Archiv für: Juli 2011
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Worry, Angela Worry
24.07.2011 18:48:40Die Geheimnisse waren abkommandiert zum Straßenbau, sie rissen auf, steinten, gruben, leitungten, teerten zu. Alles war klar und einfach. Easy sangen sie. Easy. Sie nannten sich Worry, gestatten mein Name ist Worry, Angela Worry. Mit den Geheimnissen verschwanden die Zweifel. Alles hatte seine Ordnung. Derdie große Abgeordnete, alle 17 Jahre per Akklamation gewählt, wusste alles, konnte alles und lenkte die Massen. Alle waren von einander getrennt, streng. Nein, nicht rassistisch, nein, nein. Nur genetisch. Streng nach Religion und für die Religionslosen hatte derdie große Abgeordnete die Unreligion gegründet, deren hoher DealerIn ersie war. Keiner hetzte über den anderen, keine Kriege, keine Diskussionen. Alle blieben unter sich, geschlechtliche Vermischung war genetisch unterbunden, es gab keine Zweifel, keine Ausnahmen. Die Blauen hatten ihre Welt, die Grünen, selbst die rot-braunen. Eifersüchtige Götter waren gestutzt, gestreichelt waren durch Gebetsverweigerung weichgekocht, nein, keine Standbilder waren gestürzt, kein Kirche geschändet, keine Moschee, keine Synagoge, kein Tempel, kein Hain geschändet. Alles lief in Bahnen, wie es die Gründerväter der Welt einst verkündeten. Der Multi Kulti war besiegt, in die ewige Verdammnis gestreichelt, debattiert, instrumentalisiert, gebombt, geschossen.
Nur die Geheimnisse vergruben die Zweifel, die Hoffnung, das Prickeln, das Herzklopfen, die Unvernunft und das Risiko in die Erde, schütteten sie in die Kanalisation, damit der Ungehorsam wieder Freude lutschen würde und der Multi wieder Kult wäre, alles durcheinander, übereinander, nebeneinander, ineinander. Und die Worrys würden komplexe Chorsätze in 45 Rhytmen singen zu den Trommeln ihrer Gelächter und die Liebe ließe auch den Hass beben. Herzen werden pochten und meinen sie wären Schmetterlinge. Und wieder werden sie sich mischen, streiten und beten. Was auch immer. Vielleicht dann zusammen, vielleicht, mal in der Moschee,mal im gotischen Dom, vielleicht. Die Geheimnisse grinsen und graben, geteert, nicht gefedert, sehr wohl Frau Worry, Angela Worry.
Sommer graut
21.07.2011 21:03:29
Es graut in der Mitte des Sommers, die Temperaturen des Frühlings lagen höher, es tropft seit Tagen von üppigen Blättern, das Korn dahin, blanke Furchen bräunen in die Äcker, der Blues springt aus allen Playern, Sting melancholiert aus mp3s. Seltsam wird mir dann immer. Sonnenentzug. Meine Marktplätze entleert, die Stellen im Wald so fern. Alles schwimmt im inneren Nebel des Egal. Milliarden wieder einmal, ja und? Der Stress wird getestet? Ach ja. Wie furchtbar. Nichts regt mich auf, nichts regt mich an und doch: Ich kann schreiben, schreiben, schreiben. Die täglichen Katastrophen berühren nicht mein Innerstes, ich schaffe neue, reite auf der Wehmut, lausche Klarinetten und Akkordeons, tanze Tango mit den Zehen auf dem Teppich. All die Figuren der Macht tanzen ihr seltsames Ballett vor den Kameras der Welt, ich sehe ihre Münder sich bewegen und höre nichts, schreibe ihnen Texte ins Maul, die nur ich hören kann. Was ist die Wirklichkeit? Was man mir zu sehen gibt, oder was ich sehe? Sommer lochen sich und heften ab, wie immer, bald platzt meine Hitze wieder zu freilebendem Schweiß, aber heute, heutzutage, jetzt, pflege ich,
Melancholie, streichle die Agonie zu seufzenden Anti-Spasmen und fühle mich wohl, tief in meinem Ich vergraben, sauge Leben aus den Tropfen, die mich regnen und träume vom Schlaf in Wolkenfeldern, dort hinten, im Immernass. Die Welt tropft perfekt, ich atme dünne Schleier, neble mich, bin ganz in mir. Chopin hüllt mich, Rilke liebt mich, Gedichte netzen mich, dort im Web, so dicht an dicht, zu mir. Es graut in der Mitte des Sommers.
Agnostikergebet #14
Sommernacht 35
16.07.2011 22:20:44
In Zeiten der kurzen Nächte, wenn die Geister auf Mondschatten schlittern und sich nackten, purzeln kleine Bäume. Zwei Schlafe wachen auf den Stoppeln, die Mäher rasierten, Ströhe entflechten behütet. Wolken schafen blau. Ob die Sterne wiederscheinen, drunten im Strahlien? Kohle stresst in Banken. Lasset uns zinsen, unter den Decken vermehren, reiben, nicht die Daumen. Schnell, schnell, bevor wieder die langen Tage grauen, uns aus den Decken treiben. Keine Kälte treibt uns Triebe. Wir dämmern, entzünden Dunkel für die Fackeln, die sonst ungesehen. Flackern wollen wir und munkeln, bis Haut kühlt an Haut. Wir tanzen die Sonnen zur Nacht. Schütteln Macht. In den Zeiten der Helligkeit wächst trautes Dunkel in Hertzen. Bienen sammeln das Wachs des Winters. Es ist Sommer mein Liebling, die Rasen spritzen und noch soweit das Glühen der Weine.In Zeiten der kurzen Nächte, wenn die Geister auf Mondschatten schlittern und sich nackten, purzeln kleine Bäume. Zwei Schlafe wachen auf den Stoppeln, die Mäher rasierten, Ströhe entflechten behütet. Wolken schafen blau. Ob die Sterne wiederscheinen, drunten im Strahlien? Kohle stresst in Banken. Lasset uns zinsen, unter den Decken vermehren, reiben, nicht die Daumen. Schnell, schnell, bevor wieder die langen Tage grauen, uns aus den Decken treiben. Keine Kälte treibt uns Triebe. Wir dämmern, entzünden Dunkel für die Fackeln, die sonst ungesehen. Flackern wollen wir und munkeln, bis Haut kühlt an Haut. Wir tanzen die Sonnen zur Nacht. Schütteln Macht. In den Zeiten der Helligkeit wächst trautes Dunkel in Hertzen. Bienen sammeln das Wachs des Winters. Es ist Sommer mein Liebling, die Rasen spritzen und noch soweit das Glühen der Weine.
Wochen zungen Tage, küssen die Zeit.
10.07.2011 23:09:59
Mon Mon Monate. Dumm die dumm das Jahr. Und zehne mehr. Wochen kalendern. Ich lasse sie rasen, warum auch nicht, sie wird irgendwo, nein nicht wann, das Wo inter-essiert. Wann, ich bitte dich, fast hätte wer wenn gesagt, WER, lieber. Also diese Zeit. Zeiten sagen wir, die wir hätten,gerade, die seine. Zeiten sind immer so. Zeiten sind das. Sind sie halt. Solange es nicht meine Zeit wäre, nein nicht, die abgerechnete Stundenweise, Minutenweise, Sekundenweise, was wäre weise. Mein Herz taktet Zeiten, pulst. Ein Takt viertelt sich. Drei gezählt, eins, zwei, drei. Walzer, wa wa Walzer im.drehn.dr . Wenn ich den Schlaf nicht hätte, zu Zeiten. Es wäre Zeit sagen sie. Ich kreise unter den Wolken, nässe Schirme zu Schutz. Wochen zungen Tage, küssen die Zeit.
Mitten im Sommer zur Nacht
03.07.2011 21:24:15
Ein leichter Wind wedelt Barock aus den Subwoofern durch die Riesen, betört die Blätter, die sich sonnen, still steht der Mais, lässt sich kleine Wedel wachsen. Unrasiert, die Felder reifen das Korn stechen den Hafer. Asparagus wächst auf Spargelhügeln. Ferne Hügel grüßen Richtfunkmasten. Alte Antennen sehen fern, greinen leise Kuhlenkampf. Kirschen röten, Rüben dürsten leicht. Eichel hähern zu den Straßenbahnen, Bussarde fuchsen Autobahnen. Mein Schlaf staut Geigen, wolkt in Rosa. Grau bläst weiß im Balett ungeregneter Wolken. Kleine Kissen küssen bald meine Stirn. Bald morgent das Rot über den Hügeln, die sich Berge nennen. Ein leichter Wind treibt Schuppen auf die Tastaturen, regnet Vogelzwitscher. Fern dröhnt ein Google durch ein Plus. Kein Facebook haucht. Ich atme Ruhe zu den Sternen, dort, die man bald sehen wird...
Agnostikergebet #12
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