Geisterspiele und Violinen


(Alle Bloggings zur Mannheimer Sommermusik gibt es hier!)
Eigentlich wollte ich den Sonntag mittag zu Hause verbringen. Nach einem Fahrradritt nach Mannheim (steht alles dort!) und dann sah ich dieses Plakat in der Schlosskirche hängen. Dingler, Dingler, Dingler? Genau, das war die junge Dame, die vor 2 Jahren per Mail ihren Bruder bei den Kurpfalznotizen promotete und deren (my)Blog ich eine Weile mitlas. (Sie hat es passwort-geschlossen). Also blieb ich und habe es nicht bedauert. Gar nicht. Auf ihrer Homepage sind zwei Musikbeispiele für Charles Dancia, dessen Duo Brilliante auch am Sonntag das Konzert eröffnete. Hört selbst! Nun bin ich kein Musiker, der all die Feinheiten eines Konzertes beschreiben könnte, ich kann nur beschreiben, was Musik in mir auslöst.
Das habe ich eingeschlossen. Im hintersten Winkel meines Hirns und irgendwann wird es frei werden und in Worte münden. Heute jedoch nicht. Das Fußballspiel liegt noch dazwischen. Ich war auf jeden Fall beeindruckt. Schwer beeindruckt. Vor allem gefiel mir, dass lebende Personen, junge Komponisten gespielt wurden. Geisterspiele und Violinen weiterlesen

De kurpelza Klong

Den Menschen, die das Uhne Ferz Konzert (deren Hauslyriker ich bin) besuchten schien es gefallen zu haben. Beurteilungen überlasse ich natürlich anderen, aber ich wollte schon immer ‚mal schreiben, wie das ist, wenn Texter Texte hört, deren Entstehung man selbstverständlich noch im Kopf hat, zu einem großen Teil sogar die Gefühlswelt beim Schreiben, die Überlegungen, Gedankengänge, all das was im Text auch weggeschnitten ist.

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Wenn meine Zähne im Glas

(Lesung mit den Räubern 77 im Stadthaus Mannheim N1 am 27.06.08 ab 14:30)
Mit * gekennzeichnete Texte sind aus Ach Du, säuselt das Kapital. Siehe hier!

Wenn meine Zähne *
im Glas Perlmutt täuschen, während ich Dich ohne küsse, faltern sich unsere Falten flatternd wie die Hände. In den Pupillen hinter den Brillen glimmt die Glut. Ein Wort nur über alle Gezeiten und alles glüht und schäumt. Wer deine Berge kennt, wer braucht da Meer?

Fast nur Grauköpfe beim Jazz *

Noch ist Fleisch
über den Knochen
wer friert schon wenn
Riffkaskaden
über Bässe tropfen
an den Hängen
der Drums entlang

Noch wippen die Zehen
über die Pflaster
Der Herbst haucht schnelle
Beats über das Hihat
Augen verlieren sich
in Tasten

Noch verschmäht
die Sonne den Regen
Streusand fällt vom Himmel

Über den Wolken *

Über grauen Wolken
hängt blauer Himmel
der nie regnet

Rasen wüstet

Wo nur wo
sollen wir noch golfen
Herr

Lippenbekenntnisse *

Zähl meine Falten
wenn Du meinst
jede Dritte
Besing das Braun
der Leberflecke
aber dann
komm

Regenbogenland *

Noch nicht einmal mehr
das Gold glänzt beim Funkeln

Ich sprühe Regenbogen
in das geifernde Maul
der Sonneneruptionen

Atome splittern vom Faustkeil

Ich träume von Küssen
und flatternden Erektionen
bis wir wieder schlafen

Sing mir ein Lied
in meine zuckenden Schultern
bis die Regenbogen wachsen

Hinter dem Firmament
geifern wilde Horizonte

Leben baumeln *

Auf der Friedhofsmauer
sitzen Leben bummeln Seelen
leicht im Sommerwind

Die Toten ruhen lächelnd

Liebe regnet über Felder


Schdännscha

Schdännsha grawwln iwwa die Wolge
greische laud wonn de Newwl
zu arg aus de Peif raachd
kitzln die Reiedrobbe
bis se falle un
isch ned gieße muss

Uffm Friedhouf
geischdan die Sunne
un peife se hoam
die Schdennscha
monschmol fungld’s
noch in moine Aache

Abgelegtes *

Aus
abgelegten Wünschen
unerwünschten Illusionen
vergewaltigten Hoffnungen
unerfüllten Versprechungen
bau ich ein Schloss
festgemauert aus Träumen
eine feste Burg aus Hirn

Bar *

Ich zahle bar
sprach der Tod
und nahm mich mit
Das Geld auf dem Tisch
reicht für die Zeche und
morgen

Nur einmal, nur noch einmal *

Ich bohre Gedankenstränge
in die Tiefe der Nacht
lass Deine Augen hüpfen

Im Mondschein lese ich
den Durst Deiner Hände

Du schiebst die Sonne
in meinen Schatten

Das Lachen liegt im Gras

Wir trinken Liebe
aus großen Tassen

Der Morgen weidet
still über den Waden

Wenn meine Zähne im Glas

(Lesung mit den Räubern 77 im Stadthaus Mannheim N1 am 27.06.08 ab 14:30)
Mit * gekennzeichnete Texte sind aus Ach Du, säuselt das Kapital. Siehe hier!

Wenn meine Zähne *
im Glas Perlmutt täuschen, während ich Dich ohne küsse, faltern sich unsere Falten flatternd wie die Hände. In den Pupillen hinter den Brillen glimmt die Glut. Ein Wort nur über alle Gezeiten und alles glüht und schäumt. Wer deine Berge kennt, wer braucht da Meer?

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France 1, inmitten der Kurpfalz, na ja.

Fährt der Kurpfälzer im S-Bahn-Hopping (mit Fahrrad ab 9:00) gen Westen, mit der S2 (es gibt für ALLES ein Wiki, gell) nach Neustadt so ist er befugt die Maximilians Bahn mit dem 24 Stundenticket des VRN ins Département Bas-Rhin einzureisen, um die ehemals freie Reichstadt Weißenburg in ihrer gerade gültigen französischen Inkarnation Wissembourg zu vistieren. (Wir berichteten bereits).

Und wieder wachsen die Weinberge ins Bähnchen (im Hintergrund das Hambacher Schluss, da an den Berg geklebt), vorbei an Weilern und Städtchen, die nach ihren Weinen benannt sind, ich nenne nur Edenkoben und irgendwann ist man tatsächlich in France. Dort wo sich die Regionalbahnen der DB und der SNCF wie Fuchs und Hase gute Nacht sagen. Es sollte ein kurzer Besuch werden.

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He’s just a man


(Alle Bloggings zur Mannheimer Sommermusik gibt es hier!)
I’dont know how to love him. Aus Webbers Schmonzette von 1971 „Jesus Christ Super Star“ sangen die RosaKehlchen in der Schlosskirche, bei der Sommermusik, gekonnt, beschwingt, beflügelt vom Ambiente, frei vorgetragen, (die Notenbücher blieben in der Sakristei), mit bestechend genauer Intonation, wohltemperierten Kehlchen (warum nur will ich immer Kelchen schreiben?), nein kraftvollen Männerstimmen, die mühelos den Raum füllten (es herrschte Fussballeuropa zu der Zeit, man muss zwangsläufig von Räumen-Befüllen sprechen, auch wenn gerade der TrainerDirigent seine Leute mit einem Augenzwinkern in die Mitte zum Einzelchor-Singen schickt, als ob Elfmeterzeit sei), mit Lust am Singen und einer gehörigen Portion Können und ganz großen Arrangements. So weit so gut, es war ein tolles Konzert und?
Tja, der Titel war vom Moderator angekündigt als zweiflerisches Lied eines Mannes an seinem Märchenprinzen, was dieses Lied der Maria Magdalena an Dschises, wie wir ihn seit dem zu nennen erlaubt sind, ohne eine Silbe zu ändern, in vollkommen neuem Lichte erscheinen lässt. He’s a man, just a man, I don’t know how to love him. Und das ganze von einem schwulen Männerchor! Es waren Choräle, doch, doch, meist klang es sehr madrigal, auch wenn es Soultitel waren, aber einmal anders, merci dafür!

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