Ich sags ja nur….

Die größte poltische Gruppe Deutschlands hat auch in Viernheim diese Wahl wieder haushoch gewonnen. Die Nichtwähler. 60% der Wahlberechtigten ist es schlicht schnurz, wer da für sie im Parlament sitzt und sich um die Prozente prügelt. Nach einigen Krokodilstränen und ernsten Worten in die Notizblöcke der Journalisten wird das bei den Parteien auch vergessen sein. Die größte politische Gruppe gibt keine Interviews, hängt keine Plakate auf, protestiert schon lange nicht mehr. Die größte politische Gruppe schweigt und liest noch nicht einmal mehr die örtliche Zeitung, off topic gesagt, das hier sowieso nicht.
Um es klar und deutlich zu sagen: Ich habe gewählt, ich habe noch nicht einmal verborgen was, dieses mal. Ich bin auch kein Soziologe und ich habe kein Datenmaterial zur Verfügung aber ich höre Volkes Stimme und die sagt: „Denen geht es doch nur um Posten, Geld, Einfluss, Macht“. DENEN. All den politisch handelnden, den darüber schreibenden, den aktiv Parteien bildenden.
Und jedes mal laufen die „großen“ Parteien genau diesem Klischee hinterher, als wollten sie diese größte politische Gruppe nur nicht enttäuschen.

Read more »

Nicht mal ’ne Minute hatte Paul Zeit, in Lopodunum


F.C. Delius las.

Aus dem dreieckigen Buch. Ich wollte jetzt auch IHN hören. Andere hörte ich bereits zur genüge, wir berichteten. Ich hielt es nicht für möglich. Aber er hat mich eingefangen. Mit seiner Stimme, der Intensität seines Vortrages. Er ist tatsächlich ein Erzähler. Ein großer Erzähler. Das klingt von ihm gelesen TATSÄCHLICH besser, als wenn dies meine innere Stimme täte, wie bei all den anderen Büchern auch immer, tagtäglich. Ich musste nur ein ganz klein wenig auf meinem Stuhl herumrutschen, nur höchstens 4, 5 mal Bein über Bein schlagen. Ich war gefangen, nee nicht beim Dreiecksbuch. Aber bei „Der Tag als ich Weltmeister wurde“, hätte ich noch stundenlang zuhören können. Er hat uns in der Halbzeit von Bern alleine gelassen. Ich musste mir das Buch kaufen, um zu erfahren, wie klein Friedrich denn nun das entscheidende Tor erlebte,

Read more »

dichters alp

mein lyrisches ich
hat mich
mit frau prosa betrogen
schreibt jetzt handbücher
für sägende drucker
in koreanisch und kirchenlatein

eingelegte buchstaben
schwimmen nach santa fee
handeln mit einhörnigen elfen
und gereimten aktien
in den armen dichter fond

im musenstreik
werfen minister
mit kult
bomben mit akten
zurück

PLOP

Wenn man mit hochgelegtem Bein durch das Fenster starrt und die richtigen Dinge in die Wolken meißelt, zwangsweise inmobil und dann zwischendurch solches auf FAZ-online liest: Berlin-Biennale Endlich: der begehbare Berlin-Roman!, dann macht es irgendwann PLOPP. Eine Idee ploppt. Ein Lachen zieht durch die verbrauchte Luft und sucht Frische hinter den Fenstern. Was muss ich extra Straßen präparieren? Ich werde selbstkuratieren. Ich werde meine Fantasie in die Realität mobilisieren, wenn es denn wieder geht. Wenn ich wieder gehe. Irgendwohin gehen und wenn es nur vor die Tür ist, mit billigster Linse fotografieren, nicht um der Schönheit willen oder gar der Kunst, nein einfach MEINER Dokumenta halber. Und dann werde ich SCHREIBEN was da ist.

Read more »

no place like home

Claudia Reinhardt
.

Screenshot Verbrecher Verlag „no place like home“

No Place Like Home
18,00 € (36,00 SFr)
ISBN : 3-935843-62-3
Verbrecherverlag Berlin 2005

Ein Buch hat mich angerührt. Nicht gerührt, nein. Keine Rührung. Es hat etwas angerührt. Claudia Reinhardt schreibt über ihre Kindheit, ihr langsames erwachsen werden, fotografiert die Straßen und Häuser ihrer Kindheit in der Stadt in der ich auch geboren wurde und mit Unterbrechungen noch immer lebe. Claudia ist zwölf Jahre jünger als ich und doch kenne ich auch den Mief, den sie beschreibt, das geborgen sein, das wegrennen wollen. Sie ist gegangen, ich bin geblieben. Macht in den Erinnerungen nur einen graduellen Unterschied aus, lässt wahrscheinlich die Damaligkeiten schärfer werden, nichts wird überlagert in den tausendmal begangenen Straßen und Orten.

Ich kenne die Personen, die da beschrieben werden, Claudia selbst habe ich schon getroffen, ohne sie zu kennen. Aber das sind nur zwei Augenblicke lang Verstörungen,

die das Lokalkalorit immer auslöst. Vielleicht auch, weil ich selbst im Augenblick auf der literarischen Suche nach Viernheim bin. In mir selbst und extern. Das Thema schien mir eigentlich abgeschlossen, wie man hier auch hören kann. „Selbs Betrug“ von Schlink liegt noch gerade gelesen auf dem Schreibtisch und nächsten Monat werde ich im Kunsthaus lesen gegenüber der düsteren Kirche aus Claudias Buch unter dem Titel „Heimspiel“. Scheinbar stellt sich diese Frage aber immer wieder, so auch Claudia, man verzeihe mir den Ausflug ins Selbst.

Da versucht jemand die Irritationen, die das Wort Heimat wohl in jedem Deutschen auslöst, zu glätten, zu verarbeiten mit Erinnerungen, die zwar meine eigenen tangieren, aber nicht meine sind. Geografisch ist exakt die gleiche Heimat beschrieben und doch ist es nicht dieselbe. Wie sollte es auch. Ist es doch auch ein gutes Stück frauliches Buch. So distanziert die Bilder sind, menschenleer in gekonnt unverkünstelter Sichtweise, bar aller „Künstlichkeit“, wie sie Hochglanz-PR oft befördert, so dicht in der Erinnerung befangen, fast liebevoll, ist die Sprache(, auch wenn es eine Übersetzung scheint). Eigentlich fehlen die Bilder der Straßen, der Dinge, der Sichten, wie sie einmal waren. Es sind die Bilder einer erwachsenen Künstlerin, die erst durch die Sprache leuchten, die Tristesse des Plots verstärken. Aber diese Sprache, die so gar nicht anklagt, scheinbar mühelos längst verschüttetes in ein ganz kleines Lächeln schreibt klingt nach und aus sich heraus. Die Irritationen, die das Wort Heimat, so oft missbraucht, wie unsere Sprache, manche Menschen in diesem Land, Länder, die Menschen dieser Sprache missbrauchten, trudeln durchs Hirn beim Lesen, die Irritationen. Die Diskrepanz zwischen Bild und Sprache, die genau diese deutsche Irritation um Heimat und Gemütlichkeit einfängt ist das eigentliche Kunstwerk. Ich habe schon lange nichts mehr betrachtet-gelesen, das so dicht an der Definition von Heimat liegt, wie das Gesamtkunstwerk dieses Buches. Vielleicht weil doch ein Stück von mir mitschwingt. Schließlich gehe ich wie oft am Kriegerdenkmal vorbei, ohne es zu sehen. Vielleicht deswegen, oder doch „nur“ weil es ein gutes Buch ist? Guckt selbst.

Bauer, Witz, Eisenmann und Kinkel..;-)

Lyrik wird an diesem Abend durch das neue Viernheimer Kunsthaus klingen. Michael Bauer stellt sein neues Lyrik-Bändchen vor. In „Ach Du, säuselt das Kapital“ sind Texte versammelt, in denen er mit Sprachwitz, Mut und einer gehörigen Portion hinterlistiger Unlogik Themen des Alltags nachzeichnet.

(Ok. OK, in der Überschrift steh ich nicht, aber im gleichen Programm…)

Über das neue Lesesprogramm der Buchhandlung Schwarz auf Weiß in Viernheim, berichtet der Südhessen Morgen heute…lol

Der Eintritt für den musikalisch-lyrischen Auftritt – garantiert mit viel Witz – ist frei.

Bauer, Witz, Eisenmann und Kinkel..;-)

Lyrik wird an diesem Abend durch das neue Viernheimer Kunsthaus klingen. Michael Bauer stellt sein neues Lyrik-Bändchen vor. In „Ach Du, säuselt das Kapital“ sind Texte versammelt, in denen er mit Sprachwitz, Mut und einer gehörigen Portion hinterlistiger Unlogik Themen des Alltags nachzeichnet.

(Ok. OK, in der Überschrift steh ich nicht, aber im gleichen Programm…)

Über das neue Lesesprogramm der Buchhandlung Schwarz auf Weiß in Viernheim, berichtet der Südhessen Morgen heute…lol

Der Eintritt für den musikalisch-lyrischen Auftritt – garantiert mit viel Witz – ist frei.