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Kategorie: Glossen

09.09.10

Karzuso der Bewahrer

....wütete Prinz Haksim, den manche hier sich nicht verblödeten den Lindgrünen zu nennen, was konnte er dafür, dass sein Vater "Karzuso der Bewahrer" so gerne Lindbandwurmgras mähte, um es den Hummeln zum Fraße vorzuklopfen, Stock für Stock.
"Es liegt auf der Hand dass die Alpendrachen dem Tourismus geopfert werden, nur weil einer mal einem Lektor eines unbedeutenden Klagenfurter Verlages die Zehennägel abgeleckt hatte, mit heißer Zunge, ich geb's ja zu, aber es war ja deutschsprachiger Tag in Kärnten, oder wo floss der Bachmann doch gleich?", weiter kam der Prinz nicht, weil das Saalfräulein die Webcam via http://alpen.hub.schraub.at einschaltete und er die Stimme seiner Schwester hörte: "Dieses Arschloch von Prinzenbruder säuselt im Weissbierkeller wieder von Drachenschonung, während ich mir hier den Arsch aufreiße, oh, das gelbe Internetlicht ist ja an, während ich mich hier in der Nachfolge der Drachenjägerin von 'darc betätige und diesen widerwärtig-brummenden Hubschrauber sowjetischer Bauart in den patriotischen Nahkampf fliege um die letzten Vertreter der Gattung "fesche-Wadln-schwingende Bergwachter" aus den Fängen dieser literaturfressenden Ungeheuer zu retten." Sie konnte kaum sehen vor Tränenscheue, weil sie an einen bestimmten Bergdoktor aus Santa Monica dachte, der gerade aus St. Peter von Oberschwester Traudel hierher versetzt wurde, so nah sah sich schon seinen Dankesküssen, als sie ihn sah, diese Hilfsdiätassistentin küssend, vor dem garndosenfüllenden Panronama überhalb der Villachen. Im Sturz flog sie, die Raketen fest umnadelt, als ein heilvoller Unschlag sie in habsburgischer Tradition et tu felix Austria nube.........

05.09.10

Pseudoreligiöses

Nur ein kleiner Hinweis, ein Gedanken winden, ein glossen zur tabulosen Debatte der Kandesbunzlerin...

Ich denke, all das Geschwafel über Migration, Integration, Leitkultur und all die anderen Hilflosigkeiten, hängen eng mit unserer säkularen Gesellschaft zusammen, dem kultischen schlechthin, der Religion.
Ein überwiegender Teil der Menschen hier hat mit den „alten“ Vorgaben der einst mächtigen Kirchen nichts mehr am Hut, hat sie sich abgeschminkt, bleibt fern oder ist ausgetreten wie ich, war nie Teil davon, wie der Osten mehrheitlich.
Ich spreche vom Muff dieser Institutionen, der Spießigkeit ihrer Erscheinungsformen, ihren eifersüchtigen Göttern, die bis ins Detail, gerade im sexuellen Bereich alles deuten und beherrschen wollten, sich gegenseitig abgrenzten, gegen andere Sekten aufhetzen, und dazu rechne ich inzwischen sowohl die evangelische wie auch die katholische Kirche in der BRD. Das alles hat man in weiten Teilen abgelegt, oder glaubt jemand ernsthaft, die Mehrheit selbst katholischer Kirchgänger hält sich tatsächlich an die perversen Verbote von Pille und Kondomen? Da können sich die Hassprediger in den „kath. Netzen“ oder die selbst ernannten bigotten katholischen Blogs noch so abgeifern (nein, keine Links für diese Szene), wir leben in einer säkularen Welt, die sich langsam aber sicher beginnt, eigene Werte zu schaffen, alte zu integrieren, neue auszuprobieren und das hat alles zunächst nichts mit Atheismus zu tun, sondern mit dem frei schaufeln, emanzipieren, Kopf lüften.

Ich will auch niemanden seinen Glauben vermiesen,

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19.05.10

Gefällt mir

Im Netz die Fliege, die Spinne unter meinem Absatz verstorben, verhöhnt den japsend Fisch und pries ihren Schöpfer samt der Sonne, dankte für den Sauerstoff und sang das Lied des World white Web, die ewige Vernetzung preisend, in tausend Spasmen über die Soundkarte ihres FacettenGottes. Ich tötete den Fisch, nahm ihn vom Netz, entschuppte ihn zum Gekreisch der Fliege, nahm ihn aus und grillte ihn. Küss mich, schriest Du, spanntest Dein Netz, wipptest die Brüste darüber, Finger schlossen, drangen ein, eng umschlungen, eins mit uns zwei, quälte im Nachgang der Hunger nach Neuem. Nähr' uns, schrie sie und ich nahm die Fliege vom Netz an die Angel. Unvernetzt starb der nächste Fisch. Das Spinnennetz, zerrissen glitzerte noch 2 Sekunden in der Sonne. Gefällt mir, zungte ihr Ohr, noch triefend von meinem Zweitfisch-Fett. So ein Tag so wunderschön wie heute. Voll vernetzt, gefällt mir mein Schatz. Die Sonne schluckte und gebar noch eine Nacht. Gefällt mir, trommelte der Mann im Mond auf unser Bett, unter dem eine Spinne hervorkroch, ein Netz spinnend. Gefällt mir, schrieb die Welt in das Buch, ein Lachen im Gesicht, weit gewebt, sehr weit, das Netz, gefällt mir, webwebweb, komm, komm, komm, jaaaaaa!

01.05.10

Die Hexenfrage ist immer noch ungelöst

Obwohl das Kopftuch-Tragen in der Öffentlichkeit NICHT verboten ist, wohl nur in der Schule, und das Verbrennungsverbot für Hexen auch weiterhin gilt, auch wenn diverse faschistisch-pseudokatholische Hetznetze im Internet, samt ihren Rechtsauslegern, den Bruderschaften und Opanten, dies gerne hätten, sah man auch gestern wieder keinerlei Hexen am Himmel zwischen den Kondensstreifen der Kerosinschleudern. Wieder eine Walpurgisnacht ohne Echthexen. So mancher Hexenexperte hatte diese Jahr mit einer Zunahme von fast 300% gerechnet, durch Spontanmutation, da der kondensstreifen freie Himmel zu sofortigen Trainings-Besenritten geradezu aufforderte und der 1.Mai dieses Jahr auf einen Samstag fiel (Hexensabbat).
Wie gesagt, wir sprechen von Echthexen, nicht von diesen jämmerlichen Esoterik-Gestalten, die irgendwelche Dinge vor sich hin wurschteln und in Sprachen brabbeln. Wir sprechen von Hexen, die auf dem Brocken auf Besen reiten in der Walpurgisnacht, wie es unser aller Meister Johann Wolfgang einst faustete. Haben sie eine von diesen Esoterikern reiten sehen? Also! Untersuchungen, die zeigen, dass der Klimawandel und die Überdüngung der Streuobstwiesen das Holz aus dem Besenhexen sind nicht mehr gedeihen lassen halte ich auch für nicht stichhaltig, dazu müsste es wesentlich größere Feldversuche geben, aber dazu fehlt das Geld und... Hexen.
Es kann auf jeden Fall NICHT angehen, dass auch nach über 20 Jahren Mauerfall auf dem Brocken immer noch keine Hexen tanzen. Die Bundesregierung wird aufgefordert durch geeignete Maßnahmen die Spontanmutation von Hexen zu fördern. Das nötige Geld dafür könnte doch den Bad-Banks entnommen werden, die dann auch den Hexen dringend benötigte Arbeitsplätze gewähren könnten, denn es geht diesen, wie dem Rest der Wirtschaft samt anhänglichen Staatsfinanzen: WEGHEXEN und WIRTSCHAFTSHEXEN wäre soooo dringend erforderlich. Nein, wir meinen Echthexen (m/w), die früher verbrannt wurden, weil sie angeblich mit dem Teufel im Bunde standen, dem Teufel den es wahrscheinlich genauso wenig gibt wie einen Gott, vielleicht, keine potemkinsche Touristenattraktionen oder Sprüchemurmler und Kräutlein-Kessel-Lutscher. Was wir brauchen sind Hexen, mit und ohne Kopftuch, von mir aus auch Formular-Vereidigte, die endlich die Wirtschafts-Wunder-Lehrer an den Universitäten als Nicht-Weisen demaskieren und unsere Haushalte (öffentliche/nichtöffentliche) total sanieren durch Echthexerei. Oder glauben sie an irdisch-konventionelle Lösungen? Auch nicht? Dann treten sie der Facebook-Gruppe: „Regierungs-Hexen an die Front“ bei. Die Regierungen (Bund/Land) sind gefordert. Weise Frauen sollen wieder Hexen sein dürfen. Für das Vaterland, äh Mutterland. Hexameter, hexadezimal. Hex, Hechs.

12.03.10

Beförderung

Ich bin befördert worden. Mann(in) hat mich befördert. Dorthin, wo dicke Luft, als dünn bezeichnet wird. Ein Beförderung hatte ich mir schon so lange gewünscht. Ich wollte befördert werden, seit ich denken konnte, aber das war schon Jahre her, die letzte Beförderung. Gefördert durch so manche, auch öffentliche Hand, wurde ich gefordert und befördert. Nach Tarif und Vertrag. In höchsten Kreisen wohlwollten Greise meine Förderung. Ich wurde befördert, nach einschlägigen allgemeinen Bedingungen , auch AGB (alle Gäste werden befördet) genannt. Ich hatte mein Beförderungsentgeld zurecht im Auto-Maten dokumentiert, anheischig der umgehenden Berförderung und -sie wurde mir zu Teil.
In der Linie 5 zwei Waben lang. 10 Minuten Straßenbahn. Beförderung tost in meinem Leib. Beförderung.

24.12.09

Die Geschichte von einem Christkind, St. Martin, Nikolaus und der Liebe.

St. Martin saß glasigen Auges in dieser Pinte kurz vor 5 Uhr morgens, sein letztes, schales Bier stand nur halb ausgetrunken vor ihm. Eher belustigt denn schockiert sah er zu, wie der Nikolaus herzallerliebst das Christkind abknutschte, mit den Händen überall, außer in seinem Sack. Seit 2 Stunden saßen sie jetzt hier, völlig abgekämpft von der schweren Arbeit als Heilige, Gutmenschvorbild und Xmess-Stresser. Nach dem Ende des eigentlichen Adventsgeschäftes war es besonders schlimm. Die trüben Dezembertage vergehen kaum, nach dieser völlig bescheuerten Zeitumstellung, wenn die Abenddunkelheit das Gemüt wie ein Virenhaufen befällt und der zweite Feiertag, samt anschließendem Urlaub noch so Fern ist. Da tat es gut, wenigstens gemeinsam abzuhängen. Seit Jahrhunderten gönnte er sich diesen Luxus, im letzten Quartal, zusammen mit Nikolaus, diesem Schwerenöter, der immer hübschere Dinger zu seinen Christkindchen machte. Seit ungefähr 120 Jahren ging er ihnen auch an die Wäsche, vor 40 Jahren wollte er sogar heiraten, aber der Alte ließ es nicht zu, sein Zölibat gelte auch als Heiliger weiter, na ja, man weiß ja, was dann kommt.
St. Martin als ehemaliger Bischofskollege von Niki wusste, wovon er sprach. Er hatte diese Saison mit einer Verkäuferin für Laternen angebandelt, was ihn immer noch ein Grinsen abrang, wusste sie doch nichts von seiner Identität, er freute sich sehr auf den heutigen freien Abend, den er in ihrem Bett zu verbringen gedachte.
Er tatschte Nikolaus auf die Schulter und dem Christkind auf den Hintern : "Auf lasst uns gehen, die Haia ruft". Das Christkind zog den weißen Bart von Nikolaus aus seinem Dekolleté, gähnte herzhaft und murrte: "Das sach ich schon seit einer Stunde, komm Alter, nach dem Gefummel brauch ich das jetzt oder mindestens ein Bett unter dem Hintern". Es kreischte gackernd auf, als auch Nikolaus ihrem Hintern Respekt zollte und sich ächzend erhob, die Last der 1700 Jahre in den Knochen. "Also denn,in einem Jahr, in alter Frische, dann geht der Scheiß wieder von vorne los".
Das Christkind bekam große Augen und sprach: "Nein, heute lieben wir uns, wir zwei und Martin Christiane auch, den lieben langen Tag, samt der heiligen Nacht ". Der Nikolaus vergaß weiter zu grinsen und bekam Augen, wie vor 1800 Jahren, in Erstaunen aufgerissen und hörte weiter zu. " Diese Liebe geben wir dann weiter, feucht, heiß, urmenschlich und deshalb göttlich, endlich mal göttlich und alle geschlechtsreifen Menschen werden sich lieben wie wir , in dieser heiligen Nacht". Martin wollte laut lachen, bis ihm das Bild immer mehr gefiel und er ihm verfiel.
Nikolaus dachte nur kurz an den Chef und dann an die kommende Nacht. Und die vielen Menschen, die sich lieben würden. Es würde ein schöner heiliger Abend sein, der beste, seit 1000 Jahren. Er betrachtete voller Achtung dieses Christkind 2009 und bestellte zum Abschluss noch eine Runde roten Secco aus Lützelsachsen. Stumm stießen sie an und wussten, dass die restlichen Jahre hier vergnüglicher sein würden. St. Martin hatte den Verdacht, dass der Alte sehr wohl Bescheid wüsste, wenn er sich so das Christkind ansah. Und prompt zwinkerte es ihm zu und sang ganz leise "Halleluja alle Welt , liebt euch ihr Christen aller Orten, Gloria in exelcis..."
Josef, dem Wirt vom Beichtstuhl wars auch so recht, der Umsatz würde auch mit Secco stimmen und er betrachtete zum ersten mal seine schon ältere Nacht-Bedienung mit neuen Augen und freute sich auf morgen, auch wenn er weder an das Christkind samt den anderen zwei glaubte. Maria schaute ihm mit Augen, die schon so manche Auferstehung sahen, in die seinen, bis alles weihnachtlich erstrahlte.

22.11.09

Auch eine Elfe muss mal Pipi

"Auch eine Elfe muss mal Pipi", sprach Gerdlinde unbedacht, als die Eflenfee Pusta Bluma auftauchte. "Dann mach mal", sagte sie. Vor Erstaunen musste Gerdlinde urplötzlich nicht mehr. Die große aufgeklärt-abgeklärte-emanzipierte Frau, die schon 1975 für die Abtreibung demonstrierte, saß einer Elfle gegnüber, auch noch einer Fee. "Du kannst schon mal", sagte sie. "Danke", nickte die Elfe, und ging. Frau hörte das Wasser der Spülung rauschen und die Elfe streckte ihren Kopf zur Tür heraus. "Hast Du mal 'ne Binde?", fragte sie. Gerdlinde konnte nur noch nicken und den Beutel zur Tür durch reichen. Jetzt menstruierte sie sogar mit einer Elfe, es wurde immer chaotischer. Die Elfe kam aus dem Bad, ging zum Schrank und genehmigte sich einen Grappa. "Das hab ich jetzt gebraucht", ginste sie. "Meinen 3-Wünsche-Sack hab' ich in der Tosacna vergessen, den Goldstaub diesem Jüngling hinter Verona geschenkt und den Feenstab in einem Restaurant in Basel stehen lassen, wenn meine Chefin das erfährt, ist für die nächsten 4 Wochen Schluss mit 'rumelfen, dann steht Goldstaub waschen auf dem Programm." Sie winkte , sprach : "Danke, nächstesmal komm ich mit "3-Wünsche-Sack wieder", und verschwand durch den Monitor des Rechners.
Gerdlinde kippte auch einen Grappa, und schrieb erstmal eine Exposè zum Thema : "Die Normalität des Jenseitigen in der Ideenskala von Bloch". Es wollte aber nicht so recht flutschen, sie dachte mehr an Jünglinge in Verona, Basler Restaurants und was sie sich wünschen könnte. "Auch eine Elfe muss mal Pipi", sprach sie , wartete ängstlich ein paar Minuten und ging dann aufseufzend zum Bad.

21.11.09

Wunder

Irre ich mich? Geschehen heute keine Wunder mehr ? Genau. Keine. Garkeine. Ich wundere mich immer wieder, dass heute keine Wunder mehr geschehen. Irgendwann muss das aufgehört haben. Früher gab es immer Wunder, liest man allenthalben. Warum heute nicht mehr? Es muss etwas wunderbares sein, ein Wunder erleben zu können. Wie erkennt man eigentlich Wunder? Gibt es da Spezifikationen, Kompatibiltätstest, Qualitätsmanagmentsyteme, Zertifikationen, Audits ? Es kann doch nicht ein jeder Kreti sagen: Das ist ein Wunder.
Es gibt klar doch: Wunderfälscher, Scharlatane, Dumme-Leute-Verarscher, was haben wir gelacht.
Davon sei nicht die Rede, sondern von ernsthaften Wundern. Mich wundert zum Beispiel immer wieder, dass ich morgens trotzallem immer wieder erwache, dass es tatsächlich irgendwann immer wieder Sommer wird. Ich bewundere den Weg dort hinten, kurz vor der Autobahn, mit seinem alljährlichen Erblühen der grün-weißen Brenesselverhauen, aber das ist auch nicht das Wunder. Das Wunder ist die Autobahn, dass sie noch keiner gesprengt hat, nur um das Geräusch los zu sein, endlich wieder die Frösche am Bach nebenan in aller Klarheit singen zu hören.
Es ist für mich ein Wunder, dass noch kein Niemand nicht die subalterne allfarbige Berufs-Politikerkaste aus Juristen, Lehrern und allesfarbigen Betriebswirten von den Fleischtöpfen der Diätenpolitik vertrieben hat und die Lobbys zu Sitzgruppen reinkarniert. Das wären Wunder, wer spricht von Spontanheilung, wer spricht davon, dass Beine nachwachsen, wer spricht davon, dass endlich der mir redlich erwünschte Lottogewinn auf mich silbert. Es wäre doch ein Wunder, wunderte ich mich nicht.

12.09.09

Die Sache mit den Plakaten

Ok, ich habe geholfen Wahlplakate aufzuhängen. Was macht man nicht alles. Wenigstens stand nicht WUMMS darauf. Und das Plakat „Frauen nach oben“ mit den zwei lila Pfeilen vor eine katholische Kirche zu platzieren, machte mir diebische Freude. Jetzt hängen sie derweilen 3 Wochen umher, zwischen all den anderen Plakaten und ich frage mich doch immer wieder: Zu was eigentlich?
Um die Menschen daran zu erinnern, dass Wahl ist? Denn sie sind in ihrer allparteilichen Gesamtheit hässlich, zerschaudern die Gegend, manchmal sind sie sogar Gehirn zerschandelnd. Trotzdem gibt es zu jeder Wahl wieder Plakate, von denen die Agenturen behaupten, sie würden irgendetwas bewirken. Unterschwellig, tiefengedingsbumst, mit eigenen Geldern wüssenschaftlich gestudiet, dadurch gewirksamt.
Ich persönlich glaube eher, dass mit der wachsenden Zahl an Parteien und somit auch der Plakate die Wahlverdrießung steigt, einfach wegen der geistigen Verwahrlosung, die ästhetisch damit einhergeht. Aber all die Nutznießer, die un- samt mittelbar damit Beschäftigten der Agenturen und der Spindoktoren-Industrie flüstern den Mächtigen in den Parteien zu: DAS ist Wahlkampf, viele Sprüche, Tapeziertische in Fußgängerzonen, Wahlkampfreden, die nur der eigen Anhang mitanhört und Plakate, Plakate, Plakate.
Es ist eigentlich fürchterlich wurscht, was denn da auf den Plakaten steht, man nimmt es doch eher unterbewissend wahr, wie das die Profi-Wahlkampf-Behüter in ihrer Weisheit bestimmen. Und dann kommt mir die Erleuchtung: Das ist eine perfide Art die Druckmaschinenindustrie staatlich zu subventionieren und die Druckereien, damit es den Zeitungen (samt ihren Printmüttergebärern) nicht NOCH schlechter geht. Eine heimliche Allianz der Radio-Fernseh-Hasser, die jetzt gerade das Netz entdeckt und mit Appellchen, Mannifästchen und ähnlichem Geschröcklichem das Fürchten lehrt. Ein Geheimbündnis, das wohl in den Kellern der gutenbergischen Museen fröhliche druckschwarze Messen feiert.
Aber tief in mir weiß ich es: Das kann noch nicht alles sein. Irgendwelche finsteren Machenschaften bedarf es noch, um alle Wahlen wieder dieses absonderliche Flut von Farben, dummen Sprüchen, überdimensionalen Passfotos und grafischen Absurditäten zu entfesseln und dann fallen mir die Schuppen vor die Augen. (Wie, falsches Bild? Ihre Schuppen wachsen nicht auf dem Kopf?) Es ist die Kleberindustrie. Wie viele Tonnen Kleber wird in den Wahlkämpfen gebraucht, benötigt? Na, merken sie was? Nein, ich werde hier keine Firmennamen nennen. Guguggelt Euch selbst und zieht eure Schlüsse. Die Parteiobrigkeit jedweder Couleur wird es dennoch nicht tun, wetten?
Haltet durch, bis zum nächsten Wahl.

06.09.09

Einwürfe (1)

Freie Füße für alle Bürger schrieb er auf die Straßen und die Hände applaudierten in die Stille der Heimsuchung. Lasst uns alle Tippelschwestern werden, Brüder, schrie er in die Sonnenaufgänge der frühen September, unter geschlossenen Cabrio-Dächern hechelnd. Durch die Ritzen seiner verrosteten Laube floss das Leid der frühen Lieben auf die Pflaster, die sich in der Altstadt holpern. Die Meta hackte auf seiner Physik lyrische Matrizen in die Fraktale der Mandelbrote. Freie Füße skandierte er zu Urbi, freie Füße und sonst nichts. Wer braucht schon freie Gedanken, pfiff er sich die Taugenichtse, freie Füße braucht das Land.

11.06.09

Lehmann, ich kann nicht.

Ich kann nicht. Ach was, das meine ich nicht. Ich kann nicht. Ich kann das nicht annehmen. Nein. No. Njet. Non. #fail. Ich weiß, dass die Krise immer mehr krist und ich nehme normalerweise auch gerne partitielle Entschuldigungen besinnungslos einsichtiger Banker gerne entgegen, aber ich hatte keine Lehmanns, auch wenn der Bischof meiner Diözese so heißt. Ich schätze es handelt sich um einen Datenbankpflegefehler. Der Bischof meiner Finanzkirche, benennen wir dies einmal so, also dieser Bischof heißt Lehmann, geb. Kardinal (Nick: Emminenz), und bei Zertifikate hat FrauHerr SparVolksCommerz geb Post geschiedene/r Dresdner eben in der Hektik der Synergien statt ins Kästchen Religionschefe Lehmann in das Kästchen bevorzungte Beilage äh Anlageformen eingetippt. Kann doch 'mal vorkommen. Ich mache beruflich viel bessere Fehler. Beruflich muss man selbst im Fehlersegment immer der beste/die bestie sein. Wenn schon Fehler, dann die gewaltigsten. Aber lästig ist das schon, wenn jedes mal, wenn meine Depression einen Bankautomaten passiert ein Fünf-Euro-Schein zu meinen Füßen flattert. Nein, ich lasse mich nicht verführen, nein, meine schlechte Krisenlaune und der Hass auf all die Bankzerberater ist zu hoch als dass man mich mit 5 Euro Scheinen täglich an den 50 Automaten, die ich passiere bestechen könnte. Dazu müssten es schon 50 Euroscheine sein. Gell. Aber ich bin grundsätzlich nicht geizgeil. Selbstverständlich hebe ich die Scheine auf und bringe sie sofort wieder in den Geldkreislauf zurück, allerdings nur in Läden des gehobene Bedarfs, alles Bio, wie fast immer, oder sagen wir mal so, Bio ist eine schöne Sache, generell. Aber ich nehme das nicht an und fordere SIE, ja SIE hiermit auf die 5 Euro-Scheine endlich in den Automaten zu belassen oder mir das Geld in Goldform im Garten zu verbuddeln. Habt ihr gar keinen Respekt mehr vor dem Finanzamt? Lasst das Schwarzgeld via Automat vor meine Füße regnen? Ich kann das nicht. Nein. Ich kann nicht.

29.05.09

Kulturbetriebslehre 4zuNull

„Ich will das auch. Mir scheiß-egal, wie ihr das macht. Schonderau hat es, die Füßbürger Harmoniker, überall gibt es zwo.null. Nur nicht bei uns, obwohl wir eine Schillbeetzart-Bühne finanzieren, samt der Pompakademie im Techno-Park. Ich will Ministerpräsident werden und brauche fette Teaser.“ „Technologie-Park“, korrigierte seine persönliche Assistentin, gerade privatintim von ihm durch eine gerade 18-Jährige ersetzt, sie genoss das grapschfreie Leben.
Böse funkelten des Oberbürgermeisters Pupillen. „Und Sie“, er deutet auf Jana, „werden dafür freigestellt, werden das managen. Und wehe, wenn nicht, Kulturmanagment 2.0, nein 4zuNull will ich haben, mindestens“. Wie immer hatte er bereits den nächsten Termin im Auge. Aufsichtsrats-Vorsitzender des baldigen Bundesligaclubs wollte er auch noch werden.
Die Türe schlug zu und alle schauten auf Jana. Sie lächelte. Jan und Jana. Ihre Hormone tanzten. Sie schickte ein Küsschen zur Intendantin, tätschelte die Glatze des Generalmusikdirektors, stupste den Schauspieldirektor auf die Nase und angelte dem Chefchoreografen das Handy aus der Hosentasche. „Jan, kannst Du kurz in die Intendanz kommen, nein ich bin nicht allein und auch nicht, doch schon, aber das muss warten, du wirst befördert, Kulturmanagement. Statt 450 abjetzt 800 Euro, Praktikum Vollstelle 67 Stunden-Woche, ok.? Mit Vergnügen? Mit Vergnügen sind es nur 700.“ Sie gackerte.
„Jan Naidu“, hauchte sie in die Versammlung, „Jan Naidu hat Kulturbetriebslehre in Weimar studiert, Musik in Wien und Informatik am MIT, bekommt aber in der Fächerkombination keinen Job, als praktiert er in der Werkstatt, beim Bühnenbild hämmern, außerdem soll er der Sohn von Basdarjahn sein. Er macht das schon.“ Jan kam herein und ließ sich berichten. „Mal gucken“, sagte er nur und seine Finger tanzten auf dem Eifon. Nach 10 Minuten Todesstille, nur durch die Beats aus seinen Ohrhörer durchbrochen. „Null prob“, schmatze er durch seinen Donat, den ihm Jana zärtlich aus ihren Vorräten zugeschoben hatte.
„Alles abgecheckt via Facebook und Twitter, Event bei wkw ist angelegt, myspace, Liveblog, Twitterwall macht die Pomp.“ Er schloss sein Linux-Notebook an den Beamer an und projezierte seinen internen Blog. Er tippte, schrieb gleichzeitig und hasste Powerpoint.
„Damit es schnell geht, der OB will das ja bis zur Gemeinderatswahl haben und die ist in zwei Wochen, werden wir das Kick-Off in einer Woche machen als Gesamtkunstwerk inszeniert und dafür eine uralte Kunstform in die heutige Performance-Technik migrieren. Das Happening.

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22.03.09

Gaolizion

10 % weniger Tritte in Ochenscheiße, seit Übernahme der Gerierungdewald, sprechen eine deutliche Sprache. Der Erfolg verbrannte sich nicht selbst. Auch im HeuDeu der großen Grise, verbreien wir nicht! Eine Proposition fand nicht statt und wurde von den Repierungs-Gardeien mit überkommen. Nur wenn alle teiterwin sich belst strangulieren, wird das Folk sich wachsen! Mit Grrrruhe und Verlassenheit werden wir fort fahren, weit fort, die Blackistatur-Parodie-Ode zum Enddarm zu zuckerieren.
Die Bondes-Radierung greift allen fest in die Taschen.

Liebe Burger, macht cheese!

Presst Euch, presst Euch, wenn euch kältet. Erkläwerung!

02.12.08

Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch

will die CDU im Grundgesetz stehen haben. Nun. Äh ja. Was soll das bedeuten? Ich verstehe es nicht, was das bedeuten soll. Ich meine SPRICHT die Bundesrepublik denn jetzt? Ist sie kein Staatswesen mehr, sonder ein Wesen aus Fleisch und Blut? Und wenn, besteht zu befürchten, dass sie kein deutsch spricht, sondern vielleicht schwäbisch oder bayrisch, gar kurpfälzisch oder ostfriesisches Platt? Wie hat denn der Oettinger da abgestimmt, weiß das jemand? Ich mein ja nur, wegen dem deutsch. Da ist doch Standard-Deutsch gemeint oder was? Aber ich weiß, was es WIRKLICH bedeuten soll: Die Forderung nach dem Abzug aller amerikanischen Soldaten aus der Bundesrepublik, denn die sprechen KEIN Deutsch. Im Leewe net. Ich weiß das! Kann man sich jeden Tag anhören. AFN SENDET sogar auf amerikanisch. Ich befürchte schwerwiegende Verstimmungen im transatlantischen Verhältnis. (Das wollte ich immer schon schreiben, transatlantisch). Aber daran haben die Kristdemos, die Kappen natürlich nicht gedacht. Aber der Obama wird ihnen schon Change geben. Echt jetzt. So ein Blödsinn, das mit der Sprache im GG. Kappen!

Ich höre das Wispern der Seelen: "I wanna go home, I wanna go home..." (Die Amis singen das zur Melodie von: "Der Spieß ist kein Reservist, weil er eine Z-Sau ist..." - nur als Erklärung für die treudeutschen CDU-Kappen)

19.04.08

Deutschland sucht den Superwagner

Könnte man diese öden Wagnerkindereien nicht irgendwie vermarkten? Deutschland sucht den Superwagner oder so, Festspielleiter im Casting mit Gottschalk, Roberto Blanco und Boris Becker in der Jury. Vorsitzende: Die Radisch, die hat nix mehr zu tun nach dem Klagenfurt-Exit und natürlich mit Sascha Lobo als Superberater (Regie und Dramaturgie), der reißt die dann auch aus der Subkultur, die Bayreuther. Natürlich sollte es ein Computerspiel geben: Festival genannt. Dort kann man dann den Ring inszenieren und Kram machen, Reschisseure einstellen, Bühnenbilder entwerfen (mit Export nach DeineTube) auf Wunsch mit Karaoke. Dann wäre das dauernd in der Blödzeitung und ich müsste nicht die Überschriften lesen. Es wird demnächst schon schlimm genug bei der Europameisterschaft. Nein, nicht wegen der Fußballspiele , sondern wegen der Experten. Mir graust vor dem "public viewing", wenn einem urplötzlich auf den schönsten Plätzen dieser Republik der Netzer und der Beckenbauer, diese wandelnden Litfaßsäulen und Bildzeitungsmenschelein, mit der ernsten Mine eines Kriegsberichterstatteres den richtigen Einwurf erklären oder warum wer seinen linken Nasenflügel zu früh gebläht hat.

*klopft sich an die Stirn. Natürlich: Beckenbauer und Netzer müssen auch in die Wagnerjury, natürlich.

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