Kategorie: Kurpfalznotizen
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Sie kann nicht reiten (Der Tag nach Walpurgis)
01.05.2011 20:35:38Sie kann nicht reiten. Doch. Eigentlich nicht zu glauben. Seit Tagen erzählt sie mir im Bett nach den abendlichen Turnübungen, in allen esoterisch einwandfreien Positionen, sie sei überlebende Hexe in 6. Generation, soweit ich das in dem Geschmatze richtig mithörte, als ich mir dann aber in ihrer Abstellkammer den Besen holte und mit ihr noch zum Italiener fliegen wollte, kreischte sie etwas von folkloristischem männlichen Dummfug, Hexen wären nie geflogen, das wäre eine sexistische Lüge der Inquisition. Es wäre schade um die Körperlichkeit zwischen uns, aber es reichte. Als ob etwas dabei wäre auf Besenstielen zu fliegen. Ich meine Staubsauger ist schwierig oder dieses moderne Plastikzeug zum Wischen, aber Besen? Hallo, das kann schon mein kleiner Bruder, ohne Zusatzbeharzung. Ich schwang mich also auf den Besen und flog ein wenig durch die Wohnung, landete im Klo und erleichtert mich aus der Luft, ein Kunststück, das mich einst die große Lucretia lehrte, sie wissen schon, die Borgia. Nicht DIE, ihre nachgeborene Cousine Jahrgang 67. Um mich aufzuwärmen sprach ich noch drei Libellen selig, luftig leicht, schwerelos. Ihr wisst schon, die light-Variante, die keine Zaubereien extra verlangt, einfach nur um schöne Flugbahnen zu benedeien. Und dann kam meine Landung auf's Bett, sie hatte die ganze Zeit nur gestarrt. Punktlandung, genau dorthin, ich meine ich muss das jetzt nicht erläutern, wo vielleicht alte Leute mitlesen und sich schämen, die Kinder wissen eh Bescheid, zu was haben wir Internet. Total baff. Das hatte sie noch nicht, diese Art Reitunterricht. Sie kann halt nicht reiten, sowas nennt sich Hexe. Und dann kam er der Schrei: „Verbrennen sollte man Dich“. Hexerich. Ich schlug sie hart, ins Gesicht. Das einzige Mittel, das wirklich hilft wenn man überleben will, seit Jahrhunderten bewährt. Nein ich mache das nicht gerne, aber es hilft wirklich nichts anderes wenn die Auto da Fes einberufen werden. „Hexenkannibalin“ schrie ich und verschwand in der Nacht nach Walpurgis, wenn wir fliegen dürfen. Reiten, in die Wolken der Ignoranz und darüber, dort wo auch für uns Männer Sonnen scheinen auf Besenstiele. Sie kann nicht reiten, ich fasse es nicht.
Entstanden gerade auf dem Marktplatz in Ladenburg, wo wahrscheinlich, trotzt des Alters der Stadt nie Hexen brannten, das war in der Kurpfalz verpönt. Auf den Ohren dabei: Miles Davis, Bitches brew....
Förderation
03.10.2010 09:29:13..deputationshauptschluss. Jaja, da fing das an. Da verteilte Napoleon die Welt jenseits des Rhine neu. Und zwei Länder fielen seiner Gier zum Opfer. Kurmainz und Kurpfalz. Zwei KURFÜRSTENTÜMER. Sie fehlen in der Liste der Bundesländer, sie liegen in den komischen Artefakten „Rheinland-Pfalz" oder „Baden-Württemberg", das sollen Länder sein, das sind seltsame Konstrukte, die dieser Scheiß- Obernazi Adolf auch noch zu allen anderen Schandtaten mit zu verantworten hat, weil er diesen Krieg begann. Keiner kennt sie mehr. Die „alten" Bundesländer haben sich erst letzthin an den „neuen" Bundesländern verschluckt und werden noch eine Weile rülpsen müssen, bis das alles bezahlt ist und reingemacht. Rein füssiologisch müsste aber etwas passieren, denn es ist ungerecht, diese alten deutschen Länder immer und ewig als „neu" zu bezeichnen. Wir die Unterzeichnern fordern daher 2 „ganz neue" Bundesländer zu etablieren. Kurmainz und Kurpfalz. Keine Sorge der Fürsterzbischof von Mainz begehrt nicht mehr das Amt des Kanzlers, die Meenzer werden schon einen finden, der das demokratisch macht und die zwei „ganz neuen" Länder ( wir wollen doch auch nicht mehr das Elsass deswegen annektieren oder nach Osten expandieren, gelle, nur um mal wieder an neue Länder zu kommen) wollen auch nicht wieder im Frankfurter Römer Königs wählen. Wir wollen einfach zwei ganz normale Bundesländer werden. Der Rest Rheinland-Pfalz fusioniert mit dem Saarland, damit der La Fontäne was tun bekommt, die Schwaben haben eh mit den Badenser genug zu tun. Und den Bayern sollte endlich mal jemand klar machen, dass die Wittelsbacher Rauten viel mehr zur Kurpfalz passen, aber die CSU wird das dann schon noch merken, bevor sie das Königreich ausruft. Und damit das klar ist : Die Hauptstadt der Kurpfalz ist seit 16 Hundert ungrad Mannheim. Auch wenn es viele Heidelberger nicht begreifen wollen. Xavier Naidoo schreibt bereits an einer Hymne. Carl Benz kommt drin vor ( wir werden den Schwaben was scheißen mit dem Daimler, der Benz hat das Auto erfunden, gell ) der Freiherr von Drais mit seinen Fahrrad und der Lanz mit seinem Traktor, alles hier erfunden worden, gell. Wir werden zur Durchsetzung der förderativen Ansprüche uns notfalls ( NOTFALLS nur ) mit den Genossen der Initiative „Preußen in den Bundesrat" verbünden und den Neckar ab Ladenburg für Schwäne und Schwaben sperren. Wir denken in Nordrhein-Westfalen rumort es ebenso, Köln hat Ansprüche angemeldet und.....
Gruß an den Neckar
18.08.2010 12:00:58Aus aktuellem Anlass ein Gedicht für Pakistan (man braucht uns dort)

Gruß an den Neckar.Still ist der Berg und der Fluss und das Tal
Es scheint die Natur in Sinnen Versunken.
Die gefiederten Sänger verstummen zumal
Und der Wald an dem Hügel ruht schlummertrunken.
Die Karawane der Sterne zieht
Ohne Glöckchenklingen auf himmlischen Wegen
Still leuchtet der Mond. Die Bewegung entflieht,
Im Schosse der Nacht sich schlafen zu legen.
So stark ist der Stille Zaubermacht,
Dass der Neckar ruht, nicht weitertfliessend.
Nun sei auch Du stille, mein Herz, in der Nacht
und schlafe, das Leid in Dich verschliessend.
Mohammed Iqbal
Sir Muhammad Iqbal ist DER pakistanische Nationalphilosoph, Poet, islamischer Reformer und geistiger Vater Pakistans, der dieses Gedicht wohl 1907 in Heidelberg, während seiner Studiums geschrieben hat. Es ist auf diesem Stein eingemeißelt, der in Heidelberg am Iqbal-Ufer steht. Ich weiß sonst nichts von dem Gedicht, wahrscheinlich war es in persisch geschrieben, aber es rührt etwas in mir.
(ursprünglich gepostet 29.04.07)
Holz an Erde, Erde an Holz
09.01.2010 15:56:46Weil es die Drehscheibe Viernheim bald nicht mehr in dieser Form geben wird, als Erinnerung an einen nicht immer einfachen Menschen und wider die fürchterliche "Berichterstattung" des Viernheimer Tageblatts zu einem Todesfall, wiederhole ich einfach diesen Blogeintrag vom Oktober 2006. Doch, das Leben geht weiter und ich werde wohl auch in dem neuen Timescafé Lyrik schreiben, still in der Ecke. Aber ein wenig Trauer muss sein. Um Werner, nicht die Drehscheibe. RiP.
Manche Projekte sind einfach nicht geeignet, um in der Blogstruktur abgebildet werden zu k?nnen. Deshalb swishte ich meinen "lyrischen Report" zu einer Ausstellung von Roland Schmitt und Bernd Gerstner, beide Heddesheimer Künstler, in eine eigene Site. Die Ausstellung wird zur Zeit im Bistro Drehscheibe gezeigt.
Sanfte Bilder mit dominaten br?unlichen Fraben waren mit Holz versetzt, perfekt auf die Innenausstattung der Drehscheibe abgestimmt. Dezent und doch anregend, manchmal sogar irritierend. Das macht das Holz, das noch mit Rinde in den eher ruhigen Untergrund palziert ist. Das sind m?nnliche Bilder, die fast die (weibliche?) Herbstdekoration schlucken, sie verspotten und doch liebevoll umarmen. Irgendetwas stimmte da nicht. Werner, der Wirt bemerkte wohl mein Erstaunen, ich musste gleich loswerden, dass hier wohl die aufregendste Ausstellung h?ngt, die seine heiligen Hallen je sahen. Und noch bevor er mir eine Einladung zur Ausstellungser?ffnung brachte, wusste ich, dass ich die Bilder lyrisch verwursteln wollte,
aber seht selbst im lyrischen Report
Kaffee-Opfer
08.04.2009 11:25:50Weil mir ein ausbaufähiger Plot zum Krimi_ohne_Verbrechen einfiel, gedachte ich seiner in seinem 250. Jahr mit einem CafGa-Fair. Wollte er nicht, trank ich ihn selbst. "Ach, Urlaub? Sie haben einen Brotberuf?", wurde ich gefragt, von der anderen Bankseite. Mannheim B2. Nein, ich sang nicht. Auch nix von Freudenfunken. Sonst kämen noch die Mariechen.

Punk-Ökologe, Open-Dung, Offline-Shop, gemischter Satz!
Literarische Rundradfahrt Mannheim
04.04.2009 22:33:43Nachdem die bildendend Künste bei den Strümpfen im Jungbusch verraucht waren (ich lasse mir nie mehr meine Klamotten zuräuchern, so es geht) und auch noch der Ex-Kunst-Bonze im großen Schwarzen mit Ring am Finger umher schwadronierte, zog ich mich auf meine Kernkompetenzen zurück, so ich denn welche habe und nicht nur bilde.
Nächsten Samstag: mal sehen. Eine schöne Plakat-Sammlung. Politisch, bildnerisch, inhaltlich.
Lit.Plakat

Bald, bald
29.03.2009 13:45:59
Viernheim in der Ebene hinten durch die Reben von Schriesheim gesehen. Weiter vorn die glänzenden Folien für das weiße Gold der Ebene. Spargel! Nicht im Bild (weil ausgeschnitten) die beiden Atom-Kraft-Werke Phillipsburg und Biblis, das Groß-Kraftwerk noch ohne Block 9 (der Block, nicht das Blog) Mannheim und die Schlote der BASF (braucht man zum Würzen) ;-). Es geht los, das Fahrradfahren und endlich auch die Recherche!
Wird Gutenbergs Erbe zerstört?
28.03.2009 10:56:32..fragt sich heute auch der Chef-Kultes-Fürst meiner Hauszeitung, des Mannheimer Morgens. Aber ja doch, kann ich da nur antworten.
Aber ja doch. Lieber Herr Dettlinger, ich las ihren Artikel gerade online. Ganz legal. Nein, nicht im Web, sondern als Kunde, im E-Paper das ich abonniert habe. Keine Gutenbergsche Bleistaben haben ihn bis in mein Gehirn katapultiert. Ihr Arbeitgeber hat längst zwei Distributionswege etabliert. Print und Online, ihr Ticker wird sogar via Twitter gegen die Konkurrenz aus Frankfurt und New York positioniert. Ja, ja, die armen Jungs in der Druckerei, wenn das der Gutenberg wüsste.

Übrigens hübsch, das Bildschirm-Bild, na, na, wer schreibt denn da Screenshot. Was kann man da sehen? Adobes Acrobate, sind die übrigens auch bei den Bösen, die machen doch die Software zum Lesen der PDFS für den heiligen Google und den MM auch? Ja und die Mikelsoft-Dinger Wort und Excellent, na ja, hat man halt. Ah, ihr Outlook ist auf Sie eingestellt in der Haas-Gruppe, englische Vesion, nein? Stefan Dettlinger - In. steht da. Aber den Fox haben sie, nicht den IE, interessant, mit Standard-Theme, also ich könnte ihnen da was empfehlen und in der Symbol-Leiste der SWR, ah na, die Konkurrenz vom Ton&Bild, Pons, alle Achtung, nicht Duden? Kein Wunder, dass die aus Mannheim verschwinden und WiKi, natürlich, ach der Brockhaus verschwindet auch nach Berlin, sehr interessanter Artikel, doch! Sie verwenden als Bild-Verarbeitung den iview? Gute Wahl! Selbstgemacht der Screenshot. Selbst gemacht! Die habens drauf beim MM
Ach, Open Media benutzen Sie? Wie ist das denn?
Also, das mit dem Gutenberg hat sich doch in weiten Teilen bereits geregelt, ich verstehe die Aufregung aller Orten nicht so Recht. Klar ist das ein Ding, wenn die Datenkrake nach ALLEM greift, aber dieses Gepiense geht mir auf den Wecker. Als wieder die Politik soll es richten. Hei, die Politik muss gewählt weden. Von Leuten die gerne downloaden. Merkt ihr was?
Lese ich irgendwo etwas Kreatives? Ein Zusammenschluss der Verleger etwa, die eine kostenpflichtige Datenbank für vergriffene Bücher zum downlaodherunterladen anbietet, sehr günstig im Preis, gerne auch für Cent-Beträge die längst archivierte Rezensionen der Kultur-Fürsten dazu?). Nein. Nirgends nicht lese ich sowas, sehe ich sowas. Nur Gepiense und den Ruf nach der Politik und vage Drohungen aus dem Börsenverein und der VG Wort mit den Gerichten, und und und sonst nix.
Ach Leute, das ist doch erst der Anfang, das Netz ist doch schon dabei illegale Raubkopien bereitzustellen. Google ist doch noch harmlos.
Das Erbe Gutenbergs? Wer transponiert es ins Netz? Die Kraken des Web, die Nutzer selbst, denen am Lesen liegt und nicht am Literatur/Buch-Betrieb, oder diejenigen die sich bisher um die Distribution von Texten gegen Bezahlung kümmerten? DAS ist die Frage, nicht ob und wenn und und und, wer macht es zu welchen Bedingungen, wer entwickelt ein Konzept, wie Autoren auch weiterhin Geld mit Text verdienn können, wie die Kultes-Fürsten der Gazetten auch?
Ihr Arbeitgeber hat doch schon Netz-Kompetenz, warum setzt er sie nicht ein, zusammen mit anderen?
Aber doch, schöner Screenshot, sehr informativ. Und der Artikel nebendran: Kommissar und Räuber. Köstlich,ihr versteckter Humor via Layout!
Während man liest
10.03.2009 23:43:45
Nochmals aus dem Gemeindeblatt Heddesheim. Schöne Bilder. Diese entspannt-konzentrierten Blicke hat man nicht oft, wenn man liest. Die verschränkten Arme, die Nachdenken regnen. Vor allem, wenn es sich um die beteiligten Künstler handelt. Zweiter von rechts: Bernd Gerstner, der Aussteller, der zur Finisage lud, zum lesen!
Mehr hier!
Der SchillerCode
01.01.2009 00:03:00
Oder: Kein Dahlberg da?
(Ein nicht ganz ernstzunehmender Beitrag zum Schillerjahr 2009)
Rauschkauf oder Kaufrausch. Mannheim im Dezember des Herrn 2008. Die Planken und keine Krise in Sicht. Noch, denn dort stand Rosi. So heißt Roswitha seit 1972. Ihr Blick auf mein Notebook und ein Leuchten samt Glitzern kam in die Augen. „Gedichte? Schreiben? Darf ich zusehen?“. Nein, nein, nein, kein Rauschkauf, kein noch ein Secco? „Recherche“, bellte ich scharf „historischer Thriller.“ Wenigstens das Glitzern war weg. „Du? Historischer Thriller? In Mannheim?“ „Glaubst du, ich kann das nicht, hä?“ Das Leuchten war weg, dafür funkelte es.
„Du vielleicht, na ja, aber Mannheim? Jesu Nachkommen im Jungbusch?“ Sie gackerte und funkelte im rechten Auge. Eigentlich wollte ich ja nur nach gebrauchten Akkus für das Notebook suchen in den Quadraten. Jetzt aber war ich gefordert.
„Komm mit!“ Ich zog sie an den Händen, sehr zu ihrem Erstaunen, die Gassen entlang und zerrte sie ins Quadrat B3. „Siehst Du?“ Patina wucherte auf einem Sockel. „Schiller, ja und? Muss ich jetzt glocken?“ Ein Gelächter jagte über den Platz. „Ach so Schillerjahr 2009, mit Schiller-Blog für die schillernde Blogger“. „Fast“, murmelte ich, „fast“.
Eigentlich war das hier nur als Scherz gedacht, sollte halt in ein paar Zeilen gebloggt sein, aber weil es doch 5 DIN A4 Seiten geworden sind gibt es das hier zum downloadherunterladen. Das hat Spass gemacht, die vielen Links, die Entdeckung der books.google.de, fast hätte ich weiter gemacht und ich überlege mir das tatsächlich. Das macht mir sehr viel mehr Freude, als bedeutendes zu schreiben. Also erstmal den Krimi, der geht in die gleiche Richtung und dann vielleicht sowas. Nein, nicht so hahnebüchend. Aber so etwas wie die Story um den Dalberg....vom Kurerzbischof zu Mainz zum Großherzog von Frankfurt, das hätte was.
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