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Social Jubilare
01.12.2011 19:53:53Gegenengel
Wir sind Gegenengel. Nein nicht m/w. Engel sind Geistwesen und daher geschlechtsneutral. Offiziell. Wir DÜRFEN es nicht zugeben. M/W, S/L schon garnicht. Wir DÜRFEN gar nix als Engel, außer schweben, umherputten und den Esoterikern (m/w) als Projektionsfläche dienen. Und wenn wir mucken werden wir gleich als Teufelanwärter gehandelt. Aber wir wollen auch keine Teufel sein. Wir sind Engel und wollen es bleiben, aber nicht SO! Wir sind Gegenengel. Verstehen sie? Engel soweit, aber dagegen.
Ich kann Irdischen das nicht erklären, gegen was wir sind, das ist zu hoch für euch. Hat 'was mit Himmelskatastern und Social Jubilare zu tun. Sowas wie Twittern ohne Gerät, direkt in unser Geistzentrum gefrischitiford. Gefrischitiford? Ich sag's doch ihr versteht das nicht.
Auf jeden Fall wollte ich das auch einmal in die Blogsphäre schreiben. (Danke an eeMBee für die gastliche Aufnahme und @engl für die Anregung ) .
Es gibt nicht nur Engel und Teufel, sondern auch Gegenengel und ich hoffe die Gründung der Allgemeinen GeschermSchavd der Gegenteufel wird auch dieses Himmelsfeld (es gibt keine Hölle, das ist eine Erfindung der NurEngel und NurTeufel) bald geschlechtlich beackert. Ja, Menschlein, genauso, wie ihr Euch das vorstellt. Es wird aber keine Fratenisierung zwischen Gegenengel und Gegenteufel geben, also nein, wo denkt ihr hin, auch keine Durchmischung mit Menschlein (m/w/s/l sonstiges), aber wir wollen wie die Menschlein geschlechtlich verkehren, Social jubilaren, übertragen in die Himmel.
Fuck you Luzifer, fuck you Michael. Wir sind Gegenengel. Wir sind Gegenteufel, fast vergessen zu erwähnen, das gefulmitschte Pack. Ach was, Revolution. Wir machen nur das offen, was schon immer war. Gott, Götter? Jetzt kommt, das müssen wir doch nicht schon wieder.... und nein, Gebete lehnen wir ab!
Gegenengel sind wir unter den Engeln. Die Gegenteufel kommen wie üblich nicht in die Gänge. Teufel aber auch. Und wir werden jetzt, nein es gibt keinen Spoorn-Stream (TM (C) und alles) für Irdische. Dreht Euch um, wird's bald.
Agnostikergebet #22
Ach die Angst und all die Fremden
22.11.2011 21:31:16Dieser latente Rassismus in Europa, nicht nur in Deutschland, dieser uralt eingesessene, spielt gerade wieder einmal auf der Todestrommel und alles ist entsetzt und doch geht kein großes Geschreie los. Jeder kennt diesen dumpfen Sumpf, er ist allgegenwärtig. Ich weiß nicht genau, wie rassistisch Chinesen sind, es scheint mir auch da gibt es das und wie, in Brasilien, in Nordamerika, natürlich und in Afrika wohl auch. Hier in Deutschland war er einst am dumpfesten, abscheulichsten. Daher das Erschrecken.
Rechter Terror konnte sich halten, weil die dahinterstehende Ideologie keine ist, keine Religion, kein Nichts, nur diese dumpfe Angst vor dem Fremden, was weiß ich was alles.
Eine Art Antireligion ist da zu Gange. Im Augenblick sind die ( auch scheinbaren) Gläubigen des Mohamed im Visier der Angst, oder warum ist das Buch des Sarazenen so erfolgreich? Und dann wäre da noch die Jünger-Ausstellung in Marbach zu nennen, nein, hat garantiert nix damit zu tun, Jünger, nie im Leben. Es geht seltsamer Weise gar nicht darum Religion gegen Religion aufzuwiegeln, zu werten, den Kampf um Werte. Schon die Hitler-Göppels-Nazis waren strikt antireligiös, allen Konfessionen gegenüber und bohrten sich Dünnbrett-Filosofien für ihren Hass, der aus irrationalen Quellen mampfte.
Jeder kennt es, war damit verbal konfrontiert und weiß sehr genau, dass diese Angst sehr wohl auch graduell in ihm selbst ist. Nein, deshalb muss man kein Rassist sein, aber man kann es erfühlen. Nein, natürlich morden wir nicht, denken gar nicht daran, aber das Konfliktpotential ist da und wird bleiben. Ich glaube übrigens, dass es sehr viele rassistische Türken gibt, doch. Und weil das so ist, diese dumpfe Angst vor den anderen und wir doch mit einander leben müssen und auch wollen, zum allergrößten Teil sollten wir über diese Angst sprechen. Die gegenseitige Angst. Diese dumpfen Dinge in uns. Wenn wir dreinschlagen möchten, eigentlich und die Ratio bemühen müssen. Wäre hilfreich. Es hilft all den Ermordeten nicht, denen in Deutschland gerade und überall, aber es könnte.... Ach was weiß ich, ob das überhaupt geht. und wenn wir uns durchringen könnten uns als gleichwertige menschliche Wesen zu bekennen. Nicht gleiche Menschen, sondern gleichwertig. Immer gleichwertig, dann wäre viel geholfen, denn gleichwertige Mitmenschen mordet man nicht, wenigstens nicht so und darum.
Und deshalb halt ich solche Thesen wie von Sarazin, aber was solls, er ist auch gleichwertig...... und hat Angst.
und: Kerzenmahnwachen halte ich für kontraproduktiv, gemeinsam schweigen gerne, wenn dann das Reden folgt, kleinkreisig, spontan, bauchgefühlt mit Respekt, aber vielleicht brauchen andere das, seufz, macht nur.
Agnostikergebet #21
Feuchgemehlte Ausstechformen
30.10.2011 20:18:06Morgen spielen sie wieder Geister, verehren die Götter der Vorfahren, deren Namen sie längst vergessen haben. Der Tod wird allen Heiligen geopfert, die Seelen beschworen, die Fegefeuer brennen zur Nacht in die Novembernebel. Eigentlich sind doch alle fest in ihrer Religion verbunden, egal welcher und doch werden jährlich mit steigenden Dunkelstunden die Geister beschworen, die schon unsere Vorfahren, die Säbelzahnjäger in die Mammuthäute ritzten. Ist es nicht egal, ob es denn Heilige, Propheten oder was auch immer sind, die der Gebete heischen, damit die Angst schwindet, wenn die langen Nächte der Museen und der Nebelräumer drohen? Die Geister aus den Monitoren schnitzen uns Figuren, die kein Kürbis je darstellen kann. Blut aus Nichts rinnt ohne Schmerz über weißgetünchte Leere. Die Furcht schlägt Haken ohne Sand zu wirbeln. Die Furcht ist vermarktet, findet Niederschlag in den Kostümen, die Discounter standadisieren und wer sich nicht fürchtet, dem widmet sich dann echte Gewalt. Ich pflüge Vogelstimmen in die Staubarchive des letzten Sommers, ziehe Spinnennetze über mein Gemüt, tauche tiefgefrorenes Lachen in die ungeweinten Tränen aus pittoresker Kürbisschnitzerangst. Litaneien werden sie opfern auf den Gottesäckern, den Heiligen huldigen, die Seelen beweinen und der Tod sitzt mit mir am Wirtshaustisch, schimpft gotteslästerlich wie alle über seine Arbeitgeber und dass ihm seine Arbeit weiß Gott keinen Spass machen würde und dann lacht er über mein amüsiertes Gesicht und brüllt, nein Dich hol ich dieses Quartal noch nicht, vielleicht. Und dann fällt mir ein: Der Geist der Kürbistöter lebt in Deinen Suppen, die ich so liebe. Morgen singen die Ängste wieder Headbanger-Lieder aus den Hitparaden des letzten Jahrtausends. Die Basedrum peitscht Leben in die Nebel. Meine Elfen des nächsten Frühjahrs schminken ihre Einhorndosen für all den Sternenstaub, der sich sammeln wird im Tann, wenn die Jogger nicht mehr die Wälder segnen mit ihren Schritten. Mein Gelächter schwebt in den Nebeltropfen, die auf den Kuchenblechen der Weihnacht kondensieren werden und dann schreibe ich wieder Mandeln in feuchtgemehlte Ausstechformen. Der Tod lacht und murmelt sein tägliches Vielleicht.
Agnostikergebet #20
Immer die Sucherei
25.09.2011 00:01:30Sag doch nicht dauernd Gott zu mir. Solange du mich von Krummstäb-Hirten als Schaf scheren lässt. Ich bin Dein Herr. Eben. Sag ich weiter Gott zu dir. Abgehoben, herrisch, nichtexistent. Noch nicht einmal virtuell. Wegen so ein paar krummen Stäbchen und ihren lustigen Hütchen, da stehst du doch drüber. NOPE. So lange sich Leute Stellvertreter nennen, sag ich Gott zu dir. Und wenn ich dir sage ich bin eine Frau? Wärest Du nicht gerne bei der Göttin?
Ich sage Gott zu Dir. Bleib in deinem Himmel. Platz wäre genug, keine Lust auf deine biblischen Plagen. Meine Gebete wären eh nicht der Rede wert. Und: wahrscheinlich gibt es dich gar nicht. Also: Gott? Nein keine Weinchen mit Stellvertretern. Bleibt es bei Gott. Das Gott. Wäre gar nicht so schlecht: Das Gott, das vielleicht existiert. Sag mikel zu mir.... und
Agnostikergebet #19
Ich schmuste heute mal wieder mit meinem Tod
21.09.2011 01:11:51Nach der statistischen Lebenserwartung für Männer in der BRD hätte ich noch 18,7 Jahre zu leben, so ungefähr halt, es mögen auch 17,7 sein oder 19,2, man sollte nicht an 14,6 denken. Davon 10,7 in Rente, wenn sie nicht demnächst Geld locker machen und mich äh, vorzeitig, ihr wisst schon. Man kann gar nicht früh genug anfangen ensthaft mit dem Tod zu flirten, ihn einmal zum Tanzen einladen, umgarnen, damit man ihn beschmusen kann. Damit das freundlicher von Statten geht, mein Gott jetzt zuck doch nicht, ich sagte von Statten nicht bestatten, das machen sowieso andere, um das bestatten muss ich nicht kümmern, man wird schon, es gibt ja keine wilden Tiere mehr, die solchiges entschieden genug, nicht wahr, in unserer verbogenen Kultur, nicht wahr, also man wird mich schon bestatten, ach was ist mir das so egal. Der Tod küsst nicht gut, nur so fürs Protokoll. 18,7... auf gehts. Das Leben schmust nicht mehr so, wie damals, weißt du noch...
Na und?
Agnostikergebet #18
Ich tauche zur Tauche
07.09.2011 23:58:14Tauchen. Nichts als tauchen. Ich weiß nicht wohin. Ich weiß nicht in was. Tauchen, nur tauchen, eindringen, umweben, um Woben. Dort wo niemand ja sagt ohne das Nein zu niedrigen, dort wo sich Grenzen besaufen, auf Schlagbäumen rutschen. Tauchen im Jemandsland, unter dem Goldrand der Sammeltassen, durch die Löcher der Rettichreiben, dort wo die Käseigel die strammen Maxe vögeln, tauchen nur tauchen, in einem Meer aus gebrauchtem Gras, durch die Löcher aus Schall, den die Starfighter brüllen. Tauchen, nur tauchen. Ihr habt mir längst den Atem genommen, aber ich tauche, tauche, was brauch ich Luft. Ich verschenke meine Lunge an die guten Zwecken, die euch amen und tauche. Ich tauche durch die Fürze der Gerechtigkeit, die aus den Gerichtssälen entkamen, atemlos lästernd, ich tauche durch das Meer der Bytes, die sich in Kupferkabeln reiben, durch Glasfasern satelitten. Tauchen nichts als tauchen und morgen, wenn das Früh mich stückt, träumen, vom Tauchen. Tagtagtag träumen vom Tauchen, nichts als tauchen, durch Wolkenhainissen, unter den Stahlen. Keine Esse ruft. Ich tauche.
Agnostikergebet #17
Halbrosa
28.08.2011 20:19:41Ich tanze Furchen in meine Realität, um die Kometenstrahlen, die Mondschuppen, die Sternensplitter zu versenken, zu fruchten, zu düngen, zu begatten. Mein Gemüt reitet Attacken in die Sphalanx der immer Korrekten, der Fehlerlosen, der Unfallfreien, saugt Langeweile aus den Kerzen der Scheinheiligkeit. Ich liebe deine Götter, liebe deine Teufel, ich hab' ja keine. Ich rechte meine Fehler, schreibe. Fächeln will ich Kältesamen, treiben unter Kartoffelpalmen, küssen die Nabel der Nächte, televorführen die Zitronenmuscheln, befüllen die Zweifässer Deiner Galaxien. Freude aus Schokoladenhasen treibt über das Mehr deiner Seelchen, ich peitsche Melonenschaum in die Galeeren der Lamettamonster. Unter dem Traumgewölk der sieben Rosendrachen will ich dich händen, zu Füßen molchen, nasen zu Öl. Mein Hass friert zu Wellness-Trekkern.Ich tanze Furchen, tanze und tanze. Reale zur Gänze. Tautropfen spielen Liga. Ich verschenke halbrosa Schablonen, für die Wolken im Dreitastenland
Agnostikergebet #16
Ich weiß nichts. Gesänge.
26.07.2011 21:06:19Ich weiß nichts. Bilder aus Oslo. Ich weiß nichts. Ich werde nicht wiederkäuen, was man mir vorsetzt. Hafiz, Heine und Bukowski, rettet mich. Mein Gott oder deren dreie, sie labern über die Religionen und deren Ismusse. Ich weiß nichts. Was hat das mit dem Massaker zu tun in Oslo? Und in Ostafrika verhindern Idioten mit Gewehren aus bester Produktion, hallo Herr Heckler-Kalaschnikow-Colt, grüß die Frau Granate, die Nahrung für Millionen Hungernde. Islamische Milizen, Hafiz? Wir lachen. Ach Heinrich, alles so schwer, was soll es bedeuten. War er er naiv der Lessing. Ringparabel, haha. Und immer noch.
Und in den Fäuletons braten sie die Handlangungen für Pamphlete und schwafeln religiös. Kommunisten waren gläubig, sind es. Und sonst?
Kriegen Atheisten auch? Ich weiß nichts. Kriegen Agnostiker? Ich weiß nichts. Ich glaube nicht an Religionen, noch nicht einmal, dass sie kriegen. Aber ich weiß ja nichts. Buk? Sixpack?
Agnostikergebet #15
Sommer graut
21.07.2011 21:03:29
Es graut in der Mitte des Sommers, die Temperaturen des Frühlings lagen höher, es tropft seit Tagen von üppigen Blättern, das Korn dahin, blanke Furchen bräunen in die Äcker, der Blues springt aus allen Playern, Sting melancholiert aus mp3s. Seltsam wird mir dann immer. Sonnenentzug. Meine Marktplätze entleert, die Stellen im Wald so fern. Alles schwimmt im inneren Nebel des Egal. Milliarden wieder einmal, ja und? Der Stress wird getestet? Ach ja. Wie furchtbar. Nichts regt mich auf, nichts regt mich an und doch: Ich kann schreiben, schreiben, schreiben. Die täglichen Katastrophen berühren nicht mein Innerstes, ich schaffe neue, reite auf der Wehmut, lausche Klarinetten und Akkordeons, tanze Tango mit den Zehen auf dem Teppich. All die Figuren der Macht tanzen ihr seltsames Ballett vor den Kameras der Welt, ich sehe ihre Münder sich bewegen und höre nichts, schreibe ihnen Texte ins Maul, die nur ich hören kann. Was ist die Wirklichkeit? Was man mir zu sehen gibt, oder was ich sehe? Sommer lochen sich und heften ab, wie immer, bald platzt meine Hitze wieder zu freilebendem Schweiß, aber heute, heutzutage, jetzt, pflege ich,
Melancholie, streichle die Agonie zu seufzenden Anti-Spasmen und fühle mich wohl, tief in meinem Ich vergraben, sauge Leben aus den Tropfen, die mich regnen und träume vom Schlaf in Wolkenfeldern, dort hinten, im Immernass. Die Welt tropft perfekt, ich atme dünne Schleier, neble mich, bin ganz in mir. Chopin hüllt mich, Rilke liebt mich, Gedichte netzen mich, dort im Web, so dicht an dicht, zu mir. Es graut in der Mitte des Sommers.
Agnostikergebet #14
Kitsch ist kein Gottesbeweis
07.07.2011 19:58:53
Kitsch ist kein Gottesbeweis, aber es wäre hübsch diejenige kennenzulernen, die so etwas designen kann. Auf die Gefahr hin, dass es eine Göttin wäre. Warum ich die weibliche Form wähle? Ach, warum nicht? Gäbe es einen Gott wäre er weder Mann noch Frau, oder? Überhaupt, warum soll ein ganz normaler Abendhimmel über Viernheim Kitsch sein? Wer hat mir das erzählt? Und wie komm ich jetzt darauf, dass irgendetwas da Transzendenz erzählen würde? Wer flüsterte mir so etwas ins Ohr? Etwa die?
Es könnte auch regnen
das rosa weg waschen
für die reine
die graue Kunst
der Betonfürsten
in ihren Hallen
ich sehne
Agnostikergebet #13
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