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30.08.10
Tw...ain das, Mark
...erzählen MUSS, auch wenn es in der falschen Kehle enden sollte. Gestern war ich in einer dieser Buchhandlungen, wie sie eigentlich nur in Köln und New York vorkommen. Klein, muffig und seltsamst sortiert. Ich hoffte ein antiquarisches Werk von Mark Twain zu finden, dessen Titel ich nicht mehr genau wusste, es war seine Reisebeschreibung unter anderem von Heidelberg. Und wie soll ich es sagen: Statt des Westens empfing mich der Orient. Ein liebenswerter Alter wohl mittelasiatischer Herkunft, lenkte mich von den wohligen Proportionen der Verkäuferin ab und versuchte mir allen möglichen Plunder aufzuschwatzen. Ich hatte meinen guten Tag und hörte zu, obwohl ich noch allerhand zu twittern und mein eigenes Blog upzudaten hatte. Der Alte konnte noch nicht einmal deutsch lesen und sehr zu meinem Entzücken musste die Verkäuferin die Titel vorlesen, die der Alte mir empfahl. Wir durchforsteten den ganzen Laden, fanden vom Tigris bis zur Etsch, von der Wolga bis zur Weschnitz dutzende von Büchern, die Flussreisen beschrieben, leider keines vom Neckar, schon gar nicht von Mark Twain. Immer, wenn der Alte mit dem unausprechlichen Namen in seine Erinnerungen an heimatliche Flüsse abdriften wollte und die Verkäuferin verschwand, fragte ich nach neuen Flussbüchern, wollte in diese fernen Ecken mit der Verkäuferin, aber der Alte blieb beharrlich. Dann kam die Krönung: Ein orthodox gekleideter Jude mit diesen lustigen Locken und pausbäckiger Koscherlust betrat den Laden und sofort hetzte der Alte mich auf ihn, er sei irgendso ein Guru, ich solle ihm die Frage nach dem Buch stellen, er hätte auf alles eine Antwort. Die Verkäuferin blickte mich neugierig an, mehr als ich bisher an Blicken erhielt und ich fragte den lieben Menschen mit dem Hut. "Stammen sie aus der Gegend ?", fragte er zurück. Verschämt gestand ich meine Herkunft ein. "Dann brauchen sie doch keine Reisebeschreibung, oder?", wandte sich ab um in seine Thora zu stieren. Verblüfft brach ich in helles Gelächter aus, die Verkäuferin mit, nur der Alte blickte Ernst. "Sie beschämen mich, werter Kunde, suchen sie doch vergeblich nach einem dieser Bücher, die dem Menschen das Herz erwärmen". Jetzt war es an mir ihn zu trösten, ich erzählte ihm, ich sei Dialektdichter und wolle einige Gedichte zu Twain verfassen, von Zyniker zu Zyniker sozusagen, auf dass ein gewisser Abglanz seines Ruhmes auf mich falle. Da strahlten die Augen des Alten. Sehr vernünftig fand er dies Unterfangen ( seinem Schwiegersohn fiele sowas nie ein ) und so poetisch, Tränen standen in seinen Augen, wie sehr zu meiner Verblüffung der Verkäuferin auch. "Kaffeemauswaldi", flüsterte sie nur, " Du?" Konsterniert blickte ich in das Unverständnis des lieben Alten samt nun aufmerksamem Weisen. "Ich bin Zisternchen", hauchte sie. Und wie Schuppen fiel es mir von den Augen. Seit 3 Monaten schon twitterten, dichteten, alberten wir Da stand sie nun. Schnell arrangierte der Alte eine Lesung von mir in dieser Bücherei, und die Verkäuferin sollte, aber sie flüsterte mir nur zu googleBooks die url ....
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24.07.10
Lesen, schreiben, lesen, lernen
So entstand das letzte hier gepostete Gedicht, ich schrieb es ja schon. Nein, ich will jetzt keine technischen Lobgesänge oder sonst etwas singen, ich wollte einfach nur beschreiben, dass solch ein Smartphone ein Gerät ist, das dem nahe kommt, was mir schon lange vorschwebte. Klein genug für die Hosentasche, leicht und doch bedienbar, soweit, dass ich damit Gedichte schreiben und wenn es denn opportun erscheint auch hier posten kann. Das geht, ganz gut. Doch. Es ist erstaunlich und zusammen mit der Flatrate von Vodafone (ich weiß, das sind böse, böse Loboisten, aber mich interessiert PR bei der Wahl von Produkten eigentlich nicht) auch erschwinglich. Ich kann damit lässig in der Straßenbahn twittern (da gibt es eine App, in der Pause im Geschäft meinen zuvor downgeloadeten Südhessen Morgen lesen, als pdf lesen (geht, wenn man das Spiel langsam zu beherrschen lernt. Der Rest des Internet ist auch präsent, vor allem die Wikipedia, google (samt phantastischer Anbindung zum Maildienst, ja, ja, auch so ein Böser, den alle trotzdem benutzen) die Fahrpläne der Bahn, samt Verkehrsverbund. Und vor allem: man kann damit lesen. ePub und pdf. Es ist nichts weiter als ein Linux-Computer (Distribution Android, auch vom bösen google) mit kleinem Bildschirm und eingebautem Telefon.
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17.06.10
Präsidenterles, Würde würde noch ein Mal.
Ich habe noch nie begriffen, zu was wir einen Bundespräsidenten brauchen. Er ist ein Unterschriftsleister, wenn man das Grundgesetz so durchliest, er ernennt, ach lassen wird das. So eine Art ungeadelter König-Kaiser, er darf auch begnadigen. Aber wozu das alles? Das könnte man auch anders gestalten. Ich weiß nicht, was Herrn Köhler umgetrieben hat, vorzeitig den Beddel hinzuwerfen, es ist mir auch reichlich egal, wie er mir die ganzen letzten Jahre herzlich egal war. Ich kenne ihn ja nicht. Weihnachts- Neujahrs- und sonstige Ansprachen sind auch alle Schall und Rauch und ohne Belang, da ein Präsident politisch ja nichts bewegen kann, er hat immer gut labern. Und damit meine ich auch diese berühmte Weizäcker-Rede. Schall und Rauch.
Und dann faseln sie alle von Würde des Amtes. Welche Würde und weswegen? Allergnädigste Majestät? Würde. Im Grundgesetz gibt es zu Recht die Menschenwürde, sonst aber keine. Irgendwie kommt mir dieser ganze Politzirkus aus Akteuren und den Hofberichterstattern (andere kann ich immer weniger in den Gazetten erkennen) völlig abgehoben vor. Eine Schreibe und ein Getöne für die Öffentlichkeit und was sich wirklich abspielt wird schön im Hintergrund gehalten, sonst ist ja die Demokratie in Gefahr, wenn wir alle wirklich etwas wüssten. Auch so eine Scharlatanerie, das mit der Gefahr für die Demokratie, eine Leerhülse, hingeworfen vor die Staatsfeinde, wer auch immer das ist, damit sie ausrutschen mögen, sowas in der Art. Und die Grünen mitten drin mit dabei, bei diesem dämlichen Spielchen, scheinbar in den Ämtern so abgehoben geworden, wie der Rest auch. Dosenpfand Trittin und Opferverbraucherin Künast heulen wohl innerlich immer noch ihren Ministerpfosten hinterher. Und in den Landtagen freut man sich auch einmal berlinisch mitzumischen.
Ihren Höhepunkt finden diese Feierlichkeiten an Hohlwörtern, Hülsen und aufgeschwemmten Majestätsbefindlichkeiten, wenn ein Mensch zum Bundespräsidenten verklärt werden soll. Da wird im Vorfeld getrickst und getrackts und gewürdet, schon immer, seit Adenauer, da werden die Spielchen der Macht und der hohen Koalitionsbeschreckung kokett in die Hofberichterstattung mit eingebunden, unbescholtene Bürgermeister und andere als Wahlvolk in den Bund versammelt und dann wird ein BP gewählt, der uns allen danach wieder zu Recht vollkommen egal ist. In aller Regel müssen wir uns überlegen, wer das denn gerade ist.
Würde nennt man sowas.
Man könnte schallend lachen, wenn man nicht weinen müsste. Die Ehrenurkunden für die Bundesjugendspiele konnten nicht ausgehändigt werden, weil der Bundespräsident nicht im Amt war. Könnte es ein besseren Anschaungsunterricht für die schülernde Sportjugend geben, welche Possen da in Berlin ausgetragen werden? Immer, scheinbar?
Sagte ich schon, dass mir persönlich herzlich egal ist, wer denn die nächsten Jahre die Ehrenurkunden unterschreiben darf? Doch, ich hatte auch welche, von Lübke und Heinemann unterschrieben. Jedes Jahr hatte ich sowas und lachte damals schon über die Unterschrift, schön aufgdruckt... Ehre, Würde, Urkunde...
Ob ich jetzt auch so ein Staatsfeind bin? Würdeloser?
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24.05.10
Ach Franz, Du Biber, Kopf hoch, wir wallen nach St. Oberholz!

Und dann doch einen Abend in Berlin für mich allein, jenseits der Verwandschaft. Was tun? Ins brüllende Leben, dorthin, wo in der Wieder-Haupstadt der Bär tanzt! Und jetzt bleibt mir fort mit Bergenhainis, dort wo die Eirens mexikanische Schwanzlurche vernaschen, zu dem Gehämmer, das in dortigen Gemäuern als Musik bezeichnet wird. Nein, nein, heiß ich denn Ulla Stein? Bleibt Mitte als die Mitte und ja, die Moderne, die schon längst von der Postmoderne verdrängt wurde und jetzt als Blogposts modert. (Ich bitte alle Heiligen der Lüteratür um Verzeihung, aber ich konnte mir jetzt diese Albernheiten nicht verkneifen) und hatte ich nicht bereits vor 40 Jahren einen „modernen“ Roman zu abituren, der als „zeitgenössisch“ galt, obwohl fast im Geburtsjahr meiner Mutter erschienen? Döblin und nein, der Alex wäre jetzt doch zu plump! (Damit all die Unleser auch ein solches Buch einmal lesen ist es, illegal hier hochgeladen jetzt, wo Suhrkamp auch in Börlin ein Lädchen hat) Wohin also ging der Franz Biberkopf zuerst? HA! Zum Rosenthaler Platz, sogar die Tagesschau weiß das! (sic!). Hat da nicht die neue, die digitale Bohäme auch ihre Heimat gefunden? Hat da nicht DER Blogger-@vergraemer in solchiger Kneipe sogar vorlesen lassen, wie er einst mit mir las? Genau, da musste ich hin. Ins St. Oberholz, der Kneipe der Digitalen, die bloggt und ein Verlag ist, twittert als @oberholz facebookt und einst unter Pseudonym den Franz Biberkopf beherbergte. Und sie interviewen die göttergleichen FAZ-Blogger, die von anderen FAZ-Bloggern aus dem Süden tucholskyt werden, blau-weiß. Dorthin also s-bahnte ich in den Untergrund und wallfahrtete als gemeiner Touri wieder zum St.Oberholz empor und siehe da, die Apfeljünger und Lenovo-Freaks huldigten ihren Gotthäuten

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01.05.10
Die Hexenfrage ist immer noch ungelöst
Obwohl das Kopftuch-Tragen in der Öffentlichkeit NICHT verboten ist, wohl nur in der Schule, und das Verbrennungsverbot für Hexen auch weiterhin gilt, auch wenn diverse faschistisch-pseudokatholische Hetznetze im Internet, samt ihren Rechtsauslegern, den Bruderschaften und Opanten, dies gerne hätten, sah man auch gestern wieder keinerlei Hexen am Himmel zwischen den Kondensstreifen der Kerosinschleudern. Wieder eine Walpurgisnacht ohne Echthexen. So mancher Hexenexperte hatte diese Jahr mit einer Zunahme von fast 300% gerechnet, durch Spontanmutation, da der kondensstreifen freie Himmel zu sofortigen Trainings-Besenritten geradezu aufforderte und der 1.Mai dieses Jahr auf einen Samstag fiel (Hexensabbat).
Wie gesagt, wir sprechen von Echthexen, nicht von diesen jämmerlichen Esoterik-Gestalten, die irgendwelche Dinge vor sich hin wurschteln und in Sprachen brabbeln. Wir sprechen von Hexen, die auf dem Brocken auf Besen reiten in der Walpurgisnacht, wie es unser aller Meister Johann Wolfgang einst faustete. Haben sie eine von diesen Esoterikern reiten sehen? Also! Untersuchungen, die zeigen, dass der Klimawandel und die Überdüngung der Streuobstwiesen das Holz aus dem Besenhexen sind nicht mehr gedeihen lassen halte ich auch für nicht stichhaltig, dazu müsste es wesentlich größere Feldversuche geben, aber dazu fehlt das Geld und... Hexen.
Es kann auf jeden Fall NICHT angehen, dass auch nach über 20 Jahren Mauerfall auf dem Brocken immer noch keine Hexen tanzen. Die Bundesregierung wird aufgefordert durch geeignete Maßnahmen die Spontanmutation von Hexen zu fördern. Das nötige Geld dafür könnte doch den Bad-Banks entnommen werden, die dann auch den Hexen dringend benötigte Arbeitsplätze gewähren könnten, denn es geht diesen, wie dem Rest der Wirtschaft samt anhänglichen Staatsfinanzen: WEGHEXEN und WIRTSCHAFTSHEXEN wäre soooo dringend erforderlich. Nein, wir meinen Echthexen (m/w), die früher verbrannt wurden, weil sie angeblich mit dem Teufel im Bunde standen, dem Teufel den es wahrscheinlich genauso wenig gibt wie einen Gott, vielleicht, keine potemkinsche Touristenattraktionen oder Sprüchemurmler und Kräutlein-Kessel-Lutscher. Was wir brauchen sind Hexen, mit und ohne Kopftuch, von mir aus auch Formular-Vereidigte, die endlich die Wirtschafts-Wunder-Lehrer an den Universitäten als Nicht-Weisen demaskieren und unsere Haushalte (öffentliche/nichtöffentliche) total sanieren durch Echthexerei. Oder glauben sie an irdisch-konventionelle Lösungen? Auch nicht? Dann treten sie der Facebook-Gruppe: „Regierungs-Hexen an die Front“ bei. Die Regierungen (Bund/Land) sind gefordert. Weise Frauen sollen wieder Hexen sein dürfen. Für das Vaterland, äh Mutterland. Hexameter, hexadezimal. Hex, Hechs.
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26.03.10
Das Paradies hat gerade geschlossen

Ich war in Maulbronn und in Bretten, ich lebte dort als Kind, pubertierte da und dann hier. Doch, sch?n da. Alles gepflastert und gekehrt, kaum ein Blatt auf dem Boden. Topp Fahrrad-Wege, akribisch ausgeschildert. Hügel, keine Berge, der Kraichgau. B?che, kein Fluss. Fischessen am Karfreitag aller Orten, als Event in den Stadthallen. Maulbronn, gro?e Kunst, Architektur und elend kalt, innendrin, schon des Hesses Goldmund flüchtete. WeltKulur, klar, aber so kalt, die Trennwand zwischen den Laien und M?nchen, nicht benutztes Chorgestühl, museal. Sch?n, bombasdisch, glorreich, aber es lies mich diesesmal auch kalt. Auch Hesse hat das schon beschrieben...Das Paradies (mit Waschbrunnen) wird gerade überholt, gereinigt, ich wei? nicht was.
Es waren sch?ne Erinnerungen, die ins aktuelle Ged?chniszentrum zurückpurzelten, aber doch kam auch dieses Gefühl ewiger Langeweile wieder hoch, das ich dort meist empfand, ich wei? nicht warum, selbst der Dialekt ist eben nicht schw?bisch, nein, dieses Badische, das Gemisch und doch war Bretten Kurpf?lzer Amtssitz über Jahrhunderte und nein, diese Melanchton-Verehrung, die fast an bigotte Heiligenverehrung grenzt, ist nicht mein Ding. Doch es war nett, es ist sch?n da, aber Mittelalter-Marktpl?tze gibt es sch?nere, doch. Ich stieg auf dem Weg zuück aus der S-Bahn mit dem Rad und sauste durch Mannheim und das Leben brauste, oder so. Ich atmete rasselnder, lauter, schlechtere Luft. So war das immer, wenn ich aus Bretten kam. Der Langeweile entflohen, obwohl, sch?n ist es da schon, rein, alles tip-top. Lyrisches fiel mir mir nix ein. Abgehakt, muss ich so schnell nicht wieder hin.
(Alle WeltKulTourartikel gibt es hier)
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07.02.10
ePub
Ich beginne alle ElektroBücher (und für google hier das Wort eBook, dito in den Kategorien rechts
) auch im epub-Format anzubieten, beginnend mit Baumsteig Es sieht so aus, als müsse selbst der Apfel-Rechner-Fernmeldegeräte-Hersteller mit seinem Ei-Bad das offene Format epub unterstützen, da wird auch die Amazone mit dem Kindlchen bald folgen, der Sony Reader kann das von Haus aus. Gut so! Ich benutze im Augenblick Sigil (open source, gpl). Das heißt: Text unter OpenOffice (ich benutze zu Hause doch kein M$-Programm) als xhtml exportieren, unter Sigil öffnen, dort "Chapter-Breaks" einfügen, kurz formatieren, sonst auch mal drüber gucken und als ePub speichern. Im Bild rechts, Baumsteig in der Adobe Digital Edition (Programm um ePubs und überhaupt eBooks auf dem PC zu lesen.)
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10.11.09
DER Schiller Code
Weil heute der 250.igste Geburtstag von Friedrich Schiller ist, nochmal der Eintrag vom 1.1.09
Oder: Kein Dahlberg da?
(Ein nicht ganz ernstzunehmender Beitrag zum Schillerjahr 2009)
Rauschkauf oder Kaufrausch. Mannheim im Dezember des Herrn 2008. Die Planken und keine Krise in Sicht. Noch, denn dort stand Rosi. So heißt Roswitha seit 1972. Ihr Blick auf mein Notebook und ein Leuchten samt Glitzern kam in die Augen. „Gedichte? Schreiben? Darf ich zusehen?“. Nein, nein, nein, kein Rauschkauf, kein noch ein Secco? „Recherche“, bellte ich scharf „historischer Thriller.“ Wenigstens das Glitzern war weg. „ Du? Historischer Thriller? In Mannheim?“ „Glaubst du, ich kann das nicht, hä?“ Das Leuchten war weg, dafür funkelte es.
„ Du vielleicht, na ja, aber Mannheim? Jesu Nachkommen im Jungbusch?“ Sie gackerte und funkelte im rechten Auge. Eigentlich wollte ich ja nur nach gebrauchten Akkus für das Notebook suchen in den Quadraten. Jetzt aber war ich gefordert.
„Komm mit!“ Ich zog sie an den Händen, sehr zu ihrem Erstaunen, die Gassen entlang und zerrte sie ins Quadrat B3. „Siehst Du?“ Patina wucherte auf einem Sockel. „Schiller, ja und? Muss ich jetzt glocken?“ Ein Gelächter jagte über den Platz. „Ach so Schillerjahr 2009, mit Schiller-Blog für die schillernde Blogger“. „Fast“, murmelte ich, „fast“.
Eigentlich war das hier nur als Scherz gedacht, sollte halt in ein paar Zeilen gebloggt sein, aber weil es doch 5 DIN A4 Seiten geworden sind gibt es das hier zum downloadherunterladen. Das hat Spass gemacht, die vielen Links, die Entdeckung der books.google.de, fast hätte ich weiter gemacht und ich überlege mir das tatsächlich. Das macht mir sehr viel mehr Freude, als bedeutendes zu schreiben. Also erstmal den Krimi, der geht in die gleiche Richtung und dann vielleicht sowas. Nein, nicht so hahnebüchend. Aber so etwas wie die Story um den Dalberg....vom Kurerzbischof zu Mainz zum Großherzog von Frankfurt, das hätte was.
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05.11.09
Ach wie so öde, dieses Twitterdings, eine Zeitung von der Brücken-Saar
In der Saarbrücker Zeitung stand ein reichlich dämlicher Artikel eines blasierten Redakteurs, der sich die Mühe machte persönlich zu twittern und heraus fand, dass ihm das alles nichts sagt. Ich las es in meiner Twitter-Timeline (so nennt man im engelländlichen Twitterland die Auflistung aller „Tweets“ meiner „Follower“ ) , folgte diesem Link , erregte mich nur leicht und kurzzeitig, um dann müde abzuwinken.
Noch so ein Typ halt, der sich wichtig machen will und das auch noch unspannend schreibt. Irgendetwas hatte dieser Artikel aber. Nein, keine Provokation, ach das hatten wir doch schon im Frühjahr mit einem Zeitredakteur, nein, es ist diese Art Artikel, die Machart.
Herr Manderscheid (im Netz nicht gerade als der investigativste aller Journallier zu finden) meldete sich also an, nach den Berichten über die Studentenunruhen im Iran und deren Kommunikation via Twitter und bekam seinen Account nicht zum laufen. Er saß in der Ecke und wartete darauf, dass man ihn fand. Das funktioniert so nicht. Im wahren Leben auch nicht. Wer immer nur einsam in der Ecke eines Cafes sitzt, wird auch nach 3 Monaten konstatieren, dass diese Stadt, das Land, sonstwerwas unkommunikativ sei, uninteressant, völlig überhypet. Er schrieb Mails an Bekannte sie sollen ihm folgen (also auch twittern und sich mit ihm dort unterhalten), er kam nie auf die Idee selbst zu suchen.
Die Millionen von Leuten dort zu beobachten, zu interagieren. Er schreibt wenigstens nichts davon. Statt dessen sucht er im Netz und findet seine Fakten, die ihn belegen. Hhm. Eigentlich nicht weiter schlimm, wäre es ein Blogeintrag eines Menschen, der gerade achselzuckend eine Netzerfahrung mehr abhakt. Wäre ihm gegönnt.
Nur ist das eben ein halbseitiger Artikel der führenden Zeitung eines Bundeslandes, in dessen Hauptstadt erscheinend, mit über 1500000 Abonnenten, zur Holtzbrink-Gruppe gehörend, die auch StudiVZ bertreibt, z.B. und es war ein Journalist, der das schrieb. Steht wenigstens da. Redaktionsmitglied. Und hallo, DAS ist die Art von Recherche, die man heute so betreibt? Die blasierte Anti-Neugierde eines Mittdreißigers (spekuliere ich einfach einmal) für die Peer-Group als neues mediales Leitbild?
Mein Gott, Twitter hat eine Suchfunktion und was hätte man da alles finden können. Eine sich regelmäßig treffende Twitter-Gruppe mit einem prominenten saarländischen Landtagsabgeordenten, der auch sonst munter mittwittert. Saarländische Industrielle, die mit Herzblut twittern und bloggen, ja auch zum diesem Thema. Mit einem Schlag all das Getwittere zum politischen Neuland „Jamaika“-Koalition. Doch, es wurde wie wild getwittert, als die Grünen abstimmten, die grüne Jugend Saar versorgte uns live mit Nachrichten.
Nur ein paar Twitter-Abfragen hätten den Herrn Redaktionsmitglied-Schreiber mitten hinein katapultiert in eine quicklebendige und hochinteressante saarländische Twitter-Umgebung, die sehr wahrscheinlich auch Kunde der Saarbrücker Zeitung ist. Kunde, nicht nur Leser. Aber, dass Leser Kunden einer Zeitung sind ist noch zu neu für die meisten Redaktionen. Kunden sind wohl eher immer noch die Werbeschalter, die gerade etwas unpässlich sind, die armen.
DAS macht mich so perplex an diesem Artikel. Die bewusste Nicht-Recherche, das gar nicht wissen wollen, einfach nur das vor sich hin auf dem Redakteurs-Stuhl schaukeln, ja nicht dem Volke aufs Maul schauen wollen. Und ja dann äußert sich der Twitter-Redakteur und spricht von Fakten. Genau diese Haltung lässt mich böses ahnen, für die Zukunft der Gazetten. Solche Artikel wollt ihr irgendwann online VERKAUFEN, DamensHerren Qualitäts-Print-Journalisten mit neuen Rechten gestärkt aus schwarz-gelbem Geblüt?
Nein, nicht wegen des Verriss. Das soll und darf mannfrau. Nein, die Art, dieses blasierte, aufgeblasene, naiv-arrogante Nicht-Recherieren wollen (doch können tut er bestimmt).
Man könnte sich tatsächlich auch um besseren „Content“ bemühen, wenn man denn demnächst auf „payed Content“ setzen will, bei den Gazetten. Und hoffentlich bleibt es dabei.
Aber meine Zweifel werden immer größer, siehe oben.
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30.10.09
Das Guggel scannt zurück
Aus Tweets wird über ein #twly Wettbewerb ein Book on Demand, wird von Brother Google gescannt und wieder Veröffentlicht, obwohl es auch als eBook zum downlaoden gibt. Heiterer digitaler turnaround und ich mitten drin dabei. Weiterlesen im Lockbuch...

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18.10.09
Libreka und die Affenschaukel

Zun?chst m?chte ich mich bedanken, dass Hanser den freien Download der Affenschaukel von Herta Müller via Libreka m?glich machte. So kam ich auch in den Genuss die Prosa der Nobelpreistr?gerin zu genie?en. Nein, ich m?chte jetzt nicht den Roman rezensieren, das werden in den n?chsten Tagen viele tun, Berufenere/Selbstberufene oder haben es bereits getan. Nur so viel: Das wird nicht mein letzter Text sein, den ich von Herta Müller lesen werde, sie schreibt eine grandiose Sprache. Der Zweck des freien Downloads, mein Interesse zu wecken, ist also erreicht. Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Ja. Aber vielleicht interessiert meine Meinung doch.
Ich verbinde mit dem Wort „Buch“ den Begriff Text, vielleicht noch Bild. Es ist mir in allgemeinen egal, ob der Text in einem Taschenbuch oder Hardcover steht oder als Datei zu mir kommt. M?glichst bequem zu lesen sollte es sein, ja. Aber als Leser ist mir das Cover oder die tats?chlich gew?hlte Textart oder anderer "Designer"-Kram eigentlich wurscht. Ich will lesen. Gut, andere Menschlein sehen das anders, aber bei mir steht absolut der Text im Vordergrund. Also sollte ich doch jetzt glücklich sein. Der neueste Roman der aktuellen Nobelpreistr?gerin steht mir zur Verfügung, mit der Adobe Digital Edition (siehe Bild) geht das Lesen auch bequem von statten und doch:
ICH werde mir eine DRM-geschützte Bibliothek nicht zulegen, schon gar nicht zu einem Preis, zu dem ich auch den Originaltext auf dem Datentr?ger Papier erstehen kann. Liberka hat offensichtlich Probleme, siehe dieses PDF hier. Ich muss da nicht nachkarten. Das k?nnte man auch besser machen, was bleibt ist das DRM. Nein, ich will nicht m?glichst kostenlos lesen. Ich würde gerne Texte in meine digitale Bibliothek laden und dafür „vernünftige“ und angemessene Preise bezahlen, schlie?lich f?llt für den Vetreiber/Verlag das ganze Print-Handling samt Risiko der „?berdruckung“ weg. Ja es werden gedruckte Texte zu Makulatur manchmal, siehe hier.
Und wenn es denn geht und es endlich ein Leseger?t gibt, dass nicht an einen C 64 erinnert und nicht soviel kostet wie ein Netbook, werde ich nie im Leben Texte mit DRM kaufen mit Meldung auf den Servern von Adobe? Ich habe das gerade getestet. Was geht Adobe an, was ich wann und wo lese? Ach da guckt niemand nach? Glaubt ihr ich sei so naiv? Und wo bitte ist jetzt der Text auf der Platte? Vor mir selbst versteckt und wenn ich jetzt auf dem Notebook weiterlesen will oder am Firmenrechner den Kollegen neues zeigen? Vergesst es.
Kein DRM, keine Zwangsadaption an eine Plattform, wie mit dem Kindle, wo die Amazone auch schon einmal einfach Texte l?scht zum Beispiel. Ich will Texte kaufen k?nnen oder auch frei herunterladen, egal ob via Rechner oder UMTS von Servern meiner Wahl, Texte meiner Wahl auf Leseger?te meiner Wahl. Ich m?chte diese Texte verleihen k?nnen, wenn ich sie denn gekauft habe auch wieder verkaufen k?nnen. Wenn schon.
Doch Google ist eine Krake und es ist nicht in Ordnung einfach gescannte Bücher online zu stellen, aber genau wie die Google-Buchsuche stelle ich mir das vor. Eine gigantische digitale Bibliothek, auf die ich jederzeit Zugriff habe, gerne auch mit fairem Obulus für die Autoren/Lektoren/Geldvorleger und Vermittler. Und Google ist da auf einem guten Weg, ich wollte es w?re jemand anders. Aber sorry, Liberka und ?hnliches sind Totgeburten, digitale Buchclubs ala Bertelsmann. Nein, so wird das nichts, nicht mit mir. Sorry und trotzdem noch einmal danke für den freien Download, der unendlich kompliziert war, samt Rechnung über Null-Euro.
Interessante Links dazu:
DRM erkl?rt auf Wikipedia
Die Zukunft des Buches auf Netpolitik.org
Die doppelte Zukunft des Buches auf Perlentaucher
Zum Thema von mir hier auf emMBee
Meine digitale Bibliothek zum freien Download mit der Bitte um eine Spende.
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12.09.09
Die Sache mit den Plakaten
Ok, ich habe geholfen Wahlplakate aufzuhängen. Was macht man nicht alles. Wenigstens stand nicht WUMMS darauf. Und das Plakat „Frauen nach oben“ mit den zwei lila Pfeilen vor eine katholische Kirche zu platzieren, machte mir diebische Freude. Jetzt hängen sie derweilen 3 Wochen umher, zwischen all den anderen Plakaten und ich frage mich doch immer wieder: Zu was eigentlich?
Um die Menschen daran zu erinnern, dass Wahl ist? Denn sie sind in ihrer allparteilichen Gesamtheit hässlich, zerschaudern die Gegend, manchmal sind sie sogar Gehirn zerschandelnd. Trotzdem gibt es zu jeder Wahl wieder Plakate, von denen die Agenturen behaupten, sie würden irgendetwas bewirken. Unterschwellig, tiefengedingsbumst, mit eigenen Geldern wüssenschaftlich gestudiet, dadurch gewirksamt.
Ich persönlich glaube eher, dass mit der wachsenden Zahl an Parteien und somit auch der Plakate die Wahlverdrießung steigt, einfach wegen der geistigen Verwahrlosung, die ästhetisch damit einhergeht. Aber all die Nutznießer, die un- samt mittelbar damit Beschäftigten der Agenturen und der Spindoktoren-Industrie flüstern den Mächtigen in den Parteien zu: DAS ist Wahlkampf, viele Sprüche, Tapeziertische in Fußgängerzonen, Wahlkampfreden, die nur der eigen Anhang mitanhört und Plakate, Plakate, Plakate.
Es ist eigentlich fürchterlich wurscht, was denn da auf den Plakaten steht, man nimmt es doch eher unterbewissend wahr, wie das die Profi-Wahlkampf-Behüter in ihrer Weisheit bestimmen. Und dann kommt mir die Erleuchtung: Das ist eine perfide Art die Druckmaschinenindustrie staatlich zu subventionieren und die Druckereien, damit es den Zeitungen (samt ihren Printmüttergebärern) nicht NOCH schlechter geht. Eine heimliche Allianz der Radio-Fernseh-Hasser, die jetzt gerade das Netz entdeckt und mit Appellchen, Mannifästchen und ähnlichem Geschröcklichem das Fürchten lehrt. Ein Geheimbündnis, das wohl in den Kellern der gutenbergischen Museen fröhliche druckschwarze Messen feiert.
Aber tief in mir weiß ich es: Das kann noch nicht alles sein. Irgendwelche finsteren Machenschaften bedarf es noch, um alle Wahlen wieder dieses absonderliche Flut von Farben, dummen Sprüchen, überdimensionalen Passfotos und grafischen Absurditäten zu entfesseln und dann fallen mir die Schuppen vor die Augen. (Wie, falsches Bild? Ihre Schuppen wachsen nicht auf dem Kopf?) Es ist die Kleberindustrie. Wie viele Tonnen Kleber wird in den Wahlkämpfen gebraucht, benötigt? Na, merken sie was? Nein, ich werde hier keine Firmennamen nennen. Guguggelt Euch selbst und zieht eure Schlüsse. Die Parteiobrigkeit jedweder Couleur wird es dennoch nicht tun, wetten?
Haltet durch, bis zum nächsten Wahl.
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23.07.09
Wein in Literatur und Film Teil 1
Das Weingut Steffens-Ke? l?dt zur Weinrallye 25.
(hier geht es zu den lyrischen Texten)
Zum Blog-Partner 25cl, siehe Bild links
Ich las die Ankündigung via @winzerblog auf Twitter und wusste sofort, was ich gerne machen wollte. Eine lyrische Weinprobe, bewundere ich doch sehr die Kunst der echten Weinverkoster in immer neuen Wortkreationen zu versuchen anderen Menschen mitzuteilen, was sie denn gerade schmecken. Für dieses Blog wollte ich aber versuchen meine Art Lyrik einzusetzen. Keine Beschreibung des Weines, sondern freie Assoziationen, die beim trinken entstehen, mehr mit zu tun haben als mit dem Produkt, der Umgebung, ?hnlich wie ich es auch mit Gem?lden oder Fotos mache. Und das in einer Stadt, die wie keine andere von Dichtern besungen ist und von ihnen bewohnt war und ist.
Heidelberg. Nein, nicht als Tourist. Heidelberg ist die Hauptstadt des Rhein-Neckar-Kreises, der 300 m von hier beginnt und in dem ich arbeite. Spontan fragte ich Thomas Lippert, den Initiator der Rallye, ob wir das zusammen machen. Ja, auch auf Twitter und so ward das.
Als Rucksacks?ufer getarnt wandelten wir zun?chst auf den Spuren der Gro?en und stehen hier als Blogger vor dem germanistischen Seminar, dort wo Herr Reu? thront, der Initiator des Heidelberger Appellchens, der Blogger auch gerne Unmenschen nennt (ich berichtete). Also hier stehen zwei Unmenschen vor dem germanistischen Seminar der Ruperto-Carola mit dem Rücken zur Tür. Nein, wir wollten sie nicht besuchen, die hochherrischen Professoren oder uns als Unmenschen vorstellen, dazu sind sie nicht wichtig genug, wir wollten nur hinüber sehen zum Palais Boisserée, wo Goethe ab und an bei Freunden wohnte und ggfs diese Zeilen zu Heidelberg schrieb. Ja, ja es kommt knüppeldicke, dies ist ein Link zu dem Teufel in Software-Gestalt, der google-Buchsuche, die da in diesem Seminar so heftig gegei?elt wird. (Für die Tipps zur verorteten kurpf?lzer Literatur Dank an Werner Traschütz von szylla.net, auch via Twitter). H?tten wir also Goethe.
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17.07.09
Er nennt mich Unmensch
Unmensch nennt Herr Reu? die Blogger. Siehe hier.
Wenn ich mir seine Vita auf der Website der Universit?t Heidelberg betrachte, (teuflisch, das steht im Internet und der Todfeind aller Kultur, google, kann es lesen) dann hat er die Universit?t Heidelberg seit 1977 nie verlassen. Nichts dagegen einzuwenden. Ich habe auch nichts gegen seine Forschung, obwohl man sich überlegen k?nnte, ob eine weitere kritische Edition von Kafka wirklich unbedingt notwendig war. Wahrscheinlich doch.
Die Herren Kleist, Kafka, Faulkner und Fontane haben ihm bestimmt pers?nlich erlaubt ihre Werke kritisch erneut herauszugeben. Ungefragt würde er ja nie etwas neu herausgeben.
Hhhm ,also seit 1977 ist er an der Uni Heidelberg. Nun, ich zahle schon l?nger Steuern. Ich glaube aber nicht, dass mein Steueraufkommen alleine sein Studium, seine Dissertation, seinen Lehrstuhl und Sonstiges alleine finanzieren konnte. Aber einen Teil davon bestimmt.
WARUM nur nennt er mich jetzt Unmensch? Nur weil ich blogge? Celan erforscht er auch.
Und die vielen kleinen Autoren, die jedem Cent hinterherhecheln müssen, von den mit unterzeichnenden Verlagen (zu einem Teil wenigstens) unterbezahlt und drittverwertet werden, singen ihm im Gebetsraum des Heidelberger Appellchens Hymnen. Bemerkt niemand den B?rendienst, den er der Sache leistet? Denn das wirtschaftliche ?berleben vieler Autoren und Schreiber in dieser digitalen Welt ist tats?chlich gef?hrdet, wie das der Schauspieler und Musiker auch. Seines nicht. Er thront ja auf seinem Lehrstuhl und bezieht meine Steuern.
Und wahrscheinlich deshalb nennt er mich Unmensch. Ich muss mal nachsehen, was er für Studenten hat. Ich wollte schon immer einmal wissen, was die Ruperto-Carola so excellent macht. Die Welt wei? es jetzt. Ihre Professoren benennen das ?bel der Welt, erkennen den Unmeschen. Mich, den Blogger.
Weiterführende Links: Literaturcafé, Reisenotizen aus der Realit?t, Perlentaucher.
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23.05.09
4. Hanauer Bloglesung, meine Texte
Es war ein mal ein Blogger.

Einst, zu Olims Zeiten, als er noch ungebloggt durch das Leben tanzte, war der Blogger ein fröhlicher Mensch, der sich wie weiland der Taugenichts im kühlen Grund von Rohrbach, durch das Leben pfiff und gewährte, wenn nicht Gott, so doch diversen Damen, lächelnd seine Gunst. Über seinem Haupte schwebte das Lorbeer der Kultur, las er doch einschlägige Gazetten, war Mitglied im Kunstverein.
Und dann passierte es.In Heidelberg revoltierten die Germanisten wider den amerikanischen Umsonstgeist, in Gestalt eines Guggels. In der Frankfurter Verallgemeinerung erschienen ganzen Artikelkaskaden davon, wie deutsche Schriftsteller gescannt und betrogen werden, Bettelstäbe unter Professoren und Dichter wüten.
In einer anderen Gazette las er aber auch, dass übles Volk, sogenannte Blogger, böse Dinge schreiben, für ohne Geld das alles, das Abendland, die Kultur und die Gazettenzunft vernichtend. Auch in diesem Augiasstall des Internet, dort wo die Terroristen mit den Pädophilen schwarze Messen feiern und illegale Piraten Musik und Filme pornografieren. Blogger? DAS musste er sich ansehen, denn der Präsident im fernen Amerika wahr ihm ein sympathischer und wohl auch ein Blogger.
Seine Bibliothek bot einen Internetplatz und was las er da?
Ein widerwärtiger Blogger zog über seine Lieblingswochenzeitung her? Beleidigte den Chefredakteur, pöpelte die Literaturredakteurin an, schrieb vom toten Holz und dass es bald keine Zeitungen mehr gäbe.
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