Archiv für: April 2011
Dies ist das Archiv von eeMBee 2004 - 02/2012
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Mondig
18.04.2011 23:36:15......dieser rötliche Vollmond, der in diesen fast noch kalten Frühlingsnächten nach sommerlechszenden Tagestemperaturen, vor diesem Samthimmel hängt, diese Ausgeburt des natürlichen Kitsches dominiert mein denken, fühlen, ob ich will oder nicht. Es gibt Tage, da bin ich froh, nicht an Wassern zu wohnen, in denen er sich auch noch spiegeln könnte. So dominant steht er im All, relativiert alles und hasst bestimmt wie ich diesen Krach der Autobahnen, die mich umkreischen, von West, von Nord, von Ost. Dieses ewige Gekreische der Motoren, die Lemminge die ihre Blechkarossen ziehen. So schnell, so schnell. Und dieser Mond steht dort oben, ohne jede Emotion, ein Klumpen im All, dreht sich Äon um Äon um diese Erde, warum eigentlich? Warum hängt dieses Kitschgestell, Jahr für Jahr dort oben und versengt meine Gefühle, warum? Ich werde dies jetzt negieren, mein Gott, als hätte ich noch nie einen Vollmond gesehen, ich werde ganz einfach.........
(nach Diktat auf den Balkon entschwunden, den Mond anstarren, den schönen, ach....)
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Hohes Lied für meine kleinen Geister
12.04.2011 21:53:50Meine kleinen Geister sammeln Zellen im Hirn, traben durch das Herz, berauschen sich in der Lunge an reinem Sauerstoff, diffundieren durch die Haut in die Tastatur, fließen durch die Füller, bläuen Papier. Sie schreien und rauschen, tauchen, krakelen. Kleine Geister in großen Gewändern, rätseln, schwadronieren, glucksen, fürchten, lachen. Ich liebe meine kleinen Geister, sie sind wie ich. Nicht wie die großen, edlen, die verstaubt auf Sofas thronen, runzeln, stirnen, bedächtig sinnen, nur das All in Sicht, eifersüchten, göttern, Ideen zementieren, Ewigkeiten stauben, Gestirne bemöbeln, Kunst erklären, Räder erfinden. Die großen Geister besetzen, platzen im Hirn, drücken Weh, krampfen Herz, stocken Luft, kranken. Schwer ist die Welt und meine großen Geister, ach was liebe ich die kleinen. Sie rennen mit Mozart zum Bach, hüpfen über die Rolling Stones, verschwinden in der Trompete des Miles, lesen dem Grass aus Winnetou. Kleine Geister bröckeln inkorrekt, fetten fast, food und foot, kleine Geister geistern, saufen, räkeln, treiben, ritzen, lieben. Meine großen Geister erfinden sich, und die Liebe an sich. Meine kleinen Geister lieben sich und... dich, oder dich, michselbst? Kleine geistern im Gebüsch, opfern in den Archiven der großen Geister Mäusekot auf den Altären der IdeoReli-Logen, spielen Schmetter mit den Lingen. Ach so cross die Welt, wenn kleine Geister mich belieben.
hearing Händel Concerto Grossi 6, Allegro
Nur Himmel, sonst nix.
09.04.2011 00:19:59Über den Wolken sehe ich nur Himmel und sonst nix. Ewig blau ins grau, irgendwann wird es wohl schwarz, unreflektiert die Sonne, über dem Himmel, den sie gen NYC oder Pisa passieren, jährlich, dort wo der Mond ebbt und flutet, in Räumen, die sie Welt nannten. Ich muss nicht mehr auf Wiesen liegen und starren. Hoch, gen Himmel mit grünem Hintern und Knien, um Farben zu mischen, in die ewigen Frühlingsgefüge. Die Erdumrundungen mit der Reproduktion meines Genpools, in aller Ursprünglichkeit, feiern (ach die nachgehängten Verben, wie liebten wir sie, um die Professorentöchter und ihre Liktoren zu ärgern). Ihr wisst schon was ich meine. Doch, Sex hat was mit Fruchtbarkeit zu tun, erstaunlich nach all den Jahren, nicht wahr? Das mit den Enkeln. Doch, doch. Und das hört nie auf. Jenseits der Kinderwägen. Aber deshalb muss ich doch nicht über die Wolken. Dicht unterhalb der Gewitter mit Regenschirmen durch Cocktailbars surfen, die Ohren dicht an die Kopfhörer gepresst, die Songs der Postpubertät via Smartphone direkt aus Californien auf den Ohren. Ich schwebe gerne drei Millimeter über Grund, den Kopf in die Orte transpiriert, die trockene Nebel sumpflos wolken. Dort, wo, ach hallo, Du auch hier, ja wollte ich auch gerade sagen. Angenehm hier, nicht wahr? Drei Millimeter über Grund. Wir schwallen, schwollen zu Millimeter Vier. Draußen regnen sie Worte.
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