200 Jahre Community

tl;dr
Ich war beim Social-Media-Abend des Städelmuseums, der mir sehr behagte und ich stellte fest, dass die digitale Kunstvermittlung des Museums seht gut gedacht und umgesetzt ist, wobei ich beim bloggen sehr umherschweife!

200 Minuten für die Online Community: Das Städel lädt zum Social Media Abend
Und 120 kamen. Und das kam zustande! Und bald wird es auch ein Storify dazu geben, ich werde es hier verlinken!
[update]Hier ist der Link zum Storify des Städelmuseums Eingebunden auch mein Tweet zu diesem Post hier. Pingpong :)). Das Storify ist toll! Wie schon beim #schiller2go #walk bemerkt: Storifys in einer Mischung aus Tweets und Instagram-Fotos kommt gut!… #funfact: Das Schlusswort im Storify hat Tanja Praske![/update]
Gestern Abend hatte ich ja schon live aus dem Städel gebloggt, noch leicht geflasht, vor der Social Media Wall, Twitterwalls waren einmal, ich verlinke das einfach hier…

Social-Media-Wall des Städelmuseums , ja mit dem läsigen #hastag-Spam. Wir waren halt #trending
Social-Media-Wall des Städelmuseums , ja mit dem lästigen #hashtag-Spam. Wir waren halt #trending
Johann Friedrich Städel, ein Banker, ehemals Gewürzhändler, wahrscheinlich dereinst Pfeffersack genannt, wer weiß, gründete eine Stiftung, um seine Kunstsammlung aufzunehmen und zu zeigen. Eine Schule für alle dazu, für die Kunst, die Künstler, Kunst für alle, nicht für den Banktresor, wie heute so oft, Kunst als pures Spekulationsobjekt für die Gierigen. Das Städelmuseum entstand und feiert diese Tat zum 200-Jährigen äh, ja Museen werden halt nicht geboren. Also seit 200 Jahren Community! Doch! Übrigens und btw. das Stiftungsdekret wurde vom Mannheimer Karl Theodor von Dalberg angefordert, der gerade Großherzog von Frankfurt war, weil es das Heilige Römische Reich, dessen Reichserzkanzler er war, nicht mehr gab. Der Bruder des Mannheimer Nationaltheater-Intendanten, der damals den Schiller räubern ließ, aber ich schweife ab, aber diese Dalbergs aus Worms-Hernnsheim, wo man heute noch im englischen Garten #lustparken kann, trifft man hier überall. Wir waren also im Städel zum feiern, instagramen, bloggen und was es alles noch gibt in dieser vernetzten Welt.
Der Medientisch in der "Digitalen Kunstkammer" des Städelmuseums vor der Skyline Frankfurts
Der Medientisch in der „Digitalen Kunstkammer“ des Städelmuseums vor der Skyline Frankfurts

Ich weiß, dort hinten in den Betonkathedralen

wurde die Finanzkrise mit verursacht, die Griechenland weinen lässt, wackeln die Türme im Sturm der Eurokrise, herrscht die Zentrale über ihrer Eurobank. Ich bin nicht naiv. Aber Geld und Kunst und arme Künstler und Reichtum und die Gerechtigkeit und und und. Würde den Blogpost sprengen. NEIN, ich will mich nicht drücken, hat dort auch keiner, irgendwie bemerkt, oder? Nur soviel: Das Geld an die Community weitergeben hat was. Komm..wir feiern doch. Ach, Occupy Germany, ich weiß doch, sollen wir die Bilder vielleicht? Nix da, die bleiben. Aber es soll ja hier um eine Geburtstagsfeier gehen.
Es war ein sehr angenehmes Treffen, auch wenn es völlig anders strukturiert war, als die zwei Tweetups, die ich schon im Städel absolviert habe. Ich traf Bekannte wieder, lief an vielen Bekannten vorbei, grüßte dort hektisch, fuhr mit Teweeties im ICE zurück und traf alte Bekannte endlich persönlich, meine Twittertimeline verkündet nur wenig davon…:) Endlich traf ich auch Frau Vogel und ja, dann wären wir wieder beim Thema…


Lobpreisen wir das Fundraising und bestaunen wir, was die Städel-Belegschaft alles so geschaffen hat, vor allem viel Gehirnschmalz investiert hat. Man kann durch die Hallen wandern, ohne durch lange Texte an den Wänden aufgehalten zu werden, nur staunen oder aber sich setzen und die Kataloge durchstöbern, nichts wird aufgezwungen, sondern die Kunstvermittlung dezent bereit gestellt, da steckt auch eine kluge Museumsleitung dahinter, vermute ich ‚mal. Letzten Sonntag war ich schon dort, ohne das Handy zu zücken, die App zu belästigen, nur die gedoppelten Stars zu bewundern… Aber da wird sehr langfristig eine Strategie ausgebrütet. Der Museumsbesuch beginnt schon lange vorher, auf der Website und den vielen digitalen Angeboten, dem begleitetem Blog, ganz neu einem Instagram-Account und hinweisende Bespielung auf Twitter und Facebook. Social-Media bei den amerikanischen Riesen, aber die Kommunikation bleibt zunächst auf der eigen Seite. Gut so! Folgerichtig: Audio-Guide kann jeder, gibt es aber doch. Dazu aber jetzt eine App, die auch Bilderkennung kann, statt dem Guide. Zur Vorbereitung das Grimme-Preis-Online gekrönte „Digitorial“, wer weiß schon, dass schon einmal eine Frankfurterin gewann :)) Die Audiospuren der App tauchen dann auch beim obig eingebundenen Tisch auf, können abgerufen werden, nicht einfach so, sondern getaggt nach Genre und Sachen, die ich vergessen habe. Für die Kleinen gibt es ein „Game“ für die Heimfahrt, eine Bilddatenbank zur Nachbetrachtung zu Hause. Ach guckt doch selbst! Alles raffiniert auf einander abgestimmt. Die digitale Führung dazu war auch genau so, gut plaziert, kompetent vorgetragen, locker vom Hocker und doch äußerst informativ! UND bei einwandfrei funktionierendem wLan, mit einer einfachen und wieder, na, ihr wisst schon, dezenten, kaum störenden „Anmeldung“. 400 Teilnehmer soll das wuppen, ohne @accounts oder Telefonnummern zu speichern o.ä.!


„Wir beginnen die Führung zum Digitalen bei den alten Meistern“…Muss man sich geben, mit der Zunge schnalzen. Der heilige Jakob, die neueste Schenkung ans Städel, blickt derweil mild und denkt darüber nach sich als „Social-Media-Heiliger“ zu bewerben.
Da wächst etwas heran. Langsam und sicher. Digitale Kunstvermittlung vom Feinsten. Fast schleichend um das Museum herum, aber immer mit dem Blick auf dem Kunstwerk, mit Respekt vor dem Künstler. Nicht das Museum ist der Mittelpunkt, scheinbar. Gestern Abend durfte es das sein. War ein tolles Event, hervorragend gemanagt. Übrigens: Ich finde es sehr gut, wenn Getränke & Snacks verkauft werden. Das muss nicht gesponsort sein!

UND VORALLEM! Wir durften alleine durch das vollkommen leeren Museum streifen und posten, auch wenn die Security, die armen Menschen Überstunden machen mussten und dann halt doch so nervös war…Ich kann es ihnen nicht verdenken. Die zweite Führung schwänzte ich und machte lieber sowas:

Danke für den Abend Städel, danke an alle, die auch da waren. Ich käme dann gerne wieder!
NUR! DAS MUSS JETZT SEIN!
Die Deutsche Bahn hat mir den Burger versaut, den ich in der Kaiserstraße zu verspeisen dachte. Auf der Strecke Mannheim-Frankfurt, die der ICE normal mit 38 min schafft +45 min einzufahren ist fast schon wieder eine Kunst. Thank you for travelling Deutsche Bahn!

Möge die Kunst mit euch sein! :)))

2 Gedanken zu „200 Jahre Community“

  1. Lieber Michael Bauer,
    wir danken sehr für die vielen anregenden, facettenreichen Beiträge vor, während und nach dem Social-Media-Event! Es ist eine Freude, diese zu verfolgen.
    Und bis bald hoffentlich beim nächsten Social-Media-Ereignis.
    Herzliche Städel-Grüße,
    Silke Janßen

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