Bildung

Joints
aus Reclam
wir binsen

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Ich twittere nicht, nee, aber die kurze Form hat was. Nein, ich schreibe nie Haikus, so wenig wie Sonette. Aber es kurz machen, auf den Punkt bringen, das mach ich gern.

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Keiner zittert
vor dem Twitter

*nur weil es angesprochen wurde hier und hier.

Das ungequälte Schwein

Ich hatte
keine schlimme Kindheit
wurde weder missbraucht noch geprügelt
Meine Pubertät verlief dezent
die Adoleszenz na ja gut
Ich lebe bescheiden in Miete
Mein einziges Laster ist die Lyrik
und ich will ein Dichter sein

Meine Nerven
ich ungequältes Schwein

nur weils gerade in den Diskurs passte! Ist daraus.

Hierzuland

Großes Bild hier!

Heute kamen die Belegexemplare des Hierzuland, eine Zeitschrift des „Arbeitskreis Heimatpflege Regierungsbezirk Karlsruhe e.V.„. Vor 5 Jahren noch hätte ich mich bei einem Verein Heimatpflege geschüttelt, heutzutage guck ich da erst mal hin. Und fand schon beim Vorgängerheft Dinge, die mich sofort anzogen. Da ist keine Heimat-Tümelei, kein Trachten-Ei-Dei-Dei, sondern ein hervorragend geschriebenes Fachblatt für Heimatgeschichte. Ehrlich, Kompliment. Mit einem erstaunlich guten Layout, modern, übersichtlich, grafisch absolut erfreulich, nix mit Schnörkel und Sütterlin oder dergleichen. Irgendwann muss ich doch das Essay schreiben, was für mich Heimat ist, dieses gebeutelte Wort, das heute noch von den GFZ-Sendern vergewaltigt wird mit den Heimatmelodien, die keine sind. Aber das ist eine andere Geschichte.
Und wie ich dazu komme? Nun, Herr Layer, der das Blatt verantwortlich text-managt (er ist hauptberuflich Profi bei einem großen Blatt in der östlichen Metropolregion Rhein-Neckar) hat mich nach dieser Lesung in Neckarsteinach, ob ich denn Lust hätte und man da nicht, ich wäre zwar Hesse, aber ich arbeite ja im Regierungsbezirk und wäre bei den Räubern, in Mannheim und das läge ja auch im Bezirk…Natürlich. Zu was hat man denn eine Homepage, gell, ein Blog sogar. Bedienen sie sich. Hat er gemacht. Das und das ausgewählt. Merci, Herr Layer, hat der Seele gut getan, einfach so angesprochen wird man selten, Texte angefordert, also wenn wieder Bedarf da ist, gell. Gilt auch für andere Zeitschriften, mail-Anfrage genügt!

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Zusammen-Sehen

Es wird wirklich Zeit das Wort „Public Viewing“, das wohl einen Fifa-Erfindung ist, zu ersetzen, ich schlage zusammen-sehen vor. Wenn schon in Bayreuth eine Übertragung aus dem Opernhaus „Public Viewing“ genannt wird.
Aber ansonsten halte ich die Idee für äußerst gelungen. Hier hin Viernheim hält die Familie Richter in der Senioren-Begegnungstätte (so was wie ein Jugendheim für Rentner) immer Hör-Konzerte ab. Also sie legen wie die DJ’s CD’s auf. Zu einem Thema, mit Erklärungen. Warum nicht zusammen Opern schauen? Oder Theater. Von mir aus Krimis. Wär was für spezielle Kneipen. Oder wenn Arte (oder ist das 3Sat?) wieder solche Konzert-Marathons senden. Oder Kunsthäuser oder oder. Hätte was. Zusammen-Sehen. Nein, keine Videos, kein Jutübchen. Da gibt es gleich wieder Ärger mit dem Verwerterecht. Nein, wirklich Fernsehen gucken. Zusammen.

DVD, Sticks und Brötchen

Robert spielt mit Gedanken um Blogs und Print und regionalen Inhalten. Ich weiß, Lesegeräte gibt es NOCH nicht, aber USB-Sticks, SD-Karten, CDS, DVDs. Und FERNSEHER!

Man nehme seine Inhalte (ich bin dabei, jawoll) veröffentliche sie online, via CMS, Forum, Blog, was auch immer sogar Twitter und in den Gebieten, die kein DSL und auch sonst nix ihr online nennen und für die Frau Becker um die Ecke (78) und Tante Elise Beethooven gibt es Samstags beim Bäcker oder Metzger oder beim Amtsschimmel im Goldenen Bock oder der Dönerbude ein Gerät, mit dem man sich schnell und kostenlos sich geflashte Version auf die genannten Datenträger ziehen kann.

Und Oma Frauke guckt das dann am Fernseher. Text. Vielleicht ein paar Podcasts dabei und ein, zwei Filmchen.

Müsste doch gehen, oder? Genau wie beim Konzert der örtlichen Top-Band, des Gesangvereins oder der Musikschule: Einfach den Mitschnitt oder die Arbeiten aus dem Studio kostengünstig auf den Stick kopieren. 34 Cent pro Titel? 3,54 für die ganze Pseudo-Platte? Mit Cover 3,99?

Berliner Qualitätsjournalismus

Die Berliner Morgenpost, ein Blatt des Springer-Verlages, zur Welt-Gruppe gehörend, hat im Wirtschaftsteil eine Serie „Deutschlands Milliardendörfer“ laufen und berichtet dort am 18.7.08 über Weinheim, das auch schon mal kurzfristig Hauptstadt der Kurpfalz war. Nun, das mit dem Milliadärsdorf könnte schon stimmen und die Bildunterschrift zum Foto vom Marktplatz: „Sauber, ordentlich und wohlhabend…mit dem Denkmal für Kaiser Wilhelm I“ ist wohl durchaus angebracht für Leser, denen täglich die Hässlichkeiten der Gropius-Stadt zugemutet wird. ABER! Die Infotafel da sieht doch der Wiki-Seite recht ähnlich, oder?

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Gelöbnis

Jetzt haben sie also vor dem Reichstag gelobt. Jo, und? Wenn ich die Bilder so betrachte sieht es außer der Kulisse auch nicht anders aus, als auf dem Exerzierplatz der Kaserne in Kassel, in der ich einst diesen Mummenschanz mitmachte. Mehr dazu hier. Verteidigungsminister war damals übrigens ein gewisser Herr Schmidt, der heute die Rede da gehalten hat. Ja, ja! Der letzte Bundeskanzler, der auch Wehrmachtsoffizier war.
Der hat übrigens einen Wisch unterschrieben, dass ich zum Unteroffizier nicht tauglich wäre, hektografiert, später dann, weil ich mich mit Händen und Füßen dagegen verwahrte. |-|

Die Bundeswehr rafft das nicht, wie man das macht. Sie hätten Tokio Hotel da auftreten lassen sollen, oder wer auch immer in der Truppe angesagt ist, nach dem Gelöbnis und kein Mensch hätte mehr von Obama geredet. So war es halt das Musikchor sowieso. Ja und schlimm ist das gar nicht, nur peinlich, weil sie das nicht können. Offiziell wenigstens.

Wir hörten damals übrigens gerne Frank Zappa, Simon & Garfunkel und die Jackson Five. In unserer Stube, gell!

Wir hätten NIE zustimmen sollen, dass Berlin wieder Hauptstadt wird. Bonn war so schön knuddelig!