ein Script von

30.09.06

Daniel M. Cornelius (Nick: DMC)

*1957 in Mannheim, lebte daselbst, in Berlin, Mainz, Oberderdingen und nun in Viernheim. Das M. steht für Maria und er ist Redakteur für Lifestyle, Rätsel, Partnerschaft und Multimedia für DD (Deutsche Damen) beim fiktiven Wochenmagazin „Blau-weiß-Kurpfalz“, verheiratet seit 9 Jahren in dritter Ehe (kinderlos, auch vorher) mit Elfi (39), Mannheimer Urgestein, freiberufliche Wellness-Consultant (man hatte ja damals Lehramtskandidaten nicht eingestellt) in fast allen Bädern der Metropolregion, Farb- und Typ-Beraterin und vor allem erfolgreiche VHS-Professorin für „Gestaltung von Feiertagen im alljährlichen liebevollen Vollzug“. Die Seminare „in praktischer Begleitung“ vor Weihnachten sind immer 3 Jahre im voraus belegt und bilden den Grundstein für den allgemeinen Wohlstand der Ehegesponse, denn das „Magazin“ zahlt schlecht und eher selten. Daniel liebt seine gegenwärtige Frau abgöttisch, so sehr, wie er Weihnachten hasst. Und wie jedes Jahr stöhnt er in seiner Muttersprache, wenn es denn sehr emotional wird: „Ach Gott, jetzt geht das wieda lous“, er neigt dazu die erlebten Dialekte mit dem Standard zu mischen und freut sich darauf zu bloggen, was er im „Magazin“ nicht schreiben darf….

16:26:16 • Michael -mikel- Bauer E-Mail • in : DMCVerlinken

01.10.06

Jetzt geht des wieda los

Es geht jedes Jahr früher los. „Jetzt geht des wieda los“. Immer wenn ich melancholisch werde oder ganz arg glücklich bin, denke ich im Dialekt. ( Ich hab's getan, „ganz arg“ geschrieben, ich hab's wirklich getan, wie in den späten 70igern in der WG, lass mich dich umjubeln mein Überich). Entschuldigung, aber wie denkt ihr denn? Ich meine sprachlich. Manchmal denk ich sogar amerikanisch, obwohl mir dann immer Wörter fehlen und ich gar nicht alles denken kann, was ich denn wollte, Gedankenzensur sozusagen. Komisch nicht war?. Aber sogar beim bloggen versuche ich den Grund meiner Melancholie zu verdrängen, an den Rand des Bewusstseins zu nageln und doch heimatliche Gefühle in die MundArt zu werfen. Es ist herrlich, falsche Bilder verwenden zu dürfen und doch literarisch zu schreiben, aber ihr sollt ihn endlich kennenlernen, den Grund meiner Fastverzweiflung! Mein Problem heißt Weihnachten, Advent, Krippe, Grippe, all die ganze verflixte Gefühlsmelange um das Fest der Freude, der Familie, ach wenn es doch nur so wäre. Furschdbar isses. Oinfach nur furschdbar. Seit ich als Kind fröhliche Weisen auf der Blogflöte vergewaltigen musste, bläsln, nix als bläsln, obwohl ich viel lieber Gitarre, wie Hendrix gespielt hätte, all along the watchtower, yeah. (*zeigt das Peace-Zeichen) Seit ich immer im Wald Moos holen musste, für die Krippe und Stroh vergewaltigen für Sterne, seit dem habe ich einen Weihnachtskomplex. Zwei Ehen sind daran zerbrochen, Dummbeidel alda, Dummbeidel, des waan sou geile Fraue, Dummbeidel, dabbischa, Weiwa waan dess. Aber DIESE Ehe wird nicht daran zerbrechen, ich therapiere mich selbt, hier und jetzt im Blog. Red ned sou gschwolle dohä, kumm runna un vazeil endlisch, was lous is. Loss die House waggln, Baby. Ich bitte jetzt schon um Verzeihung für die Unannehmlichkeiten, die meine dialektischen Einwürfe dem Lesefluß den geneigten Lesern bereiten (das wollte ich immer schon schreiben, dem geneigten Leser, wie Thoma weiland), aber mein Therapeut besteht darauf. Sagte ich schon, dass diese Bloggerei hier ein therapeutiches Projekt ist, von meinem Psychtech angeordnet? Sesslforza, alda, Dummwixxa, hoi, schleschdma uf de Mund, des schreibd ma doch net, auf einem ordentlichen Blog.
Hüstel. Es geht also um Weihnachten und die Rettung meiner currently lasting Ehe. (Da war das mit dem amerikanischen. Scheiß uf die Amis, escht jezad!), denn mein heiß und innig geliebtes Weib ist nicht nur Wellness-Consultant, sondern VHS-Pfrofessorin für „Gelebte Feste“ und Weihnachten ist der Höhepunkt ihres beruflichen Jahres. All der Nippes, die Deko, das Essen, die ganzen esoterischen Gerummel müssen ja vorher getestet sein, auf Weihnachtshasser wie mich abgeklopft , oh ja, sie weiß um meine Phobie, kennt aber nicht meine Qualen, meine geheimen Sitzungen mit diesem Beidlschneira vun Seeleklempna. Ich lache als Macho und lass mich betutln, und piense heimlich. Un des geid alle Joar friea lous. Aber ich nehme Euch zu Zeugen meines Leidens und hoffe auf Solidariät, denn ich will sie ja nicht velieren, wenn ihr wüsstet, wie sie riecht, wenn wir glücklich waren, hei des geid eisch awwa ga nix oa, gell. Awwas geid alle Joar friea lous, eschd. Bis moie, alla donn, ma liest sich, gell!

20:42:01 • Michael -mikel- Bauer E-Mail • in : DMCVerlinken

02.10.06

S'werd noch furschdbarer, als isch dachte.

Weil denn der Benedetto (fa moi Gedonge dezu gibt es keinen Dialekt, der dieselben kaschieren könnte). Weil also Razi so furchtlos gewesen wäre und gerade hipp sei, samt seinem Frauenfänger Gänswein, wird also alles klassisch aufgebaut sein, dieses Jahr. Nicht nur salzige Krokodilstränchen bei Weihnachtsliedern im Dom, nein die volle katholisch-modifizierte Breitseite. Violett ist die Farbe der Saison, violett, wie die Messgewänder der Monsignores, Abbés und päpstlich-geheimen Hofkaplänen. Dabei ist sie auch schon das zweite Mal vaheiad un desdeweje exkommuniziert. Aber es wird violett werden und isch Dabbes konn moieds in die Kirche rennen un gugge, damit s'Maddomsche das alles laizieren kann, modifizieren für die Heidenkinder und lila protestanischen Parresdeschda, wie sie es silberhell perlend sagt, wenn ich ihre ...Stopp, Stopppp. Awwas geid alle Joar friea lous, eschd. Bis moie, alla donn, man liest sich, gell!

17:26:22 • Michael -mikel- Bauer E-Mail • in : DMCVerlinken

03.10.06

Teufelsflachs

Ich bin froh, dass wir das „selbst Kerzen“ ziehen durch haben. Diese Sauerei in der Küche, das Wachs überall auf dem Boden, isch saach Eisch, isch hebb ma zweimal die Gosche uffgehauen. Wir kaufen dieses Jahr Kerzen, aus gentechnisch nicht verändertem Wachs, von Bienen, die nicht mit diesem Teufelsflachs in Berührung kamen. Ich schreibe jetzt nicht den Namen der Teufelsfirma hierhin, schließlich wollen wir ja nicht verklagt werden. Ich sonne mich im Glanz meiner guten Taten und dann kommt es knüppeldick: „Schatz, kannst Du bitte nachher mal zwei Minuten im Netz recherchieren, wo es solche Kerzen gibt, mit Unbedenklichkeits- Zertifikat und namentlich bekannten Drohnen (Männer, Du weißt schon). Sie streichelt dabei gedankenverloren meine Schätze, die ich ansonsten tief vergraben trage, hey Sister, stop this, hä uff dodemid midde in Werdschafd. Ich mach ja schon. Awwas geid alle Joar friea lous, eschd. Bis moie, alla donn, ma liest sich, gell!

17:25:16 • Michael -mikel- Bauer E-Mail • in : DMCVerlinken

04.10.06

Ich soll mich net sou hawwe

und laut singen. Ich würde doch sonst auch. Es müsse ja nicht vom Blatt sein, aber sie wolle doch diese gregorianischen Choräle einmal laut und live unkirchlich-unverhallt aus Männermund hören. Für die Rorate-Messen, private-erotic and at yor houmest Home, und ob man das nicht vielleicht den Kursteilnehmerinnen empfehlen könne, also die alde Schachdln die kenne doch heigschdens, mäßige Dich, mäßige Dich, hald de Schnawwl, Doniel. Die Gesänge der Mönche im Bett, kostenlos vom eigenen Mann. Die Zierden violett umwickelt, man muss ja den Teilnehmerinnen geistig-pädagogisch was bieten. Weinacht sei mehr. Yo son hombre tristess, isch glaab isch wää. Pr-i-i-ima tempore, aleviata est terra zabulon. Un dann kommt der Libanon an der Stelle, das ist gestrichen, do is schun die Marine. Awwas geid alle Joar friea lous, eschd. Bis moie, alla donn, ma liest sich, gell!

17:24:18 • Michael -mikel- Bauer E-Mail • in : DMCVerlinken

06.10.06

Und jetzt auch noch im Gschäft

Ich schreib ja Lifestyle, bei Blau-Weiß. Mehr sag ich nicht. Heupressen schon im April? Brustverkleinerungen jetzt auch für den Bestlife-Herrn? Solche Sachen. Vorgestern trafen wir eine Praktikantin aus der Redaktion im Memo. Ich hielt die Kommunikation auf kleiner Flamme, aber Elfie, welche mein Weib ist und diese Schnepfe tauschten sich wohl auf dem Klo aus und als ich mal kurz mit Klaus an der Bar den Fußball der Region verabscheute, samt Hoppentopp. Jedenfalls war Oddie-theToddie unser Chefredakteur BEGEISTERT, der Praktikanten/innen-Spanner. Ich hab jetzt eine vor-weihnachlich-Kolumne. G’seisch, G’szels, dabbisch Gebabbl, dumm Zeig. ICH! Isch keend iwwazwersch, die Gaadehack. Als erstes ein Ding über Weihnachstbäume aus der Region, mit Baumtest, Wohlfühlfaktor in green, Försterbeschau samt Interview und einer Krimireportage über illegale Weihnachstbaumabholzungen. „Es ist mir scheißegal, ob Tannengekröse geklaut wird, Mann“, brüllte er, benutzen sie google und ihre Fantasie samt Photoshop. Ging und ließ sich da unten…stopp…stopp. Awwas geid alle Joar friea lous, eschd. Bis moie, alla donn, ma liest sich, gell!

17:23:03 • Michael -mikel- Bauer E-Mail • in : DMCVerlinken

07.10.06

Du blockst doch dauernd

sprach sie . Ich „blogge, Hase, ich blogge“. Auf jeden Fall verbringst Du halbe Nächte im Internetz und, na ja bloggerts herum. (Das ck weicht dem gg, es würde fürchterlich werden.) Die bloggen doch jetzt auch in Bücher. Wer bloggt was, wohin? Naja, man bloggt jetzt über die Bücher, las ich im Interjetzt. In Frankfurt, Messe, dort wo wir mal in Sachsenhausen bempelten, jenseits der Schirn und Degussa. Ihre Hand lag auf DIESER Stelle. Ja und, der Euro wächst ja auch dort. Du willst nicht diese Blocker mal da blocken sehen? BLOGGER! Ja, sei doch nicht so preußisch. Isch bin net preissisch, Kloni, kumm riwwa, isch zeig das, Du…Kannst Du nicht mal für mich eine Messe lesen, ein Seufzer gebar die weibliche Seele. Ja was denn, Hase (wenn sie auf meine [beinahe] zölibatöre Vergangenheit anhub drohte Sturm!)? Ich wollte gerne bei den Frauen im Kurs über Weihnachtsbücher sprechen und am WE bin ich doch schon auf der Backenzahn-Wellness-Farm. Und so ertrug ich zum Mittag sogar den Herrn Reich-Nantrizki und zog mir die Weihnachstbrust voll. Ich verkünde frohe Zeitung: Es wird violett sein. Denk ich mir, denn ich war bei den Bloggern, die nicht wirklich vorlesen lesen konnten, aber dies ist wahrhaftig eine andere Geschichte. Nein Krippen gibt es da keine, an der Frankenfurt, auch wenn manche Gold riechen wollen. Ja no, wie iwweral. Awwas geid alle Joar friea lous, eschd. Bis moie, alla donn, man liest sich, gell!

17:21:11 • Michael -mikel- Bauer E-Mail • in : DMCVerlinken

10.10.06

Alternative Weihnachtsbäume.

Alternative Weihnachtsbäume. Sagt Euch das was? Mir auch nicht. Aber es muss sein. Dieses Jahr sollen die Weihnachtsdamen alternative Weihnachtsbäume mit violettem Krimskrams samt Kerzen dekorieren. Gibt es eigentlich violettes Lametta? Moi Nerve, woann des dran kimmt. Aber jetzt erstmal alternative Weihnachtsbäume. Für Palmen mit aufgeblasenen und mit Wasserfarbe bemalten Kondomen bekam ich einen Schienbeitritt. Hat aber mein Vater immer erzählt, dass sie dass in der Gefangenschaft gemacht hätten, mit den Kondomen das.. Also DAS fand ich sehr alternativ. Aber nein, es geht um eine heimische Baumart, die man dem Förster im Tann abschwatzen, selbst fällen und dann im Wohnzimmer aufstellen kann. Mein dezenter Hinweis, dass da doch sowieso nur Nadelbäume in Frage kämen, im Winter hätten doch die normalen Bäume keine Blätter und so viele Nadelbäume wüchsen hier doch nicht wurde sehr ungnädig und schnippisch mit na und aufgenommen. Der Haussegen hing rund im Quadrat . Dinge die nicht gehen hat es nicht zu geben. Punkt. Scheiß doch uf die Japse mit ähne Schbrisch. Und dann erhielt unerwartet während der Sportschau, während der SPORTSCHAU eine heftig Kussattacke samt Folgen auf dem kleinen Sofa. Moi Kreiz, moi Kreiz, isch bin doch aa koaa zwanisch mehr. Du hast DIE Idee geboren hauchte sie danach. Ich, Idee? Keine Blätter. Hmm? Denk doch mal nach. Wir nehmen eine kleine Birke, wie für die 1. Mai-Wanderung und BASTELN uns violette Blätter, hängen violett-hellrot gestreifte Bänder daran und stecken solche bunten Partyleuchten auf. Geil, geil, schrie sie nur leicht bekleidet am Fenster, dass die Nachbarn wieder was zu feixen haben, wenn isch om Somsdag die Gasse kehren muss. Vielleicht kann ich die Idee IPFGEA verkaufen., das sieht doch fast schwedisch aus ,oder? Kinna, kinna, wo soll des blous enden?

Awwas geid alle Joar friea lous, eschd. Bis moie, alla donn, ma liest sich, gell!

17:20:10 • Michael -mikel- Bauer E-Mail • in : DMCVerlinken

15.10.06

Weihnachts-Sex, awwa erotisch dezent, gell!

Jetzt hab ich mir was eingebrockt. Wie meinen brockcast? Nein, ein Wiki ist kein Brockcast, auch nicht in der Kurpfalz. Einfach nur Brocken rulez Roggs! Selwad schuld. Gehe nie zu deinem Ferschd, wenn du ned gerufe weschd. Ich Depp renn zum Chef ennuf, weil ich was lokales-authentisches machen wollte. Kritische Stimmen zu Weihnachtsmärkten. Ein Weihnachstmarkt-Watchblog sozusagen. Localised xmas 2.0, social Content for social People. So begann mein Elend. Kein Halbgott des Web half, auch nicht 2.2 oder gar 5.8. Chefegott hatte gerade im Monopolblatt vom Rhin op de Neckarhusen was über Blogger gelesen und so was käme in seinem Blatt (moin Gott des Blatt g'hädem so wennisch wie mä, dä Goggl), soinem Bladd net in die Dudd. Die Amateure bekommen so was eh nicht hin, nie. Allerhöchstens Glühwoi-Tester wärn des. Glühwoi-Tester ah, hahhha, er verschluckte sich beinahe an seinem eigenen Witz.

Irgendwann würde er die Macht der Blogger schun noch schbian, wenn ich ihm nicht vorher die Bild-Paparazis auf den Hals hetze. Des kommt ma nemme ufs Tapet, va-schdonne? Er neigt im Zorn auch zur väterhäuslichen Sprache. Außerdem solle ich gefälligst die Analyse der Media-Daten verinnerlichen. Mit meiner Lifestyle-Seite (immerhin 2000 Zeichen pro Woche , gell, 2000 weekly!) solle ich gefälligst JUNGE Leser ansprechen, sie zum Print zurücklocken, den Pisagraben zuschütten, er war mal Lehrer, merkt man's? Und außerdem, Sex sells.

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17:19:18 • Michael -mikel- Bauer E-Mail • in : DMCVerlinken

16.10.06

Bethlehem Family Food

Jetzt hab ich sie alle 'reingelegt. Cheffegott, samt Gattin. Kennen Sie die Schlemmerlinks? Nee, ganz schnell drauf klicken. Den Winzerblog, den Kneipenführer? Abseits.de? Nee? Klicken! Aber sie beherrschen das nicht GANZ, es gibt noch Geheimnisse in der Welt der Werdschafde, der vergorenen Getränke und Kochkische. Keina kennd „Al Halef“ wie isch, in W8 35, dem genüsslichen Geheimquadrat in der Vorstadt, wu koa Waldhouf-Nase vakään, dort hängt die VFL-Neggera-Fahne im Wind. Da kocht Willi Guthmann gefilte Fisch und mischt Tees, Drinks und Kaffees mit der Wasserpfeife und Whisky für David Lindsay. Sorry, Sir, Lord David Lindsay, Yessir. Willi bereitet mit Wonne arabische, türkische, kurdistanisch-wilde, persische Gerichte, seit er den Kara Ben Nemsi aka Charley aka Old Schmetterhand las und den Schut bewunderte samt Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschsi Dawuhd Al Gossarah oder so. Er fraß sich

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17:17:36 • Michael -mikel- Bauer E-Mail • in : DMCVerlinken

17.10.06

Kenne Sie auch de Günthä?

Nein ich meine nicht den Ministerpräsidenten, der nur über ein Drittel der Kurpfalz herrscht. Ich meine Günther. Günther herrschte über alle Partys, konnte alles besorgen, kannte alle, selbst die Großmütter der weiblichen Barkeeper und lauschte am liebsten seinen eigenen Witzen. Günther ist ein Ex meiner Exfrau. Ich gönnte ihn ihr damals. Nun wohnt Günther wieder in dieser unserer Stadt. Er betreibt eine Lifestyleagentur. „Leben sie einfach, wir gestalten es“ und versucht sich in unser Blatt zu bestechen. Eine Weihnachtsaktion hätte er. Er würde auch einen Blog dafür einrichten, Günther, der Edelmann. Das hätte er alles zu bieten für Weihnachten:
# Schöne Frauen verbringen einen zauberhaften Abend mit gewöhnlichen Kerlen.
# Handküsse für alle Damen weiblichen Geschlechts mit Blenn Blecker, 2 Stunden am Plagadeplatz

Alles für einen guten Zweck. PR-Akitivisten in Not. (Jo, vor allem soin Konto, nä).
Er versuchte mir sogar meine Ex, die auch seine Ex ist, wieder zu vermitteln, Günther der Edelmann, aber meine Rache war kalt, eiskalt. Ich rief meine Derzeitige und für alle Zeiten auch hoffentlich Zukünftige an und verkaufte ihr einen Sponsor, nicht ohne Hinweis auf das Andienen meiner und auch seiner Ex. Fast rührte es ihn, als ich den Kontakt vorschlug. Die VHS als viruelle PR-Multiplikatorin. Kundinnen, kreieren Form und Content für ihr eigenes Abgezockt-Sein im Herrn für die ewig grinsenden Mutter allen Gewinns, der schleimbalsamierten PR. Ich beschrieb ihm Gundi, Herrscherin des Apres-VHS. Güntha, du duschd aom jezd schun laad.

Seine Agentur-Residenz ist jetzt Bastelzentrale für Sterne aus echt palästinensischen Binsen und Ort einer lebenden Kuschel-Krippe mit Hamster und Frettchen, statt den großen Tieren und Kindern aus wechselnden KinderKrippen. Die Initiative „Weihnacht auch für Muslime“ bastelt statt Sterne Halbmonde. Die Imker ziehen dort Biokerzen und sie dient als absolut kultiges Weihnachtskunsthaus für die befreundete Batikgruppe. Ich liebe meine Frau, Weihnachten und Günther: „Weißt Du noch Günther? Als Du den Weihnachtsbaum installiertest, für meine arme, weihnachtlich vernachlässigte damals noch Frau? Deiner Ex, meiner Ex? Weißt Du das noch?“. Das Leben ist schön. Heute. Morgen ist ein anderes Land. Heißt das so? E-gal. S’geid trodzdem alle Joar frieha lous. Alla, ma liest sich, gell!

17:16:48 • Michael -mikel- Bauer E-Mail • in : DMCVerlinken

19.10.06

Om et Gloria

Oohm, Om, OOOOHHHM, ertönte es aus unserem Wohnzimmer. Om, meine Einzige und Derzeitige saß mit Gundi und anderen furchteregenden Damen auf dem Wohnzimmerteppich und wippten vor und zurück, wie die Elefanten im Heidelberger Zoo. „Ah ein Mann“, ertönte die Stimme einer Walküre in einem formaly als Hare-Krishna-Sari bekannten Gewand. „Ein Mann, unser Stamm“. Ich war begeistert, endlich erkannte man mein wahres Geschlecht, aber warum strahlte meine Einzige dazu? Ooohm, Omm. Wir wollen uns alle um ihn versammeln, dröhnte die Walküre in meditativer Leise. Berührt alle unseren Stamm. Wölbt Euch um ihn. Mindestens 300 kg kulminiertes Fleisch umschwärmten mich, nahmen mir schier die Luft, die Lust sowieso. Ohhm. Wir sind die Nadeln des grünen Baumes, wir nadeln, wir atmen den Abfall des menschlichen Atems, wir produzieren uns, wir schaffen daraus den Sauerstoff für unsere Freunde, die Menschen. Ohhhhm. Als BH`s getarnte Nadeln stachen in meinen Brustkorb, hingen an meinen Oberschenkeln. Ohhm. Und jetzt schütteln wir uns, tauchen in unser grünes Ich, fühlen den Geruch, den wir den Weibchen im Bad spenden, Tannennadeln im Schaum. Man ließ von mir ab und meine Einzige sandte mir flehende Blicke: „Benimm Dich, dies ist MEIN Besuch“. Ich benahm mich. Daneben. Mein Weihnachtssyndrom schlug zu. „Gloria in Excelsis Deo“, intonierte ich mit dröhnendem Bass und gallopierenden Tonarten. „Et in Terra Pax Hominibus“, sang ich weiter. Musikkenner hätten mit viel Fantasie erkennen können, dass ich versuchte das Gloria aus Wolfgang Amadeus Spatzenmesse (KV 220) zu interpretieren, Gloria, ohhm, ommmmmmmm, omm, omm omm. Die Überführung mozartscher Windungen ins Reich des Krishnas. War er nicht mit einer Mannheimerin verheiratet, wie ich, den Mozart meine ich? Und schließlich: Das mit dem Tannenbaum und dem Getue um Christi Geburt ist unsere Sache, wenn schon. Nix mit Ohmm. Oder legen wir jetzt den Vishnu in die Krippe, so sehr ich indische Philosophien im Allgemeinen mag. Äh, wo war jetzt Saraswati geblieben? Da passte was gar nicht. Hey, die verlagern jetzt sogar WEIHNACHTEN nach Indien aus, ohne jede Ahnung. Nicht bei mir auf dem Wohnzimmerteppich. Isch gebbn. „Bone Voluntatis“. Ich erwachte aus meiner Rage, streifte den Zorn in den bereitgestellten Ascher und demütig harrte ich dem Nichtbeachtet werden. Aber meine Einzig klammerte sich quietsch vergnügt und laut lachend an mich, vergoss Tränen lauterer Freude in ihre Lachfältchen, die meine Lippen so gerne streichelten. „Mein Held, mein Mann , mein Stamm“, ächzte sie prustend. Ich erfuhr ins Ohr gehaucht, dass Gundi eine „Weihnachtsanimateurin“ aufgetan hätte, heute der Seminarraum besetzt wäre, weil OB-Wahlen anstünden und es ihr sicherer schien die „Unbekannte“ in unserem Heim zu testen. „Ohhmm“, hauchte sie, „mein Stamm“, brüllte sie unter Glucksen, suchte fand und wurde still, wie ich. Weihnachtsanimateurin. Moin Liewa, Weihnachtsanimateurin, hoddse gsaad. Ich werde es nachher erfahren, was zum Deifel, des eigendlisch soi g’sollt hod. Isch hebb zu dun, s’geid alle Joar frieah lous, am liesd sisch, gell!

17:16:01 • Michael -mikel- Bauer E-Mail • in : DMCVerlinken

20.10.06

Unterschichten Weihnacht

„Weihnachtskunst“. Sagt er. Weihnachtskundscht. Und das mitten in der Kurpfalz. „Aber nix vom Weihnachtsmarkt, dass machen wir später, also kein Kitsch und Gebembel, Kunstttttt. Wisse Se, Kundschd. Eschdi". Mein Gott, das ist seit Jahrhunderten von Tizian besetzt. Auf der Flucht, aber sich von Tizian malen lassen. Was soll ich da noch finden. „Aber keine Farbkleckse, gell“, schreit er mir noch hinterher. „Man muss erkennen können, dass es sich um Weihnachten handelt. Künstler aus der Region, gell“. Dann kauft wenigstens die Verwandtschaft und Bekanntschaft unser Blatt. Wenn das Abonnentensterben so weiter geht, dann werde ich im Lifestyle nur noch über Gesangsvereine schreiben. Bis da alle Enkel ein Exemplar haben! Weihnachtskunst, sagt er. Mein Gott und das mir. Isch graab ma noch e Loch un hogg misch enoi. Wie soll ich das denn meinen Galeristen sagen? Was werden die Kunstvereine lächeln und die behüteten Kunsthäuser grinsen. Ich brauche dringends geistige Stärkung, eine Winzerschorle ist angesagt. Es ist mir egal, dass es erst 14:23 ist. Des vadreschddoch koana nieschdern. Da naht Natascha, die göttliche Natascha, die so gar nix von uns Männern wissen will. Außer von mir.

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17:15:03 • Michael -mikel- Bauer E-Mail • in : DMCVerlinken

22.10.06

Geschenkecrossing

Geschenke-Crossing, pfff. Kennt ihr Buch-Crossing? Eine Spitzenidee. Da werden Bücher versteckt und gefunden, gelesen und wieder versteckt. Oder so. So lange es nicht meine Bücher sind! (zuckt mit den Achseln) Tut mir leid, aber von meinen Babys trenn ich mich nur ungern. Elfi, die Einzige hat davon hier gelesen. Ja natürlich liest sie hier mit. Sie meint ich weiß es nicht, aber der Browserverlauf gibt Auskunft. Nein, ich schnüffle nicht, aber ich recherchiere doch im Netz und da bleibt es nicht aus, dass man im Verlauf nachguckt, wenn man eine URL sucht. Ich fürchte es wird lange Diss-Kuss-Ionen geben heut zur Nacht, oder zwei Browser, zu was gibt es Opera? Alta, was kaschber isch heid rum. Nein, wir wollen NCHT vom IE reden, obwohl der neue 7er Spitze aussieht mit den geglätteten Schriften. Aber ich schweife in die Tiefen des Netzwerkens. Is des net e geiles Wörtsche, isses net?

Ich konnte meiner Süßen ja gerade noch das Ungetüm Gift-Crossing ausreden

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17:14:04 • Michael -mikel- Bauer E-Mail • in : DMCVerlinken

23.10.06

Goldpatch

Habt ihr auch diesen Schwachsinn von der MVV gelesen? Das längste Verlängerungskabel der Welt, für die Iren und ihre Rekorde. Also Guiness ist ja ganz in Ordnung im Pub, aber muss man deshalb dauernd so tun, als ob man besoffen wäre? Ich meine so ein langes Verlängerungskabel kann doch gar keiner brauchen, oder? Aber man kann natürlich alles zum Positiven wenden. Tatjana-Katharina, aus Kurs 4 hatte da eine Idee, schon bei der Anmeldung. Ja, es sind inzwischen 4 Kurse. Es werden einsame Adventsabende werden, aber zu was gibt es Natascha (von der Regierung genehmigt) und Guiness. Also Tatjana-Katharina, auch kurz Tatja-Katinka genannt, ist Mitglied eines Kunst-Förderkreises und sie benötigt ein goldenes Tuch,

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17:12:51 • Michael -mikel- Bauer E-Mail • in : DMCVerlinken

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