vernebelt.
Und hier wie dort und hinieden, kehren sie und schmieren ihre Angst mit den Pinseln durch die Farbe auf die Maschinen und die Produktionshallen, schöner arbeiten tönt es aus allen Rattenlöchern, sauber sollst Du sein und sicher.
Aber keiner kauft uns mehr den Scheiß ab, den wir in unzähligen Qualitätszirkeln zu tote prüfen, liebevoll verpacken und mit Logos zieren, hei das Logo ist das wichtigste, das Logo, logistken, verfrachten, bewerben, public relaten.
Niemand kauft mehr etwas,

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Produktions Stillstand

Wenn wir morgen wirklich bis Weihnachten nach Hause geschickt werden und was wahrscheinlich ist, keine Einbußen haben, sondern das alles über Zeitkonten abgewickelt wird, nun, dann wären das Sabbath-Monate. Und das bei dem Wetter, wo mich so gut wie nichts vom Schreiben abhält. Sagte ich schon dass ich außer dem Industrie-Projekt (was jetzt eine ganz neue Dimension der AutistiZähAuthentizität erhalten würde) an einem Krimi herumfeile? „Tod eines Winzerhundes!“. Was leichtes, für zwischendurch. Ein Krimi ohne Verbrechen. Das wollte ich schon immer mal schreiben.

Kapitel 5 / 1

Die Schmetterlinge dösen auf den Rücken der Nacktschnecken in der Frühlingskulisse, in der sich die Blätter verstecken, sich selbst rauchen, räuchern, garen, opfern, in den Matsch der Novembersümpfe. Zu diesen satten Farben mutieren, die das ewige Grün des Sommers zertüncht, zerteilt, eingraut in die Nebel und das ewige Grau, die Farblosigkeit, die ich brauche. Wie soll ich all meine Farben, die Schwachsüchtigen, aus den Hinterhöfen meiner Hirnlappen nur knapp entronnen, wie soll ich sie in die Konkurrenz der Äste schicken, die arrogant die Zacken ihrer gebuchten Rändern aus der 4567 Tönung des Grünophylls in die Nichten der Hurrikans halten, lachend, wenn sie davongetragen, aus der Fülle lallend. Ich tanze dem Grau entgegen, den leeren Ästen, die ich behängen kann, seht ihr dort der Erl? All die Winter, die mir Kulisse schenken, Bluebox, Greybox, für die zarte Fantastik, die ich studiere, sondiere, schmiere, verliere und unter den pelzen verstecke, bevor sie auf dem Eis der gefrorenen Kerzen dochten?

Ich meine, es ist doch nicht normal so einen Scheiß zu verzapfen, oder? Montags abends schon, noch nicht einmal 2 Viertel weit? Beierlein zuckelte am 3 Viertel und sah Irene in die Augen, erwartete wie immer keine Antwort und schrieb weiter.
„Doch“. Irene grinste, nahm den Kuli aus seiner Hand, trank ihr Glas auf ex und schrieb auf gleicher Seite weiter. Simply Red dröhnte im Hintergrund. The Red Box.

Deine Kerze leuchtet Zacken ins Gehirn, nimm Deine Lappen auseinander. Eine Tönung in meinem Haar, das Grau grauend. Nimm es, schreibe darauf, zieh es und hör mir zu, wie ich Wiegenlieder singe.

Beierlein hatte die Nase von sich selbst voll. Er konnte sich nicht mehr riechen. Er wollte jetzt den Spiegel lesen. Eintauchen in die Zynik der augsteinschen Synapsen, dachte er bei sich selbst und tauchte endlich aus den Scheinen auf den Seinen.

ZAHLEN, schrie er und küsste Irene auf die Nase. Wir brauchen jetzt einen Rechner! Wordprozessor eingeschlossen. Wordstar sang Irene, Wordstar und flocht sich eine Halbbrezel ins Haar.

Daimler steht jetzt auch

und ich hab Bauchweh vor Montag, wie schon seit Wochen.
Ich denke wir werden bald andere Sorgen haben. Alle. Es war seit Monaten absehbar. Aber auch das hat Chancen. Vielleicht wäre es an der Zeit, sich von der Idee zu verabschieden, dass wirtschaftlicher Erfolg das Einzige sei, was zählt. Und mindestens 20% Verzinsung des eingebrachten Kapitals in der Industrie. Die Heuschrecken sterben zuerst und wohl dem, der nicht in einer aktiennotierten Firma arbeitet. Zunächst einmal. Die Spirale wird für lange Zeit nach unten gehen. Der Gott des Wirtschaftswachstums wird gestürzt werden. Die Standbilder werden verschwinden. Ich habe Angst vor den neuen Standbildern. Die Götter scharren mit den Hufen, die Kirchen werden sich füllen und das wäre noch nicht einmal das schlechteste.

Erinnert sich noch jemand? Was nichts kostet ist nix.
Oh Lord, please buy me a Mercedes-Benz. Nur der noch? Nur noch der?

PS. und im Daimler Blog macht man sich Sorgen, ob Corporate Blogs akzeptiert sind. Ich meine ja nur, solange da sowas nicht drin steht, dann kannst Du so ein Blog in die Tonne treten, spätestens dann.

[update]Es wurde Abend bis zu der Meldung[/update]

Heidengleich, Schreinicki, und das Product-Placement

Es ficht mich eigentlich nicht an, was die Fernseh-Tanten und gleichgesinnigten Onkels für seltsame Tiraden auszufechten belieben. Ich habe zu dem Genre Fernsehen nie eine innere Bindung entwickelt, es eher als Zeitverschwendung erachtet. Nein, ich lehne das nicht ab, ich habe nur keinen inneren Zugang dazu entwickelt, natürlich haben wir Sat-Zugang, aber ich nutze es nie. So gut wie nie, seit es dort fast immerzu Werbung gibt sowieso. Filme sehe ich mir schon lange nur noch per Video/DVD an.
So. Und jetzt veranstalten die Fernseh-Literaturp?pste/innen auch auf den Titelseiten meiner bevorzugten Online-Seiten einen Karneval um einen Preis und dessen dazupassende gecancelte Sendung am Lerschebersch. So weit ganz lustig/l?stig. Aber nun fordern Verleger die Weiterführung einer Sendung? HALLO?!
Dann war diese Sendung nichts weiter als unbezahltes Produkt-Placement? Natürlich war es das. Bücher sind Waren, die beworben werden müssen um verkauft zu werden. Wie Waschmittel, Unterhosen und Atombomben auch. Egal was wer/ (m?nnlich/weiblich) denn auch macht. Die Empfehlung eines Buches ist Product-Placement, wie bei Wette-Dasse-Wo schon immer. Das ganze F?uleton ist nichts weiter, f?llt mir gerade ein, bis hinunter zu den Berichten über meine S?chelchen im Lokalen. Product-Placement. Ich wollte nur einmal darauf hinweisen. Sport ist auch nix anderes. Und wird als Produkt gesendet.

Unbezahltes Produkt-Placement ist also ok. Geh?rt dazu, aber wenn Verleger ?ffentlich protestieren, einige Verleger, dann falten sich Stirne. Hhm. Unbezahltes Produkt-Placement? Nun, man fragt sich da einiges. Da soll der Kreischnicki doch jetzt mit der Preisablehnung werben, nun, bestimmt nicht für umsonst. Und wie kamen da die Bücher vor die Kamera, genau diese und keine anderen bei der hehren Frouwe Heidengleich?

Ich mein ja nur, ich da ja gar nichts sagen, ich ja nur denke nach, nein WISSEN tu ich gar nix, aber es kommt mir alles so vor.

Es waren Verleger, die protestierten, keine Autoren. Und zum Schluss macht der Dampf-Laberer Willemsen weiter, wetten?

Ypsilanti / Al-Wazir

KLINGT auf JEDEN Fall besser als Seehofer/Leutheusser-Schnarrenberger.
Ypsilanti / Al-Wazir, das klingt nach…

Duft. Einfach nach dem Duft der weiten Welt.

Die Leutheusser hatten wir doch schonmal. Beim Bimbes-Kanzler. Nee, DER Duft bleibt
passé.

Ypsilanti / Al-Wazir, das duftet nach Südhessen, Offenbach und Gereschdischkeid.
Yeap. Und nach Äpplwoi! Und Handkäs mit Scharf und Knoblauch.

Es klingt gut! Gebt Koch den Ferreros zurück!

Uhne Ferz und Paul Tremmel

Paul Tremmel (wer hat denn dieses Bild in die Wiki abgeladen?) hat sein 40.igstes Buch, die meisten im Eigenverlag, (das druckt der Nachbar :yes: ) im pälza Dialekt geschrieben, vorgestellt und als Radio-Dichter natürlich im SWR-Studio in Monnem. Paul Tremmel ist 79 und ok, das sind Jamben auf Jamben zum Paarreim, aber das GEKONNT, wahrscheinlich schreibt er genau so schnell wie ich und in Bockenheim waren wir beide auf der Treppe und sonst keiner der Szene da. So what? Ein meisterhafter Erzähler und Uhne Ferz, mit meinen Texten, passt trotzdem und tatsächlich erstaunlich gut dazu. Das hat alles nichts mit der Musik zu tun, die dieser Sender sonst so spielt. Gar nicht und doch. Es ist gut, wie es ist. Es passt.

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Von links: Harald Windörfer, Romy Bauer, Rainer Emese sind Uhne Ferz. (Man beachte die neuen Hocker!) ;D

Manchmal, wie heute, passt es. Und wenn der ehemalige Vorstandsvorsitzende eines großen regionalen Energieversorgers in dieser Stadt bei unserem „mä sin all verratzt un verkaafd“ wenigstens kurz zuckt und auf dem Hintern rutscht…nun gut. Was mich jetzt plagt, so ganz jenseits der Dinge, die den Paul Tremmel plagen:

Wie signiert man ElektroBücher? Das Thema erheitert mich ungemein! :>>:>>:>> Das wäre der Versuch eines Sketches wert… Ich stelle mir gerade Mr. Bean vor..

Sind sie nicht niedlich,

die Herren von Geburt, wenn sie ihre Perücken lüften und sich das gewöhnliche Volk von den Läusen zupfen, wann immer die Mama ruft? Ach was spreizt sich der kleine Finger der silbern‘ Tasse entlang.

100 Bücher liest man so in den gepuderten Kreisen, eia. 100. Und tausend Bücher zumindest im Regal, ja ja, wie in jenem Reich.

So reich, so reich…

*ich gehe aus der Bücherei selten unter 4 Büchern/Woche aus der Tür…

So reich, so reich, ach so Bibliothek heißt das in GKreisen

eBooks auch vom Engelsdorfer Verlag

Tino Hemmann, der Chef des Engelsdorfer Verlages, in dem ich auch „Ach Du, säuselt das Kapital“ erscheinen ließ, oder wie sagt man da jetzt gleich bei den BaB’s auf jeden Fall hat er nicht nur eine tolle digitale Druckmaschine, sondern auch Durchblick, heute kam nämlich ein Autorenbrief auf totem Holz an in dem er u.A. schreibt:

Betrachte ich jedoch den Markt, die Entwicklung der Zellstoff-Ressourcen und Papierpreise und schließlich die Entwicklung der Lesegeräte (eBook Reader), will ich die Behauptung aufstellen, dass in spätestens acht Jahren bereits 30% der Bücher digital gelesen und somit auch gekauft werden.

(das mit dem gekauft hoffe ich nur, allein mir fehlt der Glaube..)
Auf jeden Fall werden in Zukunft alle neuen Babs (BoDs) aus diesem Hause so wohl als auch erscheinen und hurra, auch die alten kostenlos konvertiert! Thats it!

Wir werden also ganz heftig umworben, wir Autoren, auch wenn wir die Feuchtgebiete draußen nur nebulös beschreiben. Siehe den „Gedankenaustausch“ hier auf Blog, mit Thorsten, dem Chef der „Readbox „.

Geschlechter gerechte Sprache

Oh heilige Bim-Bam. Das ist eine ganz interessante Sache. Weil es nämlich eigentlich nicht geht und trotzdem gehen muss, sollte, irgendwie. Bereits Gott ist männlich und gerecht, „Gott, der Gerechte“, so wimmelt es noch bei der heiligen Google. Früher war es einfacher, da hätte man Göttinnen und Götter sagen können. Das waren noch Zeiten, als Frauen tatsächlich wenigstens im Olymp mitmischen durften, danach waren sie eine Weile schlicht nicht der Erwähnung wert, man brauchte keine „weiblichen“ Formen. „Fratres“ als Anrede genügte.
In meinen Texten tausche ich des öfteren auch mal die Artikel. Also gibt es „die Tisch“ oder die „Stuhl“ (was ist an einem Tisch schon männlich)? Die Mond schreibe ich auch gerne. La Luna, prego. La Lune. Nicht oft, eher auch als stilistisches Mittel, einen Bruch in den rasenden Textfluss zu streuen, wenn er denn rast. Ich hasse dieses „Politiker/innen“, das Wort Bürger ist eh desolat, wer lebt schon in einer Burg mit Mauern außen herum? Aber wie tun? Keine Ahnung, einfach mal probieren. Interessant auch einmal zu beobachten, wie Schriftstellerinnen das machen. Gar nicht bewusst wahrscheinlich, die wollen schreiben und nicht politisch korrekt daher kommen.
Aber interessant ist es schon.
Man beachte die Stellungsausschreibungen, die ja per Gesetzt geschlechtsneutral formuliert sein müssen. Da kommt das (m/w) immer wieder vor oder das LeherInnen. Zum kugeln manchmal. So. Und die Bundes-Grünen müssen das jetzt alle. (Ich stelle mir die Machos da vor, die Fischers und andere ;-)) Wenn sie Anträge stellen. Für die BDK. Das heißt Bundesdelegierten-Konferenz, nicht Parteitag, gell. Was gemerkt? DER Parteitag, ha, das haben die anderen. Die Grünen haben eine Konferenz. Nicht wahr, Ein-E.
Aber sie bemühen sich darum die Grünen, das klingt nicht immer gut, aber man versucht es. Also alle Anträge müssen nicht geschlechtsneutral, sondern geschlechtergerecht abgefasst sein. Steht da. Und es gibt sogar ein Hilfs-PDF dazu, das mit dem w/m-Dilemma sehr offen umgeht und eigentlich sagt: Wie so genau wissen wir nicht, aber wir machen’s.
Ich werde das mal nachsehen. RSS-Feed zu den Anträgen gibt es hier. Ach du liebe Güte (Güte ist weiblich, gell) sind das schon viele. Na ja, wir werden sie lesen. Vielleicht könnte man zum Schluss ja einen Preis vergeben. Einen Sprachgerechten-Preis, aber bitte mit paritätische besetzeter Jury. Ich melde mich schon mal. Ja da auch. (Na gefällt das so, Malte? :>>)

Spügel im Hämburg

kann mir einer (m/w) sagen warum in aller Welt SpoN ausgerechnet heute einen Speyer-Beitrag vom MAI 2008 auf die Startseite bringt? So einen typischen Spiegeldingsbums? Zum Schluss der human touch. Aber vom Mai? Na ja, sie sind sich halt der Aktualität bewusst…
Und unsa oana? Ma bloggt sisch halt sou dursch.

Und der Kreuzfahrt-Prediger tönt …

Gurken

In Biblis gibt es eine Gurkenkönigin, wie anderswo die Damen vom Weinfach.
Ich weiß es ist schwer zu scheiden, aber liebes RWE, macht halblang. Noch einmal eine Spende, einen Tropfen Radio ins Aktiv und dann ist gut. Lasst einfach gut sein und nein, wir räumen nicht auf, guckt zu wie ihr die Brennstäbe wegschafft und nur mal so am Rande:
Es bleibt hier nix liegen!
Auf die Gurkenkönigin!
Und nein, in Tschernobyl wachsen keine besseren Gurken und sie strahlen auch nicht hübscher!
Ab in die heia damit! Un tschüss, alla donn!

Nochmal Readbox

Ich hatte ja gestern live aus Frankfurt von der Readbox berichtet. Aber untergründig schwelte da etwas, dass das Zu gut klänge. Nun. Die AGB der Plattform hat es in sich. Sie fungiert als „Autorenvertrag“ und da zuckt bei mir doch etwas, ich schließe einen Autorenvertrag ab, der dem Betreiber die normalen Verlagsrechte einräumt. Gut, die wollen ja Geld verdienen. Aber: (das ist jetzt ein Zitat aus der AGB, dem verkappten Autorenvertrag) Man überträgt per Mausklick folgende Rechte:

d. das Recht zur Verbreitung des Buchinhalts (des Textes) in Teilen und in Gänze als
Online-Buch (nicht speicher-, kopier oder druckbare sogenannte „Flash-Applikation“), Online-Hörbuch (nicht speicher- oder kopierbarer sogenannter „Text-to-Speech“-Stream).
e.das Recht zur Weitergabe der Rechte zu 4.a.iv an die Nutzer der readbox
zur Einbindung des Online-Buches als sogenanntes „Widget“ in eigene Webseiten, Blogs oder Profile sozialer Netzwerke im Internet,
zur Einbindung des Online-Hörbuches als sogenanntes „Widget“ in eigene Webseiten, Blogs oder Profile sozialer Netzwerke im Internet.
f.das Recht zur Aufnahme der Titelinformationen des Buches in die readbox Katalogdatenbanken.
g.das Recht zur Aufnahme von Teilen des Werkes in Anthologien

Also ich gestehe ja zu, dass die Plattform zusehen muss, wie sie an ihr Geld kommt und umsonst ist nur der Tod. Aber ich wollte nicht (im angenommenen Extremfall) ein Gedicht von mir als Widget auf eine Porno-Site wiederfinden. Oder bei StudiVz in einer Gruppe. Und was soll das mit den Anthologien? Räume ich damit dem Readbox-Verlag das Recht ein einfach Teile meines Buches als Antho kostenlos weiterzuverscheuern? Ok, keine ISBN, das ist nicht tragisch, zu was soll das denn auch gut sein, letztendlich. und was soll das mit der Werbung? Wo bitte wird die geschaltet? Ich habe auch keinen Einfluss, was da beworben wird und wie? Nö, danke, das brauche ich nicht.

Wenn ich ein BookOnDemand mache, dann verbleiben alle Rechte der Texte bei mir, der „Verlag“ ist ja nur Dienstleister, den ich dafür bezahle zu drucken, auszuliefern oder sonstigem Service. Hier binde ich meine Texte an einen Dienstleister, dessen Reichweite ich nicht kenne. Im schlimmsten (und leider wahrscheinlich häufigsten Fall) habe ich dann meinen Text an den Verleger (das ist ein Verlag dann, ohne einer zu sein) gebunden und darf ihn noch nicht einmal mehr selbst benutzen, auch nicht im Blog oder der eigenen Website. Wahrscheinlich darf ich ihn noch nicht einmal mehr laut irgendwo vorlesen.

Und so wird es auch bleiben. PDF zum Download anbieten kann ich selbst, notfalls sogar via Shop, Bücher bei Monsenstein drucken lassen, das kann ich auch selbst.

Nein Danke, das hört sich gut an, fühlte sich auch gut an, aber das ist nix für mich. Das ist natürlich alles einwandfrei, rechtlich, ethisch und irgendwie muss das alles ja gegenfinanziert werden. Aber das mit den Widgets und den Anthos geht mir zu weit. Viel zu weit. Sorry, aber das war’s dann.

Wir brauchen OFFENE Systeme, keine heimlich durch Werbung und was weiß ich nicht SOFORT transparente Dinge finanzierte Märkte.

Aber die Idee ist gut, wahlweise eBook oder Print. Aber so nicht. Ich würde für den Service ja auch zahlen. Aber nicht mit Werbung, die ich nicht steuern kann und möglicherweise einer Zweit-, und Drittverwertung, die ohne mich geregelt wird.

Das geht auch anders, denke ich mal.

Mein Buchmessen-Aufenthalt

nähert sich seinem absolutem Ende. Ich kann keine Bücher mehr sehen und draußen in den Hallen quillt alles über. Die Verrückten laufen jetzt mit Trolleys statt Großrucksäcken umher, irgendwelche Kids spielen ihre Comic-Helden nach und ich hab die Nase voll. Ciao, das wars für heute aus FFM-Messe, ich geh noch auf die Zeil oder so und dann heim. Bilder nachladen. Ich hatte eben auch nur mal was zu bloggen.
*winkt den Messebloggern noch mal zu.