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18 Kommentare

Kommentar from: Oliver Zeisberger [Besucher] · http://www.barracuda.de
Bravo!

Ja, wir machen Online-Wahlkämpfe. Und wir beraten auch TSG. Dass wir (Referrer) Dir oder anderen dabei etwas auf die Backe malen oder verscheissern wollen, sehe ich aber anders. Immerhin schauen wir uns an, was im Netz passiert, spannen Augen und Ohren auf. Die Pressemitteilungen zur Schulpolitik schreibt die SPD in Hessen allerdings richtigerweise selber. Ob wir die Headline nun gut finden oder nicht. Wir sind gar nicht gefragt worden. Das ist auch nicht unsere Aufgabe.

Erstmal haben wir das gleiche Grundverständnis vom Netz. Es steht jedem und jeder bereit und offen. Ich warte seit Jahren darauf, dass auch in Deutschland - ähnlich wie es in den USA z.B. mit moveon.org passiert oder in GB mit fixmystreet.com - Bürgerinnen und Bürger es noch stärker verwenden, unsere Gesellschaft weiter zu entwickeln, Dinge in die Hand zu nehmen, für Ihre Interessen zu werben, für Transparenz zu sorgen. Und das möglichst klug. Es könnte so viele weitere geile Applikationen, Sites, Blogs, Mashups etc. geben zu Dingen, die uns bewegen.

Wenn am Ende dabei etwas Positives für unsere Gesellschaft und die Demokratie heraus kommt, finde ich das brilliant. Wir bleiben hier in Deutschland weit unter den Möglichkeiten.

Ich finde wichtig und habe das bei unserer Arbeit im Blick, über das Netz wieder mehr Menschen an Politik heran zu führen. Ja, dafür könnte man noch viel mehr machen. Und wahrscheinlich machen wir auch vieles noch falsch. Wir lernen im vorwärts gehen.

Man hört dann nicht gerne, wenn einem unterstellt wird, wir würden jemanden gezielt verscheissern.

Die Veränderungen, die mit günstigen und neuen Netztools in der Hand von jedermann und jeder Frau zum Beispiel auf die (Partei-)Politik (aber nicht nur auf die) wirken, werden unaufhörlich zunehmen. Daher halte ich es für gut, wenn Politiker heute diesen Neuerungen "ausgesetz" werden und Sie sich da hinein begeben. Sie müssen den Umgang damit lernen.

Dass sie sich dabei Hilfe holen und beraten lassen, um sich nicht auf die Knochen zu blamieren, finde ich überhaupt nicht verwerflich.

Ob man es dann dennoch blamabel findet, oder ob man es gut findet, ob man sich getäuscht fühlt oder nicht, dass kann ja jeder selber entscheiden.
06.01.09 @ 17:26
Kommentar from: Michael -mikel- Bauer [Mitglied] E-Mail · http://mikelbower.de
Ich habe nicht geschrieben, dass Eure Firma jemand verscheissert, sondern, dass ihr die Seite macht, die Tools bereit stellt, das Wissen, wie man von oben nach unten ins Netz drückt. Etwas anderes sehe ich da nicht.

Aber PR beleibt PR, egal, ob diese im Netz sttfindet oder nicht. Wahlkampf, ziehen, zerren. Ich sperre dann. Schon lange.

Natürlich ginge das im Netz, natürlich, aber im Augenblick kommt PR 'rüber, sonst nix.

Und wie soll das gehen, der Rückkanal? Selbst ein Bürgermeister eines 3000-Seelen-Örtchens kann nicht mit llen kommunizieren. Muss er auch nicht. Dafür gibt es Strukturen.

PR wird nicht bsser, nur weil sie auf der Festplatte eines Servers liegt.

Die Inahlte machen es, die Inhalte.
06.01.09 @ 17:36
Kommentar from: Oliver Zeisberger [Besucher] · http://www.barracuda.de
Von "oben nach unten ins Netz drückt", verstehe ich nicht. Thorsten Schäfer-Gümbel kannte vor einigen Wochen kaum ein Mensch. Wenn er ein Video ins Netz packt und dazu eine Meldung verfasst - dann ist doch NIEMAND verpflichtet, die zu lesen oder ansehen. Und wir sitzen beim besten Willen nicht hier und klicken unsere die Videos von TSG unaufhörlich an um hohe Zahlen zu generieren.

Falls Du mit "von oben nach unten" die Methoden "klassischer PR" meinst, dann habe ich da eine Meinung zu: PR ist aus meiner Sicht tot - oder zumindest heute nicht mehr besonders Erfolg versprechend. Auch hier sind die Dinge im Fluss.

Im Übrigen verstehe das "Gegeneinander" in dieser Diskussion nicht. Das gibts in anderen Ländern nicht. Da sperrt sich auch niemand! Aber ich glaub da hab ich keine Chance bei Dir... ;-)
06.01.09 @ 17:54
Kommentar from: Michael -mikel- Bauer [Mitglied] E-Mail · http://mikelbower.de
Ich sperre mich nicht gegen Dich an sich, sondern gegen PR. Und Du stellst die Tools dafür zur Verfügung. Ja natürlich ist PR tot, aber ide PR'isten haben das noch nicht begriffen.
Mein "sperren" bedeutet auch zunächst nur Selbstschutz. Ich bin die Spins leid. Und für mich ist zunächst Agentur Agentur. Nur weil sie online operiert, macht sie das per se nicht besser.

Und die SPD hier im schönen Hessen braucht nach diesem Affentheater bei mir sehr lange, bis ich wieder irgendetwas nicht als "PR" begreifen werde.

Zur Verdeutlichung: Ich lebe im Wahlkreis des Herrn hessischen SPD-Generalsekretärs, dem ich auch noch meine Erststimme gegeben hatte.

Und der KANN noch nicht einmal normale PR. grrrr
06.01.09 @ 18:02
Kommentar from: Oliver Zeisberger [Besucher] · http://www.barracuda.de
Alles klar jetzt bin ich im Bilde.
06.01.09 @ 18:18
Kommentar from: Peter Löwenstein [Besucher] E-Mail · http://regioblog.de
Das sind reizvolle Aufforderungen, Danke Mikel. Zu deinem Punkt 3, "Das Internet ist nichts als ein Netz von Rechnern.": Die Voraussetzung für jede erfolgreich ausgestaltete Politik ist, daß die gefassten Beschlüsse der Parteitage usw. in die Verwaltung der Städte, Kreise und Länder getragen werden. Durch Beschlüsse der Mehrheitsparteien in den jeweiligen Parlamenten, und die Ausarbeitung in den Auschüssen. Jeder Verwaltungsvorgang, z.B. im Rathaus, ist danach ein klitzekleines Teilchen der lebendig gewordenen, -somit für den Bürger erfahrbaren-, Politik. Das Internet bietet uns durch die mögliche Vernetzung von bereitgestellten Informationen die Chance an, Verwaltungsvorgänge der Behörden und die Entscheidungsfindungen der Parlamente transparent darzustellen. Es wäre z.B. möglich, die Effizienz von gleichen Verwaltungslösungen miteinander Kreis oder Rathaus übergreifend zu vergleichen, um so die besten Lösungen erkennen und übernehmen zu können. So weit sind wir aber noch lange nicht gekommen. Eine ganz andere Denke ist die Regel. Kreisparlamente wehren sich z.B. gegen das Veröffentlichen von Mitschnitten der Redebeiträge ihrer Kreitagsabgeordneten im Internet. Beschlussvorlagen für kommunale, öffentlich tagende Stadtparlamente werden oft ohne die Anlagen veröffentlicht, obwohl sich aus den Anlagen erst der Sachstand erschliesst. Die Gründe dafür liegen m.M. nach in der so noch nicht dagewesenen, herausfordernden Dynamik des Internet an unser Wissen. Beim Normalo-Politiker und Verwaltungsangestellten mit 15 Jahren Berufspraxis ist das notwendige Wissen für eine Konsequenzanalyse zum Thema "Wie kann mir das Internet bei meiner Arbeit, bei der Umsetzung der Politik, nutzen?" nicht vorhanden. Fundiertes, durch eigene Erfahrungen belastbares Wissen über die Chancen und Möglichkeiten des Internet für die eigene politische und verwaltungsrelevante Arbeit fehlt, weswegen die eigene Chance darauf, das Internet zeitgemäss zu nutzen, weit hinter den tatsächlich vorhandenen Kompetenzhorizont verschoben worden ist. Der bis dahin vorhandene Erfahrungshorizont der realen politischen Arbeit hat heute erfolgreiche Politiker gelehrt: Hüte dein Wissen so gut wie möglich, taktiere mit Halbwahrheiten, verschweige den Sachstand, wenn dir dies keinen Vorteil bringt, verspreche auch das Unmögliche, um an dein Ziel zu gelangen. PR wie die von Barracuda realisierte Arbeit für TSG setzt mit ihrer Arbeit diesen Erfahrungshorizont fort. Gleichzeitig lassen sie ganz gut erkennen, was ihr Kunde TSG über die Chancen des Internet zur transparenten Umsetzung seiner späteren politischen Arbeit denkt. Ein bisschen "Ich mach euch den Obama" kann nicht schaden. Eine bürgernahe transparente Darstellung von Politischer Arbeit im Internet sieht anders aus, meine ich. Wobei es andere, zeitgemässe Möglichkeiten im Internet seit Monaten schon gibt: TSG hätte ein vorhandenes, ihm sympathisches Netz gut nutzen können: http://www.meine-spd.net - das eigene meine-spd.net. Dort gibt es auch für Jedermann zugängliche öffentliche Bereiche mit Blog, Foren und nach Themen gegliederten Wissensseiten. Ich frage mich, warum das von TSG und seinem Team nicht zuerst genutzt wird? Naheliegende Antwort: Weil dort auch von Jedermann Kommentare und Beiträge geschrieben werden können, die sich direkt und unmittelbar angehängt mit den TSG Statements und Videobotschaften beschäftigen könnten, ohne daß sie vom TSG Team einfach "weggefiltert" werden können? Spannende Frage, finde ich. Was bleibt ist, daß TSG die parteieigene Netzwerk-Plattform mein-spd.net für seinen "Ich mach euch den Obama" Wahlkampf nicht nutzen möchte, obwohl dort die unmittelbare, nur mild gefilterte Kommunikation mit den Lesern, Wählern und Parteifreunden auf gleicher Augenhöhe angeboten wird.
06.01.09 @ 19:42
Kommentar from: Michael -mikel- Bauer [Mitglied] E-Mail · http://mikelbower.de
@Peter
Die Voraussetzung für jede erfolgreich ausgestaltete Politik ist, daß die gefassten Beschlüsse der Parteitage usw. in die Verwaltung der Städte, Kreise und Länder getragen werden....

Nö, mein Lieber, da hast Du einiges nicht verstanden.
Es geht mir NICHT um die Beschlüsse von irgendwelchen Institutionen und deren Veröffentlichung im Netz. Tonbandprotokolle von Kreistagen? Wer soll sich denn sowas anhören? Wer es lesen?

Politik ist viel mehr, war schon immer mehr. Es geht um das eigene politische Verhalten, die eigene Meinung, nicht um Verwaltung von Politik, nicht um verwaltete Politik, nicht um Verwaltung und Politik, sondern um das ganz persönliche politische Entscheiden, lernen, handeln.

Es gab schon immer und wird es geben ein außerparteiliches und außerparlamentarisches politisches Leben ;-)

Venceremos!
06.01.09 @ 20:01
Kommentar from: Ole Seidenberg [Besucher] E-Mail · http://socialblogger.de
Hi Mikel, erstmal danke für den interessanten und durchaus unterhaltsamen Artikel. Ich kann durchaus dein Bild des "Sperrens" nachempfinden, allerdings halte ich es auch für etwas zu einseitig formuliert. Sperren klingt so, als wolltest du Informationen nicht aufnehmen - dich eben sperren, damit sie bei dir nicht ankommen. Wichtig ist aber - und das hast du selbst am Beispiel der Bild-Zeitung veranschaulicht - dass man sich selbst ein Bild macht und die Informationen, die man erhält, eben in ihrem jeweiligen Kontext und aufgrund ihrer jeweiligen Herkunft zu deuten und interpretieren weiß. Von Sperren sollte also m.E. nicht die Rede sein, eher von "bewusst filtern", "reflektieren" und "richtig einordnen" - eben genau das, was unter dem Stichwort Medienkompetenz zusammengefasst wird. Das gilt im Übrigen eben nicht nur für "PR", sondern auch für die Kommunikation durch Blogger, ganz gleich, ob es sich dabei um A, B oder C-Blogger handelt. Und auch in noch so unabhängig scheinenden Zeitungsmedien hängt der Gehalt der Botschaft nicht selten davon ab, welche politischen Verstrickungen dahinter stecken, man denke nur an den lieben Springer-Verlag, bei dem Redakteure Klauseln unterzeichnen müssen, ja nicht allzu kritisch über Israel zu schreiben. Also, kurzum: PR ist erstmal ein Schlagwort, mit dem du hier ziemlich viele mögliche Kommunikationsarten aus Richtung der Politik über einen Kamm scherst. Wahlkampf: Na klar! Aber wie genau sollten denn Politiker, gleich ob TSG oder andere, deiner Meinung nach Ihre Informationen an den Mann bringen, damit du dich ihr gegenüber nicht sperrst? Selbstverständlich wird im Wahljahr mehr "polemisiert" und die Information in "werberische Sprache" verpackt, die dann eben nach PR riecht. Das ist aber weder neu, noch ein großer Skandal, sondern zunächst einmal eine Form der Informationsübermittlung. Außerdem auch eine wichtige: Denn nur durch den Kontrast von Wahlversprechen, Sprüchen, kritischer Zeriss derselbigen in einschlägigen Zeitungen und Blogs entsteht Diskussion, an der wir uns als Bürger beteiligen können. Uns da in eine "Opferrolle" hinein zu interpretieren, in der wir uns vor PR-Infos sperren müssen, halte ich für einen weniger sinnvollen Ansatz, wenn auch wie gesagt nachvollziehbar ist, was du damit sagen wolltest. Also nochmal: Lass uns doch die Politiker im Wahlkampf das Medium Internet für ihre PR nutzen und mit unseren Mitteln zurückbloggen, trackbacks machen, zurücktwittern und Meinung machen. Denn insofern gebe ich Oliver recht: Ein "hineindrücken" von oben nach unten gibt es nicht, das ist eine verzerrte Wahrnehmung. Politiker sind nunmal von vielen Menschen gewählt und stehen deshalb mit verantwortungsvollen Aufgaben für viele Menschen an der Front, bemächtigt auch durch unsere Steuergelder. Dadurch mag es so wirken - das hat aber mit dem Internet nichts zu tun. In dieser Hinsicht ist ein TSG auf Facebook auch nicht mehr oder weniger mächtig als ein jeder von uns - die Strukturen des Internets, du hast es selbst gesagt, sind zunächst mal hierarchiefrei. Wenn da jemand einen Einfluss hat, dann eher duch Themen wie SEO und Gatekeeper wie Google. Aber das ist ein anderes Thema.
06.01.09 @ 20:09
Kommentar from: Michael -mikel- Bauer [Mitglied] E-Mail · http://mikelbower.de
Nee, auch da Widerspruch. TSG IST nicht auf Facebook, er lässt sich auf Facebook sein. Obama bloggt nicht, er lässt bloggen.
Da wird etwas vorgetäuscht. Kann da nicht stehen: Comdelius Hischverbörga ( ;-) oder so ) für TSG?

Genau das ist PR. Täuschen. Vortäuschen, nicht unbedingt lügen. Der Spitzenkandidat der SPD hat 2 Wochen vor der Wahl keine Zeit, Leute in Facebook anzuschubsen oder ähnliches, wetten?

Es geht hier nicht um Internet oder nicht, sondern um PR. Oder was glaubt ihr, warum Ypsi so tief fiel? Doch nicht, weil sie versucht hat das Beste aus einer Situation zu machen, sondern weil die Menschen gespürt haben, ihre Sprüche sind PR.

Warum lasst ihr Euch in den Wahlkämpfen denn die Themen vorgeben? Das ist PR.

Ich frage mich immer, warum gerade junge Leute nicht einmal fragen, wie die Menschen, die ein Mandat haben wollen denn mit den Schulden auf die Zukunft umzugehen denken.

Haushalte finanzieren auf dem Buckel der nachfolgenden Generationen?

Das meine ich mit sperren. Ja, ich sperre das aus. Schon eine ganze Weile, diese Sprüche. Das dämliche Werbe-Agentur-Geschwalle.

Keine Angst Leute, ich bin SEHR netzaffin, ich mag Blogs, ich mag DeineTube, aber ich habe die Nase voll von Sprüchen, PR, die nichts, aber auch gar nichts mit politischer Wirklichkeit zu tun haben, nur Agenda-Setting sind. Themen besetzen.

Nicht auch noch im Netz!!!!
06.01.09 @ 20:27
Kommentar from: Peter Löwenstein [Besucher] · http://www.regioblog.de
Öhm, Mikel: Lies nochmal.
07.01.09 @ 10:20
Kommentar from: Michael -mikel- Bauer [Mitglied] E-Mail · http://mikelbower.de
Nein, Herr Lehrer!

Nochmal:

Mir geht es nicht darum, wie Politiker wo und wie und warum ihre Verwaltung oder sonstiges im Netz darstellen könnnen, auch keine Verwaltungszusatzanlagen sondern wie die Menschen sich schlau machen können jenseits dieser Strukturen JENSEITS, für sich selbst, um SELBST etwas tun zu können. Kein entlanghangeln an Strukturen, sondern Spielchen durchschauen, Sprüche umgehen.
Meine SPD ist mir so egal wie sonst etwas. In diesem Zusammenhang.
also: Nein, Herr Lehrer.
Ich hasse solche "Lies nochmals von obenherab".

07.01.09 @ 10:35
Kommentar from: Peter Löwenstein [Besucher] · http://www.regioblog.de
Mikel, Ich lese von dir ein paar Zeilen höher ja auch: "Nö, mein Lieber, da hast Du einiges nicht verstanden." - wie wertest du den diesen Zungenschlag?
07.01.09 @ 13:00
Kommentar from: Michael -mikel- Bauer [Mitglied] E-Mail · http://mikelbower.de
Ich fordere Dich aber nicht auf etwas zu tun. Ich stelle nur fest.
Und es ist mein Blog. ;-)
07.01.09 @ 13:54
Kommentar from: Ole Seidenberg [Besucher] E-Mail · http://socialblogger.de
Mmh..schade, ich glaube, wir reden hier aneinander vorbei. Meiner Meinung nach ist und bleibt es zu pauschal, alles in zwei Buchstaben, sprich: "PR" oder nicht "PR" ausdrücken zu wollen. Das Wort PR ist für dich offenbar einfach mal per se negativ konnotiert. Letztlich heißt es erstmal nichts anderes als "public relations", also in irgendeiner Form "Beziehungen", in diesem Fall zur Öffentlichkeit. Und ja: PR-Manager, Berater und dergleichen beraten natürlich dabei, wie diese "Beziehungspflege" am besten gehandhabt werden sollte, damit sie "erfolgreich" ist, wie auch immer man das auslegen mag und was auch immer das dann für den Einzelnen bedeutet. Für sich zu werben und bei seiner Kommunikation darauf zu achten, was und wie man etwas sagt, damit es gut ankommt, ist aber weder neu, noch an und für sich in irgendeiner Art und Weise anrüchig.
Das machen wir selbst jeden Tag, sei es beruflich bei einer Bewerbung, unter Freunden oder, wenn wir einen WG-Partner suchen.
Bei der Bewerbung kann es uns passieren, dass wir sehr wohl gut qualifiziert sind für den Job, aber leider, z.B. als "stubenhockeriger Computernerd" nicht sonderlich überzeugend rüberkommen und außerdem nicht wissen, wie man einen Lebenslauf richtig tippt, damit es gut ankommt in der Personalabteilung. Was passiert? Die mit der besseren "PR", wenn du so willst, bekommen den Job.
TSG mag nun z.B. - und damit beziehe ich keine Stellung, sondern meine das rein hypothetisch - qualifizierter sein und es ernster meinen mit seinen Versprechen und seinen Vorhaben als Roland Koch, kann sich aber wegen seiner eigentümlichen Brille vielleicht selbst und ohne Hilfe nicht "so gut verkaufen". PR-Berater helfen ihm dabei, seine Botschaft rüberzubringen.
Selbstverständlich wird so die Botschaft immer auch vererrt und selbstverständlich wird auch Agenda-Setting betrieben. Aber das wurde es schon immer und überall und zwar nicht nur im politischen, sondern auch in jedem anderen Kontext. Die NGOs zeigen uns in der Spendenwerbung die Fliege im Auge des afrikanischen Kindes, damit wir gerührt sind. Online-Shops preisen uns an, dass wir so und so viel Prozente nur noch für 3 Tage kriegen und es das Produkt niiiiee wieder geben wird - und die Details finden wir nur im Kleingedruckten. Und jeder von uns Bloggern versucht durch seine eigene Schreibe, einen einprägsamen Namen der Domain, als auch einprägsame und auffällige Kommentare auf anderen Blogs seine Leserschaft aktiv zu erweitern und irgendwie für sich zu werben, kurzum: PR zu betreiben, mal ganz abgesehen von der Selbstdarstellungswut auf Seiten wie Xing und Facebook - und da nehme ich mich gewiss nicht aus.
Dennoch gibt es auch andere Möglichkeiten. Man kann sich nachwievor persönlich treffen, man kann hinterfragen, was der andere meint - und, wenn man sich persönlicher kennenlernt, lernt man dann auch die anderen Seiten des Gegenübers kennen, die an der Oberfläche nicht sichtbar waren.
Genauso läuft es dann auch nach dem Wahlkampf... - aber Wahlkampf ist und wird immer ein "Umwerben des Wählers" bleiben, das ist in der Kürze der Zeit auch gar nicht anders möglich, wenn klar und bündig vermittelt werden soll, was das Programm des jeweiligen Politikers ausmacht. Dies in wenigen Schlagworten und Sätzen klar zu kommunizieren, ist grundsätzlich schwierig und birgt immer auch das Risiko, die Komplexität der Themen unangemessen stark zu reduzieren - einerseits aus werberischen Gründen, andererseits, weil nur wenige der Wähler sich sonst merken könnten, was Kandidat A von Kandidat B unterscheidet. Da geht es also auch um Profilbildung, die wichtig ist, um der Wählerschaft überhaupt vermitteln zu können, wer nun was macht und wie man nun wählen könnte.
Wer sich wirklich informieren will, kann und sollte nachwievor gute Zeitungen lesen, das Parteiprogramm schwarz auf weiß verfolgen und verschiedene Aussagen der Politiker aus diversen Quellen vergleichen.
Die Technik bzw. das Medium des Internets, gleich ob Web 1.0 oder 2.0 können nicht mehr, als weitere Kommunikationskanäle zu eröffnen, die uns auf andere Art und Weise einzubinden vermögen, wenn wir diese Art und Weise denn nutzen mögen. Wie beim TV ist und bleibt es immernoch uns überlassen, ob wir die Kiste ausschalten - und, ob wir uns einmischen wollen, sei es durch Blogs, durch Antworten auf Aufrufe von TSG im Video, durch Gegen-Aktionen auf Fake-Wahlseiten, durch virtuelle Proteste und Blockaden von Politikerseiten usw.
An unserer Bereitschaft, sich zu engagieren, an dem Risiko, manipuliert zu werden durch PR, aber auch an unserer eigenen Verantwortung, Augen und Ohren offen zu halten - und dann zum richtigen Zeitpunkt auch selbst den Mund aufzumachen, ändert das Medium Internet zunächst einmal gar nichts.
Und PR ist auch nicht böse und schlecht, sondern nur ein Schlagwort, das vielerlei Aspekte der Beziehungen zwischen Firmen, Parteien und Organisationen und ihren Stakeholdern zusammenfasst. Wie diese dann ausgetaltet werden, sollte man im Detail diskutieren - und nicht so pauschal, denn das ist mindestens genauso undifferenziert wie wenn eine Partei sagt, sie mache alles besser, nicht aber sagt, wie sie das machen will...
09.01.09 @ 22:48
Kommentar from: Michael -mikel- Bauer [Mitglied] E-Mail · http://mikelbower.de
Firmen, Parteien und Organisationen und ihren Stakeholdern
schreibst Du und
GUTE ZEITUNGEN

jo....
Stakeholder von Parteien?

Du weißt wirklich, was Du von Dir gibst? Ja?
09.01.09 @ 23:29
Kommentar from: dL [Besucher] · http://davidluther.com
Mal so ganz nebenbei: "SPANNEN Augen und Ohren auf"??

Seit wann gibts das denn? Oder ist das ein Hessen Special?
28.01.09 @ 10:21
Kommentar from: Michael -mikel- Bauer [Mitglied] E-Mail · http://mikelbower.de
Das ist schon korrekt. Spannen. Ein Netz spannen, zum lauschen und dann Stimmen fangen! ;-)
28.01.09 @ 10:32
Kommentar from: Roman Laubinger [Besucher] E-Mail
@Ole: "PR Berater helfen ihm dabei [...]"

Eben. Und wenn, dann bitte transparent. Ich gebe mikel (sorry, wenn ich Dich einfach beim Kosenamen nenne) vollkommen recht. Warum nicht den Mumm haben, ganz offen zuzugeben, daß man twittern LÄSST? Weil das "uncool" wäre? Tja, Pech gehabt. Ich mag keine Typen, die etwas vortäuschen.

Mir ging die ganze Twitter-Geschichte ziemlich am Südpol vorbei, aber wenn jemand auf die Weise etwas vorspielt, das geht mir nicht am Südpol vorbei, das ärgert mich.

Dagegen finde ich die Ausführungen von mikel ehrlich und erfrischend. Wirft ein gutes Licht auf Bündnis 90/Die Grünen.

Schönen Gruß noch.
28.01.09 @ 16:58

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