Kategorie: POLITICK
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Die großen Worte
22.02.2012 17:35:25Demokratie, Dialog, Freiheit, Respekt, Würde, Verantwortung.
Diese großen Worte.
Ein Präsident von allen für Alle und die Linkspartei saß gestern nicht mit am Tisch.
Nein, ich mag die Linken nicht, sehe sie sehr kritisch als Nachfolgeorganisation der unsäglichen SED, aber sie saß nicht mit am Tisch.
Die Spaltung geht weiter und Claudia Roth und Cem Özedmir sitzen fröhlich mit in der Runde, stolz darauf in der Mitte angekommen zu sein, nicht am Katzentisch sitzen zu müssen und sprechen große Worte.
Sie sind endlich Teil der Politikerklasse, diesem Gemenge in Berlin aus Herrschenden und deren Hofberichterstattern, die sich als Einheit fühlen und diese Hunderschaften als Volk ansehen. Alle. Sie haben den Draht verloren nach unten und lobpreisen einen Mann als Bundespräsidenten, der keinerlei grüne Poltik vertritt.
Ein honoriger, kluger Mann, gewiss, ein Pfarrer, aber keiner der eine besondere Nähe zu grünen Positionen hat, wenigstens sind mir keine bekannt. Alles nur, um in der Mitte zu sein, dabei zu sein, bald auch wieder herrschen zu können.
Diese großen Worte die dem Menschen Gauk da untergejubelt werden, ihn fast zum Heiligen stilisieren. Worte, die sich wahrscheinlich in Sonntagsreden auflösen werden, die nur dieser Klasse etwas bedeuten und dort brav bejubelt und sich gegenseitig vorgegaukelt werden, große Worte ohne wirkliche, konkrete Bedeutung, die außerhalb dieser Klasse nicht wirklich zur Kenntnis genommen werden, vielleicht bei den Lesern der Zeit oder des Spiegel, vielleicht und genauso schnell wieder vergessen.
Die Mitte eben, die sich da einen Präsidenten erkürt, dessen Kandidatur vorher der Presse durchgestochen wurde, so nennt man das dorten wohl, wie ich jetzt las, damit diese oder jene doch zustimmen mussten und das wiederum zurückgestochen wurde, in Telefonkonferenzen und Küchenkabinetten, bestimmt mit kleinen Worten und dann für die Galerie die großen Worte, die keiner wirklich alleine füllen kann, mit Taten, ein Bundespräsident schon gar nicht. Kann sich einer an die berühmte Weizäcker-Rede erinnern? Was da genau gesagt wurde? Eben, klar könnt ihr googlen.
Die großen Worte der politischen Klasse für die Kulisse, aus der Mitte für die Mitte, mit dabei Claudia Roth und Cem Özdemir. Die Vorsitzenden von Bündnis 90 / Die Grünen, deren Mitglied ich wohl bald nicht mehr sein werde.
Die Mitte braucht mich nicht, ich gehöre nicht dazu, aber Claudia & Cem und dem Rest gönne ich es, doch.
Was Herrn Gauck betrifft: Wahrscheinlich werde ich seine Reden weder hören, noch lesen. Sie werden Mitte sein. Berlin halt, dort drüben irgendwo, wo die Rößlers und die Seehofers hausen, die Özemirs und Rohths, die Merkels und die Gaucks. Es hat sehr wenig mit mir zu tun.
Es war übrigens der Fastnacht-Sonntag, den die Kanzelerin mit ihren Getreuen wählte um der Galerie die großen Worte mitzuteilen, in den Rosenmontag hinein.
Doch, ich mag Narren. Und Narr ist für mich ein postives Wort. Doch. Ganz leise singt Rio Reiser "König von Deutschland"
update: Ein großartiger Gastbeitrag auf SpOn von Helmut Däuble "Wir brauchen keinen Großprediger!" HA!
Jahresrückblickwatch
01.01.2012 14:43:09Viernheim und die Sache mit dem Internetz, ein Jahresrückblickchen.
Die 3 Viernheimer Blogs ( ich berichtete ), die den Zeitungen das Fürchten lehren wollten, sind immer noch ohne Belang. Es war zu erwarten. Das Viernheimblog, dem ich es am ehesten zugetraut hätte, grantelt nur, weil es nichts auf die Reihe bekommt, pflegt das einzig wirkliche Thema des Herausgebers, nämlich sich selbst und seine Überlegenheit über alle andere Pressefirmen, Viernheimer.info ist still und leise in die ewigen Jagdgründe eingegangen und Viernheim24.de ist ein Bilderbuch mit 2, 3 angehängten Sätzen in immer neuen Software Inkarnationen ohne Archiv nur dem Tag gewidmet und treuer Party-Berichterstatter der Viernheimer Gastronomie. Erheiternd der Artikel nicht über "Kunst gegen Bares" auf der Sommerbühne berichten zu wollen, der Berichterstatter hatte die Veranstaltung nicht verstanden, sorry, aber ich kann keinen Link dazu finden, wahrscheinlich ist der Artikel bei einem Relaunch verschüttet gegangen. Ich konnte an dem Tag nicht, sonst hätte ich auch den amtierenden deutschen Poetry-Slam Meister Nektarios Vlachopoulos hören können. (Link zu 3sat
).
Es ist sehr schade, aber so ist das halt, vielleicht folgt bald jemand, der das wirklich kann und will.
Aber:
Heute begab sich auch der Südhessen Morgen in die digitale Welt des Social Web und kürte den Tweet des Jahres!
Natürlich nur im Print! Ohne Link-URL oder wenigsten Screen-Shot, na ja, die Leser werden es dem Südhessen Morgen auch so glauben, wie so vieles. Print-Twitter eben. Hätte übrigens Jörn Ritterbusch es nicht getweetet, ich hätte es nicht gesehen, hatte es total überlesen ;-)). Doch ich lese die Zeitung, als pdf zwar, aber ich lese sie als zahlender Web-Kunde.

Das war im Juni und der Originaltweet ist hier nur noch im Google Cache zu finden.
Ja, genau das war eine Twitter-Conversation (das ist halt eine amerikanische Firma und es heißt halt so) zwischen Jörn Ritterbusch @joern_ribu und mir @kurzdielyrik, wir hatten uns dann sehr gepflegt über die Macht und die Ohnmacht der Presse unterhalten, der Qualität der Berichterstattung, Alternativen, zunächst auf Twitter, dann weiter auf Facebook, da war ich dort noch vertreten. Natürlich schreibt das der Südhessen Morgen nicht. Interessant ist lediglich, dass der Stadtverordnetenvorsteher und SPD-Mann Ritterbusch den Südhessen Morgen auf Twitter basht, anstatt anzurufen.
Man könnte jetzt schmunzeln oder lachen, auf Twitter Witze reißen über die armen alten Holzmedien, aber das geht tiefer.
Es ist nicht das erste Mal, dass dieser Redakteur des Südhessen Morgen verärgert über Berichterstattung außerhalb der Zeitung reagiert, tief getroffen. Ich kann mich an einen Nebensatz erinnern, als er erstaunt feststellte, dass die Stadt Viernheim einen Bericht als pdf-Datei auf ihre Homepage setzte, er hätte doch bereits berichtet. Das zeigt die Verunsicherung des journalistischen Profis, die man überall antreffen kann. Ein ganz weites politisches Feld tut sich auf, von nicht Netz-Affinen gar nicht so richtig wahrgenommen.
Netzpolitik!
Zurzeit finden gigantische Kämpfe um die Deutungshoheit im Netz statt und wer wo Geschäfte damit macht. Die Giganten Facebook, Google und Amazon, am Rande auch Twitter, übernehmen mehr und mehr die Kontrolle über den Informationsfluss, an den "Gatekeepern" vorbei. Das nächste Jahr wird noch mehr Umbrüche bringen, wenn die Abermillionen von eBook-Readern (damit kann man auch Zeitung lesen, doch), Smartphones und Tablets wie das iPad, die unter den Weihnachtsbäumen lagen, in Betrieb gehen. Nach Futter suchen. Die deutschen Zeitungsverleger fordern weiterhin unter Führung der Springerpresse, die Haasgruppe -Eigener des Südhessen Morgen- übrigens auch, ihr (völlig überzogenes) Leistungsschutzrecht, um Google&Co ein paar Dollar abpressen zu können und wettern gegen die Tagesschau-App und alles, was vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Netz steht, was ich als abstrus empfinde, aber offensichtlich auch von der schwarz-gelben Bundesregierung mitgetragen wird, es wird sie neben anderem die nächste Wahl kosten.
Amazon wird wohl nicht länger nur Versender, sondern auch Verleger sein, hat bereits seine Server für das kindle-Selfpublishing geöffnet, aufmerksame Leser kennen meine Amazon-Autoren-Seite ;-) und die (Buch-)Verlagsgemeinde hat nichts weiter im Sinn, als nach Vorratsdatenspeicherung zu schreien und die Buchpreisbindung mit Klauen und Zähnen zu verteidigen, derweil die futterhungrigen Lesegeräte mangels Masse zu den freien Quellen gehen (meine kostenlose eBooks laufen großartig ;-) ) oder Raubkopien suchen. Das wird noch grausamer als bei der Film und/oder der Musikindustrie.
Das ist alles nicht wichtig? Oh, doch, auch für nicht Netz-Affine.
Beispiel Kulturpolitik, Schule? Welch Geschrei erhoben die Lehrer, weil man einen Schulbuchtrojaner auf die Schulcomputer jagen wollte und nächstes Jahr wohl auch jagen wird! Da steckt auch die große Angst dahinter, dass der geldleidende Kultusminister sich dem Beispiel Kaliforniens anschließen könnte und allen Kinder Computer/Pads übergeben und die "Schulbücher" in den Ministerien selbst schreiben und in der Cloud vorhalten könnte. Lernmittelfreiheit galore, tatsächlich für alle.
Es wird spannend sein zu beobachten, was geschieht. Ein Neuzugang ist über die deutsche Polit-Landschaft gekommen, die Piraten, mit oft extremen Forderungen, gerade in der Netzpolitik, aber mit dem Gefühl für die Generation der 30-Jährigen, die wie selbstverständlich das Netz nutzen und sich verraten fühlen von den etablierten Parteien, in jeder Hinsicht. Die Grünen wanken noch ein wenig, haben aber doch bereits eine Leitlinie auf ihrer BDK beschlossen, gegen den heftigen Widerstand ihrer "Kreativ"-Mitglieder, die zu Recht um das tägliche Brot all der Künstler und Medienschaffenden fürchten. Und doch sind auch weite Teile der Grünen unsicher, was die Internet-Kommunikation und Transparenz betrifft. Unschöner Beweis ist die Grünen Fraktion im Main-Kinzig-Kreis, die ihren "Twitter-Rebell" vertrieb, warum auch immer, mir erschließt sich das nicht vollständig. Der Rest der Parteien ist indifferent, nicht griffig zu fassen, gerade die zwei noch großen Parteien CDU und SPD eiern umher, wirken wie bei Vielem sehr inkompetent. Ob die Linkspartei dazu eine Meinung hat weiß ich nicht, aber nach deren innerparteilicher Demokratie zu schließen, und der Vergangenheit als SED, eher nichts Gutes. Die FDP? Welche FDP?
Die Frage wird sein, wie in Zeiten des Breitband-Netzes (wenn vorhanden, was ein weiters Politikfeld ist, wirtschaftspolitisch), das alles transportieren kann ein wirklich fairer pekuniärer Ausgleich gesetzlich verankert und auch in der Realität durchgesetzt werden kann, oder ob weiterhin blutige Abmahnkämpfe stattfinden, die Lobby überforderte Politiker vor sich her bläst. Nein, ich habe kein Patentrezept, aber diskutieren sollte man das, innerhalb und außerhalb der Parteien, am besten MIT ALLEN Beteiligten, auch wenn das den Verlagen & Co nicht gefällt, lieber wie eh und je lobbyieren wollen.
Es weder sich doch Formen finden lassen, so etwas zu tun, ohne beleidigte Printkommentare.
Und jetzt träume ich davon, dass jemand lokal hier macht. Mal über so etwas spricht, die Gelegenheit ist da. Siehe oben. Nein, ich komme gerne, aber machen müssen das andere ;-)..... Dichter sind ungeeignet für so etwas, doch...
Schland Tag
03.10.2011 08:21:05Warum können wir den 3.Oktober nicht einfach als Schland-Tag feiern? Einfach so, ohne hehre Staatstheorie, keine Gelegenheit zu staatspolitischem Getöse, kein Gegrübele, was denn deutsch sei, wer deutsch sei und die Scham wegen der Etsch und dem Belt. Das mit der Einheit würdigen wir im November und das Jahr 1945 bleibt tief eingegraben im Gedächtnis. Aber einmal im Jahr könnten wir doch einfach mal uns selber feiern. Die Deutschen hier mit ebensolchem Pass, sowie die Hiesigen mit anderem oder gar keinem Pass. Uns selbst feiern, ohne jeden Grund, nur weil wir leben und verdammt gut leben sogar. Doch es ist schön in Deutschland, doch. Dieses unsere Land hat soviel Patriotismus und Nationalismus pervertiert in Kriege und Völkervernichtungen investiert und viel zu wenig auf den Straßen getanzt. Schland-mäßig, wir können das nämlich auch. Schland Tag. Ich wär' dabei. Einfach feiern und damit es die Agenturen auch verstehen: Let's party Schland. Zusammen getrennt, jeder nach seiner Facon. Party Meilen auf Party Meilen. Kein Ministerpräsidenten Getöse, kein Bundespräsidenten Gestaate, kein Kanzelmehrheits Getöse, einfach feiern. Weil wir es können.
Schland Schland Schland. Schland Tag.
Aber ich sehe schon, das wird nix, soweit ist die Junge Union samt CDU noch nicht, die SPD sucht noch nach Arbeiterliedern, die Piraten müssten ihre Songs erst downloaden, die FDP gibt es nicht mehr,die Linke schlägt nach bei Rosa Luxenburg und die Grünen? Vielleicht könnte Omid uns was rappen? ;-)
Asche Mittwoch, asche
09.03.2011 00:10:26Wir können nicht in Sack und Asche gehen. Möglicherweise würden wir irgendwo noch Sackleinen finden, um Büßergewänder bei Lagerwiese fertigen lassen zu können, aber es gibt im gemeinen Haushalt schon lange keine Asche , wir verbrennen keine unmetapher Kohle mehr, zu Hause wohlgemerkt oder Holz, dem Weg entzogen. Den Menschen auf dem Lande, die im Walde hacken, äxten, sägen, schneiden, seien das Aus genommen. Aber im gewöhnlichen Haushalt, der sich im ARD-Modus der es_hackt zur Volxsmusik zerschandelt, dort gibt es keine Säcke oder Asche mehr. Die schleichende Entwertung des Mittwoch zum Tag der fehlenden Aschenbecher in den Zelten der rauchlosen PolitDerwische, die uns die alte Fasnacht tanzen und Funken zünden, wir merken sie nicht, müssen wir doch um die Öle trauern, den Despoten entrissen oder Altkanzler begast. In den Zeiten, als immer noch das Erdöl fließt, das Gas durch Peipen leint, gibt es keine Asche mehr zum Häupter vor Glatteis zu bestreuen. Säcke hauen wir in, sonst nichts. Und weil wir nicht mehr, nie mehr der Asche auf dem Haupte folgen werden wollen sollen, weil wir hoch erhobenen Hauptes den Stürmen trotzen wollen hat uns der Herr, die Herrin, der/die/das Wesen, das über die Annahme von besackten und beaschten und so weiter zu Buche führt, hat er uns die politischen Aschermittwoche aller teutschen Parteien bescheret, damit wir demütig werden sollen, uns die Ohren verstopfen und uns das Fürchten vor dümmlichen Parolen nicht verloren ginge, wie einst das große Verschwinden der Säcke und deren Asche. Mittwoch ist es nach Fass-Nacht, beuget die Knie zur Andacht des gögögö. äh Geschwätzes. Wo ist der Sack? Wer ascht? Öl ist das Ding, Öl, ye know und erneuert Euch, samt euren Energien, E heißt die Asche und 10, 17, 18? die Säcke, trescht sie, drescht sie trasht sie. Der Mittwoch der Ascher polit Tick
Wie hätten wir es denn gern?
29.10.2010 21:37:57Der Politiker Koch war mir ein Graus, um es mal unter zu treiben. Ich halte ihn auch nicht für die Bestbesetzung als Vorstand für eine große Bau-Unternehmung, aber die Diskussion, dass er das nicht dürfe oder solle ist für meine Begriffe total daneben. Er wird voll verantwortlich Vorstands-Vorsitzender. Kein Berater für Energieriesen wie Schröder/Fischer oder sonstiger Pseudo-Lobbyist. Noch dazu in einem Unternehmen, dass seit dem Desaster des Köln-Archivs im Fokus steht. Was erwarten wir von Politikern, die im besten Mannesalter, ja, ja, die Frauen auch, ausscheiden? Der Rückzug ins Private? Rosenzüchten wie Adenauer? Welche persönlichen Werdegang hätten wir denn gerne? Nur mal so salopp daher gebloggt? Sagen wir mal: Wer will als 35-jähriger in den Landtag und nach 4 Jahren abgewählt werden ins Nichts? Nein, ich meine nicht nur das finanzielle....
Was hätten wir denn gerne für eine Art Politiker? Lehrer und Juristen, die sich das leisten können?
Wie stellen wir uns generell Berufspolitiker vor, so als Menschen, die auch verstanden werden wollen, die Art, die wir eigentlich gerne hätten?
Ok, Koch war ein Politiker zum Fürchten, aber sollte er nicht mehr arbeiten dürfen? Hinterher?
Ach, die Verdrossenen
20.10.2010 11:15:15In ihren Redaktionsstuben sitzen Menschen, die keine Zeit haben, wenigstens nicht so viel, dass sie Zeit hätten, einmal von selbst die Nase vor die Tür zu spazieren. So scheint es wenigstens. Investigativ nannten sie das früher. Hat keiner mehr Geld dafür und die wahren Förderer der Gazetten und Fernsehstaionen samt anhängenden Radiodudler, die Agenturen und PR-Fuzzis samt sie dirigierenden Lobbie-Drangsalierer und zynisch-brutalen Spindoktoren haben anderes im Sinn, irgend etwas zu verkaufen, Ideen, Kühlschränke, Atombomben, Solaranlagen, Unterhosen, Politstars aus Uradelsgründen. Also werden Meldungen lanciert, Themen forciert, ein bisschen gelogen, ein wenig hin gebogen, so in der großen Politik und wir alle folgen wie die Lemminge diesem Zug von Thema zu Thema. Beispiele? Schweinegrippe, Loveparade, Tsunamis, Regenwald. Alles vergessen. Gerade wird ja wieder mit dem Rassismus gespielt, das zog schon immer, wenn man von anderen Dingen ablenken wollte, Hinweise für den Mob wen man mal ein wenig lynchen könnte. Dabei gibt es tausende von Kommunalpolitikern, Landtagsabgeordneten und andere, die sich aufreiben, doch, die gibt es. Kein Mensch kümmert sich um sie, will etwas von ihnen, ihre Veranstaltungen werden so gut wie nie besucht, es sei denn von der eigenen Klientel. Kein Mensch dankt es ihnen, ihre Meinung ist im öffentlichen Kontext weder erwünscht noch gefragt, da seien die Meinungsführer vor. Sie werden verschwiegen, wenn sie nicht mit den Lemmingen ziehen und sich schrill auch zu diesen Themen äußern. Sie sind dessen so verdrossen, wie ihre Wähler angeblich von ihnen. Ich schätze, irgendwann können kommunale Parlamente nicht mehr besetzt werden, aus Mangel an Kandidaten, durch Parteien, die zu wenig Mitglieder haben.(Ich drücke mich gerade auch an einer solchen Kandidatur vorbei, mit für mich guten Gründen, aber die haben wir wohl alle.) Und so werden wir irgendwann ganz von der PR, der Lobby, den Industrieverbänden und der Werbung regiert werden, es macht ja sonst keiner, nicht wahr. Alles andere gefährdet sowieso die Demokratie. Ja, ja, wir Verdrossenen werden dann immer verdrossener und auf die Straße gehen. Doch, das werden wir, um von Politik- und Berufs- verdrossenen Polizisten ein bisschen Wasser gewerft werden.
Dafür brauchen wir dann ein Leistungsschutzrecht für die Springers, Bertelsmanns, die Fazler samt Wazler und die Haas-Gruppen, wem auch sonst noch, damit wir schön weiter wie die Lemminge unsere Verdrossenheit, nicht wahr, pflegen können. Wir wollen es ja nicht anders. Keine Sorgen, solche blödsinnigen Glossen wie die hier wird es auch bald nicht mehr geben. Doch, das Internet wird wieder verschwinden oder in den Spindoktoren-Apps aufgehen. Dieses Geblogge, Getweete und die Kopftücher, den bösen Google nicht vergessen sind ja die wahren Feinde der Demokratie. Venceremos!
Die Zeichen an der Wand
02.01.2010 23:06:31damit die Propheten ihren Hass
in die Läufe der Gewehre
und in Züge bomben können
es läuft alles wie geschmiert
Oktober, mal wieder, der deutsche
02.10.2009 21:24:18Keine Parade
und zackig
ohne Hand
auf dem Herz
der Kitsch
nur für
Volx
und
Musik
pilchert
Euch
Brüder
Elysium
Raketen
für Feuer
in Himmeln
für
jederfrau
Götter
nein
ich schlafe
gut
d d d d deutsche
Nacht
Die Sache mit den Plakaten
12.09.2009 09:33:55Ok, ich habe geholfen Wahlplakate aufzuhängen. Was macht man nicht alles. Wenigstens stand nicht WUMMS darauf. Und das Plakat „Frauen nach oben“ mit den zwei lila Pfeilen vor eine katholische Kirche zu platzieren, machte mir diebische Freude. Jetzt hängen sie derweilen 3 Wochen umher, zwischen all den anderen Plakaten und ich frage mich doch immer wieder: Zu was eigentlich?
Um die Menschen daran zu erinnern, dass Wahl ist? Denn sie sind in ihrer allparteilichen Gesamtheit hässlich, zerschaudern die Gegend, manchmal sind sie sogar Gehirn zerschandelnd. Trotzdem gibt es zu jeder Wahl wieder Plakate, von denen die Agenturen behaupten, sie würden irgendetwas bewirken. Unterschwellig, tiefengedingsbumst, mit eigenen Geldern wüssenschaftlich gestudiet, dadurch gewirksamt.
Ich persönlich glaube eher, dass mit der wachsenden Zahl an Parteien und somit auch der Plakate die Wahlverdrießung steigt, einfach wegen der geistigen Verwahrlosung, die ästhetisch damit einhergeht. Aber all die Nutznießer, die un- samt mittelbar damit Beschäftigten der Agenturen und der Spindoktoren-Industrie flüstern den Mächtigen in den Parteien zu: DAS ist Wahlkampf, viele Sprüche, Tapeziertische in Fußgängerzonen, Wahlkampfreden, die nur der eigen Anhang mitanhört und Plakate, Plakate, Plakate.
Es ist eigentlich fürchterlich wurscht, was denn da auf den Plakaten steht, man nimmt es doch eher unterbewissend wahr, wie das die Profi-Wahlkampf-Behüter in ihrer Weisheit bestimmen. Und dann kommt mir die Erleuchtung: Das ist eine perfide Art die Druckmaschinenindustrie staatlich zu subventionieren und die Druckereien, damit es den Zeitungen (samt ihren Printmüttergebärern) nicht NOCH schlechter geht. Eine heimliche Allianz der Radio-Fernseh-Hasser, die jetzt gerade das Netz entdeckt und mit Appellchen, Mannifästchen und ähnlichem Geschröcklichem das Fürchten lehrt. Ein Geheimbündnis, das wohl in den Kellern der gutenbergischen Museen fröhliche druckschwarze Messen feiert.
Aber tief in mir weiß ich es: Das kann noch nicht alles sein. Irgendwelche finsteren Machenschaften bedarf es noch, um alle Wahlen wieder dieses absonderliche Flut von Farben, dummen Sprüchen, überdimensionalen Passfotos und grafischen Absurditäten zu entfesseln und dann fallen mir die Schuppen vor die Augen. (Wie, falsches Bild? Ihre Schuppen wachsen nicht auf dem Kopf?) Es ist die Kleberindustrie. Wie viele Tonnen Kleber wird in den Wahlkämpfen gebraucht, benötigt? Na, merken sie was? Nein, ich werde hier keine Firmennamen nennen. Guguggelt Euch selbst und zieht eure Schlüsse. Die Parteiobrigkeit jedweder Couleur wird es dennoch nicht tun, wetten?
Haltet durch, bis zum nächsten Wahl.
Abschied mit Wums
28.03.2009 17:38:54Erklärung von Angelika Beer zum Austritt aus Bündnis 90/ Die Grünen
Und wenn der Wahlslogan nun auch noch heißt "Frieden für Generationen: Mit WUMS für ein besseres Europa“, dann ist das für mich der Abschied von einer Außen- und Friedenspolitik, die sich den aktuellen Bedrohungen - und notwendigen schwierigen Entscheidungsprozessen der Gegenwart und Zukunft verabschiedet.
Dies ist nun ein Abschied mit "Wums".
[update] Zu was ist man Dichter?
kurzdielyrik: Ein Wums tata / fröhlich / Liedlein / wums / tata / die Musi / ach Herzilein / wums / #twly #wums
Bemoose die Stadt
26.03.2009 21:38:27
VERWEIGERUNG!
Nein, ich werde alle Bemühungen um einen Europawahlkampf für die Grünen aufstecken. Eigentlich hatte ich die Idee, Grüne aus unseren Partnerstädten einzuladen, etwas gemeinsames zu veranstalten. Gott sei Dank habe ich noch keine Kontakte gepflegt. Ich schäme mich nämlich. Ich schäme mich für eine Top-Down-Kampagne dämlichster PR-Art. Populistisch, Bild-Zeitung-Artig, und wahrscheinlich unwirksam, sogar kontra-produktiv. Ich werde kein Plakat aufhängen, das mit Wums wirbt oder Slogans ausgibt, die Graffitti als Kunstform verhöhnt, mit unsäglichen Sprüchen wie "Bemoose die Stadt", eine Kampagne, die Wurzel-Proaganda vorgibt und doch spätkapitalistich wirkt, aufgesetzt. Soll machen wer will. Ich werde nix auf die lokale Website stellen, das nach Wums aussieht, soll machen wer will. Ich fürchte mich vor dem Bundestags-Wahlkrampf. Wo ist hier der Ausgang?
Obwohl. Zum Designer-Anzugs-Trittin passt das. Graswurzeln im Tessin und der Toskana.
Weil ich bereits gefragt wurde: Dies ist ein Screenshot der offffffffizielllllen website von Bündnis90/Die Grünen. Ich weiß es sieht aus, wie ein Fake, aber es ist keiner. Bildi-Grüni-Agenti.. oder so
Wer lehrt die Kinder googeln?
07.01.2009 11:24:51Ich kann fast jedes Wort in diesem Artikel unterstreichen.
Mein Jüngster hatte Glück und Lehrer, die dies konnten, aber im Allgmeinen sehe ich das auch so. Ich erweitere das noch:
Wer lehrt die Kinder Zeitung lesen, Radio hören und fernsehen?
Aber sie lehren lieber Schiller. Im Allgemeinen. Der ist in den Kultesministerien besser bekannt. So viel zum Theam da unten, so als Ergänzung!
Sperren
06.01.2009 16:35:15Robert hat mich gebeten einen Artikel zu schreiben, der kein Roman sei. Thema: Internet und Politik. Aber lest selbst, hier die Aufforderung samt dazugehörigem Artikel, hier der Kaffeehaus-Bezug
. (Zu was gibt es denn Links). Nun denn:
1 Politik findet immer statt, nicht nur zu Wahlzeiten. Überhaupt findet Politik wesentlich effektiver statt, wenn keinerlei Wahlkampf herrscht. Nachdenken, handeln, taktieren, tun, lassen, einlullen, sich einlullen lassen, sich hetzen, andere hetzen. Wahlkampf ist PR. Wahlkampf ist die Zeit in der die Stimmen gefangen werden, um hinterher wieder Politik betreiben zu können. Oder Lobby-Arbeit oder das große Absahnen oder oder oder.
2 Politik dürfen nicht nur Berufspolitiker betreiben. Das meinen die zwar, aber dem ist nicht so. Politik ist mehr als Lobbying. Politische Meinung steht jedem zu. Nicht nur, wenn das Kreuzchen auf dem Wahlzettel droht. Politische Meinungsbildung muss nicht unbedingt der PR-Arbeit, den Spins folgen, die gerade gesetzt werden, auch wenn das die Spin Docteurs, samt deren Weiterverbreiter aller Couleur gerne hätten.
3 Das Internet ist nichts als eine Netz von Rechnern. Politik findet daher nicht „im Internet statt“. Auf den Datenträgern im Netz sind nur Informationen gespeichert, die gerne auch politischer Natur sein können, was Diktatoren sehr erbost und Agenturen ärgert, weil sie beobachten müssen, was all das Volk denn brabbelt. Unter anderem. Deshalb muss Spin Doktor, Agentur und wer auch immer „Communications“ betreibt (und eigentlich das Gegenteil meint) nun auch noch im Netz gucken, was Sache ist, die Agenda setzen, die Themen vorgeben und was weiß ich was tun. Das Internet ist nicht per se „graswurzelig, gut, demokratisch, kommunikativ, was auch immer“ es ist wie gesagt nur ein Rechnerverbund. Ein großer Schaukasten, ein endloses „Schwarzes Brett“. Neu daran ist nur, dass da (noch ?? !!!) jeder was d'rauf bappen darf, auf das Brett, was all die Berufskommunikatoren mächtig ärgert, weil da auch noch alles umsonst zu haben ist, So was aber auch.
Das ist natürlich noch längst nicht alles, was es zu sagen gäbe, aber bitte, das soll ja kein Roman werden.
Was tun? Nun: So wenig, wie möglich verscheißern lassen. Das ganze Jahr über die Lauscher offen halten, das Gehirn einschalten. Sich prüfen, wo man Information aufnimmt, warum dieses Thema nun gerade so spannend sein soll, wo denn das alte Thema denn geblieben ist, wer denn vielleicht Vertrauen genießt, wer keinesfalls. Und immer fragen: Wer hat was davon? Wer hat die Studie bezahlt, woher kommt die Info, woher die Meinung. Beispiel: Die Wirtschaftsweisen. Was haben sie denn im Vorjahr gebabbelt? Und was war?
Also: Sperren. Sperrt Euch. Sperrt Euch den Einimpfungen, den Kampagnien, den Einflüsterungen, den geistigen Erpressungen. Und erzählt diese Sperrungen im Netz. In Blogs, von mir aus twittert, wenn ihr keine Angst vor der Daumenkrankheit habt. Schreibt in Foren, trefft Euch. Macht, tut, denkt. IMMER. Und wenn sich Wahlen näheren, dann werdet ruhiger. Cool. Wenn irgendwer verkünden lässt (nur als Beispiel, gerade kommt der RSS).
Die hessische SPD vertritt die Interessen der Schüler in Hessen!?
Dann fragt ihr Euch: Sagt mal, was soll denn das? Was behauptet denn der da
Vertreten die Schüler nicht mehr sich selbst? Ist der jetzt der große Elternvertreter? Und dann wird nachgesehen, wer denn da die Seite macht Ah. Barracuda steht da unten auf der Seite. Die haben auch ein Blog und waren heute schon 5 mal (geschätzt) in meinen Referrs und in ihrem Blog erzählen sie, dass sie wissen, wie das geht mit der Obamisierung der Kundschaft. Und schon fällt der Groschen. Da will uns einer was auf die Backe malen. Da macht einer auf Bembel-Obama. Nicht, dass andere besser wären. Die Partei, deren Mitglied ich bin und für die ich auch lokal mal Winzdinge mache, scheint mir zwar gefeiter, aber nicht frei davon. Überhaupt nicht.
Wenn es nur nach mir ginge, dann sähe Wahlkampf immer SO aus.
Das TSG-Beispiel kam nur während des Schreibens gerade herein. Was gemerkt?
RSS der Parteien buchen und drüber lesen. Von allen! Und dann in den Zeitschriften kurz drüber lesen, was dort ankam. Bei vielen. Nein, die Bild ist Kampagne für sich. Muss man auch lesen, ja, aber das ist eine andere Welt. Nur so als Beispiel
SO macht das Freude, das Internet und die Politik. Man findet Dinge. Alte Parteiprogramme, so was. Dinge zum Sperren. Dinge gegen die Flut der Plakate und all der Worte. Ich hab jetzt nicht Recherche gesagt. Das können natürlich nur die Profis. Denken sie.
Und dann ab ins Blog. Jetzt steht es da. Ich schiele jetzt nicht, ob es denn „die Medien“ aufgreifen, es steht da, wird gelesen, häuft sich zu den anderen Dingen, die andere da draußen darüber schreiben. Und irgendwann wird es wirken. Langsam, sicher und wenn es bei der nächsten Wahl ist, wenn die Menschen mit dem heiligen Guckl hier anrücken und lesen.
Da hat sich einer aber gesperrt, denken sie dann. Sperren, denken, schreiben, sprechen, was auch immer, sogar twittern, wenn es denn sein muss. Das kann man übrigens auch in den Gruppen der Social Networks tun. Gibt es zu Hauf. Oder macht welche auf! Aber daran denken:
Das Internet ist nicht die Fortsetzung des Stammtisches mit schnelleren Mitteln. Die Fakten liegen nur einen Link entfernt, nein nicht den nächsten nehmen, den hat bestimmt irgendein SEO erzeugt, der will vielleicht nur absahnen, Euch verscheißern. Sperren, Leute sperren und das Netz ist auch mehr als die nur Weiterentwicklung des Leserbriefs, Herr Redakteur, gell.
So was halt. Sorry, kürzer ging's gerade nicht. Und wenn ich es denn kürzte, dann wäre es Lyrik und das liest doch keine Sau, oder? ;-)
[update:] 7 Minuten. Das ist Spitze. 7 Minuten haben die Barracudas gebraucht, bis sie hier waren. Die Jungs von der Fawwerik schaffen meistens nur 15 min.... lol
Politiker sagen sie zu mir, räusper
25.12.2008 19:15:38
Ich berichtete ja. Aber das hat was, am 22.12 die Verwechslung vom 13.12. bekannt zu geben. Ich muss wieder die ganze Zeit mein Grinsen leicht unterdrücken. Ich wurde nämlich auf einmal gefragt: "Was war denn das, was du da geschrieben hast und was war das mit der Verwechslung." Kann man ja hier bei mir Gott sei Dank nachlesen..Der Nachteil des Printgewerbes. Kein Archiv für alle. Übrigens ist dies meine erste Richtigstellung. Jo, jo. Dafür haben sie die Firma meines Sohnes am 18.12. anlässlich einer Spende als Verein bezeichnet. Ja, ja, schwierige Zeiten für die Presse sind das.
Geschäftblogs
09.12.2008 16:40:57Die armen Leute beim Benz sind daheim, wie ich auch. Nix zum schaffe do. Gell. Ko Erwed! Und dann? Bei mir weiß ich es nicht, aber da dreut den metallischen Jungs und Mädels die Kurzarbeit. Mindestens. Das macht mir Angst. Ja. Doch ich kann trotzdem schlafen und tippe hier so vor mich hin. Aber dieses ganze Szenario zeigt eines: Diese Corporate-Blogs sind für nix gut! Also Einblicke in einen Konzern sehen anders aus. Da sind die gemeldeten Pressemitteilungen informativer. Danke nein, ich brauche keine zusätzlichen Informationen. Ich kenne genügend Menschen, die drüben auf dem Waldhof Busse bauen. Aber das Geld für das Daimler-Blog könnten sich die PR-Strategen sparen. Und damit wird klar: Da können sich die PR-Turner und Blogverbrater noch so winden. Spätestens hier wird klar: Blogs als Firmen-PR taugen nix. Aber auch gar nix. Solange kein Blogger darüber schreibt: Die größte Krise des Konzerns ever und seinen persönlichen Anteil daran, die Arschkarte, die man halt gezogen hat oder sowas. Irgend so etwas. Ach ja, falls es euch langweilig wird ohne die tägliche Schicht Arbeit:
Einfach Blog anmelden und drauf los schreiben. Da braucht man keine edlen Mannen aus der PR-Agentur dafür und auch keine Blogkommunikanten. Ist ganz einfach. Den Frust und die Lust einfach in die Tastatur hauen. Ganz ohne Benz und nein, vom Doimler redet kein Aas.
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