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Barbarossa
Barbarossa, isch sehjen wia driwwe in Schpeya
uf de Butz g'hache hot, noch als Herzog, dä Schwob
un mid soim Ungl in de Kreizzug geridde is
Isch hään greische den heilische Bernhard,
aus Clairvaux wara dä Fronzous
wia im Dom do driwwe, iwwam Rhoi
geprerischd hot, dass se Krieg mache meesde
drunne in Bethlehem un weje Jerusalem, fa de Pabschd.
Barbarossa, un sou long schun is des hä
un im ledschde Jahrhunnad wa des aned blous de Hidla
orra e Weil vonnehä de Willem
un des war aa ned blouß in Schdalingrad orra Verdun
orra heid wia mol in Gaza orra a Bethlehem
im Hänn wars aa in Schpeyer wia driwwe
un aa jo, in Vänne un do in Hellese
Barbarossa, un koana seschd, dass ma als wia
noch Canossa misse, weje dem un jenem
un sellem Barbarossa vun de Hiddla-Wämacht oaneverzisch
orra dem Brura Bernhard vun de Zisdaziensa
awwa droa denge sollde ma als,
wonn MÄ was greische un prärische
on de Barbarossa in Schpeya driwwe
vielleischd aa die Edith Stoin, neewe dro vum Dom
und ned blouß in Schbeya, Schdalingrad, Berlin
aa in Vänne, Muggesturm, in Hellese und irgendwu
mikelboo hören
Das lese ich gerade im Kunstverein Heddesheim. Der Rest ist in einem eBuch versteckt, das man hier herunterladen kann.
Mit mir las Berndhard Theis seine Texte kann ma nach dem weiter lesen. Das war eine gute Lesung, vor den beeindrucknden Bilder, Skulpturen und Installationen von Bernd Gerstner. Artur Jöst begleitet uns mit seiner Trommel den Texten entlang. Die Kombination aus Bild Text und Musik kam bei den Zuhörern und Sehern gut an. Zu den Texten von Bernhard Theis (Eberstadt, mit Kaiserslauternener Zunge)
Der Völker Wille
Bomben für Freiheit
Morden zum Leben
Auf ein Mutterland menschlicher Kultur
In einem Mutterland menschlicher Kultur
NEIN
Rufen nicht nur die Nachkommen der Indianer
Und doch ...
(Bernhard Theis 2008)
Verweht
Wann, wann wird er zu Ende sein
Der Tanz der Gespenster
Hat er begonnen
Mit den Schlägen der Eltern
Auf mich Wehrlosen
Mit den Prügeln von Lehrern
Und Mitschülern bezogen
Mit der Furcht vor ewiger Verdammnis
Aus dem Mund des Pfarrers gequollen
Seh' nur noch Fratzen mit geschlossenen Augen
Versink' im Loch meiner Seele
Schluss- deckt dunkle Erde des Vergessens
Über mich
Bin ja schon halb versunken in ihr
Und
Verweht ist meine Sehnsucht
Nach nie Gewesenem
(Bernhard Theis 2008)
Mit heilen Gliedern heimgekehrt
Hurra - hab' ich geschrien
Mit all den andern
Blind bin ich der Fahne gefolgt
Bis sich meine Spuren verloren
Und ich mich mit ihnen
Im klebrigen Morast der Schützengräben
Im Aufschrei meiner Kameraden
Im Anblick schmutziger , gekrümmter Menschenleiber
Im gellenden Kreischen der Geschosse
Heimgekehrt bin ich
alle Glieder heil
Doch erkenne ich mich nicht mehr
Fühle mich fremd
Als ob ein Keil in mich gedrungen wäre
Mich gespalten
Mir die Gefühle vereist hätte
Alle -
Bis auf die Scham
(Bernhard Theis 2008)
Verletzte Seelen
Krieg - niemand ist für Krieg
Keine Frage
Entsetzen breitt sich in uns aus
Vor Bildern von Zerstörung
Vor dem Anblick sichtbaren Leids
Nie werde ich das vietnamesische Mädchen vergessen
Nackt - dem Feuertod davonlaufend
Da ist's gut
Nach der Seele zu fragen
Zu fragen
Lassen nur Brandwunden
Ihre entstellenden Narben zurück
Zu fragen
Nach diesem unsichtbaren Irgendetwas
So oft zerrissen, geschunden und gepeinigt
So verletzbar - ohne schwere Ereignisse
Unser Alltag genügt
Was richten wir an
Mit einem Blick, einem Wort, einer Geste
Gedankenlos hingeworfen
Spüren es erst, wenn er, es , sie
Uns trifft
Wir sind nicht nur friedlich
Pazifist ist ein Schimpfwort
Und aggressiv ist immer nur
Der Andere
Seien wir ehrlich
Seien wir bescheiden
Seien wir menschlich
Verletzen wir, so wenig wie möglich
Und
Trost ist, manchem ein zu magerer
Verletzten Seelen, uns allen bleibt -
Hoffnung
(Bernhard Theis 2008)


