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Kategorie: betriebsbedingt

21.04.09

Kurzarbeit, betriebsbedingt

Nun ist es also so weit. Mein Arbeitgeber hat Kurzarbeit bis Juni 2010 angemeldet. Heute Nachmittag ist Betriebsversammlung, dann wird wohl der restliche Schlamassel auch verkündet werden. Entlassungen, strukturelles, das übliche. Alles schon gehabt, bis zum bitteren Ende. Deshalb habe ich auch mein Romanprojekt "betriebsbedingt" zurückgestellt. Nicht aufgegeben. Ich brauche mehr Distanz, kann während des Erlebens zwar mitschriebn, als Rechecherche, aber dies dann ein Report, muss irgendwann literarisch verarbeitet werden. Außerdem hat die "Krise" alles überrollt. Die Dämlichkeiten der Finanzwelt und uns Giernasen allen pflegt im Augenblick Kapriolen, die man sich nicht hätte ausdenken können.

Ich habe in den Achzigern und Neunzigern schon einmal lange Strecken Kurzarbeit "miterlebt" und bin gerade dabei meine Erfahrungen abzurufen und in Handlungsmaßnahmen umzusetzen. Es wird also weniger Geld dasein, bei gestiegener Freizeit. Ich bin froh, dass die Chose dieses Mal im Sommer stattfindet. Laufen, spazieren, Rad fahren, schreiben kostet nix außer Zeit ;-). Die Gastronomie wird leiden, denn ich werde meine leiblichen Bedürfnisse dabei mitnehmen oder vor Ort einkaufen, aber wohl eher selten in gastronomischen Betrieben. Meine geistige Sammlung an Ruhebänken, gerne auch mit Tisch ist groß genug!

Der Buchhandel wird leiden, weil ich absofort noch mehr auf die Flatrates meiner zwei Bibliotheken setzen werde. Wie früher auch, werde ich auch dort wesentlich mehr vor Ort (Zeitschriften etc) lesen und auch schreiben (bei schlechtem Wetter).

Der Flug nach Berlin ist gestrichen, ich werde notfalls mit dem schönen Wochenend Ticket fahren, 5 Stunden länger Bahn sind leicht verdientes Geld. Das Hotel bei der Bloglesung ist gestrichen, es gibt soooo viele Privatzimmer für 20 Euro oder so.

Und so geht das weiter. Merkt ihr was? Genau, die restliche Wirtschaft, sprich Einzelhandel, Gastronomie, vorgeschaltete Landwirtschaft, Touristik, die ganze Freelancer-Szene samt Consulting-Branche wird das Ding verspätet, dann aber brutal erleben, denn wir kurzarbeiter und/oder Arbeitslose Erleider der Finanzkatastrophe sin deren viele.

Aber hier wird wohl der Unkrimi wachsen und wahrscheinlich gleichzeitig das Terxtrepertoir von Uhne Ferz.

So, das Netbook ist jetzt auch entgültig gestrichen. Als erstes wird der Pentium II Schlepptop wieder fit gemacht. Mal ein anderes Linux probieren, oder doch wieder DOS. Doch, damit kann man schreiben, doch. Online sind wir daheim, brauch ich nicht unterwegs.

Ach so ja, geplant sind 10 Tage kurz/Monat und weil wir doch so grünlich (meist im Gesicht) sind: Aus energetischen Gründen wohl immer am Stück. Freitag solls losgehen.

Ach ja, 25 Tage Urlaub hab ich auch noch.

01.12.08

Sprachprobleme

Wie vulgär darf eigentlich die Sprache in einem Roman werden? Frag ich mich gerade. Diese Männersprache, die politisch vollkommen inkorrekt ganz offen genau das aussagt, was tatsächlich gedacht wird. Wie weit soll zum Beispiel all das antisemitische Gequatsche, das latent und permanent mit zur "Betriebssprache" gehört in die Sprachwelt einfließen, um der Authentizität willen. Wie setze ich den Dialekt, das "Kanack-Pigin im Dialeketumfeld" um? Direkt? Das kann keiner lesen, außerhalb der Varietät. Ich hasse es Romane zu lesen, in denen beständig in einem Dialekt geschrieben wird, den ich nicht kenne, noch schlimmer wenn es eindeutig geschriftdeutscht klingt. Die vielen Sprachumgebungen verwirren mich auf einmal.

Der Verzicht auf wörtliche Rede wird wohl nicht durchhaltbar sein. Eine Kunstsprache? Hhhm.

Nacht allerseits, ich gehe denken! ;D

21.11.08

Cool bleiben – Wenn der Betriebsrat unter Druck gerät

Ich meine, wie soll man denn da literarisieren, einen Roman schreiben, wenn der eigene Betriebsratsvorsitzende heimlich nebenher studiert und auch noch promoviert hat, verheiratet anders heißt und auf einmal eine eigene Website hat, auf der er Seminare anbietet?

Nein, nein, nein, sowas KANN man sich nicht ausdenken.

Mist aber auch. Jetzt muss ich die Figur umschreiben, denn sowas ähnliches hatte ich auch. Dann wird die Hauptfigur eben doch Studienabbrecher. So.

11.11.08

Pseudopredigt und betriebsbedingt

Wie viele Menschen des späten Rokoko kannten wohl Mozart? Hätten seine Musik überhaupt hören können? Und heute? Er ist ein Superstar! Wir leben keineswegs in der schlechtesten aller Zeiten und es ist auch nicht die letzte der Zeiten. Von wegen, so leicht lässt man uns nicht entkommen. Es wird nicht einfach werden, nein, nein. Hört auf mit dem Zähneknirschen, wir Deutschen heulen sowieso. Immer und überall. Sind wir nicht gerade nur 8. im Nationen-Ranking der Schokoladepudding-Verzehrer? Ich bitte Euch inständig, Schwestern, Brüder und andersgläubige! Lasst ab, lasst an und geht nicht in Euch. Seid endlich auch einmal außer
Euch.
Pseudopredigt des Männema, Blog 1

Mir erleuchtete. Die Form, des "Betriebsbedingt" wird ein Fortsetzungsroman sein. Dreispaltig. In der Mitte völlig "normal" der Text und rechts und links "Pseudowerbung", Kommenatre, Eingebungen, Lyrik, lyrische Prosa, Gedankenwinden (wie der Text oben). Als ob es ein Blog hätte sein können, oder eben eine Zeitung von heute.

Hhm. eigentlich gut. Da hätten die Printsetzer auch etwas zu tun.

30.10.08

Betriebsbedingt

Sie kehren überall, sie streichen Mauern, sie bepinseln ihre Maschinen, sie machen alles, nur nichts produzieren. Sagen sie, berichten sie, wissen sie.

Den Scheiß, den wir produzieren will keiner mehr, so scheint es, keiner will ihn kaufen. Keiner braucht ihn auf einmal mehr. Den von der Konkurrenz auch nicht und selbst die Protzkarren, aus dem Edelkonzern flussaufwärts, in den Rost entlassen, bohren mit den Kotflügeln auf den Halden nach Pöbel. Die Pseudo-Staatskarossen, deren Gedröhn sonst den Männer die Gehirne vernebelt.
Und hier wie dort und hinieden, kehren sie und schmieren ihre Angst mit den Pinseln durch die Farbe auf die Maschinen und die Produktionshallen, schöner arbeiten tönt es aus allen Rattenlöchern, sauber sollst Du sein und sicher.
Aber keiner kauft uns mehr den Scheiß ab, den wir in unzähligen Qualitätszirkeln zu tote prüfen, liebevoll verpacken und mit Logos zieren, hei das Logo ist das wichtigste, das Logo, logistken, verfrachten, bewerben, public relaten.
Niemand kauft mehr etwas,

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