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Versteigert ihn
22.01.2012 23:36:58Da die Bundesversammlung auch nur noch, äh, Bundespräsidenten, wählt wird diese abgeschafft. Das Amt, zu nix gut, außer zum Schwingen von Füllfederhaltern, wird versteigert, wie einst die Mobilfunk-Lizenzen. Ganz offiziell. Die Versteigerung leitet der Finanzminister des gerade Bundesrats-Vorsitzenden Ministerpräsidenten. Selbstverständlich erhält der Bundespräsident keine Anapage, wie Fastnachtsprinzen auch, nur mal so als Beispiel. Für das Schloss Bellevue ist Miete zu zahlen. Diese legt der deutsche Bundestag mit einfacher Mehrheit fest. Der Bundespräsident darf dafür Titel versteigern. Fürst, Baron, Graf etcetera, alles ohne jeglichen Rechte, aber was interessiert das den Boulevard. Die Bild-Zeitung wird zu kostenfreien Hofberichterstattung verpflichtet und ist angehalten den Rest des Boulevards entsprechend zu beteiligen. Hätten alle was davon. Wir Steuerzahler wären entlastet, die Klatscher hätten dauernd Stoff zum enthüllen und die Reichen und Mächtigen hätten Titel, Getöse und Skandalkram und sie wären beschäftigt. Müsste man nur noch über Hofknickse und sowas nachdenken. Ehrenjungfrauen(m/w) sind aber abgelehnt. Selbstverständlich kann es auch eine Präsidentin sein. Nur so am Rande. Das Thema wäre dann durch und die Wirtschaft würde blühen. Nein, erblich wäre das nicht, alle 5 Jahre wird versteigert und nur 2 mal darf man, es ist ja nicht alles schlecht, gell. Der gesteigerte Präsident, der darf dann auch ganz offiziell gesponort werden, gell und Urlaub machen mit wem und wo er will. Alles so easy. Endlich hätten wir dann auch ganz transparent unsere wahre Parallegesellschaft abgebildet. Nein, den Kanzler (m/w) wird weiter der deutsche Bundestag wählen und so weiter, keine Freiflüge für Abgeordnete, nein, aber der Präsidentenhof hätte was. Bauen wir nicht gerade ein Stadtschloss in Berlin? Genau. Und damit die Regierung nicht stört, verlegen wir die wieder nach Bonn. Quod erat demonstrantum 
(Das hatte ich so ähnlich schon öfter gepostet, ich finde es nur 'grad nicht)
Silberlinge
10.01.2012 23:08:14Sein Lachen wieherte über die Märkte. Silberlinge. Was soll ich mit Silberlingen? Judas streichelte das Einhorn und die Elfenziege im Café der Zwerge, an der Brutbar für Zwitterflederratten. Wie jeden Abend musste sein Bonsaidrachen noch Gassifauchen. Langsam strichen sie den Fautobahren entlang, die unter Kohlstadt hingen. Die Zwerge kifften gemächlich ihre Riesen und tanzten. Silberlinge, was er wohl mit Silberlingen anstellen sollte? Er sollte Dschises verraten, oder wie der Typ hieß. Ach, die meinten Josch. Was gab es denn an Josch zu verraten und warum? Der Bonsaidrachen schrie, weil ihm das Gas ausging und Judas füllte ihn mit seinem Biogas auf, pesönlich aufbereitet und eine Feuerzunge verschlang die Zigarettenschachteln am Fautoway. Ob diese Silberlinge zu seinen Pschüns passen würden? Oder als Anhang an seinen Schtüpeln? Er wäre durchaus bereit dafür etwas über Josch zu verraten, wenn er nur wüsste, was, denn Josch lebte die Postprivacy vollkommen, war er nicht in allem vollkommen? Jede wusste alles über jeden hier. Die Elfenziege meckerte Gershwin und sank nach Mosard. Er würde Josch fragen, was ein Silberling sei und was „verraten", schließlich war Josch vollkommen. Wer genau hatte jetzt das mit diesem „verraten“ und den Silberlingen aufgebracht? Drüben, dort wo die Altäre der Occupie Gold opferten, hingen sie alle ab. Wen interessiert Silberlinge? Ein Kuss von Josch ... Das Einhorn boxte die Elfenziege unter der Futterbar und grinste, der Bonsaidrachen flog auf die Theke und bestach das Köschfass. Und alle dreizehn kungelten, bis dass ihr Tod sich scheiden ließ.
Zweiter Feiertag
26.12.2011 09:49:53[update aus 2009]

Zweiter Feiertag nur. Das höre ich jetzt schon seit es mich gibt. Der 26.12. ist nur der 2. Feiertag. Selbst meine Cousins zu Ostern und Pfingsten sind keine 2. Feiertage, da der Festtag dort immer ein Sonntag ist. Ich bin nur der 2. Feiertag. Das kleine Schwarze hängt auf dem Balkon zum lüften, zu Mittag gibt's die Reste der letzten 2 Tage, alles hängt herum und selbst der Baum beginnt zu nadeln. Das hat mich schier zum Wahnsinn getrieben, bis mir die Erleuchtung kam.
Morgens in aller Frühe ist es über all ruhig, die Autobahnen summen weniger, alles schläft, nur der mikel wacht, der STILLE Morgen ist am 2. Feiertag, versteht Ihr? Am 2. Feiertag kann man ganz unhehre Dinge wieder tun, keiner verlangt, man solle feierlich oder gar GEMÜTLICH sein. (Was genoss ich die x.te Wiederholung der Hoppenstetts von Loriot.... ) Jeder darf tun und lassen was er will, bis auf die armen Würstchen im Dienstleistungsbereich.
Nur auf den Autobahnen spät wird es ungemütlich. Da wird zurückgerast. Weihnachten ist doch das Fest der Familie, da muss man sich doch besuchen und wenn es nur auf den endlosen Staus unserer Verkehrskriegsplätze wär, Mobilität ist alles, wir haben doch den mp3/4/dvd-Player on board. Ich frage mich immer wieder, wie viele Kleinkinder Weihnachten hassen werden, nur weil sie schon im Wickelalter beständig hunderte von Kilometern von Opa zur Oma fahren mussten.
Ich bin der 2. Feiertag, der eigentliche. Die Kinder spielen mit dem neuen Spielzeug, Papa auch, Mama erholt sich vom 10-Gänge-Menü und die älteren Kinder können endlich auch mal wieder, weil die Anwesenheitspflicht gelockert ist. Jeder kann endlich feiern, wie ihm der Sinn steht, was ersie denn unter Feiern versteht austoben, aber pssttt... veraten Sie's niemand, sonst wird auch das zur Tradition und alle müssen machen, was sie wollen, ob sie wollen oder nicht. Das ertragen die wenigsten. Glauben sie nicht, warum braucht sonst die Menschheit im Urlaub Animateure ?
Ich bin der Animateur-freieste Tag des Jahres, der zweite Feiertag. Ich überlasse den ganzen feierlichen Käse gerne dem 1. samt dem ach so heiligen Abend davor. Com'n babe, ich bin der 2. Feiertag, let's dance and shout and write.
Rosa glitzerndes Einhorn mit Öpve auf Blumenkübel #rgemöab
23.12.2011 21:41:58eine Tweihnachtsgeschichte
(wahrscheinlich nur für Twitterer verständlich, ich bitte die Andersgläubigen meiner Blogbesucher um Entschuldigung, aber es weihnachtet doch sehr)
Herr Hach saß auf dem einzigen Blumenkübel seines Ponyhofes, aß ein Mettbrötchen und streichelte sein rosa glitzerndes Einhorn unter der Öpve. Herr Hach war verliebt. "#hach", seufzte er. "#hachhachhach". Herr Hach hatte deutlich die 40 überschritten, wog bei einer Körpergröße von 192 cm 102 Kilogramm, fast ohne Fettgewebe, führte seinen Hof als Diplom-Landwirt effizient vollökonomisch mit reinstem Bio, fuhr eine 1300 Hayabusa und pflegte in früheren Jahren zu Boxen, als Amateur, fast wäre er einmal rheinhessischer Vizemeister geworden. In eine Großbauernfamilie geboren, die bereits zu Karl des Großen Zeiten Freie waren und hier siedelten. "#hachhachhach" sang er und hüpfte auf einem Bein. Herr Hach war verliebt. Irrsinnig verliebt, nicht nur in eine Frau, nicht in einen Mann oder Mischformen davon. Er war in seine Timeline verliebt. Einer dieser streng blickenden Heroen seiner PR-Agentur hatte ihn überzeugt, für seinen Betrieb die Kunden mit Social Web zu beglücken. Transmedia Story Telling zu Ponyhof, Bio-Hand-Käse, Bio-Metzgerei samt dazugehörigem Vieh, Bio-Riesling, den nachhaltigen Pferdeboxen und Vollwertkarotten. Er bloggte also, zog das Ganze zu Facebook, managte die Fanpage und blieb am Ball, er war so gut, dass er bald auf den Präsis (er hatte die spezielle Beratersprech nach 5 Minuten schon verinnerlicht) der meinungsführenden Consulatanten im Ranking der landwirtschaftlichen SocialMedia Betriebe weit oben stand, er hatte sogar die ländlichen Schlosshoteliers von den Plätzen verdrängt, die Apfelweinschäfer und die PR-getrieben fastenesoterischen Saftläden und die nachbarlichen Weininstallateure sowieso. Herr Hach hatte es voll 'drauf, bis man ihn auch auf Twitter trieb, wo er als @biohach phänomenal einstieg. Der erste Tweet hieß:
@biohach Ich besitze einen Bio-Hof / Ponyhof und empfehle als Erstes mein täglich frisches Bio-Mett zum Vollkornbrötchen aus 100% Bioroggen
So vielen Schlüsselwörtern konnten die wiedervereinigten deutschen Twitter-Timelines nicht widerstehen. Eine ReTweet-Orgie setzte ein und innerhalb von 2 Stunden hatte fast 10000 Follower. Er war sofort der Star der Twitter-Konsuler und nur die neidischen Berliner Großtwitterer vermissten die Postprivacy, denn Herr Hach gab keinerlei Privates von sich, folgte brav allen und lies sich auch liebevolle necken, ob er denn auch ein rosa glitzerndes weißes Einhorn hätte und nahm auch an den #bsf (Bauer sucht Frau) Disputen teil, aber als es ihm herausrutschte, dass er auch wieder ledig sei, aber nicht unbedingt suchte, stiegen die Direktnachrichten an ihn von weiblichen Tweeties ins unermessliche. Er beantwortete alle ganz höflich, aber distanziert, obwohl er so manches Mal stark in Versuchung kam. Alles war nur geschäftlich. Die #blumenkübel-Aktion vertrat er führend mit und auch #zensursula hatte er im Visier, beteiligte sich an fast jeder Online-Petition, nur die FAV-Szene betrat er nie, sie schien ihm dann doch zu pubertär.
Die PR-Agentur schlug eine ganz neue Strategie vor. Eine bekannte Künstlerin aus dem nahen Oppenheim gestaltete eine Holzskulptur "Rosa glitzerndes Einhorn mit Öpve auf Blumenkübel #rgemöab". Die deutschen Twitter-Timelines überschlugen sich, die Tweets mit #hashtag #rgemöab bretterten im Sekundentakt durch die Server in Frisco, natürlich hatte er die #trendingtopics sogar weltweit erobert, es begann ein Twittertourismus in den verschlafenen Ort am Rhein zwischen Worms und Mainz. Sogar Abordnungen aus USA und russischen Twitterdissidenten tourten zum Hof, das Mett war täglich bereits um 7:00 von der Frühschicht-Timeline aufgekauft und weil das Kunstwerk ein Kunstwerk war und keine PR-Aktion, musste die Künstlerin sehr oft vor Ort weilen, Erklärungen abgeben, die Kunst-Presse befriedigen, die auch einmal Web 2.0 gehypt sein wollte, von den Konsulanten-Heerscharen, die sich auch einmal in Kunst suhlen wollten, statt in Gadgets für Apfelfernmeldegeräte, nicht zu reden, es wurde oft spät abends und so hatte sie im neu entstehenden Gästetrakt für das Wohnen auf dem "Einhornhof" ein behelfsmäßiges Atelier samt Schlafgelegenheit und Bad. Herr Hach brachte ihr auch zunächst ganz geschäftlich das Twittern bei, nachdem er ihr ein Blog für ihr Daily Painting auf seinem Server installiert hatte, aber als die Tag kürzer wurden und Herr Hach das #hachen in allen Varianten lehrte, da funkte es.
Heute Morgen, als Herr Hach für den letzten Rest Mett Eigenbedarf für das gemeinsame Frühstück geltend machte, bei seinem demokratisch-gewerkschaftlich einwandfreien Gesinde sang er erstmals das große #hachhachhach. Schon nach der dritten gemeinsamen Hachnacht plante man das Atelier größer und nicht mehr behelfsmäßig und die Schlafgelegenheit wurde ins Haupthaus verlegt. Herr Hach war irrsinnig verliebt und diese Liebe wollte er seiner Timeline zurückgeben.
Also saß er auf dem Blumenkübel und hatte DIE Idee! Er würde sich ein weißes Kostüm schneidern lassen, mit rosa glitzerndem Tand und eine grüne Einhorn Zipfelmütze. Und wer auch immer im Twitterland zur Weihnachtszeit per Plancast eine Tweihnachtsmarkt plante und ihn einlud, wollte er Bio-Riesling-Glühwein kostenlos ausschenken und Mettbrötchen an die Hungernden verteilen, und wenn er noch etwas übrig hätte, in seinem rosa glitzernden Tweihnachstkarren einfach die Tweeties in den Tweihnachtsorten aufsuchen, er kannte ja ggfs die Geodaten aus den Bios seiner Timeline und sein Android hatte ja GPS.
So rauscht Herr Hach auch heute noch durch die Lande, natürlich begleitet #hach und wenn es nachher noch klingelt oder morgen bis in den späten Nachmittag, liebe Timeline, sehr verehrten Damen und Herren Twitter, dann ist es Herr #hach.
Mannheim Mainz IC 2216
18.11.2011 09:10:22Gnädige Nebel bedecken die Türme der chemischen Fabrik, die Ebene schiebt sich dem Fluss entlang, Zeitungen rascheln, die Pads wischen die Smartphones, Tastaturen klappern, die abgernteten Weinberge hüsteln Restalkohl aus den Rieslingblättern der rheinhessischen Hügeln, die sich rheinen. Durch die Kopfhörer stöpseln Notenwolken in die Stammzellen der mozartschen Popgehirne. Kreditkarten knipsen Handytickets, Telefone säuseln Geliebte, Kollegen sezieren, alte Männer seufzen junge Damen. Dome türmen Prälatensehnsüchte, Schiffe hornen Nebel.
Durch die Bank
13.11.2011 21:34:32Making of a song. UNO, des tres.....
Durch die Bank. Durch die Bank. Die drei Worte flüsterte er schon seit geraumer Zeit und lachte. Er betrachtete die Würfel und lies sie rollen. Wie im richtigen Leben. Call and Put. Dann sollen sie halt Kuchen essen, was ging ihn Hunger an oder Shareholder. Wen interessieren schon die Deppen, die Autos bauen oder Unterhosen nähen. Durch die Bank, durch die Bank. The Pusher. Opium für Völker, Kredite und die Würfel fallen so und so. Putt putt put, call me baby. Völker hört die Kredite. Durch die Bank, durch die Bank. Nadeln streifen, klickeklick, call me put. Er sagte Zinsen. Ha, ha Zinsen. And a ha and a hu. Wir würfeln und ranken. Durch die Bank. Durch die Bank. Ko, Ko Konten wir, wir, wir, wir, durch die Bank, die Bank, die Bank. Clap your hand. Come on. Clap and clap. And a Ha and a Hu. Durch die Bank, durch die Bank and you and me, babe, it's you, it's me. Durch die Baaank, durch die Baaank weg alle, durch die Bank weg alle. Dance the ranking, hell is occupied. Teufel aber auch. Durch die Bank. Let's dance the street, devil, devil. Durch die Bank, durch die Bank with you and meheheheeee. Durch die Bank, auf der Bank, heut' Nacht. Every night you see. Durch die Bank, die Bank, die Bank, diese Bank heut' Nacht, every night. For you and meheheheeee. It's cold outside, babe. So cold, so cold. Durch die Bank, durch die Bank. Sleeping in the street. Come on, clap your hands. Durch die Bank, durch die Bank, auf der Bank da schlafen wir. Whisper, whisper, flüstern die Tränen, durch die Bank, durch die Bank. Seid umschlungen Millionen.
Kokolores
01.11.2011 19:13:15
Während der diesjährigen Frankfurter Buchmesse, begegnungsreich wie selten, hatte ich eine Begegnung der besonderen Art. Wibke Ladewig, mir bekannt als @sinnundverstand schenkte mir einen Ansteck-Button mit der Aufschrift "Kokolores". Ich durfte ihn mir sogar aussuchen, es gab auch noch einen anderen Anstecker, aber dessen Inhalt habe ich vergessen, so sehr hatte mich von der ersten Sekunde an, der Kokolores in den Bann gezogen. Das ist doch Kokolores, oder? Der Duden sagt es würde bedeuten: Unsinn, Unfug, Getue, Aufheben. Hhm. Entschuldigung Duden ben Konrad. Das ist doch viel mehr. Klar hat das zunächst einen negativen Touch, das ist doch Kokolores, wie der norddeutsche Bildungsbürger zum Rosenmontagszug sagt, oder zum siebten Bier beim Twabendessen. Dieser BB würde auch zu mir sagen, wenn ich ein eBook zu Amazon hochjage, sei kein Narr. Genau, das ist doch Kokolores. Und wenn ich dann erwidere, dass ich gerne einmal Narr bin? So närrisch über den Zeitenlauf, der gerade katastrophiert, so närrisch drüber laut zu lachbrüllen, verschämt zu kichern und ihm meine ganze Lebenslust entgegen schreie, auch wenn das wie ein Blues daher kommt. Komm wir machen Kokolores. Klingt gut, oder, in seiner hinterfotzigen Ernsthaftigkeit? Ein dunkelgrüner Button mit den Worten Kokolores und wortweide.de. Wortweide, die Webseite mit dem Zeppelin, direkt vom Ulmer Münster gestartet, so scheint es, dort wo die Worte auf der Startseite Ballon spielen, von Wort Agenten zum spielen gebracht, von Wortpaten gehütet. Ich bin ein sehr schlechter Agent dort, ich verbrauche fast meine ganzen Worte für meine Geschichten und Gedichte, aber den Zeppelin über den Worten aus Ulm, wer weiß, vielleicht kommt auch einmal ein Ravensburger geflogen, den schaue ich gerne wolken. Und dann war auch der Messerummel leichter zu ertragen, der große, nicht der kleine, liebenswert verrasselte. Mit stolz geschwellter Brust, den Button am Kragen, durchstreifte ich die Hallen, vorbei am charmant sinnentleerten Tiefgang erleuchtenden Willemsen und strahlte innerlich: Kokolores und verstand ihn deshalb auch ein wenig, nur ein wenig. Kokolores schrieb mein Button dem Lobo zu winkend, der wandelnden Litfasssäule, nur mit sich selbst darauf, den König der Intellektigkeit gebend und verstand ihn schon ein wenig mehr. An all den Literatürern , den Wichtigern und den Lichtlein wie mir und der Button strahlte Kokolores aus. Selbst der selbst ermannte Kandesbunzlerkandidat einer einst mächtigen Arbeiter-Partei ward der Kokolores zu teil, man konnte es später im Spiegel erschmidten. Alles war Kokolores und leicht, pardon, es war easy, wie der Kokoloreser sagt. Ein Wort zieht um die Welt. Ko-Ko-Lores, ein Wort das eines Liedes bedarf. Vielleicht schreibe ich es einmal, falls man es mir überlässt, dort auf der Wortweide. Falls jemand fragt: Nein ich weiß nicht, woher es kommt, das Wort, niemand weiß das. Es ist das letzte, großkokolorische Geheimnis. Das ist doch Kokolores, gell?
Gewidment all denen, die mit @sinnundverstand Firlefanz zu Kokolores trugen, zwischen all die Deckel der Buchen.
Die Kürbisreformation am Weltspartag, hallo, halle Ween
28.10.2011 21:38:21Also, das mit den Kirchen ist heute nicht mehr so der Reißer, längst sind die Banken unsere Kathetralen und die sind im Augenblick sehr der Reformen bedürftigt. Also heute ist Weltspartag und übermorgen Halloween und Reformationstag. Wäre es in einem MassenSynergieCorporateDingsBums nicht sinnvoll 95 Thesen auf BuzzWordDenglish in Kürbisse zu schnitzen und an die Banktüren, hhm nageln wird nicht gehen, kleben, dübeln, tackern? Und dann machen wir Reichstägchen in Speyer und Worms und Protestantieren und Reformatieren, nein wir occupyen. Wir hämmern den Bankstern 95 Thesen in die Kürbisse, meintewegen auch in Melonen oder Zuckerrüben und dann suppen wir das fair. Wir sind nämlich auch die Ablässe leid, die uns die Tetzels der Aufsichtsräte aus den öffentlichen Haushalten leiern. Was übrigens auch für VersicherungsAllianzen gilt, die sich gebärden, wie einst die Päpste, gell. Aber das wird hart mit den Thesen. 95 Stück. Schnitzen. Meine Fresse. 95 Kürbisse. Wir werden die Geister rufen müssen, uns verkleiden, uns zu begleiten. 95 Thesen zur Occupy-Reformation der Ablass-Bankster. Im Püssness-Gewande werden wir umherkreischen: "Trick or Treat " und reform-bankologische Diskurse führen, bis der Taler wieder wandert. Möge die Nacht mit uns sein. Hallo, halle Ween.
Schland Tag
03.10.2011 08:21:05Warum können wir den 3.Oktober nicht einfach als Schland-Tag feiern? Einfach so, ohne hehre Staatstheorie, keine Gelegenheit zu staatspolitischem Getöse, kein Gegrübele, was denn deutsch sei, wer deutsch sei und die Scham wegen der Etsch und dem Belt. Das mit der Einheit würdigen wir im November und das Jahr 1945 bleibt tief eingegraben im Gedächtnis. Aber einmal im Jahr könnten wir doch einfach mal uns selber feiern. Die Deutschen hier mit ebensolchem Pass, sowie die Hiesigen mit anderem oder gar keinem Pass. Uns selbst feiern, ohne jeden Grund, nur weil wir leben und verdammt gut leben sogar. Doch es ist schön in Deutschland, doch. Dieses unsere Land hat soviel Patriotismus und Nationalismus pervertiert in Kriege und Völkervernichtungen investiert und viel zu wenig auf den Straßen getanzt. Schland-mäßig, wir können das nämlich auch. Schland Tag. Ich wär' dabei. Einfach feiern und damit es die Agenturen auch verstehen: Let's party Schland. Zusammen getrennt, jeder nach seiner Facon. Party Meilen auf Party Meilen. Kein Ministerpräsidenten Getöse, kein Bundespräsidenten Gestaate, kein Kanzelmehrheits Getöse, einfach feiern. Weil wir es können.
Schland Schland Schland. Schland Tag.
Aber ich sehe schon, das wird nix, soweit ist die Junge Union samt CDU noch nicht, die SPD sucht noch nach Arbeiterliedern, die Piraten müssten ihre Songs erst downloaden, die FDP gibt es nicht mehr,die Linke schlägt nach bei Rosa Luxenburg und die Grünen? Vielleicht könnte Omid uns was rappen? ;-)
Märkte platzen Plegostahl
25.09.2011 19:51:43Meine Ruhe füttert den Tag mit Seidensamt aus lauwarmer Wut gebrochen nicht berührt. Was wollen wir noch brüllen, pfeifen beweinen? Meine Launen fliegen zum Mond, tanzen in den Ringen des Saturn. Die Downloads der kleinen Zebrastreifen singen Zipp-Off über frisch gezupfte Trommelfelle. Sambasterne fallen aus den Fronleichnamshimmeln, Feuerfüchse fahnen im Favoritenwind. Ich plage Geisterkannen durch Kaffee. Liebeleien rumoren in den Aschenbechern zwischen den Schimmelrappen aus Plegostahl,Küsse rennen über 110 Hürden. Meine Lippen rauchen frisch gezapfte Luft. Ein Hauch zieht Tabak aus den abgeernteten Feldern. Scheunen lichtern Lohe aus Dramabärten. Märkte fegen Eurohülsen, die Spatzen hinterließen, falken Tauben über den Kellern der Schankkirchen. Künste kichern Techtelmechtel. Tusnelda lächelt Schwerterlose zu Armin dem Chatrusska. Kleinlichter spenden Taler, schokoladen im Portmein. Über allem wackelt Pudding im Bistro der letzten Traanszendez. Flugzeuge brechen Schall, das Licht strahlt Meilen schneller. Relativitäen brechen aus über den Transveganern im Open Access Land. Ure heben schwer. Ein Kind kreuzt Ringel-Lottstrahlen. Mein Ich fliegt über Spinnenhängematten. Zehn Millimeter über Grund. Ein Spiel bittert Ernst aus Linsendosen des Gerichts. Vorhänge ziehen Nacht über das Blau. Schwarz schreibt das Weiss deiner Augen in mein Gemüt. Lich ist das Nichts. Glaube dealt Methusalem.
Lei?
18.09.2011 22:45:45
Weichbäume aus Ungeflecht kichern unter Eisbergsonnen, donnern lieben, sich, saugen Tränen aus den Augen der Klageweiber, die ihre Tangos zelebrieren durch die Fehlung ihrer Nachbarn. Ich übe das Spucken in den Fluss der Zeit, die weiter flattert, auch wenn mein Ich mich tötet. Krümel aus Weisheit gebrochen, ungeküsst, flattern im Wind der Solarklimatoren. Die Truppen der Ameisenkaiser schreddern die Fähnlein der Papstwölfe. Eine Hartzlibelle putzt den Wind mit 30 Silberlingen. Ich verachte die Vorfahrt, rechtsabbiegend. Perlen prangern ihre Muscheln, die sie einst meerten. Über dem Schaum der Schläger gieren Tropfen aus Honigneutronen. Ich fliege Pflüge über furchlose Fugen. Mein Schrei aus ungeheuerten Dramen schläft mit meiner Scheu, zeugt schaumgegorene Schwellen. Mein Hauch kreischt scharfe Leise. Ich liebe, liebe. Lei? Lei?
Suntne Angeli?
13.09.2011 18:28:49
Bianca Garde plant ein eBook. Bianca ist regelmäßigen Besuchern dieses Blogs als Veranstalterin des Adventspodcast bekannt. Sie veranstaltet jetzt eine Blogparade über den Arbeitsplatz der Zukunft für Wissensarbeiter. Hatte ich gelesen, bin ich nicht, abgehakt, bis Bianca den Link zu Uwe's Blogpost twitterte und ich erschrak. Zutiefst. Ich las (Zitat) "Damit wird es meinem Arbeitgeber möglich, zu atmen". Und ich schluckte. Und dann wurde ich von Bianca und Uwe auf Twitter aufgefordert doch etwas zu schreiben und also beschloss ich zu paradieren.
Vor fast einem Jahr postete ich dieses Gedicht
Atme Fabrik, atme,
atme mich ein
atme mich aus
aus aus aus
und noch mal
ein ein ein
was gibt es
mehr als dein
Fabrikchen zu
sein HERR!
freudenberg
Ein lyrischer Kommentar zur Zumutung einer totalen, nicht selbst verantwortlichten Verfügbarkeit.
Sag nicht human zu Resources!
(Der Einfachheit halber noch einmal hier eingestellt)
Einer der wenigen Male, da ich meinen Job ins Blog brachte. Die Sache ist auch noch nicht ausgestanden, das mit der atmenden Fabrik, vielleicht ist es die Zukunft, ich befürchte es sogar. Ich bin Schichtarbeiter in der Produktion, mit dem Blick zur doch schon nahen Rente, es wird einem vieles egal, es trifft nur noch für ein paar Jährchen zu, wenn überhaupt. Und doch. Das regte mich auf.
Und da gibt es Menschen, gewiss symphatische, die Solches freiwillig tun wollen, sich möglichereise in die Spirale der Selbstausbeutung bewegen wollen, ohne Tarifverträge, ohne einen Hauch von Solidarität gemeinsam Handelnder? Der totale Verzicht auf irgendwelche organisierte Kollegialität? Alles alleine aushandeln, ohne zu bedenken vielleicht über den Tisch gezogen zu werden? Für mich läuft das alles auf eine negative Versteigerung hinaus, wie sie in den frühkapitalistischen englischen Bergwerken üblich war. Der Patron versteigerte die Berechtigung zur Arbeit im Schacht, Flöz für Flöz an konkurrierende Steigergruppen, die sich unterbieten mussten, damit das Unternehmen atmen konnte. Nein, so schlimm will das niemand mehr, ich weiß, obwohl wenn man so manche US-republikanische Stimmen hört......
Ich denke es wird einige Kämpfe geben,
Ich tauche zur Tauche
07.09.2011 23:58:14Tauchen. Nichts als tauchen. Ich weiß nicht wohin. Ich weiß nicht in was. Tauchen, nur tauchen, eindringen, umweben, um Woben. Dort wo niemand ja sagt ohne das Nein zu niedrigen, dort wo sich Grenzen besaufen, auf Schlagbäumen rutschen. Tauchen im Jemandsland, unter dem Goldrand der Sammeltassen, durch die Löcher der Rettichreiben, dort wo die Käseigel die strammen Maxe vögeln, tauchen nur tauchen, in einem Meer aus gebrauchtem Gras, durch die Löcher aus Schall, den die Starfighter brüllen. Tauchen, nur tauchen. Ihr habt mir längst den Atem genommen, aber ich tauche, tauche, was brauch ich Luft. Ich verschenke meine Lunge an die guten Zwecken, die euch amen und tauche. Ich tauche durch die Fürze der Gerechtigkeit, die aus den Gerichtssälen entkamen, atemlos lästernd, ich tauche durch das Meer der Bytes, die sich in Kupferkabeln reiben, durch Glasfasern satelitten. Tauchen nichts als tauchen und morgen, wenn das Früh mich stückt, träumen, vom Tauchen. Tagtagtag träumen vom Tauchen, nichts als tauchen, durch Wolkenhainissen, unter den Stahlen. Keine Esse ruft. Ich tauche.
Agnostikergebet #17
Gänsehaut und die Army im Wald. Noch.
31.08.2011 19:43:53
Eine junge amerikanische Frau, wahrscheinlich latinischer Abkunft, latscht mit einem Gewehr in der Hand und staubbedeckter Uniform, mit fast perfektem Lidschatten und Lippenstift aufgetragen, missmutig durch den Lampertheimer Wald, das Haar zum Pferdeschwanz gebunden, nur notdürftig vom Stahlhelm bedeckt, wahrscheinlich hatte sie das Geländespiel beim Biwak satt, während ich zutiefst zufrieden nach einer feierabendlichen Radtour an den Altrhein nach Hause mit dem Rad nach Hause fahre.

Nein, es herrscht kein Krieg, nein. Dieser Schießplatz um die Ecke exerzierte wohl schon zu Wehrmachtszeiten. Vor einiger Zeit wurde ich an gleicher Stelle, auf dem Weg zu einer Kreismitgliederversammlung von männlichen Kollegen der Dame dort angehalten, mit vorgehaltener Maschinenpistole, bis mich ein Seargent schreiend befreite, excusing, excusing, Sir, Sir, das ist ein ganz normaler Fahrradweg durch den Wald. Eigentlich eine Normalität hier in der Gegend. Die Army und wir.

Meine Tochter hat ihren Mann als Army-Soldat kennengelernt. Wenn ich nach Mannheim fahre, dann fahre ich kilometerlang an Kasernen vorbei, der PX, den Clubs. Ich war selbst Soldat und kenne die Situation an einem Spätsommertag Pfadfinderspiele mit Gewehr tätigen zu müssen. Buisness as usal. Und doch. Da geht eine Kriegerin. Es ist nie weit weg. Um die Ecke. Die netten Leute, die mit der Waffe in der Hand Kriege führen, dort und dort. Ach, ich urteile nicht. Diese einfache Rechnung zwischen Krieger und Frieder ist zu einfach. Befreier, Friedensbewahrer, Imperialist, brutale Killer. Alles durcheinander. Und doch bekomme ich Gänsehaut, immer wenn nicht nur ein Panzer an mir vorbeifährt, ein Heli die Luft verpestet, Jets schneller schallen, sondern schlicht eine Kriegerin mit ihrem Gewehr durch "meinen" Wald läuft. Das Fragile schlemmt das Chaos. Nichts ist weit weg. Morgen könnte sie in Lybien schießen müssen, oder wo auch immer. Nichts ist so romantisch wie es ist. Nichts. Unser Leben ruht auf Panzerfäusten. Doch, auch wenn wir es nicht wollen, nicht sehen. Mitten im Wald, dort wo die Brombeeren sich rehen und die Förster die Wälder entsäuern und Maikäfer... 2015 sind sie weg die Amis, ich weiß nicht ob mir das gefällt, sie waren immer da, so lange ich lebe. Hhhmm.
Halbrosa
28.08.2011 20:19:41Ich tanze Furchen in meine Realität, um die Kometenstrahlen, die Mondschuppen, die Sternensplitter zu versenken, zu fruchten, zu düngen, zu begatten. Mein Gemüt reitet Attacken in die Sphalanx der immer Korrekten, der Fehlerlosen, der Unfallfreien, saugt Langeweile aus den Kerzen der Scheinheiligkeit. Ich liebe deine Götter, liebe deine Teufel, ich hab' ja keine. Ich rechte meine Fehler, schreibe. Fächeln will ich Kältesamen, treiben unter Kartoffelpalmen, küssen die Nabel der Nächte, televorführen die Zitronenmuscheln, befüllen die Zweifässer Deiner Galaxien. Freude aus Schokoladenhasen treibt über das Mehr deiner Seelchen, ich peitsche Melonenschaum in die Galeeren der Lamettamonster. Unter dem Traumgewölk der sieben Rosendrachen will ich dich händen, zu Füßen molchen, nasen zu Öl. Mein Hass friert zu Wellness-Trekkern.Ich tanze Furchen, tanze und tanze. Reale zur Gänze. Tautropfen spielen Liga. Ich verschenke halbrosa Schablonen, für die Wolken im Dreitastenland
Agnostikergebet #16
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